Du hast ja schon geschrieben, dass du es willst, weil es sonst ein Rückschritt für dich wäre, dort hinzuziehen. Das ist völlig okay, aber deine eigene Entscheidung, deshalb kann ich das „muss“ nicht akzeptieren.
Was bedeutet das genau?
Das Problem dabei ist, dass „man“ die Tragweite des eigenen „verwerflichen“ Handelns an dieser Stelle kaum einschätzen kann - wenn jeder glaubt, er/sie könne aus dem Kühlschrank der Weltbevölkerung „beliebig“ etwas zur eigenen Bequemlichkeit herausnehmen, und - da das alle machen, weil sie das „nicht verwerflich“ finden - der Kühlschrank für die Folgegenerationen oder die aktuelle Generation in stärker vom Klimawandel betroffenen Regionen bald leer ist, dann ist das doch aus ökologischer Sicht durchaus „verwerflich“.
Wenn also - gutes Beispiel aktuell Nepal - solche Felsstürze sich künftig häufen und auch stärker ausfallen, weil wir es „uns leisten können“, mit solchen Katastrophen zu leben (die sicher auch demnächst - wenn auch vielleicht eine Größenordnung kleiner in z.B. unseren Alpen passieren werden), dann hast Du sicher recht - aber können wir das wirklich?
Wollen wir wirklich den Opfern solcher Klimaveränderung wirklich sagen, dass „wir uns“ das eben einfach leisten (können), um es uns ein bißchen bequem zu machen?
Das ist doch genau die Ignoranz gegenüber dessen, was dabei unsere Gesellschaft (und damit zu einem zugegeben in sehr geringer Form fast jeder von uns) anrichtet, wenn wir dem Kühlschrank ständig ein bißchen mehr entnehmen als sich regeneriert…
Das Problem ist doch, dass die meisten ihre Mitverantwortung für diese Dinge nicht erkennen, und deswegen weder eine restriktivere Politik wählen (die z.B. den Sprit für die meisten „Bequemlichkeiten“ unerschwinglich machen), oder sich freiwillig selbst beschränken, da es der Staat das mit Blick auf die aktuellen Mehrheitsverhältnisse nicht tut.
Der Zeitpunkt, bis zu dem wir uns solche Bequemlichkeiten folgenlos leisten konnten, ohne damit zumindest lokale Katastrophen auszulösen bzw. deutlich wahrscheinlicher machen, sind schon lange vorbei.
Es geht nur noch darum, ob wir uns solche Dinge (und damit einhergehend die ausgelösten Katastrophen) „leisten wollen“.
Und zwar die Bequemlichkeit+die Katastrophen - die Entscheidung für die Bequemlichkeit ist nicht mehr zu trennen von den damit einher gehenden Katastrophen (zumindest in der gehäuften Form!).
Was also die Ausgaben für Energie angeht, so kehren wir wieder zurück in Zeiten, die vor der Industrialisierung ganz „normal“ waren.
Interessant ist zugegeben trotzdem, warum der Energiepreis in Deutschland besonders hoch ist - wenn ich einer Tagesthemensendung der letzten Woche glauben darf, liegt dass an sehr hohen Abgaben auf Energie, die das Budget des Staates kurzfristig aufbessern (was nicht unbedingt bedeutet, dass das auch so bleibt, da die Energieintensiven Branchen durchaus auch Arbeitsplätze bei uns streichen könnten).
Das Arbeitsplatz-Argument ist vor allem deswegen schon in diesem Kontext fragwürdig, da auch unsere Nachbarstaaten mit günstigeren Energiepreisen keineswegs in Bezug auf die Ökologie genügend tun, um nicht mehr Energie zu verbrauchen, als sich regeneriert.
Bis zur Umstellung auf Solar und/oder Fusion leisten wir uns also Dinge, die wir uns gar nicht leisten können (so wir nicht die negativen Folgen unseres Treibhauseffekt auslösenden Handelns bereits heute einpreisen).
Bei einigen wird das Hirn auch nur sehr selten benutzt. Hirn-Sharing?
Ja, zum Beispiel darum. Es lassen sich noch zig andere Beispiele finden, z.B. auf dem Weg von der Arbeit die Kinder aus der Kita abholen, einkaufen gehen, Vertreter die veiel Kunden besuchen müssen, …
Ja, zum Beispiel die Bequemlichkeit einen vollen Getränkekasten im strömenden Regen nicht nach Hause schleppen zu müssen, die Gartenabfälle nicht im Schubkarren als 10 Fuhren zum 5 km entfernten Wertstoffhof zu bringen usw. Wir sind ja sooo bequem.
Bei der Klimaveränderungen sind Opfer und Täter nicht streng getrennte Personenkreise.
Das nutzt du ja schon die ganze Zeit (neuerdings sogar dank KI).
Ja, es ist tatsächlich schwer zu beweisen, welche Konsequenzen eine einzelne Handlung hat. Hätte die Sturzflut in Nepal nicht stattgefunden, wenn ich im letzten Monat nicht mit dem Auto gefahren wäre?
Aus diesem Grund fällt es mir schwer, es verwerflich zu finden. Es fällt mir leichter, darauf zu verzichten, wenn es nicht das billigste und das bequemste ist. Aus diesem Grund halte ich es für sinnvoller, mich dafür zu engagieren, dass es nicht das billigste und bequemste bleibt.
Oder dafür, dass es klimaneutral wird. Aber was machen wir dann, ohne das Feindbild Auto?
So ganz klimaneutral kann es ja nicht werden, deshalb ist es schon gut, die Fahrten einzuschränken. Ein Feindbild ist das Auto für mich nicht, sonst hätte ich keins.
Such du bist nicht ganz klimaneutral. Schon im Ruheszustand emittierst du erhebliche Mengen CO2, geschweigen denn bei geistiger und körperliche Anstrengung. Also schränke das Atmen (und Pupsen) bitte ein.
Das Atmen wird weiterhin möglich bleiben, solange es ausreichend Pflanzen gibt, die das ausgeatmete CO2 verwerten können.
Das Pupsen schränke ich gern ein, wenn du mir verrätst, wie das geht. Ansonsten wird das Methan in der Atmosphäre nach 12 Jahren zu CO2 umgewandelt, und dann siehe oben.
Entscheidend ist immer die Menge.
Ich glaube nicht, dass sich wirklich zig Beispiele finden lassen.
Mit der Zeitachse für die Schul-/Kita-Abholung vielleicht, was aber im weitesten Sinne mit der Arbeit zusammen hängt.
Verteter, die Kunden hinterherfahren müssen - dito (reines Arbeitsthema)
Einkaufen: man muss schon sehr abseits Wohnen, und gar keinen Nahverkehr haben, (oder körperlich schon ziemlich marode sein) damit man dafür ein Auto braucht. Der Anspruch, alles in einem Rutsch besorgen zu können - ist wieder Luxus. Ich mache manchmal am Samstag Einkaufstouren, mit denen ich den halben Tag oder ein bißchen länger (ohne Auto) beschäftigt bin - na und?
Dafür habe ich am Nachmittag/Abend weniger Zeit vor dem TV zu sitzen.
Es bleiben also nicht wirklich viele Gründe, die nicht Bequemlichkeit (und damit Luxus) sind.
Genau ![]()
So lebe ich - ganz ohne das Gefühl, dass diese Zeit Geld ist - im Gegenteil: ich freue mich jeden Monat, wieder 400 € gespart zu haben, die mich das Auto kostet, nur damit es in der Garage steht.
Zugegeben, ich „bezahle“ dafür mit Zeit - aber anderseits nutze ich diese Zeit, die „verloren zu gehen droht“, in dem ich im Bus Forumsbeiträge schreibe, beim Einkaufen mit anderen über alles mögliche zu diskutieren, etc., etc. etc.
Ich bezahle streng genommen also nicht mal mit „Zeit“.
Bleiben noch die schweren Getränkekisten bei jedem Wind und Wetter, sowie die Fahrten zum Wertstoffhof - das macht zugegeben keinen großen Spass - da gebe ich Dir recht - Wobei ich so was durchaus auch über 10 KM mit dem Fahhrad transportieren kann…
Und selbst, wenn ich mir dafür einmalig einen FAhrradanhänger kaufen müsste, so spare ich immer noch jeden Monat 400 €
Was dabei wichtig ist, ist auch, dass meine Klimabilanz -also die von mir ausgelösten Zerstörungen - deutlich mehr in Grenzen hält als die (fast) aller Autofahrer.
Einkauf oder die Fahrten zum Wertstoffhof sind übrigens auch wieder ein gelunges Beispiel für die Bildung von nachbarschaftlichen Fahrgemeinschaften - ganz ohne Ausreizung des „grenzenlosen Individualverkehrs“ - so gesehen in mehrfacher Hinsicht so gar kein Argument für ein eigenes Auto ![]()
Aber wie sind eben
wir merken es schon gar nicht mehr …
Zustimmung meinerseits - aber was uns alle eint, ist, dass wir uns primär als Opfer und nicht als Täter fühlen - was faktisch sehr oft unbegründet ist.
Es geht dabi nicht um das
Es geht darum, dass das eigene Handeln immer auch Konsequenzen hat, denen man sich nicht entziehen kann - und wenn, dann eben nur juristisch, weil es dazu aktuell keinen Rechts-Bestand gibt. Wo kein Gesetz, da kein (juristischer) Ankläger.
Es wird bestenfalls „schwierig“, wenn die gleichen, die schimpfen, weil alles (z. B. wegen des Klimas) so teuer wird, nichts in ihrem eigenen Verhalten ändern, damit das Schimpfen frei wird vom Schimpfen über sich selbst.
Das ist einer der Hauptgründe, warum so viele sich gerne die Absoluion erteilen - es gibt diesen direkten Zusammenhang nicht. Das bedeutet aber keinesfalls, dass das eigene Handeln deswegen folgenlos wäre, und somit keinerlei Verantwortung bestünde!
Also das hat bei mir immer ganz wunderbar mit dem Rad funktioniert, oder später mit Kinderwagen und „Kiddieboard“. Zur Schule mussten die Kinder dann immer allein (bzw. mit Freunden) gehen.
Äh…was ist das? ![]()
Atmen und Pupsen sind so lange klimaneutral, wie nicht zusätzliche Belastungen hinzu kommen - nun könnte man sich bei den notwendigen Einsparungen dafür entscheiden, weiterhin Auto zu fahren, und dafür auf das Atmen zu verzichten..
Das ist insofern ein ganz toller Ansatz, weil mittelfristig sehr viele Autos zusätzlich nicht mehr fahren würden, da der Fahrer durch Sauerstoffmangel flugs zum Organspender geworden ist (womit wir ein weiteres Problem ganz nebenbei gelöst hätten ![]()
Diese „Absolution“ setzt ein religiöses Weltbild mit Belohnung und Bestrafung von Einzelpersonen voraus. Wenn man das so nicht hat, braucht man keine Absolution, sondern konzentriert sich auf größere Projekte.
Zugegeben, der Begriff „Absolution“ ist dem Katholizismus (und ich glaube, nur ihm) entlehnt.
Es ging mir allgemein eher um die Verneinung von Verantwortung (und Schuld!!!), wobei das mit der Schuld auch schon wieder ein - ursprünglich - religiöses Motiv ist…
Im juristischen Sinne bedeutet Schuld, so wie ich es verstanden habe, dass man einen Schaden absichtlich herbei führt. Ist das richtig?
Wie du selber sagst:
Da musst Du eher unseren Juristen fragen ![]()
Nehmen wir an, das sei richtig - dann würden wir mit jeder Spazierfahrt, die unnötig ist, und die CO2 emmitiert, so lange „schuldhaft“ den CO2 erhöhen, der zum Klimawandel führt. Das Problem im juristischen Sinne ist aber nicht nur die absichtliche Schädigung eines anderen (oder anderer), sondern eben auch, ob die Tat auf einem juristischen Index steht.
So war lange Zeit Gewalt in der Ehe zwar eine absichtliche Schädigung des Partners - war aber erlaubt.
Umgekehrt hat sich an der vorliegenden Schädigung durch Abtreibung am Fötus nichts geändert - und trotzdem ist diese Schädigung (die man mit Fug und Recht als Absicht bezeichnen kann), unter bestimmten gesetzllichen Rahmenbedingungen zulässig.
Die „Schuldfrage“ für eine Tat ist juristisch erst dann relevant, wenn es dazu ein einschränkendes Gesetz gibt. Selbst das Töten im Krieg ist - juristisch - nicht zwingend mit juristischer Schuld verknüpft.
Daher ist die Spazierfahrt mit dem Auto im jurisitschen Sinne nicht mit schuldhaftem Verhalten verknüpft.
Das ist nicht unbedingt falsch, sofern man die Konsequenzen - insbesondere, wenn man sie auch selbst spürt - tragen muss, auch bereit ist, zu tragen.
Wenn ich mir also ausgedehnte Spazierfahrten genehmige, und das - genau mit dem Argument, es sei schließlich nicht verboten - dann - statistisch - zur Folge hat, dass Extremwetterereignisse zuehmen, ist „nur“ wichtig, dass ich - zusammen mit Millonen anderer, die das genauso halten wie ich, die statisch relevanten Folgen akzeptiere.
Ich nehme sie also bzw. meine Mitverantwortung dafür absichtlich in Kauf - juristisch irrelevant (s. o.). Praktisch bedeutet das aber, dass mein Wissen um diesen statistischen Zusammenhang in Verbindung mit „ich nehme dieses statistisch höhere Risiko inkauf“ dazu führt, dass die Verantwortung für die Folgen - wenn eben nicht im juristischen Sinne - akzeptiere, und nicht auf Unterstürzung anderer hoffen kann.
Ich werde also von der Gesellschaft nicht zur Verantwortung gezogen bzw. muss mich - juristisch - nicht rechtfertigen. Es bleibt trotzdem meine Verantwortung, und wenn es schon keine juristischen Konsequenzen hat, so bleibt die Frage, ob wir uns nicht trotzdem vor uns selbst aber auch vor anderen (Betroffenen) nicht doch verantworten müssen.
Im Gegensatz zur Nazizeit kommt in Falle der ökologischen Grenzüberschreitungen (m.E. erschwerend) hinzu, dass es eine echte Alternative gibt - ich riskiere keine gesellschaftliche Verfolgung bis hin zur eigenen Tötung, wenn ich kein Auto habe. Es wird eben „nur“ unbequemer …
Im Gegensatz zu damals ist also die Begründung (bis auf die wenigen Ausnahmen, die wir weiter oben schon angesprochen haben) nicht etwa die Angst vor dramatischen Repressalien - sondern „nur“ dererlust der eigene Bequemlichkeit.
Das stimmt vielleicht nicht so ganz, weil ohne Auto vielleicht auch die „Angst“ vor weniger Bequemlichkeit bis hin zu der „Angst“ vor gesellschaftlichem Status Quo Verlust vorhanden ist.
Im Vergleich zur damaligen Angst ist das aber geradezu lächerlich, und noch viel weniger ein Argument als damals, um das eigene (Fehl)Verhalten - im Sinne mehr zu verbrauchen als sich regeneriert …
Das ist also so gesehen richtig - aber die Menge, die wir uns „genehmigen“ ist eben unfassbar zu viel, um Klimawandel und alle Konsequenzen (für die eigene Existenz aber auch für die vieler anderer) zu verhindern. Und dieser Verantwortung müssen wir uns stellen - jeder von uns, dessen Lebenswandel nicht klimaneutral ist.
Völlig richtig.
Wir sollten einsehen, dass unsere gesamte Existenz darauf aufbaut,
- dass wir die vorhandenen globalen Ressourcen brauchen und verbrauchen,
- dass wir zT Probleme in unterentwickelte Länder auslagern,
- dass wir billige und unter schlechten Bedingungen in unterentwickelten Länder erstellte Produkte nutzen,
- dass wir andere Nationen, unsere Mitmenschen, die Natur, das Klima, die ganze Welt und letztlich auch uns selbst schädigen, und
- dass wir dadurch die Existenz unserer Spezies riskieren.
So wie das jedes andere Säugetier auch tun würde oder getan hat.
Und wir sollten das als Tatsache einfach mal akzeptieren.
Es ist so und war immer so (die Römer haben fast ganz Italien entwaldet).
Der Mensch ist so. Er kann nix dafür.
Und dann können wir ehrlich überlegen, ob eine ausreichende Mehrheit das ändern will, und was diese Mehrheit bereit ist, dafür zu tun.
Alles fängt mit einem ehrlichen Blick auf den Menschen an, so wie er ist.
Nicht, wie wir ihn uns wünschen.
Alles richtig, was du und @HarmsCar sagen, aber diese Aussage würde ich nicht überschreiben. Gründe habe ich schon öfter dargelegt.