Der negative Einfluss der asozialen Medien auf die Menschheit

Ok - ich weiß schon: „wer nicht genießt, ist ungenießbar“…
Anderseits: genau da kriegt man uns auf sozialen Medien - suggeriert wird wahrscheinlich eher nicht, das „gesunde Maß keinesfalls zu verlassen, sondern eher so was wie - wenn du es haben willst, nimm es Dir einfach“ …

Tja, seit Generationen spielte es keine Rolle, z.B. die Kloake einfach im Fluss zu entsorgen - das ging so lange gut, so lange genügend wenig Menschen genügend wenig Abfall auf diese Weise entsorgt haben - die Zeiten haben sich aber seit ca. 100 Jahren leider dramatisch geändert - je mehr Menschen immer mehr das Maß nach oben verschieben - ist die Bilanz negativ…
Maß halten ist also schon lange keine Frage mehr, die nur das einzelne Individuum betrifft und völlig autonom auf dieser Ebene getroffen werden kann (z.B. Fleischkonsum und alle Probleme, die da als Rattenschwanz hinten dran hängen) - inzwischen sind wir in vielen Fällen so weit, dass Maß halten auch eine Frage der Kalkulation sein muss: was, wenn alle so viel davon (je nachdem, um welche Produktgruppe es sich gerade handelt) konsummieren wie man selber - das ist aber nicht per se im Fundus der meisten (auch wenn ich da leider keine Statistik dazu habe :frowning:

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Die gibt es tatsächlich, aber ich bin das nicht.

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Nein, hat es nicht. Das ist eine totale Verharmlosung dessen, was man den Elefanten antut. Und ich finde es in Ordnung, dass sie sich auf mein Kauf- bzw. Surfverhalten beschränken und den Rest (Gehirn, Herz usw.) nicht beachten.

So ein Blödsinn. Niemand entreißt mir irgendetwas. Es ist ein Geschäft, ich bezahle mit Daten, dafür nutze ich das entsprechende Internet-Angebot. Niemand zwingt mich dazu, Ich habe die Wahl, die Elefanten haben keine Wahl.

Da will sich jemand mit so einem Schmarrn wichtig machen.

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Mit sozialen Gründen meint ich eher, einen Kaffee in Gesellschaft zu trinken, wenn ich die Rauchergrüppchen vor lokalen sehe, finde ich es immer schade, dass ich nicht rauche (das ist mir wirklich zu schädlich), solche Sachen, keine Beeinflussung durch soziale Medien.

Das ging noch nie gut. Woher kamen die vielen Seuchen wohl? Man wusste es nicht besser. Erst der Arzt John Snow ging der Sache auf den Grund. Aus dem Spiegel:

Mit dieser Entdeckung sollte er Medizingeschichte schreiben: Snow zweifelte an den Miasmen und vermutete eine Übertragung der Cholera durch Wasser. Um das zu beweisen, verzeichnete er nach einem Ausbruch der Seuche im Jahr 1845 erstmals alle Todesfälle präzise auf einer Karte der Stadt. Das eindeutige Muster: Die Krankheit war gehäuft im Umkreis einer öffentlichen Wasserpumpe aufgetreten, ein starkes Indiz für Snows Theorie.

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Ich verstehe, was Du meinst - es geht letztlich um „soziale Teilhabe“ - da kann das Rauchen genauso ein Türöffner sein wie die der Kaffee - das hat auch gewisse Sogwirkung (bei mir z.B. ist die Versuchung groß, wenn ich eine Gruppe von Menschen beim Freiluftschach zusehe, dort einzusteigen - was zwar zunächst noch harmloser als Kaffee oder Rauchen klingt, bbirgt bei mir aber ein hohes Risiko, mich für Tage völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen - auf Dauer für mich also schädlich) - ergo spüre ich zwar die Sogwirkung - halte mich aber genau deswegen tunlichst fern…
Soziale Medien vermitteln scheinbar ebenso ein „Gefühl“ dieser Teilhabe (zumindest, wenn ich meinen Kindern glauben schenken darf) - und auch sie bergen das Risiko dieser Sogwirkung (die von Sucht nicht weit entfernt ist) - ich kann mir gut vorstellen, das darin auch die Gefahr der Manipulation lauert - zugegeben, spekulativ, weil ich selbst bislang damit wenig Erfahrung habe, und diese Phänomene nur aus der Beobachtung/Diskussion mit meinen Kinder kenne…

Mit Kloake meinte ich nicht nur die menschlichen Exkremente - sondern alles mögliche, was wir derzeit insbesondere unseren Flüssen und Meeren zumuten…

Ein Beispiel hierfür sind die im Rhein landenden Schwermetalle
Diese sind - in wirklich sehr kleinen Dosen nicht nur ungefährlich regenerierbar, sondern z.T. in sehr geringer Dosierung sogar notwendig - aber wenn eben zu viele dieser Stoffe als Industriekloake eingeleitet werden, dann „überfordert“ dies die Organismen entlang des Rheins - überdies - das haben die letzten Mio Jahre gezeigt - reicht der natürliche Eintrag völlig aus - nun kommt der Mensch mit seinen Industrieprozessen, definiert dazu (sehr wahrscheinlich zu hohe) Grenzwerte - und kann nicht einmal die einhalten, da er sich in dubio lieber für Dinge wie günstien Konsum, Arbeitsplätze, Konkurrenzfähigkeit, etc. entscheidet…
All das wäre kein Problem, wenn nicht Millionen Tonnen von Edelstahl produziert werden (müssten???), sondern nur ein paar wenige Tonnen entlang des Rheins zusätzlich zum natürlichen Eintrag produziert würden…

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Dann ist es für dich in Ordnung, wenn in Zukunft dein Surfverhalten, deinen Kreditscore bestimmt oder die Frage ob eine Versicherung für X oder Y bekommst und zu welchem Preis du Sie bekommst?

Bevor du mich jetzt der Verschwörung oder Phantasterei beschuldigst: Versicherungen: Fitness-Kontrolle per App – Deutsches Ärzteblatt

Ja, das ist nicht Facebook - aber das gleiche Prinzip: Überwachung zu Geld machen.

Nein, weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Wenn aber z.B. die Prämie der KfZ-Haftpflichtversicherung an meinem Fahrverhalten gemessen wird. geht das in Ordnung.

Und wenn meine Krankenversicherung mir einen Bonus gewährt, dafür das ich mich jeden Tag bewege, wäre das auch überlegenswert.

Fallen Vorsorgeuntersuchungen auch darunter? Meine Zahnversicherung verspricht mir höhere Zusätze zum Zahnersatz, wenn ich jedes Jahr zu Vorsorge gehe. Das ist auch eine Form von Überwachung, die ich ausdrücklich begrüße.

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Bei der Krankenkasse, finde ich muss man das differenzieren - die gesetzlichen Kassen fussen immer noch auf dem Gedanken der Solidarität - das bedeutet, dass der einzelne - wenn überhaupt - sich nur in sehr geringem Maße einen persönlichen Vorteil verschaffen können darf, da es damit den gemeinsamen Boden der Solidarität zu Gunsten des Individuums verlässt - bei den privaten ist das anders - hier wird jedes Individuum nach seinen zutiefst privaten Verhalten/Gesundheit durchleuchtet, und darauf fussend, eine Risikobetrachtung angestellt, die der Kasse noch genügend Gewinnspieltraum lässt…
Die sozialen Medien nun sind - gefühlt - ein „Sonderfall“, da auf der subjektiven Ebene der Interaktion mit den anderen Teilnehmern der Eindruck entsteht, dass es sich hierbei um eine Solidargemeinschaft handeln könnte - man tauscht sich aus, erweitert gegenseitig die Horizonte, hilft sich gar untereinander durch gemeinsame Aktionen… aber der Organisator des Ganzen ist daran 0 interessiert - dem geht es ausschließlich um Profitmaximierung (das wäre so ähnlich, als würdest Du als Admin unsere Daten auswerten und höchstbietend weiterverkaufen, während wir hier nur an einem konstruktiven Austausch interessiert sind)
Ich finde es daher wichtig, sich den Perspektivwechsel vor Augen zu führen, und daraus für sich selbst die angemessenen Schlüsse zu ziehen… Für mich ist die Konsequenz, diese Medien zu meiden (ausser diesem Forum, weil ich fest davon überzeugt bin, dass Du meine Daten nicht sammelst und verkaufst, auch wenn es dazu keine rechtlich verbindlichen Aussagen gibt - für mich übrigens ein Grund mehr, einen Trägerverein zu haben, der das rechtlich ausschließt :slight_smile:

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Daraus sollte man glaube ich ein eigenes Thema machen. Denn wo willst du damit aufhören? Sagen wir, wer zu fett ist sich zu bewegen zahlt mehr? Wie weist man nach, daß man sich „mehr bewegt“? Ein sehr komplexes Thema.

Lass uns hier lieber bei Themen wie Kreditwürdigkeit bleiben.

Etwas mehr fat shaming würde der Volksgesundheit jedenfalls ganz gut tun.

Die Banken haben schon immer ‚credit scoring‘ gemacht. Wie sonst willst Du systematisch das individuelle Kreditausfallrisiko bestimmen?
In den 70ern habe ich z.B. gelernt, dass ein Telefonsnschluss und ein Hund Deine Kreditwürdigkeit erhöhen.

18 Beiträge wurden in ein existierendes Thema verschoben: Adipositas: Eine Aufgabe nicht nur für das Gesundheitssystem

Ich glaube nicht das das der „Volksgesundheit gut tut“:

“Researchers have known for years that social media has a negative impact on how young women feel about themselves,” says Jennifer Mills is a professor of psychology at York University who has completed her own research on this topic. Mills originally pursued research on the impacts of social media because she says, “I was hearing patients and students talk about how they felt about social media, and the pressure they felt to look a certain way based on comparing themselves to what other people posted. I was hearing from clients with eating disorders that they would see pro-anorexia content in their feeds and felt compelled to follow those types of accounts, even when they knew that it was very bad for their health.

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Mal zurück zur Überschrift des Themas, .. da ich mich viel durch soziale Medien arbeite, ist es für mich viel erschreckender, wie sehr gerade das Hoch der AfD befeuert wird, .. da der Mensch ja leider gerne ‚Mitläufer‘ ist und leiber zu den ‚Gewinnern‘ zählt, befeuern die sozialen Medien nun dieses Hoch und leider habe ich das Gefühl, dass es da viel zu wenig Gegenwehr auf den (a)sozialen Kanälen gibt ..

Ist das so?

Ja leider, .. es gibt dazu aus dem ‚Fussball‘ ganz guite Studien, die meisten Fans haben meist - es gibt wenige Ausnahmen, die sich regional begründen - die Vereine, die die höheren Erfolgschancen haben ..

.. und selbst die Partei kann das ja statisch auswerten, die Neumitgliederanträge nehmen immer dann zu, wenn man politisch etwas Aufwind hat, wenn es holprig wird - nehmen die Austritte zu ..

Das ist interessant, weil es bei mir eher den umgekehrten Effekt hat, d.h. dass ich mich entspannt zurück lehnen kann, wenn alles gut läuft, und aktiv werden muss, wenn es schlecht läuft.

Diese Menschen sind leider Ausnahmen, .. ich handle selbst auch eher kontraproduktiv und äußere mich auch kritisch zu Themen, auch wenn es mir danach auf die Füsse fällt.

Kontraproduktiv? So würde ich das nicht sehen.
Wenn wir es schaffen, die Kritik anzunehmen und umzusetzen, verbessern sich auch die Umfragewerte wieder.

.. es ist nicht immer gut - in beruflicher Sicht - seine Meinung kund zu tun, man verliert dadurch Kunden und Aufträge .. für mich persönlich ist es mir wichtig - für mich selbst, aber halt ‚wirtschftlich‘ gesehen nicht immer ganz klug :slight_smile:

Ja, das stimmt, davon kann ich ein Lied singen.

Aber wenn du die These vertrittst, dass sie meisten Menschen Mitläufer sind, dann muss es doch möglich sein, dass sie bei den Ehrlichen mitlaufen. Sind diese ganzen Fake-Blasen wirklich alternativlos?