Wie viel Privatbesitz muss sein?

Viele Gegenstände werden nicht optimal genutzt, und es wäre gut möglich, sie mit anderen Menschen zu teilen.
Spontan fallen mir da Dinge wie Boote, Bohrmaschinen und Rasenmäher ein.

In der Schule habe ich gelernt, dass man alles, das mit F beginnt, aber nicht verleihen sollte, und zwar (für Kinder relevant) Füller und Fahrräder.

An das mit den Fahrrädern musste ich später noch oft denken als ich in einer Umweltbildungsstation gearbeitet habe, die in einen eigentlich vorbildlichen Sozial-Projekt aus vielen kaputten Fahrrädern funktionierende gemacht und sie uns dann zur Verfügung gestellt hat, damit wir sie zu unseren Bildungsveranstaltungen an Gruppen verleihen konnten.

Es hatte aber niemand daran gedacht, wer sich dann kümmern sollte, wenn wieder etwas an den Rädern kaputt geht.

Habt ihr gute Erfahrungen mit Leihen/Verleihen/Teilen gemacht?

Wenn es gut läuft, kann das ja durchaus Platz, Zeit und Ressourcen sparen.

Ja, einen zentralen Rasenmähroboter der selbstständig in allen Gärten im Viertel den Rasen mäht.

Größere Yachten werden üblicherweise gechartered.

Kann man in den Baumärkten machen. Aber der Aufwand wegen zwei Löchern erst in den Baumarkt fahren? Ich habe dafür seit 40 Jahren eine Bosch Bohrmaschine. Verdammt langlebig das Teil. Habe jetzt aber zusätzlich einen Akkubohrer (Bequemlichkeit) und einen Bohrhammer (Löcher in Betondecken u.ä)

Die Bequemlichkeit der Menschen wird hier gerne als etwas Negatives denunziert, ich liebe sie.

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Ja, das ist auch gut so. Es geht aber auch um kleine Boote für den regelmäßigen Gebrauch. Ich würde zum Beispiel gern meine Segeljolle teilen und hätte dann weniger laufende Kosten, weniger Arbeit und sie natürlich im Gegenzug nicht immer zur Verfügung. Es findet sich aber niemand. Die Leute wollen entweder nur unkompliziert mitsegeln und helfen dafür auch mal, oder sie wollen ein eigenes Boot. Ich verstehe das nicht, und einen professionellen Jollenverleih gibt es bei uns nicht, sonst hätte ich gar kein eigenes Segelboot.

Würdest du denn die Geräte verleihen, wenn dich jemand darum bittet, der es näher zu dir hat als zum nächsten Baumarkt?

Das ist wohl der springende Punkt bei allen Formen von Sharing … wer kümmert sich und wer bezahlts. Ist ein Schaden gewöhnlicher Verschleiß oder eine Beschädigung die jemand verursacht hat? Ist der Bohrer nur abgenutzt oder wurde er falsch verwendet? Um viele kleine Dinge lohnt es sich nicht zu streiten, in Summe sind sie dann aber doch störend genug dass man es vielleicht lieber lässt seinen Besitz zu verleihen.

Gute Erfahrungen hab ich mit Dingen gemacht die tatsächlich gemeinschaftlich organisiert wurden. Bei Segelbooten funktioniert das Teilen oft über eine Vereinsstruktur. In Wohnungseigentümergemeinschaften kann man auch sehr unkompliziert beschließen dass gewisse Dinge als Gemeinschaft angeschafft werden und allen zur Verfügung stehen.

Ja, wir haben auch schon ein paar Vereinsboote angeschafft, aber auch da muss sich natürlich jemand drum kümmern. „Ehrenamtlicher Bootswart“ ist nicht gerade ein Traumjob, und man möchte das Segeln aber auch nicht nur den Reichen ermöglichen, die sich einen hauptamtlichen Bootswart leisten könnten. Gerade die entscheiden sich dann sowieso eher für ein eigenes Boot, je größer desto besser.

Wenn es sich nicht lohnt zu streiten, würde nur Großzügigkeit helfen.

Das Problem ist ja, dass man für’s Verleihen auch nicht einfach Geld annehmen darf ohne größeren bürokratischen Aufwand.

Nur als Idee aus dem Segelflugverein eines Bekannten: Wer dort kostenlos fliegen will, muss eine gewisse Anzahl Arbeitsstunden für Wartung und Reparatur der Flugzeuge ableisten (vor dem Fliegen!). Könnte man mit Booten auch machen.
Ansonsten: Mein verliehenes Werkzeug habe ich meist nie oder nur nach Jahren zurückbekommen und daher gilt für mich die alte Handwerkerinnenregel:
Männer und Werkzeug verleiht man nicht. :wink:

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Ja, ich kenne das aus ganz alten Zeiten. Als ich segeln gelernt habe, musste ich dafür bei der DLRG sowohl Holzpaletten auseinandernehmen als auch einmal pro Woche eine Kindergruppe leiten. Das mit den Paletten musste allerdings jemand im Ehrenamt anleiten und beaufsichtigen, und ich hatte damals zwischen Abi und Studium viel Freizeit. Ich freue mich, dass das so klappt bei dem Segelflugverein.

Willst du meine ökologische Gesinnung prüfen?

So teuer sind gebraucht Jollen auch wieder nicht, dass man dafür zu den „Reichen“ gehören muss.

Dieses ständige Reichen-Bashing geht mir gerade ziemlich auf den Senkel. Es überlagert fast jede vernünftige Diskussion.

Nein, ich wollte wissen, ob du auch die Bequemlichkeit anderer freundlich unterstützen würdest

xxxxxxxxx

In der Anschaffung nicht, aber im Unterhalt mit Sommer- und Winterliegeplatz, Reparaturen, und man braucht ein Auto oder einen Kran, um sie ins Wasser zu legen.

Welche „Reichen“ Gruppe möchtest Du von Kritik ( und Steuern/Abgaben ) frei halten ?

Reiche Erben? Reiche Unternehmer ? Reiche Lobbyisten ? Reiche Pensionäre ? Reiche Erblasser ? Reiche Familien ?

Und welche Gruppen würdest Du generell von Reichen Maßnahmen freihalten ?

Die reichsten 10 % ( >5294,- € )

die reichsten 5 %

die reichsten 1 % ( >1,7,- Millionen € )

die reichsten 0,1 %

Einkommensmillionäre ?

Milliardäre ?

Quelle: https://www.business-leaders.net/wohlhabend-vermoegend-reich-reicher-am-reichsten/

Weil ohne Einordnung ist „Reiche“ keine bestimmbare Größe.

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Ich meine die Reichen von @Biologin

Für eine genauere Spezifikation bitte dort nachfragen.

wer ist „man“?
und warum eigentlich nicht?
ich überlasse „den Reichen“ auch gerne das Selber-Flugzeug-Fliegen, das Hubschrauberfliegen, das Yacht-Fahren, das Heli-Skiing in Kanada, die Villa in Kitzbühel oder Dubai und das ganze andere Gedöns. Ich brauch das nicht.

OK, dann kann oder will ich mir das halt nicht leisten und lasse es.
Ich muss nicht segeln.

Es ging dabei ja um die Frage, ob man sich als Verein im Fall der Segelboote einen professionellen Bootswart leistet, um gemeinschaftlich genutzte Vereinsboote zur Verfügung zu stellen, die er dann in Schuss hält.

Was würde der verdienen? 50000€ pro Jahr inklusive Lohnnebenkosten?
Alle die locker sagen könnten „Jawohl, daran beteilige ich mich“ sind reich nach dieser Definition.
Bashen will ich die keinesfalls, ich würde da auch mitmachen, aber die meisten der „Reichen“ wollen lieber ein eigenes Boot als gemeinschaftlich genutzte Boote.

An euren teils seltsamen Antworten merke ich übrigens gerade, dass die Überschrift vielleicht nicht so gut gewählt ist, weil sie irgendwelche Triggerpunkte anspricht. Mir geht es eigentlich um die Frage, ob es besser ist, Dinge gemeinsam zu besitzen, sie einfach aus einem Pool von Dingen nutzen zu können, oder ob es besser ist, sie allein zu besitzen.

Sollte das nicht jeder für sich entscheiden?

Ja, natürlich, aber man kann ja unterschiedliche Präferenzen haben.
Ich zum Beispiel habe sehr viele Sachen, die ich einfach nur besitze, weil ich sie zur Verfügung haben möchte, die aber viel zu viel Platz weg nehmen. Einen Teil davon nutzen wir schon gemeinschaftlich mit den Nachbarn (z.B. Gartengeräte und Werkzeuge) oder leihen sie ihnen bei Bedarf (z.B. Auto). Da wäre aber noch Luft nach oben.
Andere Leute konkurrieren vielleicht eher mit den Nachbarn oder trauen ihnen nicht zu, ordentlich mit den Sachen umzugehen? Mich interessieren hier die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen.

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Dat tut nich not! Es macht einen erheblichen Unterschied, ob jemand seinen Erfolg nach dem Prinzip „Gutes Geldfür gute Ware und gute Leistung“ zustande bringt oder mit faulen Tricks. Ober er zum Wohle seiner Mitmenschen agiert oder zu deren Schaden. Und wenn jemand seine wirtschaftliche bzw. finanzielle Macht dazu missbraucht, um durch Einflussnahme auf die Politik seine Machtposition weiter auszubauen, sollte man dem einen Riegel vorschieben.

Gerade Letzteres könnte häufig der Fall sein:

Fritzchen fragt die Nachbarin: „Frau Krüger, können Sie uns mal bitte ihre Schere leihen?“ - „Fritzchen, habt ihr nicht selbst eine?“ - „Ja, doch. Aber Mutti sagt, zum Büchsenöffnen wäre die zu schade.“

Grundsätzlich ist das Teilen von Gegenständen eine durchaus überlegenswerte Idee. Oder aber als Nachbarschaftshilfe. So mussten wir z. B. Im Winter unsere Autobatterie wieder laden, weil wir unser Wägelchen eine Woche zu lange nicht bewegt hatten. Bei unserem Ladegerät war jedoch die 5A-Sicherung kaputt und wir hatten keine neue. So lieh uns ein Nachbar sein Gerät. Und dann lief die Sache wieder. Ein anderer Nachbar half uns beim Besorgen der Sicherungen.

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