Der negative Einfluss der asozialen Medien auf die Menschheit

Mittlerweile habe ich gelernt, das nur sehr wenige Menschen meine extrem negative Einstellung zu asozialen Medien teilen. Da ich aber gern gegen Windmühlen kämpfe, möchte ich in diesem Thread Beispiele für die Auswirkungen sammeln und soweit möglich die jeweiligen Wirkmechanismen benennen.

Fangen wir mal hiermit an:

Despite recently electing Chile’s most progressive president in the shape of former student protest leader Gabriel Boric, voters in the country have now rejected his most important reform. A plebiscite held on September 4 to replace the constitution imposed during the dictatorship of Augusto Pinochet with a progressive new one led to a solid no vote. This has effectively halted Boric’s agenda for reform.

Also da wählen die Chilenen einen progressiven Präsidenten,
Stimmen in 2020 mit 78% für eine neue Verfassung.
Und entscheiden sich jetzt doch lieber die von Pinochet beizubehalten?
WTF?

Hier ein paar der Lügen, die über Twitter viral gingen:

Fearmongering and misinformation

Fake news became a defining feature of the “rechazo” campaign which, in turn, the mainstream Chilean media was more than happy to amplify for clicks and views. One such story, propagated by far-right politician Felipe Kast who Boric defeated in the 2021 election, claimed that abortions would be legalised for up to nine months into pregnancy.

Other “half-truths” circulating on TikTok, Instagram and Twitter were that private property would be expropriated, insurance funds could not be inherited, and that uniformed police would be abolished. An early 2022 survey found that 58% of Chileans had been exposed to some form of misinformation.

Neben der schnellen Verbreitung von Lügen durch asoziale Medien ist hier noch ein anderer Effekt benannt: Das nämlich die Zeitungen dazu neigen, über solche Gerüchte zu berichten. Wobei Sie natürlich nur über die Reichweite des Gerüchts berichten und es nicht als war hinstellen. Trotzdem steht es dann halt in der Zeitung. Das hat man ja auch hundertfach bei Trump erlebt.

Warum verbreiten sich solche absichtlich und gezielt erzeugten Lügen in diesen Plattformen so schnell: Sie sind sensationell und interessant und werden deshalb gern weiter erzählt. Und die Empfänger erhalten die Nachricht nicht von irgendwelchen leicht zu identifizierenden Gegnern der Reform. Würde jemand von euch eine Geschichte die er in der National Zeitung gelesen hat weitererzählen als ob diese wahr wäre?
Was ist wenn ein guter Freund euch die gleiche Nachricht schickt?

Wer eine Stunde Zeit hat kann sich auch dieses Video anschauen welches die Mechanismen gut zusammenfasst: Angriff auf die Demokratie

1 „Gefällt mir“

Das lässt Du besser bleiben :wink:

Von dem abgesehen bist Du mit Deiner Meinung über die Assozialen Medien nicht ganz alleine, zumindest ich sehe das ganz ähnlich.

1 „Gefällt mir“

Ich halte die asosialen Medien auch für recht gefährlich. Deren Macht gehört dringend durch Gesetze begrenzt. Einige asozialen Medien gehören sogar verboten. Der wir sind, was sehr gefährlich geworden ist, vom klassischen Datenkapitalismus(war auch schon sehr bedenklich) längst zum Datenmanipulationskapitalismus übergegangen. Dieser ist wegen der ganzen Fake News richtig Brandgefählich. Es handelt sich um eine regelechte Soziale Atombombe!

Denn der ganze Echoblasen und Troll- Wahnsinn gefährdet sämtliche Demokratien gleichzeitig im hohem Maße und hat schon sehr viel Schaden angerichtet. die Leute in der Bubble sind schon fast so unerreichbar wie Aluhüte. Und einige werden dadurch auch zu Aluhüten. Schluss mit der Massenproduktion von Aluhüten!

Der ganze Datenschnüffel- Wahn für werbezwecke gehört auch eingedämmt, da diese daten oft unerlaubt für andere sachen genutzt werden, die eigentlich niemand will, und wenn man das nicht will, kann man die meisten Webseiten nicht nutzen. Ich möchte zum Beispiel nicht mit legalen oder Illegalen Anbau von Gras in verbindug gebracht werden, nur wenn man mal ne Gewächshauslampe kaufen will, die wird ja auch für normales Gemüse benutzt. Je nachdem wie der Algorithmus das interpretiert, kommt viel Scheiße bis zur falschen Verdächtigung dabei raus.. Diese Werbe Cookies gehören weitgehend verboten.. Die sind auch in den asozialen Medien massenhaft vertreten.. Schon mal nachgeguckt.. Das können hunderte sein, selbst von krypischen Chinesischen Firmen. Und was geht die Chinesen an was ich kaufe wenn ich gar nicht in China kaufen will. gar nix. Im normalen Leben würde das als Massive Belästigung und Spionage gelten. Komischerweise ist das im Internet aber ganz normal.. das ärgert mich immer wieder, bestimmte Seiten nutze ich daher gar nicht mehr..

Und google weiß fast alles über alle leute im Internet. das ist ein Skandal. Fast jede seite hat den googleanalytics schnüffler drin..

Oh man, ich werde alt. Vor 20-30 Jahren konnte man noch auf El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha von Miguel de Cervantes anspielen ohne gleich als Blockiere der Energiewende abgestempelt zu werden :grin:

2 „Gefällt mir“

Sorry, dass ich auch hier einmische und widerspreche…
Ich finde sowohl die bislang aufgezeigte Analyse wie auch die daraus resultierenden Schlüsse für einseitig und auch für eher CSU-lastig…

Den Begriff „assoziale Medien“ halte ich dabei durchaus für gerechtfertigt!!

Aber was ist hier eigentlich das Problem? (gerade für eine Partei, die die Legalisierung von Canabis als Rauschmittel in die verantwortungsbewussten Hände der Konsumenten zu legen bereit ist).

Auf der einen Seite argumentieren wir also mit dem mündigen Bürger, der doch bitte seine Entscheidungen mit überwältigender Mehrheit eigenverantwortlich treffen können soll…

Auf der anderen Seite ist dieser angeblich mehrheitlich eigenverantwortliche mündige Bürger „schutzlos“ einem Medium und seinen Folgen ausgeliefert, dass wir hier mit Verboten oder Einschränkungen schützend reagieren müssen…

Warum gibt es Leute wie uns, die für sich in Anspruch nehmen, nicht den Manipulationsversuchen dieser Medien zu erliegen (was zugegeben erst einmal selbstkritisch nachgewiesen werden müsste :wink: - und - wenn dem tatsächlich so ist - warum gibt es davon scheinbar viel zu wenige?
Viel interessanter also als die Frage nach Verboten und Einschränkungen dieser Medien (die ich damit nicht prinzipiell infrage stelle!) ist also die andere Frage nach der (bildungs-?!)politischen Änderungen, die notwendig sind, um die Menschen flächendeckend imun gegenüber diesen manipulativen Verführungsversuchen zu machen - und ist das überhaupt gewollt, da das Risiko, der Bürger könnte dies auch dazu nutzen, deutlich effektiver auch die Regierungsarbeit betrachten und sich auch von Regierungen oder überhaupt politischer Partein und ihren "Heils"versprechen deutlich weniger verführen zu lassen (das ist so zugegeben erst einmal ebenfalls etwas, was es sorgfältig zu überprüfen gilt, sonst wäre es eher eine kleine Verschwörungstheorie :slight_smile:

In meiner Schulzeit galt (leider!!) immer noch „Widerspruch ist ein niederer Grad an Intelligenz“ - einem Sozialkundelehrer bzw. seinen Thesen zu hartnäckig zu widersprechen, hatte damals durchaus negative Konsequenzen - das ist heute zwar sicher etwas anders - ich habe aber von meinen Kindern trotz häufiger Nachfrage nicht gehört, dass Lehrer - zumindest jenseits der naturwissensachftlichen Fächer - zum inteligenten Widerspruch aufgefordert haben… (wie immer nicht repräsentativ!)
Hier müsste sich aus meiner Sicht dramatisch etwas ändern - (Voraussetzung dafür sind u.a. kleinere Klassenstärken - aber auch dafür fehlt der politische Wille)

Äh, das hier ist ein Diskussionsforum und keine Fernsehübertragung :-). Der ganze Sinn ist das man sich an Diskussionen beteiligt, und wenn man etwas beizutragen hat auch einmischt.

Uff - Tiefschlag. Jetzt bekomme ich es aber dick :slight_smile:

Die Fälle sind in keiner Weise vergleichbar:

  • Von Cannabis geht weder eine besondere Eigengefährdung noch eine Fremdgefährdung aus. Es gibt keinen gesellschaftlichen Grund, dieses Verbot zu rechtfertigen. Wir werden ja sehen, ob der Konsum harter Drogen nicht sogar zurückgeht, wenn Cannabis-Konsumenten keine Kontakt mehr mit Illegalen Dealern brauchen. (Off-Topic ich weis).
  • Die Asozialen Medien sind dagegen in mehrfacher Hinsicht für die Gesellschaft und die Demokratie gefährlich. Es geht aber nicht um die Plattformen an sich, sondern um die verwendeten Algorithmen. Mit Maschinengewehr durch die Innenstadt laufen ist für die meisten Menschen - in Europa - auch verboten. Und die Folgen, wenn man so etwas nicht verbietet können wir uns ja in den USA regelmäßig ansehen.

So viel zum Unterschied zwischen Cannabis und Facebook :slight_smile:

Das ist ein Fehlschluss: Ich nehme das nicht für mich in Anspruch. Man kann dem nur entgehen, wenn man sich gar nicht darauf einlässt (also wie ich z.B. Facebook nie aufruft) oder sich sehr konzentriert. Wie häufig hast du auf Youtube ein Video sehen wollen und hast mehrere angesehen? Mir passiert das in 50% der Fälle, trotz meines Wissens.

Der Kern der Gefahr ist gleichzeitig eines der Feature, das den Menschen gut gefällt, weil wir alle einen neben anderen Kognitiven Verzerrungen einen Confirmation Bias eingebaut haben. Das System lernt, dir die Meldungen anzuzeigen, auf die du mit größter Wahrscheinlichkeit drauf-klicken wirst. Selbst wenn du Dir dessen genau bewusst bist hast du auf YouTube z.B. den Drang eines dieser Videos auszuwählen.

Wenn jeder nur die Nachrichten sieht, die seinen Überzeugungen entsprechen und wenn das System dazu trainiert wurde, Dir immer extremer Nachrichten diese Typs anzuzeigen, dann driftet die Wahrnehmung der Wirklichkeit auseinander. Und das ist eine sehr große Gefahr für die Gesellschaft.

Es kann sein, das unser Kinder oder Kindeskinder irgendwann gebildet genug sind da nicht mehr drauf zu klicken. Dann werden sie aber vermutlich gleich eine andere Plattform verwenden. Denn der Drang zu diesem Klick ist bei uns eingebaut.

Tja, dann sind wir Anhänger der gleichen Verschwörungstheorie. :slight_smile: Jedenfalls scheint mir das auch in unserer Partei die offene Diskussion der Mitglieder weniger geschätzt wird als unsere Anwesenheit an Wahlkampfständen. Oder wie war das mit dem Offiziellen Forum?

@WitzelJo

Ich übe schon einmal für meine Zeit als Madatsträger - auch wenn ich weiß, das das nie geschehen wird - meine fiktive Blase eben…:slight_smile:

Das sollte ausdrücklich kein Tiefschlag sein - wenn es Unionsargumente für etwas gibt, die man für übernehmenswert hält (was es definitiv schon deswegen geben muß, da an der Union gar nicht alles falsch sein kannn!) , muss man das auch so vertreten!

Der Vgl. mit Canabis hinkt insofern - da gebe ich Dir ausdrücklich Recht - als auch ich die gesamtgesellschaftliche Gefahr ebenfalls deutlich geringer einschätze - mir ging es nur um die Frage, worauf wir uns berufen, um das eine zu tun und das andere zu lassen - im einen Fall gehen wir vom mehrheitlich eigenverantwortlichen Bürger aus - im anderen aber plötzlich nicht mehr…

- Arroganzbeginn -
Jetzt habe ich wieder die Möglichkeit, mich von meiner arrogantisten Seite zu zeigen - mir passiert das fast nie - es gibt eine Ausnahme - wenn es um Musik geht - wenn mich eigentlich interessiert, wie Celibidache den Ravel’schen Bolero interpretiert, und damit unzufrieden bin - war vor kurzem der Fall - dann schwenke ich - so angeboten - doch um auf meine geliebte Interpretation von Leonard Bernstein um.
Allerdings belasse ich es dann dabei, denn nur das interessierte mich in dem Moment…
Natürlich kenne ich den „eingebauten“ Impuls, weiteres neues zu erkunden - diesen bewusst wahrzunehmen, und ihm aus vielerlei Gründen (u.a. auch wegen des Medium selbst) auch bewusst etwas entgegen zu stellen - heist in solchen Fällen, ihm nicht zu folgen…
Gerade deswegen, weil ich um die Gefahren des Confirmation Bias weiß, und leidvoll die Folgen schon zu oft erlebt habe…
Das was diesbezüglich unter „Bildung“ verstehe, umfasst denn auch „nur“ diesen eigentlich simplen Menchanismus, den man eben trainieren muß…

  1. bewusstes Wahrnehmen dieser Impulse
  2. Analyse, ob der Impuls im Kontext noch sinnvoll ist, oder nur ein steinzeitlicher aber im Kontext nicht mehr angemessener Impuls ist
  3. Disziplin bei der Umsetzung der Folgen der Analyse (folgen, wenn sinnvoll, nicht folgen, wenn unsinnig)

Insbesondere der 3te Teil klingt aufwändig - aber je länger man das trainiert, desto einfacher wird das…
Bei vielen (Konsum-)Entscheidungen habe ich als 25jähriger noch viel Zeit gebraucht - inzwischen ist das meist rel. einfach, weil insbesondere die bewusste Wahrnehmungsschärfung - vor allem facettenreicher Entscheidungen - viel schneller päsent sind…
Bei der Verwendung von Social Media habe ich deswegen auch eine klare - eher ablehnende - Haltung - die es im Einzelfall einer von aussen kommenden Anforderung nur noch einmal für den konkreten Fall eben dieser Anforderung neu zu bewerten gilt…
Es ist natürlich nicht ganz ausgeschlossen, dass das alles nur ein groß angelegter Selbstbetrug sein könnte - aber ich stelle zumindest fest, das ich viele Entscheidungen strukturell deutlich anders treffe und auch entscheide, als viele um mich herum (nicht repräsantativ :slight_smile:
Und ich kann diese Entscheidungen auch mit mehr rechtfertigen als „macht man/ich eben so“…
Allein das gilt es in dieser hochgefährlichen Zeit, in der alleine deswegen vieles schief läuft, weil eben zu viele etwas machen, weil „man das eben so macht“ zu ändern…
Ich persönlich sehe mich also gut gewappnet gegenüber diesen Gefahren - warum haben wir das nicht flächendeckend?
Weil zu viele nicht gelernt haben, ihre Impulse einer bewussten Kontrolle zu unterstellen…
- Arroganz Ende -
:wink:

P.S.: die Entscheidungen müssen nicht unbedingt rational sein - vieles läuft auf der emotionalen Seite ab - es kann also passieren, das die Entscheidung rational nicht zu halten ist (z.B. Kinderwunsch oder Autofahren) - ich /man sich aber trotzdem dafür eintscheiden sollte, sofern es für das eigene Selbstverständis essentiell notwendig ist, und die möglichen - explizit auch negativen - Folgen mitgedacht und eingeplant sind…

Meiner Ansicht nach, geht es nicht um mündiger Bürger oder nicht. Sondern um die Frage: Hat der Staat überhaupt das Recht sich in private Dinge wie Drogenkonsum einzumischen? Die Menschen, die sich selbst Mineral Magic Supplement verabreichen, machen sich auch nicht strafbar. Nicht mal die Werbung oder der Verkauf sind reglementiert.

Im Gegensatz dazu haben eben die von den aktuellen Asozialen Plattformen verwendeten Algorithmen starken Einfluss auf die gesamte Gesellschaft, weil diese Algorithmen psychologische Eigenschaften des Homo Sapiens ausnutzen. Dabei ist wichtig: Das hat niemand so geplant. Der dahinter liegende Plan ist nur: „Viel Geld verdienen“. Es sind die Randparameter des Trainings, die die neuronalen Netze (= Algorithmen) zu diesem Verhalten gebracht haben.

:grin:
Wir sind uns aber doch einig, das wir jemand wie dich mit einem Gehirn von der Größe eines Planeten nicht als Maßstab nehmen können?

@WitzelJo

Es ist zwar klar, dass jeder Erwachsene sein eigener Maßstab sein sollte (Im Gegensatz zu Kindern, die sich noch an den Maßstäben anderer (vor allem der Eltern) orientieren - allein schon deswegen, um wirkliche innere Freiheit zu erlangen…

Aber zurück zu dem angesprochenen Problem mit den Medien…

  1. Wir haben offensichtlich ein Problem mit der Medienkompetenz
  2. Abhilfe schaffen entweder deutliche Einschränkungen, um zu verhindern, dass die Menschen durch den Einfluß der Medien auf für sie selbst ungünstige und für die Gesellschaft auf gefähliche Wege abgelenkt werden - oder man bietet den Menschen diese Kompetenz - die es nachweislich gibt - einfach in Form von Schulung an…
    Das ist wie beim Autofahren - wenn man den Leuten einfach ein Auto hinstellt, und ihnen eine kurze technische EInweisung gibt, so wird die Zahl der zu erwartenden Unfälle dramatisch steigen - wenn sie aber einen Führerschein machen, ist das anders…

Das ist genau das Problemmit dem Internet im allgemeinen und den Social Media im Speziellen…
Wenn man die Leute früh genug und klar genug auf die Dinge aufmerksam macht und ihnen genügend Übungsmöglichkeiten gibt - dann haben sie eine reale Chance, angemesse vorsichtig damit umzugehen …
Aber bislang ist es so, dass man sie alleine lässt und ihnen nur eine knappe Gebrauchsanweisung auf den Tisch legt, in die sowieso niemand richtig rein schaut…

Freilich wird es heutzutage bereits bei 10 jährigen schwierig, diese Dinge zu schulen, weil man da schon zu spät dran ist, und sich die „Blase“, in der sie sich bereits aufhalten, bereits entwickelt hat…

Dieser Kompetenzerwerb muß also - zumindest rudimentär, damit man später darauf aufbauen kann - bereits früher erfolgen…

Ich sehe da aber keine grundsätzlichen Probleme - nur dass - analog zum Klima - die aktuellen Entscheidungsinstanzen sich noch gar nicht über das Ausmaß der Problematik im Klaren ist…
Wo sind die Grünen Konzepte dafür?

Man hat es in einem ersten Schritt geschafft, eine Grundlage darüber zu schaffen, indem man einen Kindergartenplatz für jedes Kind - formal - garantiert - der nächste Schritt wäre nun, dafür zu sorgen, das der Betreuungsschlüssel klein genug ist, um eine individuelle Förderung möglich zu machen und eine hinreichendene Ausbildung der Betreuer, um diesen modernen Anforderungen auch gewachen zu sein …
auch hier ist nachweislich beides möglich - flächendeckend allerdings nur über einen rel. langen Zeitraum und sehr kostenintensiv…

Auch hier haben wir das Problem analog unserer vielen anderen Krisen - wir haben zu lange gewartet mit dem Umbau der Systeme (um die Geldbeutel der Menschen in den letzten 40 Jahren möglichst zu schonen) - nur um jetzt festzustellen, dass das jetzt alles an uns hängen bleibt - oder wir bleiben bei der Politik, vieles eben noch weiter nach hinten zu schieben - nur um für jede Legislatur die Problemberge noch weiter wachsen zu lassen für künftige Entscheidungen - was allerdings einen katastrophalen Zusammenbruch immer wahrscheinlicher macht…

Ist das für Dich etwas, das Du inzwischen (schulterzuckend) akzeptiers, um aus Gründen der Ökonomie sich auf die (rein palleative) zunehmende Mangelverwaltung zu fokussieren - das kann doch nicht die Lösung sein - zumal wir doch - zumindest rhetorische - vermeintliche Lösungen anbieten…

Mehr Bildung ist zwar immer hilfreich, aber sie wird dieses Problem nicht lösen können.

  1. Schon bei einfachen Ursache-Wirkung-Zusammenhängen ist der Mensch meist nicht in der Lage, die Auswirkungen seines Handelns vollständig zu überblicken.
  2. Die gewollten und ungewollten Fehler in den klassischen Medien (Print, TV, …) kann man als Experte recht einfach erkennen, als Laie nicht. Auf wievielen Gebieten möchtest Du durch ausufernde Bildung Experte werden?
  3. Algorithmen können alles von trivial bis hochkomplex sein. Ausgebuffte Profis wie Jörg und ich schöpfen zwar eher Verdacht, können aber meist auch nur raten/Vermuten. Selbst bei einem offengelegten Algo kann auch ein Profi nicht sofort sagen, welche Auswirkungen der hat.

Ich sehe die einzige Chance darin, 2 und 3 mit Algorithmen zu bekämpfen.

So kompliziert ist es doch nicht, wie Ihr es hier darstellen wollt:

Ein Verfahren, welches verschiedenen Menschen jeweils die Nachrichten anzeigt die diese hören möchten und außerdem immer sensationeller Meldungen benutzt, damit der Reiz erhalten bleibt. Ein solches Verfahren ist per se schon mal sehr schlecht für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das hat aber noch Ähnlichkeit mir unserer alten Medienlandschaft, die ja auch Zeitungen mit unterschiedlicher „Grundhaltung“ hat.

Jetzt kombiniert man aber das obige Verfahren noch damit, das jeder Mensch vollkommen frei neue „Nachrichten“ in das System einspeisen kann, vollkommen egal ob wahr, unwahr, Blödsinn, Verschwörungstheorie oder was auch immer. Und alle diese Pseudo-Nachrichten werden gleich behandelt.

Wenn man absichtlich ein Informationssystem planen würde, welches die Gesellschaft zersetzen soll, dann käme ungefähr so was wie Facebook dabei raus.

Ich verstehe allerdings nicht warum so viele Menschen diesen Zusammenhang nicht verstehen. Meiner Meinung nach braucht man dafür nur gesunden Menschenverstand und keine besondere Schulung oder Ausbildung. Aber vermutlich bin ich nach 40 Jahren am Computer da etwas voreingenommen.

Für FB mag das gelten, für YT definitiv nicht.

Nun bezüglich YouTube gilt das gleiche Prinzip, da dort der Algorythmus ja auch das gleiche Ziel hat:

Es gibt natürlich auch Gegenteilige Studien. Da diese hier neueren Datums ist, könnte es sein das YouTube Anpassungen vorgenommen hat (oder die Studie einfach anders designt war).

In meiner Vorschlagsliste findet sich seit 2018 keinerlei Müll. Es kommt offenbar sehr auf das Verhalten des users an.

  1. Man muss natürlich eingeloggt sein, was viele Datenschutzhysteriker nicht machen. Dann hat der Algo natürlich keine Chance und man kriegt den mainstream-Müll aufgetischt.
  2. Wenn etwas erkennbar nix interessantes ist, gar nicht erst anklicken.
  3. Wenn man doch mal gut getarnten Müll erwischt hat, wenigstens einen dislike dalassen.
  4. Gute Kanäle abonnieren, selbst wenn man sie nicht ständig sehen will.

Ich habe mich mal für (augenzwinkernde) perpetuum mobile interessiert, weil es eine nette Denksportaufgabe ist, wie sie das jeweils getürkt haben. Dann kriegt man natürlich auch die free energy videos, die das bierernst machen, nur um Klicks zu generieren. Einfach ein paar Wochen nicht anklicken, dann verschwinden die wieder aus der Vorschlagsliste.

Ich möchte wetten, wenn es ein separates YT nur für quality user gäbe, würde der gleiche Algo höchste Qualität abliefern.

Ergänzung: Bingo!
Gleich aus dem ersten Deiner links:
"Unsere Social-Media-Redakteurin hat den Selbstversuch gestartet: Sie hat sich bei Youtube abgemeldet, die Cookies gelöscht und losgesucht. "

Mal abgesehen davon das ich „Datenschutzhysteriker“ bin (Danke für das nette Framing) geht es um den Normalnutzer, bei dem ich davon ausgehe, das er natürlich ein Konto hat. Ich bestreitet nicht, daß man YouTube effektiv nutzen kann. Wer aber eher zur Unterhaltung reinschaut, dem „hilft“ der Algorithmus doch immer schön zu weiteren „unterhaltsamen“, „verblüffenden“ Inhalten.

Und darum geht es doch bei den obigen Studien.

Davon abgesehen, glaube ich allerdings, das YouTube weniger Problematisch ist als Twitter und Facebook, denn auf diesen Kanälen bekommt man neue Nachrichten ja meist von Bekannten oder Freunden denen man vertraut. Auf Youtube ist das eher selten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der YT-Algo nicht gezielt extreme Inhalte platziert. Der scheint mir stumpf nach 1. keywords und 2. views zu gehen. Und leider bekommen halt extreme videos ziemlich viele views.

Auch die Facebook-KI sucht nicht nach extremen Inhalten für dich. Das geht total stupide nach der Wahrscheinlichkeit das du es anklickst. Das in Kombination mit unserem Kleinhirn sorgt erst für das Problem :slight_smile:

1 „Gefällt mir“

Auf jeden Fall muss aber ein Regelwerk her, dass die menschen mit mit Vielfalt statt mit einem Einheitsalgorthmus versorgt. Um die Bildung von problematischen Blasen zu vermeiden.

Ach ja, mancher Müll gehört einfach nicht isn internet , müsste eigentlch mal gelöscht werden. Blödsinn zu verbreiten muss verhindert werden.. Besonders Fake News und Schwurbel. (Aluhut- themen)

Nein, da bin ich entschieden dagegen. Blödsinn zu verbreiten muss erlaubt bleiben.
Das ist genau wie das Wahlrecht: Jeder darf wählen.

Denn es ein klitzekleines Umsetzungsproblem, wenn man diese Verbreitung von Blödsinn etc. einschränken möchte: WER ENTSCHEIDET WAS BLÖDSINN IST?

„Kleines“ Beispiel gefällig, wie so was abläuft?
Bayer hat ein seit ein paar Jahren ein neues Polzeiaufgabengesetz: Da drin steht, daß bei drohender Gefahr Menschen bis zu drei Monaten festgehalten werden dürfen (ohne Anklage!)

Was hat der Begriff der „drohenden Gefahr“ mit „Fakenews und Schwurbel“ zu tun? Nun gedacht war das so

Gem. Art. 11 Abs. 3 Satz 1 PAG n. F. kann die Polizei die notwendigen Maßnahmen treffen, um einen Sachverhalt aufzuklären und die Entstehung einer Gefahr für ein bedeutendes Rechtsgut zu verhindern, wenn im Einzelfall das individuelle Verhalten einer Person die konkrete Wahrscheinlichkeit begründet oder Vorbereitungshandlungen für sich oder zusammen mit weiteren bestimmten Tatsachen den Schluss auf ein seiner Art nach konkretisiertes Geschehen zulassen, wonach in absehbarer Zeit Angriffe von erheblicher Intensität oder Auswirkung zu erwarten sind (drohende Gefahr).

Benutzt wurde es um ablehnte Asylbewerber festzuhalten, damit die zwischen Ablehnung und Abschiebung nicht untertauchten. „Drohende Gefahr für ein bedeutendes Rechtsgut“ - so so.
Zuletzt wurden mit diesem Gesetz Mitglieder von der Letzten Generation präventiv weg-gesperrt. Und andere Polizeibehörden würden das jetzt auch gern tun.

Was will ich damit sagen: Wer die Hoheit über die Definition von Begriffen hat hat sehr viel Macht.
Das Recht zu definieren, was Fake News und Schwurbel sind möchte ich keinem Menschen auf diesem Planeten zugestehen. Auch wenn sich 90 % einig sind. Deswegen steht im Grundgesetz das Verbot von Zensur.

Ich bin NICHT dafür die Meinugnsfreiheit abzuschaffen, das wird oft falsch Verstanden. Ich finde es gibt aber einige Dinge, die unter den Begriff falsch verstandener Meinungsfreiheit bezw. Missbrauch davon fallen.

Ich halte dieses komische Polizeigesetz in Bayern für Problematisch. Aber dazu später..

Es geht mit nicht darum die freie Meinugnsäußerung abzuschaffen sondern darum , dass in Facebook und Co. JEDER ungeprüft Unsinn verbreiten kann. Das darf nicht sein. Das heißt es solte eigentlich Nur Moderierte Foren geben dürfen, um Schwurbel einzugrenzen. Und wer etwas Veröffentlicht, hat sich an gewisse Regeln zu halten, das nix Verfassungsfeindliches veröffentlicht werden darf, Kein Hass und Diskriminierung, unseriöse Gesundheitsratschläge, a la Wundermittel zählen auch dazu, was nicht sein darf.

Das wäre zum beispiel Homöopathie Ratschläge an schwer Kranke menschen zu vermitteln. Das ist Mord.

Dazu zählen die Coronaleugner und Verschwörer( Micosoft Chip angeblich in der Impfung usw..)

Warum ist das Mord?

Weil verzweifelte Menschen dann oft Ihre Wirksame Behandlung abbrechen und dadurch zu tode kommen! Da macht sich jemand auf kosten anderer Gesundheit wichtig!

Das Problem der Wahlmanipulations- Trolle kommt noch dazu. Dafür braucht ma nnoch eine Extra lösung. Da reichen Moderierte Foren nicht unbedingt aus.

Zum Beispiel fehlt es an Aufklärung. Auch an Aufklärung über Lobbys.

Nun zum Polizeigesetz in Bayern:

Klar handelt es sich hier um ein Gesetz das so formuliert ist, dass es sich gut gegen Flüchtlinge missbrauchen lässt. Das ist so nicht in Ordnung. Das ist Söders Populismus..

Aber:
Flüchtlinge, die kein Recht auf Asyl haben müssen zurückkehren, und es ist nicht Grundsätzlich falsch , wenn der Staat dessen Untertauchen verhindert. Wer Recht auf Asyl, also einen Asylgrund, etwa Krieg oder Verfolgung, Folter, Inhaftierung ohne Gerichtsurteil, wegen anderer Sexualität, Behinderung, Politische Meinung, Krankheit und ähnliches erlebt hat, darf bleiben. Wird in anderen Ländern auch so behandelt.. (zumindest in EU Staaten, Ungarn mal weggelassen) Ohne Angemessene Verteilung der Flüchtlinge in ALLE EU Länder wird das nix. Deutschland hat schon relativ viele aufgebommen. Und die Länder an der EU Grenze sind langsam überfordert, weil NICHT verteilt wird.

Flüchtlinge, die nur wegen Armut kommen sollten nicht kommen, dessen Armut muss in Iherer Heimat bekämpft werden, weil alles andere nichts bringt. Wir können leider nicht alle armen der Welt aufnehmen, dazu haben wir gar nicht genug Platz. es gibt Milliarden Arme Menschen.. Wir können nur die Verantwortung für die Ursachen deren Armut übernehmen, die mit unserer Lebensweise zusammenhängt, etwa dass wir Essensreste nach Afrika schicken, was deren Lokalwirtschaft zerstört.. Das wäre viel Effektiver. Alles andere ist rumdoktorn am symptom, da dazu führt, das verzweifelte Leute im Mittelmeer Scharenweise ertrinken… Da stapeln sich die Toten..

Leider hat die Politik das aber nicht gemacht. Das ist Blut ,dass den Reichen Lobbys an den Fingern klebt, da liegt die Ursache dafür, so kann man das Problem lösen.

Das mit der Duldung halte ich auch für Problematisch. das in der Luft hängen geht auf dauer nicht.. Entweder jemand wird nur geduldet, bis über Asyl entschieden wurde, oder jemand der schon sehr Lange geduldet wurde, muss Antrag auf reguläre Einwanderung stellen können.

Kurz es braucht ein sinnvolles Einwanderungsgesetz. Aber das ist eigentlich ein anderes Thema, ich erwähne es um auf deine Nachricht einzugehen.