Der Klimawandel kennt nur keine Grenzen - er ist grenzenlos.
Die dahinter steckende Logik besagt also, dass die Menschen an diesen Grenzen hängen bleiben - nur um hinterher festzustellen, dass das eigentliche Problem (der Klimawandel) trotzdem zu uns kommt. Und dann gibt es noch ein weiteres Problem, dass die Grenzen, die wir für andere ziehen, um unsere Existenz vermeintlich zu erhalten (was natürlich unsinnig ist, da die Grenzen eben nur (bestenfalls?!) die Menschen hindern, unsere Grenzen zu überschreiten - der Klimawandel davor aber nicht halt macht (die technischen Grenzen, die wir glauben, dem Klimwandel entgegenzuhalten, sind lächerlich im Vergleich dazu, was der Klimawandel alles mit sich bringt.
Das bedeutet dann (als folgende Überlegung), dass die Grenzen, die wir einst (aus gar nicht mal psychologischer sondern eher archaisch nachvollziebaren Gründen) anderen gegenüber ziehen, auch uns gegenüber gezogen werden, wenn wir aufgrund existenzieller Probleme, die auch uns der Klimawandel bereiten wird, uns auf die Reise machen. Und auch wir werden - mit der gleichen inneren Logik, dass diese dann von anderen gezogenen Grenzen unser Verderben entweder besiegelt oder wir mit Gewalt diese eigentlich nachvollziebaren Grenzen werden einreißen müssen, um eine Chance auf eigenen Lebenserhalt zu wahren.
Wir stehen also gemäß dieser unüberwindbaren evolutionären Logik nur noch vor der Wahl, den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu können. Und alles, obwohl die Ratio, die uns Wissenschaft betreiben lässt, über eben diese Wissenschaft auch durchaus (rein rechnerische) Lösungen immer noch anbietet - von denen wir aber aus besagtem Grund keinen Gebrauch machen werden.
Was bedeutet das für unser politisches agieren? Die „Lösungen“, die wir derzeit anbieten, sind allesamt „Lösungen“ ala Evian, die vor allem auf Ausgrenzung setzt und die die Ursache (unseren Ressourcenverbrauch, der den Klimawandel erst auslöst), mit Verweis auf Nicht-Vermittelbarkeit bestenfalls unzureichend bekämpft, da die Maßnahmen, die notwendig wären, nicht durchsetzbar Sinne, weil wir politisch - wie Du selbst sagst - auf der regionalen Ebene unterwegs sind, während der Klimwaandel sich global abspielt.
Wer sagt nun unseren (potentiellen) Wählern (am Infostand oder am Mikrofon des Bundestages), dass wir aufgrund unserer genetischen Ausstattung nicht in der Lage sein werden, Lösungen für den selbstgemachten Kllimawandel und deren Folgen anzubieten (sofern man die Versorgungskriege nicht als „Lösung“ bereit ist, anzubieten)?
Die Anwort kann doch nicht sein, dass wir, um politisch Erfolg zu haben, dies unterschlagen müssen. Denn so richtig das kurzfristige sein mag - von welchem „Erfolg“ sprechen wir da? Von dem Erfolg, an der Urne die Mehrhheit zu bekommen, nur um hinterher eine Politik ala Evian machen zu müssen, die das eigentliche Problem (den Klimawandel) doch nicht aufhält?
Der (globale) Klimawandel ist per Definitionem grenzenlos. Allerdisng gibt es auch regionale Klimaänderungen (in Europa wird es gerade schneller warm als auf dem Rest der Erde).
Die Folgen der erhöhten CO2-Konzentration können in jeder Region unterschiedlich ausfallen, Dürregebiete können plötzlich fruchtbar werden, jetzige Kornkammern können zu Steppen oder gar Wüsten werden.
In der Folge werden sich Ackerbau und Viehzucht auf dem Globus anders verteilen, es wird Gewinner und Verlierer geben. Und schon immer folgten die Migrationsströme auch den Klimabedingungen und der Versotgungslage. Das kann uns auch blühen, muss aber nicht. Im Gegensatz zu früher haben wir heute eine ganz andere Logistik, um die Nahrung weltweit zu verteilen. Es bleiben aber auf jeden Fall die wirtschaftlichen Auswirkungen,
Die Lösung für die junge Meeresbiologiestudentin und ihre Freunde, die man während des Films nicht kennengelernt hat, war leider das „klimaverträgliche Ableben“. Zum Glück nur als Fiktion. Ich hoffe, das war abschreckend genug für alle, die es gesehen haben.
Warum dann für diese Menschen kämpfen oder das eigene Leben aufs Spiel setzen?
Zur „dramatisch ansteigenden Zahl“ nur eine relativierende Korrektur:
In Deutschland gab es damals rd. 500.000 jüdische (nach den „Rasse“-Kriterien der Nazis) Bürger. Nach dem Anschluss Österreichs an’s Reich kamen dann noch die österreichischen Juden dazu. Deren genaue Zahl habe ich momentan nicht präsent. Der „Judenanteil“ in Österreich (v.a. in Wien) war zwar höher als im sog. „Altreich“, aber im deutlich kleineren Österreich in absoluten Zahlen sicher auch nicht wesentlich mehr als eine halbe Million. Also lass’ es eine gute Million Juden gewesen sein, die maximal hätten auswandern können. Wozu sich ja ohnehin nur eine Minderheit durchringen konnte. Weil die große Mehrheit immer noch an die deutsche „Kulturnation“ glaubte und viel zu lange auf deren Rechtstreue und Humanität vertraute.
Gemessen an dieser doch sehr begrenzten Zahl von potentiellen Auswanderern, die sich als Einwanderer dann ja auch noch auf eine größere Zahl von Ländern verteilt hätten, ist die bevorstehende (eher: schon in Gang befindliche) Klimaflucht eine Massenemigration, die von Teilen der inländischen Bevölkerung in den Aufnahmeländern subjektiv zunehmend als, wenn auch unbewaffnete, „Invasion“ empfunden wird.
Und dieses Empfinden wird mit sich verschärfender Klimakrise und daraus folgendem weiteren Emigrationsdruck sicher nicht kleiner werden.
Also eigentlich müsste die ja schon pathologisch fremdenfeindliche AfD zur schärfsten Klimaschützerin werden. Aber das ist wohl zu viel an „vernetztem Denken“ bei denen verlangt.
Das ist auch die Idee, dass wir irgendwann (demnächst?!) weltweit keine Hungertote mehr zu beklagen haben… So weit die Theorie…
Wenn wir aber bereits heute eine Logistik haben, die unabhängig von den Klimaschwankungen immer noch dazu führen könnte, das jeder zufrieden dort bliebe, wo er ist (und die Zufriedenheit noch dazu dazu führen würde, dass dem (politischen wie pseudoreligiösen) Fanatismus konsequent das Wasser (keines Wortspiel : abgegraben würde (das ist zugegeben nicht nur ein Ernährungs- sondern auch noch ein Bildungsproblem ), dann wäre global gesehen alles in Ordnung.
Das scheitert nur leider an einer weiteren archaischen Eigenart des Menschen, nämlich dem der kurzfristigen „Gier“ (früher alleine deswegen schon gut, um über den Winter oder andere Phasen des Mangels zu kommen).
Was nützt also all die Logistik, wenn wir sie nicht genau dafür nutzen? Statt dessen verwenden wir sie in erster Linie dafür, unseren eigenen, kurzfristien Vorteil zu mehren, und dabei ausser acht zu lassen, dass es langfristig besser sein könnte, tatsächlich global Hunger und Armut zu bekämpfen, statt Milliarden in die Verteidigung dieses Ungleichgewichts zu stecken.
Die wissenschaftlichen Tipps sind - ähnlich wie bei anderen Kriesenherden - eher, kurzfristigen Vorteil nicht umzumünzen, sondern statt dessen erst einmal genügend des Überschusses in die Präventionsbekämpfung der tatsächliche Ursachen zu stecken, statt immerfort nur magelhaft Symptome zu bekämpfen.
Und eine Ursache sind nun mal wir selbst (damit meine ich nicht die Menscheit also solches, sondern die Einwohner reicher Staaten, die präventiv die Ungleichgewichtung nicht drosseln sondern möglichst „künstlich“ am Leben erhalten.
Auch hier könnte man (schulterzuckend)?!) darauf verweisen, dass es eben doch ein archaisches Problem ist. Schließlich streben alle Lebewesen (allein durch pure Vermehrung?!) nach Dominanz.
Allein dem Menschen ist es vorbehalten, diesen Wunsch für ihn in Erfüllung gehen zu lassen (mit allen verherenden Risiken und Nebenwirkungen).
Was nützt es da, darauf hinzuweisen, dass es auch „Klimagewinner“ geben wird
Denn die überwiegende Mehrheit wird nach den Prognosen der Klimaforscher eher nicht dazu gehören, und ihr „Verliererdasein“ nicht unbedingt stoisch hinnehmen…
Und durch die Versorgungskriege wird aus einem Gewinner schell ein Mitverlierer (wenn auch oftmals ohne die Einsicht, dass er das mitzuverantworten hat).
O.k., dann lassen wir es vorher wenigstens noch mal richtig krachen. Was dann kommt, können wir eh’ nicht ändern.
Ist das Deine Schlussfolgerung?
Erinnert mich ein bisschen an den sarkastischen Satz unserer Vorväter und -mütter „genießt den Krieg, der Frieden wird fürchterlich“.
Letzteres stimmte, nur den Krieg konnten sie gegen Ende auch nicht mehr wirklich „genießen“ (Bomben, Flucht, Vertreibung).
Und auch wir werden die kommenden Jahre nicht mehr wirklich genießen können. Je nach sozialem Status und finanziellen Ressourcen begrenzt.
Die USA bewegen sich gerade rasend schnell in Richtung Autokratie / Oligarchie.
Also nur eine Demokratie gegen Feinde dieser.
Klima existiert für die USA gerade gar nicht mehr, wo selbst für Wetterberichte kaum noch Geld da ist. Nicht das die Meteorologen das für Klimadaten zweckentfremden.
Man muss in der Tat abwarten, wie sich die USA entwickelt - es ist in der Tat bedenklich, sollte sich die USA dauerhaft von einer Demokratie zu einem hemmungslosen autokratischen Egomanie, das raubtierhaft nur darauf wartet, Beute zu machen, wandelt. (zugegeben, etwas übersteigert/provokant formuliert). Sie wäre dann aber keine Demokratie im klassischen Sinne mehr.
Zugegeben, ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwann die Mehrheit der Amerikaner wirklich für einen Einmarsch in Grönland und/oder Kanada votiert…
Aber das könnte sich zugegeben ein Problem meiner Vorstellungskraft erweisen (die laut A. Einstein wichtiger als Wissen ist)
Das kommt ganz darauf an, wie den US-Bürgern „eingeheizt“ wird. Sowohl Kanada als auch Grönland arbeiten mit China zusammen, und da muss man sich als USA doch wohl vorbeugend verteidigen?
Kanada arbeitet jetzt sogar noch mehr mit dem absoluten Schurkenbündnis, der EU , zusammen. Und die erheben schließlich Anspruch darauf. Als wenn heute noch wen interessiert das die da vor über 1000 Jahren in Besitz genommen haben. Immerhin haben sie es ja freiwillig in die Teilautonomie entlassen. Da können die ja kaum etwas dagegen haben wenn sich mal jemand richtig um die paar Grönländer kümmert, oder ?
Gut, dass so was bei uns als resilienter Demokratie, die ihre dauerhaften Lehren aus dem WKII und dem ihm zugrunde liegenden Faschismus gezogen hat, nicht passieren kann, und das die AfD gerade deswegen immer nur eine Randerscheinung bleiben wird - oder habe ich da gerade was wichtiges übersehen
Im übrigen eignet sich Grönland bislang nicht dazu, US-amerikanische Klimaflüchtlinge (Texas, Kalifornien) in hinreichendem Maße aufzunehmen, da es an der notwendigen Logistik fehlt - anderseits soll es da viele Rohstoffe geben, so dass ein amerikanischer Rohstoffrausch wie damals wegen des Goldes nicht auzuschließen wäre, und da wäre es natürlich kontraproduktiv, wenn dies durch dänische Regulierung dauerhaft verhindert würde …
Ich dachte, die Teilautonomie wäre deswegen erteilt worden, um der Region mehr Selbstverwaltung zu ermöglichen - da wäre es doch blöd, diese sofort wieder an Kaiser Trump abzugeben, und sich bedingungslos zu unterwerfen?
Im Übrigen: da die Grönländer keine Bio-Amerikaner sind (schließlich wären sie nicht auf amerikanischem Boden geboren worden, und damit also StaatsbürgerschaftstouristInnen, gegen die die Regierung gerade jetzt hart vorgehen will!!!), stehen sie nach der „gelungenen Wiedervereinigung“ mit den Vereinigten Staaten von Amerika sofort auf der Abschiebungsliste der ICE nach Dänemark!
Es wäre so lustig ---- wenn es nicht so traurig wäre
Vielleicht Gier im weitesten Sinne. Der Hauptgrund für Hunger und Krankheiten sind heute Korruption und Bürgerkriege in Afrika. „Wir“ haben damit relative wenig zu tun. Aber das alte Narrativ des bösen Westen, der an allen Übel schuld ist, ist nicht auszurotten.
Da hast Du mich missverstanden - es ging mir nicht darum, den Westen einseitig zu verteufeln! Korruption ist nichts anderes als Gier. Und es ist egal, ob nu der westliche Auftraggeber korrupt ist oder der Afrikaner vor Ort.
Korruption geht in dem Maße zurück, wie es funktionierende (staatliche) Instanzen gibt, und die Lebensqualität der Menschem mit ihrem Erwartungswert zusammen passt.
Das ist in Bezug auf stattliches Handeln gegenüber Drittstaaten durchaus richtig. Im übrigen haben wir ohnehin nur sehr begrenze Möglichkeiten hier etwas zu bewirken (wenn auch das Lieferkettengesetz so ein erster Versuch dazu war.
Die Frage ist, wie weit wir uns bei uns selbst korrumpieren lassen …
Wenn Du dir den Mindestlohn un seine Umsetzung auf (deutschen!) Baustellen ansiehst, so wirs Du feststellen, dass das nicht nur ein Phänomen von ausländischen Staaten ist. Korruption bedeutet doch nur, dass das Geld, das für eine andere Stelle gedacht war, in die falschen Taschen wandert.
Der arbeiter, der Anspruch auf Mindestlohn hat, ihn aber durch üble Tricks oder pure Ausbeutung nicht bekommt, weil eine Verrechnung mit (angeblichen) Gegenleistungen erfolgt, oder der „Akkord“ der definierten Leistung so hoch ist, das er nicht zu erfüllen ist, un darauafhin Kürzungen des Mindestlohns erfolgt, ist meines Erachtens auch nur eine Spielart der Korruption.
Und, um noch einmal auf die Korruption in anderen Ländern zurück zu kommen: die (wenn auch etwas untaugliche) Idee des Lieferkettengesetzes war, den Firmen einen Bürokratieakt aufzubürden, der über Bürokratie versuchte, Formalismen zu erzwingen. Richtiger wäre gewesen, Subkontrakte, die erfahrungsgemäß korruptionsbelastet sind, nicht mehr zuzulassen.
Wir haben hier das Phänomen, dass die Globalisierung der Wirtschaft die Verantwortungsebenen zu Gunsten der Korruption verschiebt - eben, weil wir damit die Verantwortung der Koruptionsbekämfung abgeben. Deswegen haben wir damit auch (formal) nichts mehr zu tun. Aber sit das auch wirklich ein Argument?