Wohnungskonzerne enteignen?

Sind wir demnach „statistisch“ alle dumm - der/die eine - statistisch - mehr, der/die andere - statistisch - weniger?

Wenn dem so ist, ab welcher statistisch ermittelten „Dummheitsquote“ kann man jemand getrost pauschal als „dumm“ bezeichnen? :wink:

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Das gerade Berlin schlecht gerüstet sein könnte, denke ich auch. Und dann gleich mit einem Riesenprojekt.
Ich stelle mir aber vor, dass es ja ein langer Weg ist. An erster Stelle gibt es ein Gesetz, das ausgehandelt und beschlossen werden muss, mit den ganzen Anhörungen und Stellungnahmen. Wenn es beschlossen ist, müssen erst Strukturen aufgebaut werden, die das umsetzen können. In der Zeit landet das Gesetz sicher vor den Gerichten, bis hoch zum BVerfG, und man sieht genauer, was möglich ist und was nicht.
Innerhalb von diesem Prozess gibt es nicht mehr so viel Spielraum für ideologische Kurzschlüsse, kann ich mir vorstellen.
Aber sicher ist da gar nichts, und es ist ein Risiko, da sind wir uns einig.

Die Reaktion der Investoren ist ein reales Problem. Das wird auch in dem verlinkten policy paper unter Kapitel 2.3 behandelt:

Für die ökonomische Bewertung kommt es allerdings nicht nur auf diese Effekte, sondern vielmehr auf die Gesamtbilanz an: Möglichen höheren Risikoprämien oder Finanzierungskosten stehen die potenziellen Vorteile eines größeren gemeinwohlorientierten Bestands gegenüber, darunter geringere Wohnkosten, weniger räumliche Fehlallokation und verstärkte wohnungspolitische Steuerungsmöglichkeiten.

Das kann ich mangels Expertise nicht bewerten. Ich kann nur schauen, ob ich die Argumentation schlüssig finde oder nicht, ob ich den Fachleuten vertraue oder nicht, und ob mir das reicht.
Der Quelle vertraue ich grundsätzlich, die Argumente kann ich nachvollziehen, ich würde mir aber eine Quelle wünschen, die das weiter ausführt. Es reicht mir noch nicht, um mich sicher für oder gegen eine Vergesellschaftung auszusprechen.
Ein Punkt dabei: je höher die Entschädigung, desto geringer die Folgen für künftige Investoren.

Es ist eine Abwägung, deren Ausgang sehr stark von den konkreten Bedingungen abhängt.

Das kann ich bestätigen.

Ich hatte gerade überlegt, ob ich eine Umfrage machen soll, wer aus dieser Runde Vonovia-Aktien hat, aber ich befürchte, du bist so dumm, dass du gar nicht weißt, ob du welche hat, weil du ja alles deiner Vermögensverwaltung überlässt.

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Was für ein ergreifender Moment der schonungslosen Selbsterkenntnis! Halleluja!!! :grinning_face_with_smiling_eyes:

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ja, nicht?!
täte manch anderem hier auch mal gut. :innocent:

ja, natürlich

Nachdem @HarmsCar die ultimative Lösung gefunden hat, wir sind alle dumm, können wir endlich einen erlösenden Schlusspunkt unter diesen Strang des Themas setzen.
Halleluhja.

nein, das glaube ich nicht.
Einen (insb. ausländischen ) Investor beruhigt es Nullkommanull, wenn Du ihm sagst, dass Vonovia nicht nur 60, sondern 85% Entschädigung bekommen hat.
Selbst 100% würde ihn nicht beruhigen.
Die Leute wollen ihr Unternehmen betreiben, nicht um Entschädigungen feilschen.
Enteignung = Sozialismus = Teufelswerk.
Warum soll ich in einer Stadt Wohnungen bauen, wo das möglich ist?
Das Investorengeld wird um Berlin einen großen Bogen machen, wenn das stattfindet.
Und ich habe Zweifel, ob wir den Effekt auf Berlin beschränken können.
Das wird auf ganz D zurückschlagen.
Wer sagt mir denn, dass die Linke nicht morgen auch in einem anderen Bundesland regiert und dann dort dasselbe macht?
Aus Sicht eines US-Amerikaners lohnt es vermutlich nicht, sich mit den Feinheiten des deutschen Föderalismus zu beschäftigen, wenn er stattdessen sein Geld in UK oder Singapur anlegen kann.
Deswegen will die CDU ja auch die Vergesellschaftung per Gesetz verhindern.
Wenn Merz was versteht, dann wie Investoren denken.

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Ok, Argument verstanden.
Muss ich drüber nachdenken.

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Naja, nicht ganz - ich bin natürlich der Einzelfall, der von der Statistik nicht erfasst wird - und ich fürchte, dies werden fast alle für sich reklamieren :thinking:

im Gegenteil.
Ich finde das Thema Dummheit sehr spannend.
Niemand wird bestreiten, dass es dumme Menschen gibt, aber wenn Du einen benennst, sind alle indigniert. Ja, wo sind sie denn?? Immer da, wo wir alle nicht sind?

Ich gebe ja zu, dass ich etwas provozieren wollte mit meinen Aussagen, aber (politische) Dummheit ist ein ernstes und wichtiges Thema.

Aus meiner Sicht rührt das gegenseitige Für-Dumm-Halten auch daher, dass wir uns auf verschiedene Arten von „Klugsein“ konzentrieren.
@Biologin zB ist Spezialistin für die Frage, wie die Welt idealerweise (nach ihren Vorstellungen) aussehen sollte. Auch @ErnstBGi denkt stark in diese Richtung.
Ich bemühe mich hingegen herauszufinden, wie die Welt derzeit ist, ohne Wünsche an ihren Zustand zu stellen. In diese Kategorie würde ich auch @kalo und @Hedi rechnen.
Andere sind so mittendrin irgendwo.

Jeder hält seine Herangehensweise für klug, die andere für dumm.

Nur als Beispiel:
Wenn ich beschreibe, warum die Vergesellschaftung bei den gegebenen Bedingungen Quatsch ist, denken andere sich die Welt solange schön, bis die Enteignung Sinn macht (in ihrer fiktiven Welt), ohne dass sie dafür Sachkenntnis für nötig halten.
Ich finde das kreuzdämlich.

Den anderen fehlt bei mir dann vermutlich die „Phantasie“, dass es ja auch mal anders kommen könnte, oder sie bestreiten, dass meine Fakten und Erfahrungen aussagekräftig sind, oder sie glauben, dass ich einfach dagegen bin und „meine“ Fakten nur für meine Zwecke instrumentalisiere, und finden mich deswegen dumm.
Das ist aus meiner Sicht eher so eine Art moralische Dummheit, weil mir aus ihrer Sicht der gute Wille und die Bereitschaft zur Verbesserung der Welt fehlen.

Ich wiederum glaube, dass man die Welt nur (oder jedenfalls am besten) verbessern kann, wenn man erkennt, wie sie derzeit ist. Nur das ist ein tauglicher Ausgangspunkt für Verbesserung.
Diese Sichtweise gerät aber zunehmend aus der Mode.
Die Tendenz geht dahin, die Welt ideologisch / wunschgemäß zu sehen und dann die Wünsche zur Realität zu erklären und darauf aufbauend Politik zu machen.

Das ehrt Dich.

Noch ein Einwand:
Die Argumentationskette geht wie folgt:

  • Vonovia spart die Wohnungen zu Tode (saniert nicht usw.)
  • Vonovia macht hohe Gewinne
  • wir übernehmen die Wohnungen und verwenden die bisherigen Gewinne zur Sanierung
  • das können wir ohne Mieterhöhung machen, weil ja die Aktionäre kein Geld mehr kriegen.
    Soweit, so gut.

Aber die Zinsen für die Schuldscheinfinanzierung sollen auch aus den bisherigen Gewinnbeträgen bezahlt werden. 3,5 % auf eine noch unbekannte Entschädigungssumme.
Und die Kosten der ganzen Aktion auch (insb. Aufbau einer AöR, die 200.000 Wohnungen professionell verwalten kann).
Das klingt verdächtig danach, dass dasselbe Geld zweimal ausgegeben werden soll.

Weiterhin:
Die Entschädigungssumme wird mit 40-60% des Verkehrswertes veranschlagt.
Nehmen wir an, dass die Rechnung bei dem Betrag aufgeht (was ich schon stark bezweifle).
Was aber ist, wenn die Gerichte irgendwann entscheiden, dass 98% gezahlt werden müssen?
Dann fliegt ihnen die ganze Kalkulation um die Ohren.
Die Schuldscheinzinsen steigen um 50-100 %.

Folge? sie müssen dann eigentlich die Mieten erhöhen, da werden sich die Bewohner freuen.
Oder sie bezahlen die Differenz aus den Steuern (die Berlin eh schon fehlen).

Alleine dieses Risiko ist m.E. für ein Land wie Berlin untragbar.
Warum nicht mit Staatsgeld Wohnungen kaufen und bauen, Genossenschaften unterstützen, Wohnungsgemeinnützigkeitsmodelle wiederbelegen usw usw?

Da geht man keine 100-jährigen Bindungen in ungewisser Höhe ein, sondern kann Schritt für Schritt nach seinen Möglichkeiten vorgehen.
Der Wunsch nach Enteignung ist in der Situation Berlins m.E. nur ideologsch begründet, nicht finanziell oder am Zweck orientiert.

Und apropos Berlin:
glaubt jemand wirklich, dass die Berliner Landesverwaltung dieses Mammutprojekt hinbekommt?
Es wird spätestens daran scheitern, dass die öfftl. Hand in Berlin 200.000 Wohnungen professionell verwalten soll. Wo sollen die Fachleute und die Strukturen dafür herkommen?
Das ist keine Kleinigkeit!
Und dann wäre die Linke Regierung der Vermieter und müsste auch mal Mieter kündigen und zwangsräumen, wenn die sich daneben benehmen
Tut sie das? Kann sie das politisch durchstehen?
Wenn nicht, leiden die Erträge und das Geld für die Zinsen fehlt.

Es gibt soviele Gründe, warum das ein Fiasko wird …
Auch für die Linke übrigens. Es wird nur Verlierer geben.
Es ist ein Projekt von Leuten, die keine Sachkenntnis oder Branchenerfahrung haben, und die kein eigenes Geld reinstecken müssen.

Aber diese Elif Eralp ist sooo sympathisch, die macht das schon.
Genauso sympathisch wie dieser Ulrich Siegmund aus Sachsen-Anhalt.
Denen können wir vertrauen.

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Als Berliner kann ich da nur sagen: no way.
Außerdem sind bei den gängigen Überlegungen die enormen Opportunitätskosten das wahre Problem. Denn selbst wenn das DWE/Linke-Modell technisch funktioniert und die AöR ihre Anleihen zunächst aus Mieten bedient, werden Kapital, Kreditwürdigkeit, Verwaltungskapazität und politische Aufmerksamkeit gebunden, die nicht gleichzeitig anderweitig eingesetzt werden können.
Die Linkspartei hat sich ausdrücklich auf das DWE-Modell festgelegt: gemeinwirtschaftliche AöR, Entschädigung deutlich unter Verkehrswert und Umsetzung auf Grundlage der DWE-Gesetzentwürfe.

Was wären solche Opportunitätskosten einer Vergesellschaftung?

Milliarden werden eingesetzt bzw. garantiert, um Eigentum an bestehenden Wohnungen zu übertragen.
Dieses Geld fehlt dann für Neubau, Eigenkapital landeseigener WBG oder Wohnungsbauförderung.
Es würde auc h fehlen für den Erwerb und die Erschließung von Bauland durch das Land Berlin, ebenso könnte das Land mit dem (dann fehlenden) Geld Grundstücke strategisch ankaufen, Infrastruktur finanzieren und dauerhaft öffentliche Bodenreserven aufbauen – mit zusätzlichem Wohnraum als möglichem Ergebnis.
Man könnte Genossenschaften fördern, Eigenkapitalhilfen, Erbbaurechte und günstige Darlehen für dauerhaft nicht-profitorientierten Wohnraum schaffen bzw. sichern, ohne einen gigantischen Bestandstransfer durchzuführen.
Wer bezahlt die Sanierung des vorhandenen öffentlichen Wohnungsbestands (energetische Sanierung, Heizungstausch, Barrierefreiheit und Instandhaltung)?
Alles konkurriert mit Schuldendienst und Kapitalbedarf einer neuen Groß-AöR.

Berlin hat bereits einen milliardenschweren Schulbau- und Sanierungsbedarf. Frühere Finanzplanungen sahen Schulbauausgaben von etwa 1,6–1,7 Mrd. € jährlich vor.

BVG, S-Bahn/Infrastruktur|Fahrzeuge, Strecken, Bahnhöfe, Brücken und Straßen konkurrieren auch um Investitions- und Kreditkapazität.
Allein das Verkehrsressort verfügt 2026 über rund 3 Mrd. € Ausgaben und sehr hohe langfristige Verpflichtungsermächtigungen.

Stichwort Klimaanpassung: Schwammstadt, Stadtgrün, Hitzeschutz, Gewässer, energetische Sanierung und Infrastrukturresilienz benötigen über Jahrzehnte Kapital.

Bei Digitalisierung/Verwaltungsreform hat gerade Berlin nicht nur ein riesiges Geldproblem, sondern auch ein Umsetzungs- bzw. Kapazitätsproblem.
Der Rechnungshof weist aktuell ausdrücklich auf Verzögerungen und mangelnde Verwaltungskapazität bei Investitionen hin.

Jeder nicht beanspruchte Kredit- oder Garantiespielraum würde die Fähigkeit verbessern, auf Rezession, Krisen oder unerwartete Ausgaben zu reagieren.

Ich muss inzwischen feststellen, der Diskurs hier im Forum ist inzwischen sowas von „dumm“, sogar angeführt von Mitgliedern des Vorstands des Betreibervereins und von der Moderation selbst. Vor allem von jemanden, der sich für besonders klug hält, aber offensichtlich sich noch niemals in der einfachen Rechtschreibung (Groß- und Kleinschreibung) auskennt. :grinning_face: Aber andere Beiträge als „dumm“ betiteln.

So wird das garantiert nichts, wenn hier User*innen rausgeekelt werden.

Tja, dann weiterhin viel Vergnügen!

das ganze ist ein Symbol- und Leuchtturmprojekt. es ist identitätsstiftend und stellt die Linke an die Spitze der Bewegung.
Es hat ein politisches Ziel, kein wohnungswirtschaftliches.
Das ist wie die Remigration bei der AfD.
Die Wähler werden für dumm verkauft.
und viele Wähler sind leider dumm genug, da mitzumachen.
es fehlt der sachverstand für solche fragen. gewählt wird nach gefühl.

Das sehe ich übrigens genau so, falls dir das noch nicht aufgefallen ist.

Sehr wahrscheinlich ist dir das nicht aufgefallen (wegen deiner eigenen Dummheit, und weil du zu viel Zeit mit pathetischem Geschwafel und dem Aufbau von Feindbildern verschwendest).

Das Problem könnte sein, dass es (derzeit) eine wirkliche politische Lösung gibt. Die Enteignung sehe ich als Lösung aus den von Dir genannten Gründen genauso wie Du als nicht realisierbar an. Ein den Bedarf deckender Neubau (nicht nur von Wohnungen sondern auch von begleitender Infrastruktur) ist ebenfalls - zumindest in den Ballungsgebieten - nicht wirklich realistisch. Es bleibt also - wie bei der Ökologie :wink: nur das Warten auf den Infarkt, nach dem dann - wie Du das an anderer Stelle genannt hast - ein „Neubeginn“ ansteht.

Was passiert nun, wenn man zu diesem Schluss kommt?

Wenn es also keine politische sondern „nur“ eine Marktlösung (Angebot und Nachfrage) gibt?

Das ist zwar kein wirklich politisches Versagen (weil jeder steuernde Eingriff allein aufgrund der vielen Querverbindungen unabsehbare Folgen hat (auch hier wieder die parallele zur gut gemeinten aber letztlich auch scheiternden Eingriffe des Menschen in die Natur, um die immer größer werdenden Probleme mit immer gigantischerm Aufwand zu verändern, nur um immer wieder festzustellen, das sich dadurch an anderer Stelle noch größere Lücken auftun).

Es wird von der Bevölkerung (In den Ballungszentren) aber sicher nicht gut aufgenommen, denn schließlich ist die Politik beauftragt worden, u.a. genau dieses Problem zu lösen (wahrscheinlich ist die Mehrheit der deutschen WählerInnen Mieter).

Wir haben also auf der einen Seite die Forderung nach einer politischen Lösung seitens der Wähler - und auf der anderen Seite das Eingeständnis, dass es für diese Forderung gar keine wirkliche politische Lösung gibt.

Was resultiert aus dieser Ent-Täuschung? Gut wäre, froh darüber zu sein, dass man nicht mehr einer Täuschung hinterher läuft, und sein Leben ob dieser Erkenntnis anders auszurichten - schlecht wäre, trotzdem an der Täuschung festzuhalten, und nur den politischen Anbieter vermeintlicher Lösungen zu wechseln, und sich damit politisch zu radikalisieren.

Leider scheint es so, dass sich aktuell die meisten eher für die zweite Lösung entscheiden.

Da wird auch Aufklärung nicht helfen, da dies die Bereitschaft erfordert, die eigenen Täuschungen zu erkennen und diesen Täuschungen nicht länger hinterherzulaufen.

Es bleibt natürlich die Frage, ob die angebotenen Täuschungsalternativen tatsächlich nur weitere Versuche einer neuerlichen Täuschung sind (in diesem Fall die von der Linken geplanten Enteignungen).

So sehr ich (s.o.) so wie Du zu dem Schluss komme, dass Enteignungen keine Lösungen sondern nur eine weitere Täuschung sind - aufgrund meiner mangelnden Wirtschaftskompetenz vermag ich das in letzter Konsequenz gar nicht wirklich zu beurteilen.

Selbst die oben aufgestellte These, das Problem sei politisch überhaupt nicht lösbar, steht schon ob dieser fehlenden Wirtschaftskompetenz auf tönernen Füßen :thinking:

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Das ist eine gute Beschreibung und Analyse.
Der Wähler fordert von der Politik Lösungen, die diese bei nüchterner Betrachtung nicht liefern kann.
Vor Wahlen wird dennoch -wider die Vernunft- eine Lösung versprochen, weil der Wähler sie ja ultimativ fordert.
Nach der Wahl merkt der Wähler, dass die Lösung (wie absehbar) nicht kommt und ist empört.
Dann werden Köpfe ausgetauscht, oder es wird schlimmstenfalls neu gewählt und das Spiel beginnt von vorne.
Dabei gilt: wer regiert, verliert. Denn er soll liefern und kann nicht.

Die Opposition (AfD, Linke) verspricht währenddessen das Blaue vom Himmel und gewinnt an Zustimmung.
Sobald die regieren, werden aber auch sie scheitern und die Wähler enttäuschen.
Keine Ahnung, was dann kommt.
Muss es dann noch extremer werden?
Umsturz, Revolution, Bürgerkrieg?
Oder begreifen die Leute irgendwann, dass der Staat nicht fähig ist, ihnen die Wirklichkeit vom Leib zu halten und alle Probleme zu lösen?
Insb. dann nicht, wenn den steigenden Forderungen nach staatl. Unterstützung eine zerbröselnde Wirtschaft und enorme außen- und sicherheitspolitische Probleme gegenüberstehen.

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Trotzdem kann „die Politik“ Gesetze ändern bis sie abgewählt wird. Wer diese Gelegenheit nicht nutzt, braucht sich nicht heraus zu reden.

Das eine ist, Gesetze zu ändern, von deren Änderungen man (als Partei als auch als Abgeordneter) überzeugt ist - das muss natürlich zwingend (der internen Logik des Parlamentarismus folgend) gemacht werden - das ist die aus meiner Sicht auch eine berechtigte Erwartungshaltung an die Politik.

Etwas zu ändern bzw. eine Änderungsversuch zu machen, nur um es zu ändern, ist hingegen kontraproduktiv.

Das gilt auch für ein vielleicht verfehltes Konzept, das sich evtl. Jahrzehnte in einem juristischen Schwebezustand befindet, ohne das sich irgend etwas an dem Problem verändert. Die Glaubwürdigkeit wird wahrscheinlich darunter leiden - selbst dann, wenn die Maßnahmen sinnvoll sind (das sieht man wieder auch beim Klimaschutz).