Fanale der Klimakrise

Kanada wäre genauso vom postnuklearen Winter betroffen :thinking: Und wenn nicht:

Kannst Du dann bei Gelegenheit die Asche von mir und meiner Familie (als hier zu Grunde Gegangene) in den kanadischen Wäldern (so es sie dann noch gibt) verstreuen? (alternativ kannst Du sie natürlich auch bei Dir im Wohnzimmer aufbewahren - ich will nur nicht in den Keller gestellt werden!!)

Ich weiß nicht, wie die Prognosen für Kanada genau aussehen (wenn man mal von besagtem postnuklearen WInter absieht, der auch für Kanada eine sehr düstere Zukunft vorhersagt).

Es könnte sein, dass Kananda zu den „Klimagewinnern“ gehört - muss aber nicht. Ich habe dazu auf die Schnelle nichts gefunden - kennt jemand dazu Daten und Prognosen?

Im Übrigen könnte es sein, dass die Kanadier auf eine europäische Fluchtbewegung ähnlich reagieren wie die Europäer auf die afrikanische und asiatische Fluchtbewegung - mit Abschottung und Ignoranz…

So gesehen hat Dein Ex deswegen vieles richtig gemacht, weil er früh genug ausgewandert ist - allerdings wird er wegen der kanadischen AfD (die dann dort schnell die Mehrheit haben wird) sicher bald wieder nach Europa remigriert (Staatsbürgerschaft hin oder her; Weisswurstfresser sind schließlich mindestens genauso schädlich für einen gesunden nationalen Volkskörper wie Kopftuchmädchen).

Aber Sakasmus wieder bei Seite. Es werden sicher viele aktuell davon „träumen“/sich mit dem Gedanken tragen, bei bestimmten eintretenden Szenarien Deutschland zu verlassen - so, wie viele Afrikaner von einem besseren Leben in Europa träumen. Warum sollte Kanada anders auf einen zumehmenden Zustrom aus Europa reagieren als Europa auf den aktuellen Zustrom aus Afrika?

Vielleicht gäbe es weniger Integrationsprobleme (wobei: wenn ich mir die deutschen auf Mallorca ansehe, bekomme ich schon Zweifel :thinking:, und velleicht sind die Kanadier noch länger etwas offener, weil in der Vergangenheit der Druck nicht so groß war - aber irgendwann wird auch das an seine Grenzen stoßen. Eine kanadische AfD ist also grundsätzlich nicht undenkbar …

Das ist emotionale Erpressung! :hugs:

Ja, das kann sein. Sie haben aber ein offeneres Einwanderungssystem als wir.

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Das ist kein Widerspruch - ein ursprünglicher Verteilungskampf (man denke an die Ukraine, bei der - wir wissen es nicht - es auch schon um Ressourcen wie Getreide etc. gehen könnte) kann sich auch zu einem Atomkrieg ausweiten (Putin droht auch schon regelmäßig damit, was durchaus ernst zu nehmen ist)

Dann würde es aber auch nichts mehr nützen, unsere Grenzen gegen Klimaflüchtlinge dicht zu machen. Ich denke, wir sollten hier bei einem Szenario ohne Atomkrieg bleiben, welches ich für wahrscheinlicher halte.

OK - es gibt aber grundsätzlich einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Krieg. Ich halte es für falsch, von Kriegsflüchtlingen auf der einen und Klimaflüchtlingen auf der anderen Seite zu sprechen - zumindest nicht in dieser harten Abgrenzung.

Das Thema „Klimakrieg“ taucht wenig in den Diskussionen um den Klimawandel auf - ich halte das für eine grobe Vernachlässigung eines wichtigen Zusammenhangs.

Für die direkte Verantwortung von Kriegen gilt sicher immer noch, dass es dazu (mindestens) eines Despoten oder - s.WK I - eines instabilen regionalen Nationalitätenstreits bedarf.

Als Verständnis für Ursachen von Kriegen (und damit auch, welche Rahmenbedingungen man schaffen müsste, um diese zu beseitigen) reicht diese Fixierung auf einen bösen Despoten oder eine „Verniedlichung“ eines regionalen nationalistischen Instabilität sichern nicht (mehr) aus.

Ich habe an anderer Stelle schon mal den sich anbahnenden Konflikt zwischen Äthiopien und Ägypten hingewiesen. Äthiopien baut derzeit an einem Staudamm für den Obernil; um Energie zu erzeugen, aber wohl auch, um einen nicht unereblichen Teil des Wassers für die eigene Nahrungserzeugung (Bewässerung von Feldern) zu verwenden. Dieses so abgezweigte Wasser wird dann am Unternil (Ägypten/Sudan) fehlen. Ich bin gespannt, wie sich das die kommenden Jahre weiterentwickelt. Ich persönlich kann natürlich überhaupt nicht einschätzen, ob sich das wirklich je zu einem Krieg ausweitet. Es scheint aber durchaus denkbar… Sind die dann Flüchtenden Kriegsflüchtlinge - oder doch Klimaflüchtlinge - oder Flüchtlinge vor einem „Klimakrieg“?

Ich sehe nicht, warum man das trennen muss. Hat das mit internationalen Abkommen zu tun?

„Klimaflüchtlinge“ sind derzeit doch noch nicht anerkannt, oder täusche ich mich?

sie werden zwar von der gnadenlosen Sonne verfolgt, die alle Erde verbrennt und damit unfruchtbar macht sowie keinen Regen zulässt, ohne den jede Lebensform nicht existieren kann (ich verusche mal es etwas literarischer zu formulieren) - gelten aber nicht als „politisch“ oder gar kriegerisch verfolgt. Auch gibt es den CO2-Flüchtling bislang nicht, obwohl das CO2 für den Klimawandel und die „gnadenlose Sonne“ die Ursache ist.

Es gibt also bislang keine UN-Konvention, die den CO2-/Klimaflüchtling anerkennt.

Es ist auch ein „lustiger(?!)“ Unterschied zwischen den beiden: der Kriegs- oder politische Flüchtling flieht aus dem Land, von dem die Bedrohung ausgeht - der Klimaflüchtling flüchtet in das Land/die Länder, von dem die Klimabedrohung ausgeht. Theoretisch ließe sich da ein (moralischer wie) juristischer Kodex ableiten. Aktuell ist das aber nach meine Kenntnisstandnicht der Fall.

„Klimaflüchtling“ ist kein anerkannter, (jurisitisch) genau definierter Begriff…

Oh, dann sollte die UN das schnell nachholen.

Aber immerhin gibt es bereits jetzt die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“, die ihr Land verlassen, um ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern und vor existenzbedrohender Armut, Hunger und Perspektivlosigkeit fliehen.

Diese Situation, in der sich diese Flüchtlinge befinden, und die wirtschaftliche schlechte Lage im Heimatland kann durchaus durch den Klimawandel entstanden sein oder zukünftig entstehen.

In der Regel wird dieser Begriff noch eher abwertend benutzt und diese „Arbeitsmigration“ sollte eigentlich eher ein geplanter Prozess sein, bei dem Menschen legal und gezielt in ein anderes Land ziehen können, um dort zu arbeiten und eine neue Chancen zum besseren Leben bekommen.

Es gibt da aber einen entscheidenden Unterschied. Bei vielen sog. „Wirtschaftsflüchtlingen“ könnte man - theoretisch - sagen, dass man die wirtschaftliche Lage des Landes nur verbessern müsste - es sich also vielleicht lohnt, die Energie in den Umbau von Misswitschaft zu erfolgreicher Wirtschaft zu stecken (was ein Grund wäre, dort zu bleiben, um das Problem vor Ort zu lösen, und somit dagegen spräche, sie woanders aufzunehmen, weil es dort „leichter“ ist).

Der Klimaflüchtling, der aus den bisher noch durch Wasser versorgten Gebieten der Sahara kommt, die aber wegen des Klimawandels nach und nach austrocknen, hat diese Möglichkeit i.d.R. nicht. Natürlich kann man es sich hier leicht machen, und wieder argumentieren, dass das ein lokales Problem des dortigen Landes ist. Es führt auf jeden Fall dazu, dass die Ressourcenengpässe in solchen Ländern deutlich zunehmen; man könnte also darauf warten, dass erst in der Region ein Krieg/Bürgerkrieg (mit unseren Waffenexporten :thinking: geführt wird, um sie dann als Kriegsflüchtlinge aufzunehmen Da sie aber selber nichts machen können, sind sie zu unterscheiden von den erwähnten Wirtschaftsflüchtlingen alter Lesart …

Nun kann man Angesichts der vielen, die das betrifft, mehr oder weniger schulterzuckend lamentieren, dass man vor dem Hintergrund rasant wachsender Anzahl von Menschen, die davon betroffen sind, nicht alle wird retten können - das mag zahlenmäßig stimmen, passt aber nicht zu dem moralischen Anstrich, den wir uns bei jeder Gelegenheit verpassen.

Und man sollte vor allem nicht vergessen, dass wir schnell mal einen Perspektivwechsel erleben könnten, denn Kanada und Island werden - wenn es eng wird - nicht jeden mehr aufnehmen.

So richtig die Aussage auch sein mag, daß wir vielleicht zu akzeptieren haben, dass es nun mal auch Verlierer gibt und wachsend geben wird - so richtig ist auch, dass dieses schulterzuckende Eingeständnis auch dann noch richtig ist, wenn es um unser eigenes Verlieren geht. Ich fürchte nur, dass wir dabei nicht gerade genauso schulterzuckend (oder gar mit der heiteren Gelassenheit reagieren werden, wie wir es jetzt tun… :frowning:

Genau dieser Unterschied zwischen Eigenwahrnehmung und Fremwahrnehmung ist es denn auch, der den seine Ressourcen verteidigende und den die Ressourcen fremdbeanspruchende dann zu Aggressionen bis hin zum blutigen Krieg greifen lässt - die aus ihrer inneren Logik resultierende vermeintliche hervorgehoben Stellung der eigene Existenz gegenüber der anderen Existenz.

Die sich anbahnenden Verteilungskriege als Folge der Ressourcenverknappung sind so gesehen nur eine Frage der Zeit. Und kein rationales Argument kann daran etwas ändern. Und - wie es aussieht - auch nicht die intellektuelle Voraussicht, die u.a. die Wissenschaft dazu befähigt, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen und sogar Lösungen dafür anzubieten, wird nicht ausreichen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um daran etwas zu verändern.

Deswegen will Trump es haben …

Er selbst vielleicht gar nicht so unbedingt, aber für die Tech-Oligarchen, und die Ölindustrie die ihn unterstützen, ist es vermutlich wegen der Rohstoffe in der Arktis interessant.

ja. Die Kanadier warten im Klimakrisenfall auf Leute wie Dich.

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Ja natürlich, um unsere

Falls aus unserer Demokratie demnächst eine Oligarchie wird, bleiben die Waffen aber da und schützen dann wen vor wem?

Zumindest kann man sich damit Vorteile im Kampf um die bewohnbaren Plätze auf der Erde schaffen.

Das spricht aber natürlich die Zielgruppe der Klimaschützer nicht an, die die Welt als ein „Globales Dorf“ betrachten. Um sie auch von der Aufrüstung zu überzeugen, muss es halt ein Kampf für die „weltweite Demokratie“ sein.

Die Frage ist berechtigt - das gehört zum „Restrisiko“, und man muss sich „nur“ noch die Frage stellen, wie hoch man dieses Risiko im Vergleich zu den anderen Varianten und deren Restrisiken einschätzt.

Ist das so im „selbstlosen“ Sinne - wahrscheinlich nicht, sondern eher aus der vermeintlichen oder tatsächlichen Erkenntnis, dass die (eigene) Demokratie am besten gedeihen kann, wenn sie selbst von Demokratien umgeben ist (idealerweise weltweiit, was wir aber sehr wahrscheinlich nicht mehr erleben werden). Hier sei auf die Aussage, die ich hier scho mal irgendwo gelesen habe, dass es eher selten ist, das zwei Staaten, die beide Demokratien sind, gegeneinander Krieg führen…

Es ist natürlich kritisch zu hinterfragen, ob das mit dem „globalen Dorf“ kein „Fang- und damit Schein“-argument ist. Schließlich ist der Mensch vom Konstrukt seiner Anlagen kein Pazifist, der in ein globales Dorf hineingeboren wird.

Das ist wohl eher eine vermeintliche Erkenntnis.

Das kann im Zuge der Klimakrise möglicherweise anders werden.

Eher das Argument mit der Demokratie, um die Befürworter des „Globalen Dorfs“ zu täuschen?

Das ist im Konjunktiv beides richtig - in der Vergangenheit war das aber durchaus so wie beschrieben. Seit z.B. Polen als Nachbarn nicht nur von diktatorisch geführten Warschauer-Pakt-Staaten umgeben ist, ist es mit Wirtschaft aber auch mit der politisch motivierten Sicherheit statistisch gesehen deutlich besser geworden. Was gerade in Verbindung mit den Konflikten wegen der schwindenden Ressourcen in der Tat nicht zwingend so bleiben muss, waren wahrscheinlich trotzdem noch eher Chancen hat, als als Vasalllenstaat auf die Forderung des Stärkeren auf die Ressourcenfrodernungen gezwungenermaßen eingehen zu müssen.

Wohl beides :thinking:

Schützt eine Demokratie davor, auf die Forderungen von Stärkeren einzugehen? Ich bin mir da nicht so sicher. Gerade, wenn es um Ressourcen und Landbesitz geht, spielt Geld oft eine große Rolle. Der Stärkere wäre dann also der mit dem Geld und dem Einfluss.

Ich habe mich in diesem Forum ja schon oft genug als eingefleischter Gegner der CDU offenbart.
Aber Dein blauäugiger Appell an das klimapolitische Gewissen der SPD …
Hier in Niedersachsen regieren SPD und Grüne.
HAZ (unsere örtliche Tageszeitung) von heute auf Seite 1:

„MP Olaf Lies (SPD) ist bereit, das deutsche Klimaziel zugunsten von Arbeitsplätzen zu verschieben.“

Wobei ja nicht die bloße Verschiebung eines Zieldatums das Problematische wäre, sondern die daraus abgeleitete Aufhebung / Streckung / Verschiebung von konkreten Klimaschutzmaßnahmen.
Natürlich (Gott sei Dank) hat der grüne Umweltminister Christian Meyer sofort und öffentlich dagegen gehalten: „kommt für uns Grüne überhaupt nicht in Frage.“ Und dabei speziell auf die bereits eingetretenen auch massiven wirtschaftlichen Schäden des Klimawandels hingewiesen.
Da bahnt sich also ein schwerer Koalitionskonflikt an (—> Abstimmungsverhalten im Bundesrat).
Und dieser Konflikt mit einer SPD, die in einer Koalition mit uns Grünen von ihrer „janusköpfigen“ Seele bisher meist die „bessere“, umweltfreundliche Seite gezeigt hat. Mit der CDU zusammen konnten die Genossen/innen dann meist auch schnell ganz anders.
Zeigt mir, dass die SPD-Führung inzwischen so verzweifelt ist, dass sie auf Klima- und Umweltschutz nur noch wenig Wert legt. Die Wähler/innen, die so „ticken“ sind eh’ inzwischen an die Grünen verloren. Also klammert man sich an die klassischen Kernwähler aus der Industriearbeiterschaft, denen die kurzfristige Sicht auf den eigenen Arbeitsplatz den Blick für die bereits mittel- (nicht erst lang-)fristige Gefährdung genau dieses Arbeitsplatzes durch ein dumpfes „Weiter-so“ zu Lasten des Klimaschutzes verstellt.
Was das für das Innenleben zahlreicher Sozialdemokraten/innen an der Basis bedeutet, kann ich mir unschwer vorstellen. Die werden erneut in schwere Gewissenskonflikte gestürzt werden. Und ob’s der SPD im Ergebnis politisch hilft, ist alles Andere als ausgemacht. Klar, die Unternehmerverbände haben sofort lauthals zugestimmt. Aber deren Mitglieder zählen ja auch nicht unbedingt zur verlässlichen Stammwählerschaft der SPD. Bei den Gewerkschaften ein sehr geteiltes Bild. Je nach direkter Betroffenheit.
Aber was sollten wir Grünen in Niedersachsen denn machen, wenn’s denn tatsächlich - vielleicht auch erst bei / nach der kommenden LT-Wahl (regulär Herbst 2027) - zum Bruch käme? Dann mit der CDU? Falls es von den Mandaten her rechnerisch überhaupt reichen würde (?).Dabei kämen wir doch nicht nur klima- und umweltpolitisch quasi „vom Regen in die Jauche“ (die CDU-Opposition im LT hat natürlich auch jetzt den Vorschlägen von Lies sofort Beifall geklatscht).
Und bei kommenden Koalitionsverhandlungen kann ich mir jetzt schon lebhaft vorstellen, wie die SPD gerade bei „grünen“ Themen uns in Konkurrenz um die Gunst der CDU gnadenlos unterbieten wird. Mindestens, um so unsere Verhandlungsposition taktisch zu schwächen. Was sie dann - falls sie den „Beauty Contest“ gegen uns in den Augen der CDU verlieren sollte - nicht davon abhalten wird, uns gnadenlos „Verrat an den grünen Zielen“ vorzuhalten.
Auf so einen ruinösen politischen Unterbietungswettbewerb sollten wir uns daher gar nicht erst einlassen. Dann lieber erhobenen Hauptes in die Opposition und rot-schwarz (vermutlich eher schwarz-rot) das Regieren überlassen. In der realistischen Erwartung, die fortschreitende Klimakatastrophe wird von ganz allein dafür sorgen, dass die Zahl der Wähler/innen, die grüne Klimaschutz-Ziele und Klimawandel-Anpassungsforderungen in’s Zentrum ihrer Wahlentscheidungen stellen, stetig wachsen wird. Und wir dann im ganzen Land (und nicht nur, wie jetzt schon in Hannover) zur führenden politischen Kraft werden.