Der negative Einfluss der asozialen Medien auf die Menschheit

Das finde ich einen ziemlichen Hammer, was für eine Rechnung du hier aufmachst: Also der negative Effekt von Instagram auf die Gesundheit von jungen Mädchen ist nachgewiesen. Sogar von Betreiber selber (der es dann ignoriert und geheimgehalten hat). Aber von irgend einem positiver Effekt für Übergewichtige habe ich noch nie gehört!

Und wenn: du würdest also Bulimie und Depressionen bei Mädchen als „Nebenwirkung“ von Instagram in Kauf nehmen, weil es ja Übergewichtigen hilft? Bei keinem Medikament und keiner Behandlungsmethode für Krankheiten wäre das ethisch vertretbar! Das ist kein Thema für Witze

Wenn du dieses Thema Bulemie vs. Übergewicht wirklich weiter verfolgen willst, dann lass uns das in ein eigenes Thema in Philosophie verschieben. Im Prinzip redest du hier über eine Variante des Trolley-Problems.

Nun, was erwartest du, wenn jeder genau das zu lesen bekommt und nur das, was er hören will? Und das vollautomatisch und ständig optimiert?

Das ist doch der Kern, dessen was ich zu vermitteln versuche: Diese Algorithmen von Facebook und Instagram und YouTube sind nur dafür designt, daß du so lange und so oft wir möglich dort bist und bleibst. Und als Nebenwirkung spalten sie unsere Gesellschaft.

.. bitte TikTok nicht vergessen, .. die Reichweite ist noch viel extremer

.. doch im privaten Umfeld gibt es einige, die sich mit den richtigen ‚Influencern‘ auf einen positiven Weg begeben haben, .. aber es ist halt nur ein kleiner Bruchteil, der sich bei insta mit gesunder ausgewogener ernährung beschäfftigt und das ganze dann auch noch positiv rüberbringt - so dass sich viele angesprochen fühlen ..

.. aber es ist eben nicht nur negativ, es gibt auch positives ..

.. egal zu welchem bereich - ob nun politik, Ernährung, .. klar kann man den menschen hier auch zu etwas anderm mitreißen, .. nur mit Ehrlichkeit alleine funktioniert es eben nicht - weil die wahrheit tut oft sehr weh - man muss positives ausstrahen und die Hürden erläutern - sachlich - und dann erreicht man auch eine Masse, aber nur mit Ehrlichkeit punktet man leider nicht ..

Natürlich nicht nur mit Ehrlichkeit, aber wenn sie fehlt, rächt sich das auch irgendwann.
Auch wenn die Menschen Vieles nicht durchblicken, strafen sie erwiesene Unehrlichkeit auch ab, sobald ihnen jemand eine Alternative bietet. Die besagte Partei hat sich nicht umsonst so genannt.

Annektdotische Evidenz ist leider irrelevant. Siehe homoeopathie

Außerdem nochmal: Jedes Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel, das beim Abnehmen hilft aber bei anderen Leuten zu Bulimie führt würde zu recht verboten! Nehmen wir etwa die Verkehrstoten im Kauf mit der Begründung, das ja Krankenwagen viele Leben retten? Nein es wird seit Jahrzehnten daran gearbeitet, daß die Zahl der Verkehrstoten sinkt (tut sie ja auch).

Ich finde eure Logik sehr bedenklich.

Und: Ihr lenkt wieder und wieder von der zersetzenden Wirkung der Algorithmen von Facebook, YouTube und Instagram ab. Vermutlich weil ich mich nicht verständlich machen kann? Schade.

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genau da ist der ‚kleine‘ Fehler, es geht eben nicht um Nahrungsergänzungsmittel .. es geht um eine ausgewogene ernährung mit täglichen routinen und das ganze kombiniert mit einem mindestmass an bewegung .. und in solchen gemeinschaften entsteht eine positive gruppendynamik .. und es richtet sich eben nicht nur an übergewichtige, sondern eine ausgewogene ernährung mit einem angepassten, nicht übertriebenen drang zu bewegung hilft auch den untergeichtigen ..

.. und nur weil man seine ganz persönliche Meinung fett gedruckt wiederholt, wird daraus nicht die Wahrheit für alle .. .. sonst muss man da schon mal an anderen Stellen auch anfangen - jedes Arzneimittel hat Nebenwirkungen, .. jede Art von Nahrung kann Intolleranzen, Blähungen oder Allergieen auslösen .. .. also verbietet man generell medikament und Essen und Trinken gleich mit, weil es könnte ja einer dabei sein, der es nicht verträgt? .. eine sehr eindimensionale Denkweise ..

.. man muss aus seine Mitmenschen achten - ob nun im realen Leben oder in der schönen virtuellen Welt im Netz, aber mit Verboten kommt man nicht weit .. vielleicht hängt der Mythos der ‚Verbotspartei‘ doch ganz begründet den ‚Grünen‘ an ..
..

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All das was du schreibst könnte man aber auch ohne die negativen Effekte haben, oder?

Es geht ja nicht darum das Internet zu verbieten. Es wäre ein leichtes z.B. in diesem Discourse eine geschlossene Selbsthilfegruppe für Übergewicht einzurichten.

Also: Rechtfertigen ein paar Vorteile wirklich die Nachteile dieser Quasi-Monopol-Plattformen für unsere Gesellschaft?

Nein, .. wo Licht ist, ist auch immer Schatten .. man muss nur lernen damit umzugehen!

Vom Iternet hattes du auch nicht geschrieben, du hast explizit ein Verbot von Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel angesprochen, und genau dagegen haben ich argiumentiert .. also nicht wieder das eine Thema mit dem anderen vermischen!

.. da jeder Mensch, ein individuell denkendes und meiner Meinung nach auch selbst bestimmtes Wesen ist, .. hat jeder Mensch die freie Wahl, ob er sich in sozialen medien bewegt oder nicht - daher hat jeder für sich selbst erst mal die Verantwortung. Wenn Aussenstehenden dann auffällt, das es einem mit der Situation nicht gut geht - spreche ich den jeweiligen Menschen auch daruf an, aber ich würde das ganze eben nie über Verbote regeln wollen, .. den das verbotene ist für beeinflußbare Menschen oft noch viel reizvoller ..

Das ist doch Unsinn. Algorithmen (und dazu zählen auch neuronale Netze) werden von Menschen geschrieben. Es ist selbstverständlich möglich ein soziales Netzwerk auch ohne die aktuellen Verfahren zu bauen! Das hat nichts mit „Licht und Schatten“ zu tun.

Das ist ungefähr die gleiche Argumentation, als ob man sagen würde: Das Laster ab und zu beim Rechtsabbiegen Radfahrer platt machen - da muss man lernen damit umzugehen. Laster bewirken ja auch viel gutes. Die Realität sieht aber so aus: Ab 2024 neue Mitwirkungspflichten für LKW-Fahrer | trans.info

.. das ist der Unterschied, .. wer alles nur aus der Sichtweise eines Informatikers sieht, .. sieht evtl. den Mensch als Individum nicht wirklich, .. das Leben besteht für ganz viele Menschen nicht nur aus logischen Algorithmen .. das Leben ist komplexer .. es gibt mehr Ziffern als nur 1 und 0 :wink:

.. und wieder der abstrakte Vergleich, für technische Probleme wird es immer technische Lösungen geben können, .. für soziale Probleme muss man auch soziale Lösungen finden, .. ein soziales Problem nur technisch lösen zu wollen stellt sich meiner Meinung nach als unrealistisch dar, da eben der Mensch individuell und nicht immer ganz logisch reagiert ..

Besser wäre, wenn sie nicht geschlossen wäre, so dass auch Leute, die kein Übergewicht haben, dort mit diskutieren können, also einfach einen thread.

Leider ist es in den anderen Portalen oft so, dass die Leute wirklich gute Ratschläge geben, die aber zum Teil ohne die Nahrungsergänzungsmittel, für die sie werben, kaum umsetzbar sind.
Da zu differenzieren ist eine echte Herausfordung.

klar, .. es ist nicht immer ganz einfach .. aber etwas Selbstverantwortung müssen wir jedem Menschen auch noch zutrauen .. ..

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Die obigen Aussagen sind völlig unabhängig von SM. Ich hatte sogar geschrieben

Mir geht es ganz allgemein darum, dass man die Tabuisierung von fat shaming nicht mit ein paar Promille zusätzlichen Bulimiepatienten begründen sollte.

Über die Algos von FB und Insta kann ich nichts sagen, dort halte ich mich nicht auf. Dafür umso mehr auf YT. Und ja, der YT-Algo funktioniert, wie Du sagst. Das ist aber zunächst mal neutral zu bewerten.

Ich schaue auf YT nur qualitativ hochwertige Kanäle. In der Folge sind in der Vorschlagsliste fast nur qualitativ hochwertige videos. Ich befinde mich also in meiner selbstgeschaffenen Qualitätsblase.

Wenn da mal Müll vorgeschlagen wird, erkenne ich meistens auch, warum der da reingerutscht ist. Der Algo ist nämlich ziemlich einfach gestrickt. Beispiel: Da ich mich für ‚Energie‘ interessiere, tauchen da gelegentlich sowas wie cold fusion oder Thoriumreaktoren auf.

Anders gesagt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Wir sollten daher eine Lösung suchen, die nicht das Kind mit dem Bade ausschüttet.

Dafür wäre es hilfreich, sich bei der Lösungsfindung mal vorzustellen, dass FB und Google gemeinnützige Organisationen wären und folglich keine Mrd-Gewinne machten. Sonst wird nämlich die Lösung insbesondere bei der linken Hälfte der Grünen durch die dort allgegenwärtige Kapitalismuskritik fehlgeleitet.

Das gefällt mir. Denn darum geht es mir ja: Hier haben wir eine Technische Lösung, die ein soziales Problem verursacht.
Dies besteht darin, das Facebook systematisch und millionenfach Menschen in „Filterblasen“ trennt, die sich dann selbst verstärken. Oder anders gesagt: Facebook fördert Radikalisierung in alle Richtungen: Rechte, Linke, Covidioten, Demokraten, Republikaner, you name it.

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Das verstehe ich nicht ganz, was ist dein Vorschlag?

Erstmal einige Antworten auf Nebenthemen:
Fatshaming: Sehr schlechte Idee, angesichts der umfangreichen Forschung über Adipositas, ihre Ursachen, Verlauf und Behandlung. Könnte ein eigener Thread werden, aber das würde viel Arbeit und viel Lesen bedeuten. Die meisten tragen ziemlich viele falsche Annahmen über das Thema mit sich rum. Ich such bei Gelegenheit mal ein review raus, in der Hoffnung, dass so das Thema informiert, sachlich und respektvoll diskutiert werden kann.
Psychoanalyse: Als Richtlinientherapieverfahren hat sie ihre Wirksamkeit nachweisen müssen. Manche Annahmen von Freud sind nachgewiesenermaßen widerlegt, andere haben zu Recht auch Eingang in andere Therapieschulen gefunden.
Kaffee: Erzeugt eine Gewöhnung und kann als Droge angesehen werden, aber nicht über das Dopaminsystem. Ziemlich komplexe Wirkungen, teils vorteilhaft, teils schädlich.

So, jetzt das Thema soziale Medien
Ja, die sozialen Medien (mit jeweils unterschiedlichen sozialen Wirkungen) haben z.T. einen erheblichen, nachgewiesenen negativen Einfluss. Manchmal ist aber bei den Berichten darüber auch etwas Kritihype am Werke, und manche Auswirkungen sind eine Verstärkung von vorbestehenden Machtverhältnissen und Marktmechanismen.

Ich denke, es lohnt sich, verschiedene Themenbereiche abzugrenzen:

Da sind Gefahren für bestimmte, oft vulnerable Personengruppen. Beispiele sind Ratschläge für anorektische Jugendliche, wie sie Kalorien sparen können (damit hatte ich auf der psychiatrischen Jugendstation zu tun), Zugang zu Pornographie und Gewalt für Kinder (damit hatte ich im Jugendtreff zu tun), oder auch Angebote, die einsame oder anderweitig vulnerable Menschen in düstere Phantasiewelten abdriften lassen.
Es gibt einige Forscher, die in den sozialen Medien die Ursache für einen Anstieg von psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen sehen. So klar kann ich dem nicht folgen. Es ist imo eine Interaktion zwischen der realen Lebenssituation und der auch realen veränderten Lebenswirklichkeit mit den sozialen Medien. Eine so präsente Technologie hat viele Folgen.

Dann ist der Punkt mit den Algorithmen: Dass einige Medien die Tendenz haben, extreme Inhalte anzubieten, weil das clicks generiert, ist nachgewiesen. Davon sind nicht alle gleichermaßen betroffen und die Empfehlungen sind nicht gleichermaßen schädlich. Aber für eine erhebliche Anzahl spielt es eine Rolle bei der Radikalisierung oder der Weltflucht.
Der Zusammenhang der Algorithmen mit der Aufmerksamkeitsökonomie: Die (oft nicht bewusst gewählte) online-Zeit ist erheblich gestiegen. Das hat besonders negative Auswirkungen auf vulnerable Gruppen wie einsame Menschen oder Kinder/Jugendliche. Oft steht es in Konkurrenz zu notwendigen realen (sozialen) Erfahrungen und verändert deren Qualität.

Dann sind da die Folgen für Politik, Gesellschaft und Demokratie:
Der Trend der Polarisierung, der auch analog besteht, setzt sich fort, und er kann erheblich verstärkt werden. In den USA noch wesentlich stärker als hier.
Eine gemeinsame Weltsicht aller gesellschaftlichen Gruppen gab es auch früher schon nicht, aber die Abgrenzung scheint mir schärfer geworden zu sein, es scheint weniger eine gemeinsame Basis für Fakten zu geben, und die Gruppierungen spalten sich weiter auf (Tribalismus). Das ist einerseits ein Ergebnis einer differenzierteren Industriegesellschaft mit weniger Austausch zwischen den Gruppen, also nicht nur den sozialen Medien zuzuschreiben. Aber es wird offenbar durch die sozialen Medien verstärkt, da eine geteilte Kommunikationsplattform fehlt und viel Meinungsbildung in Blasen stattfindet.

Kadaver: Die Vereinnahmung von menschlichen Gefühlen, Bedürfnissen, Wünschen, Beziehungen und deren Ausdruck zu kommerziellen Zwecken ist wesentlich für den Kapitalismus, wie er sich im letzten Jahrhundert entwickelt hat. Das umgibt uns überall, und es ist kaum möglich, sich dem zu entziehen. Durch maßgeschneiderte Werbung, die aufgrund der Daten und ihrer Verbindung möglich ist, scheint sich dies nun noch näher an uns heranzuschmiegen, für viele fast wie eine zweite Haut. Und viele Inhalte im Netz sind hybrid, Werbung ist oft schwer zu erkennen oder sehr gut eingepackt.
Ich denke, die meisten hier im Forum sind kaum noch die Zielgruppe für diese Art von Werbung bzw. Gehirnwäsche. Betroffen sind vor allem junge Leute, die formbaren Konsumenten der Zukunft. Hier sehe ich eine der ganz großen Gefahren der sozialen Medien: Viele junge Leute werden so beeinflusst, dass sich das im Gehirn dauerhaft ḱonsolidiert, und sie halten das, was sie über die sozialen Medien tagtäglich erfahren, für die Normalität: Die Art, wie sie Gefühle verstehen, Beziehungen eingehen, oder welche Ziele und Werte sie entwickeln. Wenn jetzt noch KIs als „Freunde“ eingebunden werden, sind sie imo zusätzlich hochgradig gefährdet.
(edit: geschrieben, bevor ich jetzt den Artikel von Shoshana Zuboff gelesen habe. Ich stimme ihr in vielem zu)

Andererseits: Soziale Medien haben die Möglichkeiten, Beziehungen trotz Entfernung aufrecht zu erhalten oder Gleichgesinnte zu finden, wesentlich verbessert. Signal-Nachrichten mit meinen Kindern oder meinem Bruder sind für mich unendlich wichtig, und auch meine gesellschaftliche Teilhabe wäre ohne verschiedene Medien quasi null.
Das geht auch anderen so. (Vielleicht haben auch viele von denen, die sich im Netz so äußern, dass man sich abwenden möchte, sonst gar keine andere Möglichkeit, gehört zu werden, und man sieht, dass sie es nicht gewohnt sind.)
Umso wichtiger ist es, dass die sozialen Medien so funktionieren, dass sie nicht schaden.

Man könnte die Verbreitung der online-Kommunikation vergleichen mit der Verbreitung des Autos: Es verändert die Art, wie wir leben, den gesamten Alltag. Es gibt Gefahren für bestimmte Gruppen (die Unfallzahlen waren einige Jahrzehnte lang riesig, und dabei besonders viele Kinder), und die Infrastruktur für bestimmte menschliche Tätigkeiten ändert sich fundamental.
Wir sollten es diesmal besser machen.

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Dann begründe es halt damit, dass jeder Mensch allein entscheiden darf, ob er sich für etwas schämt oder nicht, und niemanden braucht, der ihn öffentlich dazu auffordert.

Dass Meta und Google Mrd-Gewinne machen, führt bei Linken ganz schnell zu ‚verbieten!‘.
Es wurde aber bereits von mehreren hier angeführt, dass SM auch zahlreiche positive Seiten haben, für die es bislang keinen Ersatz gibt. Über Insta werden Spenden für die Ukraine organisiert, über FB Angehörige nach Erdbeben gesucht und ich persönlich finde meine besten Informationsquellen auf YT.

Deshalb sollte wir mal die Kapitalismuskritik ausblenden und gezielt überlegen, wie SM ohne schädliche Nebenwirkungen aussehen könnte.

Ich leg mal vor:

  • bei YT schärfere Regeln für clickbait thumbnails
  • autoplay nur für playlists