Wird die Weltbevölkerung dümmer?

Die durchschnittliche Intelleginz der Menschen nimmt erstmals in der Geschichte ab.
Das wird hier behauptet und recht gut erläutert.

Nicht ganz klar ist, wieweit sich das vorwiegend auf die USA bezieht, aber die sind uns meistens ja nur ein paar Jahre voraus.

Mein Eindruck ist, dass an der These was dran ist.

Die Umkehrung des Flynn-Effekts.

Hier ein Artikel dazu, der sich besser liest (sorry, das Video mag ich mir nicht anhören)

Intelligenztests werden laufend nachgeeicht, sie sind historisch also schlecht vergleichbar. Es ist unklar, ob sie generell Intelligenz messen, sie messen eigentlich nur, wie gut die Testpersonen die speziellen Testfragen beantworten können. Es könnte aber sein, dass sich die Fähigkeiten unseres Gehirns verändern, weg von den Fähigkeiten, die die bestehenden Tests messen, hin zu neuen Fähigkeiten, z.B. sich im Internet zurecht zu finden.

Hier ein etwas älterer Artikel:

Ich habe gestern bei Zeit Wissen einen Podcast gehört über den Einsatz von KI in der Mathematik. Ein Wissenschaftler hat die These vertreten, dass die einen durch KI dümmer werden (das sind die, die alles an die KI delegieren), aber die anderen durch KI schlauer werden (die mit der KI lernen, so sozusagen als Sparringspartner benutzen).

Auch Schachspieler sind durch Schachcomputer nicht schlechter geworden, sondern benutzen sie zum Training.

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Intelligenz ist in dem Beitrag nur ein Nebenthema - Kollateralschaden sozusagen.

Es geht primär um den Verlust der allgemeinen Lebensfähigkeit ohne Hilfsmittel.

Um grassierende Inkompetenz.

Und da gehen die aktuellen Informationen von den meisten Lehrern

von ganz erheblichen Einbußen aus.

Auch die mir bekannten Lehrer haben mit Schülern ab spätestens 5. Klasse

diese Probleme. In Großstädten auch schon früher.

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Deine Technologie-Aversität ist schon bemerkenswert.

Den Schritt zu Hilfsmitteln hat die Menschheit bereits vor 10.000 Jahren getan. Mit der Nutzung von Stein- und später Metallwerkzeugen, mit dem Ackerbau, mit der warmen Kleidung, die erst die Besiedlung nördlicher Regionen möglichgemacht hat, und so weiter.

Viele können aber schon nicht mehr die einfachsten Rechenaufgaben ohne Handy rechnen. Ohne Google Maps irgendwo hinzufinden ist für so manche auch schon zu schwer. usw. usw.

Da hat @Teelicht schon einen Punkt.

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Ich liebe Technik. Ich kann aber eben auch ohne.

Viele konnten noch nie die einfachste Prozentrechnung machen, manche nicht mal mit Handy. Diese Diskussion tobt seit Erfindung der Taschenrechner.

dito. Kartenlesen ist auch keine so weit verbreitete Fähigkeit. Und sie leidet, wenn man gleichzeitig ein Fahrzeug führen muss. Bist du früher nie mit notdürftig gefalteter Karte auf dem Lenkrad mit einer halben Hand am Steuer und einem halben Auge auf der Straße gefahren.

Mit Goggle Maps hat man die Xhance sich zu orientieren und das Orientieren mit interaktiver Karte zu lernen. Auch eine wichtige Fähigkeit.

Und wie heizt du im Winter, wie machst du nachts Licht? Holz und Kerze? Wie kochst du deine Suppe? Auf offenem Scheitfeuer? Wie holst du deine Bankauszüge? Wie kommunizierst du mit Freunden, die nicht in Rufweite leben? Per Brieftaube? Wie schreibst du deine wertvollen Beiträge in diesem Forum?

… ich versuche so viel wie möglich selbst zu machen. Den Hirnmuskel anzuspannen, obwohl es einfacher wäre das in Taschenrechner oder KI - prompt zu schubsen.

Damit ich den Muskel nicht unter Arbeitsvermeidung abbaue.

So wie das auch mit Multipler Sklerose bei Schon- und Vermeidungshaltungen geht.

Ich habe genügend Technik gelernt um zu wissen wie ich einen Computer zusammen baue, in Funktion und Betrieb bringe, usw…

Oder wie ein Telefon funktioniert oder wie ich ein Funkgerät sachgerecht verwende, oder.

Naja Nachrichtentechnik, Katstrophenschutz und sowas.

Also bevor ich die Taubenzucht erlerne probiere ich ein

paar andere persönlich bekannte olle Kamellen.

Vielleicht könnte ich auch zur Instandsetzung beim Ausfall des Internets beitragen.

Ich würde gerne meinen Strom selbst produzieren. Das hat leider Grenzen

für Mieterinnen bei Wohngenossenschaften.

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verstehe ich.
das passt aber hiermit nicht so recht zusammen:

und das finde ich auch plausibel:

Aber ist das dasselbe wie Verlust an Intelligenz?

Man könnte auch anders fragen:
wenn die alten Fähigkeiten abgebaut werden, werden dafür die neuen Fähigkeiten ausreichend aufgebaut?
Sind die Leute heute genauso fähig wie früher, ihr Leben zu meistern?
Daran könnte man zweifeln, wenn man sich so umschaut.

schau es an, sonst ist es schwierig zu diskutieren
Es geht darin auch darum, dass 30-50% der Amis nur auf Grundschulniveau lesen können (wenn überhaupt).
Das ist keine Fähigkeit, die sich „überlebt“ hat, die ist auch heute noch essentiell wichtig.

Versuche doch mal, deinen Gehirnmuskel mit Unterstützung der KI zu trainieren. Frage sie Sachen, die du schon immer verstehen wolltest, dir aber kein Buch erklären konnte, frage sie, wenn du eine Stelle in einem Buch nicht verstehst. Du wirst sehr überrascht sein. Ich zumindest war es.

Es passt. Wenn man immer nur delegiert, wird man dümmer, wenn man zusammenarbeitet, lernt man. Egal ob mit KI oder mit NI.

Das ist gar nicht gut, hat aber mit der Verwendung von Technik nichts zu tun, oder?

das behauptet ja auch niemand.
Es bringt nix, wenn Du über Deine Assoziationen zur Überschrift redest, aber das Video und damit das Thema nicht kennst.
Wenn Du mitdiskutieren möchtest, schau bitte das Video an.
Andernfalls reden wir nicht vom selben.
Tut doch nicht weh und kostet nix, Mann.

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Die Frau hat selbst keine Probleme mit Technik. Sie beschreibt die Probleme vor Allem jüngerer nachdem sie Dinge verlernt oder aus Bequemlichkeit gar nicht erst begonnen haben. Angst vor dem Auto fahren, obwohl sich so keine persönliche Mobilität entwickeln konnte zum Beispiel. Sie spricht dabei auch über Ihre eigenen Schwierigkeiten kommt für sich jedoch zu konstruktiven Lösungen und Verbesserungen.

Falls sie Dir zu schnell spricht , hast Du es schon mit Untertiteln oder Synchronisation versucht ? Sonst ist es schon herausfordernd zu folgen.

Doch, die Sprechweise der Frau tut weh und das Video kostet Zeit. Ihre These hat sie aber nicht selbst erfunden, sie wird auch von anderen beschrieben, Ich habe dazu zwei kurze Artikel verlinkt.

Ich finde generell, man kann hier Videos verlinken, sollte aber die wichtigsten Punkte zusammenfassen, wenn man darüber diskutieren will.

Hmm…

Hab das Video angesehen und ein bisschen recherchiert.
Sie beginnt mit den IQ Tests und schwenkt auf Lebenstüchtigkeit, Erziehung und psychische Gesundheit, macht also einen Rundumschlag. Aber die Zusammenhänge sind vielfältig.

Gründe für den Flynn-Effekt sieht man in verbesserten Bedingungen für das Aufwachsen der Kinder einschließlich der medizinischen Versorgung und der schulischen Förderung. In Norwegen sind vor allem schlechte Testergebnisse weggefallen, anderswo war eher die Spitze beteiligt bzw alle, über Leistungsbereiche, sozialökonomische Schicht usw hinweg. Auch in den Dimensionen der IQ-Tests gibt es Unterschiede:
Europe PMC,
Europe PMC,
Datei:Ourworldindata wisc-iq-gains-over-time-flynn-2007.png – Wikipedia.

Die umgekehrte Flynn-Effekt ist ebenso vielfältig, von Stagnation bis Rückgang, in den Staaten unterschiedlich und auch die Gründe variieren. Auch die Dimensionen von Intelligenz, je nach Modell, spielen eine unterschiedliche Rolle, zb
Europe PMC,
Europe PMC (räumliches Denken, Deutschland)

Natürlich machen die Veränderungen, wie Kinder aufwachsen, einen großen Unterschied, aber man kann das nicht so einfach über einen Kamm scheren.
Helikopter-Eltern zb sind in vielen Ländern eine neuere Erscheinung, aber doch nur eine bubble, neben vielen anderen Strömungen. (Btw, erlernte Hilflosigkeit, die im Video erwähnt wird, ist eigentlich etwas anderes). Besonders komplex ist der Einfluss der neuen Medien.

Ein paar Punkte in einem Test, mal hier mal da, sollten nicht so den Unterschied machen, anders als der große Anstieg im letzten Jahrhundert.
Fehlende Fähigkeiten in basalen Kulturtechniken wie lesen, schreiben, rechnen sind da schon einschneidender. Man braucht keine Intelligenzmessung, um das Problem zu sehen.

Ich frage mich, ob solche Videos Fragen an die sich verändernde Welt wirklich beantworten können, und warum ihr dort nach Antworten sucht.
Was ist eigentlich die Frage?

Diese steht doch oben in der Thread-Überschrift.

@lawandorder möchte halt über sein Lieblingsthema „Dummheit“ diskutieren. :grinning_face:

In der Regel denkt man in Sachen Dummheit in erster Linie eher an mangelnde Intelligenz, die vielleicht unvernünftige, törichte Handlungen oder halt „dumme“ Meinungen verursachen.

Es gibt aber auch die Dummheit aufgrund von Arroganz, bei der Stolz, fehlende Einsicht, Selbstüberschätzung und Unbelehrbarkeit dazu führen kann, sich fehlerhaft, ignorant oder unvernünftig zu verhalten.

Arrogante Menschen halten sich für überlegen, sie glauben, sie wissen bereits alles und müssen nicht mehr zuhören oder nachdenken, Menschen, die halt anderer Meinung sind wie man selbst, sind halt „dumm“ und Hinweise oder Kritik von anderen ignorieren sie oder werten sie ab.

Einverstanden. Wenn jemand nicht richtig lesen oder schreiben kann, hat er ein Problem, ohne dass dafür ein Intelligenz-Test nötig wäre.

ich habe nicht gesucht, ich habs zufällig gesehen und fand die angesprochenen Themen interessant.

Es sind viele Fragen. Du kannst Dir eine oder mehrere oder alle aussuchen :slight_smile:
zB

  1. Nimmt die Intelligenz der Weltbevölkerung / der deutschen Bevölkerung/ der US-Bevölkerung grds. ab?
  2. Oder verschieben sich nur die intellektuellen Kompetenzen, so dass die Tests falsche Werte produzieren?
  3. Oder kommen die Menschen mit geringer Intelligenz heute einfach mehr und häufiger zu Wort als früher? Wird die geringe Intelligenz also einfach häufiger sichtbar als früher?
  4. Folgefrage dazu: wird geringe Intelligenz heute in größerem Maße akzeptiert als früher?
    Ist es nicht mehr peinlich, dummes Zeug zu schreiben, weil alles mit dem großen Besen der Meinungsfreiheit zusammengekehrt wird (siehe zB den vorangegangenen Beitrag)?
  5. Von der praktischen Seite her betrachtet:
    Sind die Menschen heute durchschnittlich ebenso lebenstüchtig wie vor 30 oder 50 Jahren?
    Oder weniger?
  6. Könnte der miserable Zustand der Welt etwas mit dem Verlust von Intelligenz und Lebenstüchtigkeit zu tun haben?
  7. Wenn es einen Verlust an Intelligenz und Lebenstüchtigkeit gibt, ist er eine Folge der Digitalisierung des ganzen Lebens?
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Ein paar Anmerkungen

Es gibt keine allgemeingültige messbare Definition von Intelligenz. Der IQ misst nur die Fähigkeiten den jeweiligen Tests zu bestehen, ist also immer nur in Bezug auf ein bestimmtes Testverfahren aussagekräftig. So gesehen ist die einfache richtig/falsch-Frage nicht zu beantworten.

Auch verändern sich Testverfahren und Metrik im Lauf der Jahrzehnte, so dass historische Vergleich problematisch sind.

Der Begriff „lebenstüchtig“ bezieht sich immer auf die Umgebung. In einer heutigen Umgebung wäre ein Mensch aus der Mitte des letzten Jahrhunderts ziemlich lebensuntüchtig. Umgekehrt, wer heute noch das Autofahren nur mit Automatikschaltung beherrscht, wäre in einem alten Käfer verloren.

Die Welt war früher nicht weniger miserabel. Eher mehr.

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ja ja, ist ja gut.
Alles ist unsicher, schwierig und relativ.
Das wissen wir doch (wobei es bisher doch @HarmsCar s Aufgabe war, das immer wieder zu erklären; wieso jetzt Du auch noch?)
Aber können wir nicht trotzdem ein wenig über die Welt nachdenken und uns vernünftig unterhalten? Gerne mit dem allgemeinen Vorbehalt „alles ist unsicher, schwierig und relativ.“

Ersteres ja, Letzteres offensichtlich nicht.