Wo bleibt die Zuversicht?

vs.

Beides ist richtig, aber nicht für alle Menschen :slight_smile:
Meine Standardthese dazu:
digitale Technik macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer.

Ich arbeite seit ein paar Tagen an einem komplizierten Schriftsatz (in einer privaten Sache) in einer Materie, von der ich wenig verstehe.
Ich habe der KI die Sache zunächst neutral zur Begutachtung vorgelegt.
Dann habe ich ihr in einer zweiten Runde meine dazu verfasste Stellungnahme gegeben.
Dann gab es wegen Folgefragen Runde 3 und 4.
Aus den verschiedenen Reaktionen der KI bastele ich jetzt einen Schriftsatz zusammen.
Ich denke, dass ich bei der Vorgehensweise wenig Gefahr laufe, zu verblöden.

Wenn ich stattdessen sage „Schreib mir einen Schriftsatz, der die Position der Gegenseite möglichst schlecht darstellt“, kriege ich vermutlich tendenziöses Gelaber ohne juristisches Fundament.

Auch bei KI gilt „shit in - shit out“

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Sicher bin ich mir nicht. Ich kann irren.

Da wäre ich mir nicht sicher, die Sport-Annalen sagen etwas anderes. Das sind allerdings keine Durchschnittsaussagen. Selbst wenn es stimmt, es heißt doch nur, dass wir unsere Fähigkeiten an die Erfordernisse angpasst haben.

Das wird vermutlich auch mit den kognitiven Fähigkeiten passieren, sie werden sich anpassen an die Erfordernisse.

Kopfrechnen hat seine Bedeutung seit der Erfindung des Rechenschiebers verloren, aber den muss man erstmal verstehen.

Wissen auswendig lernen ist seit der Verbreitung von Lexika nicht mehr im Fokus, es hat mit der ubiquitären Verfügbarkeit von Faktenwissen durch Smartphone und Internet noch mehr an Relevanz verloren. Aber recherchieren im Internet ist auch nicht trivial.

Ähnlich könnte es mit der KI laufen. Unsere Fähigkeiten werden sich verändern.

Wir werden allerdings mit der schrecklichen Kränkung leben müssen, dass wir voraussichtlich bald nicht mehr die intelligentesten Geschöpfe auf diesem Planeten sein werden.

Das ist die These, die ich in dem Podcast der Zeit gehört habe, auf Mathematiker bezogen.

Es protestiert aber niemand dagegen, dass die Schere zwischen klug und dumm immer weiter auseinander geht. :wink:

Irgendwann wird es vermutlich keine kostenlose Ki-Nutzung mehr geben, sondern nur noch Bezahlversionen. :thinking:

Oder werbefinanziert. Irgendwo muss das Geld doch herkommen. :thinking:

Das wäre nicht das Schlimmste.
Ich hatte gestern zum Beispiel eine Anfrage gestellt, die die KI leider nicht beantworten konnte, und zwar suche ich nach einem Sonnenschirm mit bestimmten Eigenschaften, der außerdem einen bestimmten Mastdurchmesser hat, um in eine vorhandene Halterung zu passen. Wenn sie mir statt „Leider macht der Hersteller zum Durchmesser des Masts keine genauen Angaben“ einfach was Passendes vorgeschlagen hätte, hätte ich das sofort bestellt.

Genau da werden die riesigen Investitionen die da in Rechenzentren getätigt werden fragwürdig.

Glaubst du nicht, dass es genug Leute gibt, die sie kostenpflichtig nutzen werden?

Ich bezweifle das.

Wieviel würdest du pro Jahr dafür ausgeben?

Ich habe ein Abo bei Gemini für ca 3 Euro im Monat. Es wird bereits in großem Umfang kostenpflichtig beruflich genutzt. Frag mal Anwälte. Ich habe ein Abo bei Gemini für ca 3 Euro im Monat.

1000 €?

kann ich kaum glauben

Das wären bei Mindestlohn 13,90 € pro Stunde zuzüglich 23 % Lohnnebenkosten dann ein Äquivalent von 58 Stunden, die die KI zu dem Preis im Jahr für mich arbeiten könnte.
Da ist sicher eher noch Luft nach oben als nach unten.

das wird die nächste „Spaltung“ und „Zweiklassengesellschaft“:
Menschen mit und ohne (gute=bezahlte) KI.
Wer 1000 im Jahr dafür ausgibt, hat ein fertiges Produkt mit geringer Fehlerquote.
Wer eine kostenlose Version kriegt, hat ein digitales Würfelspiel.

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Ich nehme aber ganz zuversichtlich an, dass die gläserne Decke dann nicht mehr so schwer zu durchbrechen sein wird wie jetzt (Menschen, die Mitarbeiter haben vs. Menschen, die keine haben).
Es kommt darauf an, wie teuer die guten Bezahlversionen sein werden.

Also I nutze ChatGPT und Gemini (kostenfrei!) sehr oft und bin eigentlich ziemlich begeistert. I habe per KI schon sehr viel gelernt und sie als sehr geduldige Lehrerin kennengelernt. Ich verwende KI bei naturwissenschaftlichen Fragen/Berechnungen (primär Physik) und gelegentlich auch, wenn es mehr um ingenieurtechnische Themen geht. Da kommen immer sehr sinnvolle und lehrreiche Antworten.

Zur Beantwortung von Blöd-Fragen setze ich keine KI ein und auch nicht bei politischen Fragenstellungen. Ich suche in der KI auch keinen Gesprächspartner, der mir eine reale Person ersetzt oder gar einen Psychotherapeuten.

Meines Erachtens sollte man es mit den Objektivitätsforderungen an die KI auch nicht übertreiben. Wie definiere ich überhaupt, was objektiv ist ? Gerade wenn es um Politik im weitesten Sinne (auch um geschichtliche Bewertungen) oder sozial- und gesellschaftswissenschaftliche, um philosophische Fragen geht gehen die Meinungen auch in der realen Welt (auch in der Welt der Wissenschaft !) weit auseinander. Ja, die Ansichten verändern sich ständig und haben sich ständig geändert. Es gibt hier also auch ohne KI keine wirkliche Objektivität.

Kann man KI auch weiterhin kostenfrei nutzen? Da bin ich eher skeptisch. Einst hat Adobe damit begonnen, Software nur noch per Abo zu verkaufen. Andere Software-Anbieter haben nach einiger Zeit ebenfalls erkannt, dass sich mit einer als Abo angebotenen Software ein Vielfaches von dem verdienen lässt, was der Verkauft der Software einbringen würde. Zudem kann Abo -Software nicht raubkopiert werden. Heute versucht dich quasi jeder, der eine Schrott-App entwickelt hat, in ein Abo zu locken.
Mit der KI wird es da ähnlich gehen. Je mehr die Leute die KI verwenden, desto schlechter wird die „freie“ Version werde. Aber auch die Leute , die die bessere KI-Version schließlich per Abo beziehen, können sich sicher sein, dass die Anbieter die Informationen, die der Nutzer preisgibt, auch weiterhin ungefragt für eigene kommerzielle Zwecke nutzen werden.

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Ja vermutlich. Wie auch bei guten Rechtsanwälten, vielleicht nicht ganz so extrem.

Was die Preisentwicklung angeht, ich vermute die Frontier-Modelle werden teuer sein, aber die Ebenen darunter werden im Preis/Leistungsverhältnis eher günstiger werden, wie in der IT üblich.

Kann ich nur bestätigen.

Der zukünftige amerikanische Präsident hat dazu offensichtlich auch eine Meinung:

Hier ein zuversichtlicher Artikel, den Stefan Rahmstorf vor einer halben Stunde auf gruene.social gepostet hat:

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Danke! Da habe ich gleich ein Lesezeichen gesetzt, und werde darüber bloggen. Ich bin schon länger der Meinung, dass es Kipppunkte „in beide Richtungen“ gibt.

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