@Duke
Verstehe - darin steckt dann aber auch bereits die prinzipiell erfolgreiche?! Gegenstrategie…
Bleiben wir bei Deinem Beispiel mit den Starbucks-Filialen…
da wird was versprüht, das dann eine körperliche Reaktion auslöst (Magen signalisiert dringend benötigte Koffeinaufnahme…
Was passiert nun also, wenn ich an so einem Markt vorbei gehe? Es taucht also das dringende „diffuse“ Bedürfnis nach Kaffee auf…
Das Bedürfnis selber stelle ich fest - spätestens, wenn ich die Klinke zum Shop in der Hand habe, und mir die Frage stelle: was tue ich gerade?
„Ah“, ist dann die innere Antwort, „ich habe Lust auf Kaffee“ … Und nun kommt das Entscheidende: das Misstrauen gegenüber der eigenen Lustempfindung - es gibt drölfzig Gründe, es nicht zu tun (Kaffee ist ungesund, ist ökologisch höchst fragwürdig - außerdem habe ich bereits am Morgen meinen Frühstückskaffee getrunken, etc.)… der aufkeimenden Lust kann man also etwas rationales entgegen setzen, und den Besuch im Shop dann rechtzeitig abbrechen…
Das lässt sich auf viele Dinge des Alltags übertragen - etwa: Brauche ich mein Auto wirklich - ist es tatsächlich notwendig, eine Flugreise zu machen, etc., etc., etc. - und selbst beim Einkauf, wenn man an der Kasse noch mal einen Blick in den Wagen wirft, während man an der Kasse wartet, kann man sich bei jedem Stück die Frage stellen, warum das im Wagen gelandet ist?
Letztlich ist das ein sehr erprobtes Verfahren in der Psychoanalyse, um so Phänomene wie Sucht, Angststörungen und viels andere in den Griff zu bekommen
Nun ist es natürlich völlig absurd, Psychoanalyse in das Bildungssystem einzubauen, um unsere Kinder besser gegenüber solchen Manipulationen zu wappnen - das ist schon allein deswegen so, weil der Aufwand dieser Behandlung nur im Falle einer ernsthaften Störung sinnvoll ist, aber sicherlich auch, weil’s dann doch nicht jedermanns Sache ist…
Aber die Skizzierung des lohnenden Infragestellens innerer Impulse (genau deswegen reite ich so sehr auf dem Steinzeithirn herum, weil von dort ständig Impuls kommen, die - wie in deinem Beispiel - nicht mehr zeitgemäß sind) sollten wir der Gesellschaft (und vor allem unseren Kindern) anbieten - die daraus resultierende Reflektion ermöglicht uns, Dinge tatsächlich und nachhaltig zu ändern - vor allem, wenn wir erkennen, dass unsere Gesellschaft an eben diesen unterbewussten Manipulationen „krankt“
Überdies kann es helfen, das „Messen mit 2erlei Maß“ einzugrenzen, da das Misstrauen anderen Gegenüber dann genauso groß wäre wie das Misstrauen den eigenen Handlungen gegenüber…
Und der „Aufwand“ ist - mit ein wenig Übung (kann man jedes Mal an der Supermarktkasse ganz nebenbei trainieren
- m. E. durchaus vertretbar…