Fanale der Klimakrise

Ich glaube zuletzt herauszuhören, dass die AfD nicht mehr so sehr direkt eine Klimaveränderung leugnet, so z.B. Ulrich Siegmund, sondern eher das Thema Klimatransformation als idealistisch belastete Wirtschaftspolitik definiert. Das hat eher einen Zugang bei den Unionsparteien. Denn diese sind davon nicht weit entfernt mit ihren Positionen. Ich hörte bereits von Leuten, die der AfD nicht nahestehen, dass das Thema Klima in der Vergangenheit viel zu übertrieben genommen worden sei und die These, Deutschland kann da sowieso alleine nichts daran verändern, warum sollten wir unsere Wirtschaft dermaßen schädigen, ist auch in der Union eine weit verbreitete Meinung.

Ich komme auch an dieser Stelle nicht umher, dass die Welt vielleicht eine neue Form der Zusammenkunft über dieses Thema braucht, als die alljährlichen Klimakonferenzen.

Was ich allgemein wahrnehme ist, dass China obwohl erheblicher Verursacher von CO2 zumindest in der jüngeren Vergangenheit in die Klimatransformation investiert hat. Vielleicht sollte das Thema Klima wieder so pragmatisch wie möglich betrachtet werden - und das weltweit - um dann wahrnehmen zu können, was es für die Welt objektiv und subjektiv bedeutet.

Heißt was genau?

Bislang habe ich unter dem Stichwort „Pragmatismus“ vor allem gehört, nicht den Porgnosen der Wissenschaft zu folgen, sondern es an kurzfristig orientierter mit möglichst wenig Verzicht einher gehender Politik zu belassen. Nur um in ein paar Jahren, wenn das deswegen immer weiter eskaliert mit den Extremwetterprgnosen, dem Artensterben, dem Rückgang der Biodiversität, der Arten- (und damit auch der Krankheitserreger-)wanderung „schulterzuckend“ auf die Opferrolle zu werweisen, da man da „gar nichts tun kann, wenn die Natur leider wieder mal verrückt spielt“ … :thinking:

Was genau verstehst Du also unter „Pragmatismus“ und

???

Mir ist natürlich klar, dass sich - leider - eine Politik erst dann spürbar zu ändern beginnt (zuindest in der Demokratie), wenn nicht wissenschaftliche Prognosen mit hinreichender Wahrschenlichkeit kommende Szenarien (die allesamt nicht besonders positiv sind) entwerfen, sondern erst dann, wenn besagte Szenarien auch wirklich erfahrbar werden. So gesehen wird sichin der Demokratie wohl erst dann eine Mehrheit für deutliche gesellschaftliche Änderung finden lassen, wenn die Auswirkungen stark genug sind (und damit der Leidens- und Handlungsdruck sich deutlich erhöht).

Somit bleibt uns (in der Demokratie) gar nichts anderes übrig, als geduldig zu warten, bis der Leidensdruck stark genug wird.

Ist das der besagte „Pragmatismus“?

Was aber, wenn das dann wieder als „Politikversagen“ gedeutet wird - statt als eigene Kurzsichtigkeit? Was, wenn dieser Pragmatismus die Nebenwirkung hat, dass viele sich radikalisieren im Kampf un die letzten Ressourcen, statt dann eben - wenn auch ziemlich spät (oder gar zu spät) - gemeinschaftlich das dann noch viel größer gewordene Problem anzugehen?

Nein!

Die Auswirkungen der Klimakrise nach neuesten Erkenntnissen der vorherrschenden wissenschaftlichen Meinungen, sollten pragmatisch - und damit eher noch verstärkend wirkend, auf einem internationalen Gipfel, möglicherweise im Auftrage des Weltsicherheitsrates, erläutert werden.

Wie weit z.B. ist die Forschung hinsichtlich der auftauenden Permafrostböden? Meine Informationen dazu sind, dass dieses Auftauen noch weit mehr schädliche Methangase für die Erhöhung der Erdmitteltemperatur ausstoßen wird, als das CO2 - und inwieweit ist überhaupt eine gewisse Erderwärmung einzuhalten, wenn mögliche Kipppunkte für eine steilere Anstiegskurve der gemittelten Temperaturen sorgen würden. Viel Spielraum bietet ein Temperaturanstieg nicht mehr.

Die AfD argumentiert einfach damit, dann wird es halt wärmer, gab es immer schon mal. Die Situation, in der sich unsere Erde befindet, ist jedoch anders. Wir leben aktuell in einer Eiszeit. Eine Eiszeit definiert sich dadurch, dass sowohl die Antarktis als auch Grönland vereist sind. Innerhalb dieser Eiszeiten gibt es Kaltzeiten und Warmzeiten, in denen sich die Gletscher zurückziehen. In einer solchen Warmzeit innerhalb des Känozoischen Eiszeitalters leben wir ohnehin - ohne von Menschen gemachten Klimawandel.

Den Höhepunkt der letzten Warmzeit als Vergleich zu heute, erlebte der Mensch vor sage- und schreibe 125.000 Jahren - und Du wirst verstehen, nicht unter den zivilisierten Bedingungen über den Erdball wie heute, also wahrscheinlich nicht so weit über die Erde verbreitet. Damals war das Klima so, wie wir es annähernd schon erreicht haben. Um die Bedingungen außerhalb des aktuellen Känozoischen Eiszeitalters zu erreichen, müsste sich die Erde dauerhaft um mindestens 3 °C bis 5 °C über das vorindustrielle Niveau erwärmt haben. Wissenschaftler rechnen mit Modellen meines Wissenstands nach, dass wenn verschiedene Faktoren zusammen kommen, dieses dann Temperaturen bedeuten würde, die es auf der Erde seit rund 34 Millionen Jahren nicht gab.

Die Frage nach einem Sinn des Menschen auf der Erde - den „modernen“ gibt es seit 300.000 Jahren, die ersten Vorfahren tauchten vor 2,8 Millionen Jahren auf, und die Trennungslinie vom Schimpansen zum Menschen, erfolgte etwa vor 6 bis 7 Millionen Jahren - stellt sich dann schon. Wer hat sich das ausgedacht, dass wir auf unserer Erde ein Klima bekommen, was menschentauglich ist? Gott oder eine Kraft, die all das Leben gebracht hat, musste lange vor dem Schimpansen und den Menschen geplant haben. Wahrscheinlich hätte er, oder welche Kraft auch immer, ein Mittel gegen ein Klima, welches so menschenunfreundlich wird, dass kaum ein Leben noch auf dem Planeten für den Menschen, so wie wir es heute noch kennen, möglich sein wird. Heute wird es unsere Aufgabe sein, diese Werkzeuge und Mittel zu finden. Forschung! Einstweilen sollten wir uns jedoch der Mittel bedienen, die wir schon kennen.

Das, was ich hier überblickend auswerte, muss in Zahlen, die für das menschliche Leben vom Nordpol bis zum Südpol und vom Längenrad 0 nach Westen wie nach Osten, Relevanz haben können, um die wahrscheinlichsten Szenarien zu entwerfen, was passiert wenn.

Alleine nur noch das Ziel des einstigen Kyoto-Protokolls, verbessert dann später dann im Pariser Klimaabkommen, zu verfolgen, sollte heute nicht mehr genügend überzeugen. Wichtig sind die Szenarien und ihre Auswirkungen, heruntergebrochen auf jedes einzelne Land dieser Erde.

Kriege z.B. würden dann ihre Bedeutung verlieren, bzw. im Gegenteil sogar, häufiger um die restlich verbleibenden lebbaren und erlebbaren Landstriche ausgetragen werden. Das ist die Situation, die auch dem Bundesbürger nähergebracht werden muss.