bei welchem Grünen hast Du den Eindruck, dass es nur um den Erhalt des Arbeitsplatzes geht?
da ist was dran, und mich stört es auch, dass zuviele Leute mitreden, die von der Sache keine Ahnung haben. Es ist im Zweifel immer gut, wenn jemand schon mal sein Geld in der Wirtschaft verdienen musste und selber erlebt hat, wie unsere Gesellschaft und Wirtschaft funktioniert.
Ich glaube aber, dass es letztlich darauf ankommt, wie man mit der eigenen Ahnungslosigkeit oder dem Mangel an Erfahrung umgeht.
Beispiel: Zu welchem Ressort kann ein Kinderbuchautor was beitragen?
Wenn er weiß, wo seine Grenzen liegen und sich daran macht, das nötige Wissen aufzubauen und sich dabei gut beraten lässt, kann das funktionieren, wie wir gesehen haben. Dann kann er ein guter Umweltminister werden.
Wenn er aber von Anfang an glaubt, er wisse schon alles und könne alles alleine beurteilen und entscheiden, dann wird er nie ein guter Minister oder Politiker.
Die Fähigkeit, seine eigenen Fähigkeiten und Unfähigkeiten richtig einzuschätzen, ist fundamental wichtig.
Die Fähigkeit hängt aber nicht am Studiengang, sondern an der Person.
Insofern würde ich die Politologen nicht besonders hervorheben (ohne dass ich mit der von Dir geschilderten Sorte irgendwelche Erfahrungen gemacht hätte).
Deswegen ist mir aber auch bei pauschalen Politikerbeschimpfungen immer unwohl.
Solche Beschimpfungen kommen zu häufig von Menschen, die selber keine klaren Gedanken formulieren können, und die den Job der Leute, die sie kritisieren, keine Woche durchhalten würden. Beispiele kann man hier im Forum seit neuestem wieder vermehrt lesen.
Mich erinnert das immer an die Corona-Leugner und andere Verschwörer, die es für sachliche Kritik halten, wenn sie ihre hohlen Vorurteile auskotzen.
Und an die AfD, die die Kombination aus hemmungloser Politiker- und Systemkritik und Opferrolle zum politischen Geschäftsmodell gemacht hat.
Wir sollten uns hüten, in dasselbe Horn zu blasen.
Selbst der klügste Mensch, hat von den meisten Sachen keine Ahnung. Und ein Minister-Ressort bündelt oft sehr viele verschiedene Themen. Deswegen gibt es in die Ministerien die Fachabteilungen.
Eine der wichtigsten Aufgaben eines Ministers ist es, die richtigen Leute auf die wichtigen Posten zu setzen und ihnen dann auch zuzuhören.
Da stimme ich Dir zu und so sollte es eigentlich sein.
Aber da gibt es u.a. eine Ministerin, die die Arbeit ihrer kompetenten Mitarbeiter und Fachkräfte in den Wind schießt und lieber Beratungsverträge mit Menschen macht, die ihre Lobbyinteressen vertreten.
Währenddessen sie eine Studie, die natürlich nicht ihren Interessen vertritt und das Gegenteil beweist, absichtlich unter den Teppich kehrt.
Das ist eher hinterhältig, verlogen und nicht gerade vertrauenswürdig.
Da ist beispielsweise ein Kinderbuchautor, der das nötige Wissen wirklich aufgebaut hat und sich auf seine Mitarbeiter verlassen kann, bedeutend kompetenter.
Aber Ehrlichkeit, Kompetenz und Fachwissen interessiert ja inzwischen gar nicht mehr und der, der am lautesten brüllt und lügt, falsche Versprechungen macht, die besten Beziehungen zur Wirtschaft hat und die meisten Parteispenden von Unternehmen bekommt, gewinnt am Ende.
Kein Wunder, dass die Menschen das Vertrauen in die Politik verlieren, weil sie am Ende nicht mehr wissen, was sie glauben sollen.
Und das Schlimme ist, denjenigen, die am lautesten brüllen und lügen wird teilweise sogar noch geglaubt.
Intensiv vielleicht nicht, aber da ich seit 2005 in der Partei bin, konnte ich beobachten, wie Praktikanten der Geschäftstelle z.B. im Laufe der Zeit Bundestagsabgeordnete wurden. Oder Landtagsabgeordnete oder Minister oder Bürgermeister, Staatsekretär und und und. Früher starteten sie oft im Studierendenparlament oder bei der grünen Jugend. In den letzten 10 Jahren kommen aber immer mehr „Quereinsteiger“ mit Ellenbogenpotential. Unsere Kreisvorsitzende war z.B. nicht mal 1 Jahr in der Partei, als sie sich für den bezahlten Job wählen ließ. Mehr dazu bereden wir lieber nicht öffentlich.
beantworte ich nur im nicht öffentlichen Bereich. Hier im Kreis- und Landesverband gibt es leider genug Beispiele.
Jetzt fange bitte nicht mit dieser dämlichen AFD-Etikettierung an. Er und seine Frau haben vor der Politik von der Übersetzung englischer Literatur gelebt, eigene Bücher für Erwachsene geschrieben und auch einige Bücher für Kinder.
Eignung wäre meiner Ansicht nach wegen der Fremdsprachenkenntnisse Außenminister gewesen.
das ist nicht Dein Ernst!
„Der kann Englisch, der wird Außenminister“?
Armes Deutschland, wenn das schon als ministrable Kompetenz durchgeht.
Dann kann ich ja auch Außenminister werden
ob für Erwachsene oder Kinder ändert nix. Alles keine relevanten Kompetenzen für einen Umwelt- oder sonstigen Minister (es sei denn, es waren Fachbücher).
was doch darauf schließen lässt, dass kein anderer den Job haben wollte, oder?
Ist m.E. auch ein Scheiss-Job, wenig Kompetenzen, viel Arbeit und Ärger, Gehalt … wieviel?
Warum wurde sie gewählt, obwohl sie so neu war?
wer war die Konkurrenz?
Nachdem sie die wesentlich erfahrenere Kandidatin (ich glaube Helga Schmidt) aus dem Prozess herausgekegelt hat, nach dem Prinzip Ober sticht Unter. Die Wahl, obwohl geheim, war dann nur noch eine Formalie, da man sich schon auf Deutschland geeinigt hatte und es keinen Gegenkandidaten gab.
Ich habe jetzt nicht den ganzen Diskussionsverlauf in diesem Thema intensiv verfolgt. Dies vorangestellt. Dieser Beitrag hier ist mir aufgefallen.
In nun fast 60 Jahren aktiver politischer Erfahrung in drei relevanten Parteien (FDP / SPD / Grüne) ist mir eines aufgefallen - und das als ein parteiübergreifendes und sich im Laufe der Zeit immer stärker bemerkbar machendes Phänomen: Unser politischer Nachwuchs v.a. bei den Mandatsträger/innen auf den unterschiedlichen Ebenen rekrutiert sich zusehends aus den Reihen der halb- oder teilprofessionellen Zu- und Mitarbeiter/innen der jeweils aktuellen Mandatsträger/innen bzw. Amtsinhaber.
Beispielhaft ausgedrückt: Der wissenschaftliche Mitarbeiter / Assistent des / der örtlichen Bundestagsabgeordneten wird bei dessen /deren Ausscheiden sein / ihre Nachfolger/in.
Und das ist dann beinahe zwangsläufig und sachlich gut erklärbar damit verbunden, dass Fachrichtungen wie die weiter oben kritisch beäugten Politologen / Soziologen etc. (gar nicht) überraschend ziemlich gut vertreten sind.
Weil nun mal diese Ausbildungsgänge eine ganz brauchbare Grundlage für die Beratung und Mitarbeit bei einem der genannten Amts- und Mandatsinhaber bieten. V.a. dann, wenn der bisherige Mandatsträger beruflich aus „normalen“ (eher politikfernen) Berufsfeldern kommt und daher einen spürbaren Bedarf an qualifizierter Hilfestellung hat. Das gilt - mehr noch als für öffentliche Ämter (Minister, Bürgermeister etc.), deren Inhaber sich auf die Fachkompetenz ihrer jeweiligen Verwaltungen stützen können (aber oft auch verlassen müssen) - insbesondere für einfache Mandatsträger der unterschiedlichen parlamentarischen Ebenen, die sich mit der geballten Fachkompetenz der Ministerien, Behörden etc. konfrontiert sehen, die sie kontrollieren und ggfs. korrigieren sollen. Und das in einer auch fachlich immer komplexer werdenden Welt.
Und auch das Phänomen, dass diese später selber (Berufs-)Politiker werdenden Mitarbeiter/innen sehr häufig aus den Reihen des jeweils eigenen Parteinachwuchses stammen / rekrutiert werden, kann nicht wirklich überraschen.
Erstens ist der Mitarbeiter in aller Regel jünger als der Amtsinhaber und zweitens sucht man sich seine engsten, vertrauten Mitarbeiter gerade auch unter den politischen „Gesinnungsgenoss/innen“ (und das zielt jetzt nicht speziell nur auf die SPD) aus. Und die findet man dann halt in der eigenen Parteijugend.
Kommt noch etwas hinzu:
Parteiämter sind in aller Regel unbezahlte (bestenfalls Aufwandsentschädigung) und trotzdem oft zeitaufwändige Ehrenämter. Nicht leicht zu vereinbaren mit einem „normalen“ Beruf. Nicht jeder Arbdeitgeber hat für bestimmte „Nebenwirkungen“ eines solchen Engagements wirklich Verständnis.
Anders bei einem Amts- oder Mandatsträger. Der drückt dann schon mal „ein Auge zu“ - ist ja für die Partei. Und das wird von der Partei auch ein Stück weit erwartet.
Und wenn sich dann die Nachfolgefrage stellt, hat der/die Mitarbeiter/in schon einen entsprechenden innerparteilichen Startvorteil, versteht ohnehin schon ‚ne Menge von der Materie … "Warum in die Ferne schweifen, sieh‘ das Gute liegt so nah!"
Und so kommt es dann in praktisch allen Parteien zu der bespotteten „Drei-Säle-Karriere“: Kreißsaal - Hörsaal - Plenarsaal
Du hast vollkommen Recht mit diesen Karrieren. In meinem Kreis- und Landesverband beobachte ich aber zunehmend Schnelleinstiege von Politologen oder Soziologen in die Partei, die vorher weder bei den Mandatsträgern gearbeitet haben, noch irgendeine anderes politisches Engagement vorweisen können. Sie drängen sogar altgediente Parteimitglieder aus ihren Ämtern/Mandaten und zwar schon kurz nach ihrem Parteieintritt.
dass schon vor 30 Jahren die Politikwissenschaftler Herbert Kitschelt und Anthony McGann ein Erfolgsmodell für rechtspopulistische Bewegungen beschrieben haben.
"Wie Oldschool-Nazis einfach nur auf Rassismus und autoritäre Ordnungsphantasien zu setzen, genüge nicht, so die These der Wissenschaftler. Um das Wählerpotenzial unter Selbständigen, Handwerkern, Mittelständlern abzuschöpfen, müssten die alten Feindbilder mit dem aggressiven Bekenntnis zu einem deregulierten Markt und Polemik gegen Sozial- und Verwaltungsstaat gekoppelt werden. Nur mit dieser Kombination des rassistischen mit dem staatsskeptischen Ressentiment könnten Rechtspopulisten, so Kitschelts und McGanns These, gleichzeitig Arbeiter, Selbständige aus der Mittelschicht und Unternehmer erreichen."
Diese Staatsverachtung ist ein zentraler Hebel der heutigen AfD, den sie gezielt einsetzt.
Schon aus dem Grund ist es unklug (um das Wort „dumm“ zu vermeiden), wenn auch wir Staat und Regierung (oder die EU) pauschal und mit groben Worten kritisieren.
Wir betreiben damit ungewollt das Geschäft der AfD.
Dazu darf uns auch die Ablehnung der CDU-Politik und des Kanzlers als Person nicht verleiten.
Die Delegitimierung der CDU und die Dämonisierung des Kanzlers ist aus Sicht vieler Wähler eine Legitimierung der AfD.
Die SPD begreift das leider nicht, weil sie meint, durch ideologische Härte sich selbst retten zu können (was grandios schief gehen wird).
Vielleicht sind die Grünen ja schlauer.
Uns sollte es vor allem weniger um die Rettung einer Partei als um die Rettung des Landes gehen.
Sorry, das ist aber genau nicht das Karrieremuster, das ich gemeint und beschrieben habe.
Das durch die eigene hauptamtliche Erwerbstätigkeit bei einem Amts- oder Mandatsträger erleichterte („gesponsorte“) innerparteiliche und ehrenamtliche Engagement (um es deutlich zu sagen: Zu Gunsten der Partei und ihrer Strukturen) verschafft diesen jüngeren Mitarbeitern einen quasi „natürlichen“ Startvorteil vor anderen Bewerbern, die sozusagen als bisher eher dem Politikbetrieb ferner stehend sich jetzt um eine Amt oder Mandat bemühen.
Dabei gibt es dann zwei zumindest bedenkliche Nebenwirkungen:
Die politische Klasse rekrutiert sich zusehends aus sich selbst heraus, „schmort im eigenen Saft“ und schwächt die Verbindung zum „wirklichen Leben da draußen“ und den damit verbundenen v.a. beruflichen (Vor-)Erfahrungen.
Und zweitens sind die so rekrutierten neuen Mandatsträger/innen in manchmal bedenklichem Ausmaß in ihrer wirtschaftlichen Existenz von „der Partei“ (egal welcher) abhängig.
Frei nach dem Marlene-Dietrich-Klassiker
„Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, ich kann halt Liebe nur und sonst gar nichts“.
Nur dass Du hier „Liebe“ durch „Politik“ ersetzen müsstest.
Und das lässt dann Art 38 GG und die dortige Regelung / Beschreibung der Stellung der Abgeordneten
„Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“
noch mehr zur Verfassungslyrik werden als ohnehin schon.
Das Problem ist, dass sie viel mehr Zeit zum Netzwerken haben als diejenigen, die einer “anständigen” Arbeit nachgehen. Sie können (und müssen vielleicht sogar, wenn ihnen ihr Job lieb ist) zu allen Versammlungen, Stammtischen und sonstigen Events gehen und dort lässige Konkurrenz kalt stellen, die keine Zeit hat, sich zu wehren.
Nur, was ist, wenn (falls) diese CDU in wesentlichen Teilen solch eine politische Agenda (s. oben „Koppelung“) selber betreibt und propagiert?
Willst Du uns wirklich dazu raten, quasi den „Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben“?
wenn das so wäre, wäre es natürlich sinnlos, die CDU zu schonen oder zu unterstützen.
Aber ich sehe nicht, dass man cdu und afd gleichsetzen kann.
in der cdu mag es teile geben, die der afd näher stehen als gut ist.
ich glAube aber nicht, dass das die mehrheit ist.
und ich glaube auch nicht, dass Merz dazu gehört. das ist ein wichtiger aspekt.
wenn merz durch spahn ersetzt werden sollte, wird es schlimmer als es jetzt ist.
spahn traue ich alles zu