Wie geht es in der Ukraine weiter bzw. Fortsetzung von "Diesen Krieg kann keiner..."

Ich würde das gar nicht als Fehler sehen, wie die Einigungen 1991 nach dem Zerfall der UdSSR gewesen waren. Das würde darauf schließen können, dass es um Fehler sich handeln würde, die nachträglich schwer nur noch, oder im Anblick des fürchterlichen Krieges auch gar nicht mehr korrigierbar wären, weil ohnehin alles vom Anfang her falsch gewesen war.

Es ist vom Grunde her gedacht einfacher: Die Entwicklungen beider Staaten, Russland und Ukraine, drifteten auseinander, welches das erste Mal sich in der Orangenen Revolution im Herbst 2004 und dann in den Protesten auf dem Maidan 2014 ausdrückte.

Anders wie in anderen Teilen Osteuropas schon früh, zeichnete sich der Prozess nach nationaler Identität in der Ukraine gegenüber Russland, und damit verbunden den Anschluss an den Westen später ab.

Ich bin der Ansicht, dass die Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) im Dezember 1991, die nach dem Ende der UdSSR folgte, wozu die Ukraine und Russland, sowie eine Reihe anderer Staaten gehörte, die Erosion des Zusammenhalts zwischen Ukrainer und Russen, wie es ihn innerhalb der UdSSR gegeben hatte, verlangsamte. Immerhin gab es von 1999 bis 2019 (in den letzteren Jahren sicherlich nur noch auf dem Papier) einen Freundschaftsvertrag beider Staaten.

Der Krieg, den wir heute sehen, ist daher einer Zeit zuzuordnen, in die auch die Kriege im ehemaligen Jugoslawien gehören - nur mit einer Verzögerung.

Es kann nicht in unserem Interesse sein, dass Staaten der ehemaligen UdSSR gegeneinander Krieg führen, daher sollten wir mehr als bisher gegenüber der Ukraine und Russland auf unsere Vermittlung drängen. Als Merz mit Macron, Starmer und Tusk unlängst in Kiew war, hatte Putin danach reagiert und die Verhandlungen in Istanbul vorgeschlagen.

Russland hat ein größeres geostrategisches Interesse an der Ukraine. Dahinein fällt auch der Krieg. Es geht darum diesen Teil des überhöhten geostrategischen Interesses Russlands herauszunehmen, indem der Westen sich um ein eigenes geostrategisches Interesse bemüht, an dem die Ukraine wiederum Interesse hat. Erster Schritt wäre ein komplett durchdachter Waffenstillstand von 30 Tagen mit einer wirklichen Verhandlungsperspektive, einem Verhandlungsplan.

Dadurch kann der Westen und insbesondere die führenden Staaten der EU den Wind aus den Segeln nehmen und diesen Krieg beenden und Lösungen vorschlagen, die dann Russland und die Ukraine selber in Begleitung der internationalen Staatengemeinschaft, insbesondere auch von uns Europäern aushandeln können.

Der Westen hatte sich mit Rücksicht auf Russland zunächst zurückhaltend auf die Belange z.B. von Litauen, Estland, Litauen und eine Reihen anderer Staaten, die damals in die Nato und auch in die EU wollten gezeigt. Viele dieser Staaten haben aber eine schwere Vergangenheit mit Russland hinter sich und Russland führte nach der Wende schnell Krieg in Tschetschenien. In Osteuropa herrschte nach der Wende schnell auch eine Stimmung, die von Russland abgewandt war. Dann wurde 1997 mit Russland die Nato-Russland-Grundakte geschlossen, die das Anliegen vieler Staaten, die der Nato beitreten wollten, in Moderation mit Russland regeln sollten.

2000 unter dem Präsidenten Putin überlegte Russland ernsthaft der Nato beizutreten, aber die Stimmung war bei einigen Staaten Osteuropas reserviert gegenüber einem Beitritt Russlands und trotz besserer Beziehungen zu den Staaten Westeuropas und den USA wurden Überlegungen mit Russland, vielleicht sogar unter dem Dach der Nato eine neue Weltsicherheitsarchitektur zu begründen, verworfen.

Ja, und das wäre für Putin sogar eine Hilfe, die Selenskyj zuerst verstehen muss.

ja, der Großkapitalismus in verschiedenfarbigen Gewändern, ist das heute die Welt beherrschende System

und das mit dem Punkt, das vertrete ich ja auch,
es war dennoch unrealistisch und unnachhaltig konzipiert - evtl. sogar wegen der Großkapitalistischen- und Mafia-Bedingungen oder -Szenarien, die dahin geführt haben,
_ wobei diese unrealistische und unnachhaltige Konzeption eben den Raum ließ, sodass Russland genug Anlässe findet, im Nachhinein den Punkt nicht als Punkt zu sehen, sondern als Fragezeichen, oder Ähnliches…
(nicht vergessen dabei, dass es Bedingungen seitens Russlands gegeben hat, für jenen „Punkt“, bezüglich der Osterweiterung der Nato…)
_alles schließlich zu Lasten der Bevölkerungen (deren Interessen ich dann eher im Vordergrund für weitere, gerechtere Überlegungen stelle)

sehe ich ähnlich und anklagen tue ich sicher auch im Falle von Russland, hast du einen anderen Eindruck bekommen?

Ich hatte gerade mal Zeit, mir dieses Interview mit Colonel Lawrence Wilkerson durchzulesen.

Die Kernaussage davon ist eigentlich diese:
„Wenn mich Leute fragen: „Warum hängt Europa so tief in dieser Ukraine-Angelegenheit drin?“, sage ich: „Wir haben sie dazu gemacht! Das ist ein Krieg zwischen Washington und Moskau, nicht zwischen Kiew und Moskau. Kiew ist das Instrument unseres Krieges.““

Jetzt wäre der nächste Schritt, sich das im Original anzuhören, um es auch zitieren zu können. Hat das jemand von euch schon getan und kann die Minutenangabe machen?

Hier ist das Video vom Interview:

Es ist eine ganze Stunde lang

Ich finde, dass die Bewertung der Amerikaner, in dem Sinne, es wäre ein Krieg zwischen Washington und Moskau, überschätzt wird. In der Riege der letzten US-Präsidenten war es lediglich Bush, der benannt werden könnte, diese Lage mit verursacht zu haben (Joe Biden hätte im entscheidenden Moment noch eine Wende einleiten können, war aber weniger schuld an der Entwicklung bis zum Jahr 2021), aber auch dieser Bush führte eine Beziehung zu Putin, die nicht außerordentlich schlecht war. Die andere Seite ist die, dass die USA eine Strategie hatten, über die Ukraine einen Zugang zu Russland zu finden, um Russland, ich will mal sagen, nicht zu einem Konfliktherd aufsteigen zu lassen. Das ist natürlich mächtig in die Hose gegangen, aber von einem Krieg zwischen Washington und Moskau mehr zu sprechen, als von einem Krieg zwischen Moskau und Kiew, ist falsch. Der Kriegsausbruch hatte die Gründe, die im Donbass zu suchen waren und Russlands internes Umgehen mit der Krise im Donbass. Was aber auch richtig ist, dass das Vorgehen Russlands im Jahr 2021 und die Vorgehen der westlichen Staaten unter dem Einfluss der USA und dem neu gewählten US Präsidenten Biden gestanden haben, und dieses dann zu keiner Verhandlungslösung führte, den Konflikt Russlands mit der Ukraine aufzulösen. Zur selben Zeit hatte Angela Merkel, die bis dorthin ein Faustpfand für eine deeskalierende Strategie war, ihren Einfluss aufgrund ihres bevorstehenden Amtsendes verloren.

Schaut man sich die spätere PK unseres früheren Bundeskanzlers Scholz in Moskau mit ihm und Putin nach seinem Amtsantritt 2021, zu Beginn des Jahres 2022 nochmal an, dann sprach Putin explizit interne russische Vorgänge in der Duma an, die ihn vor verschiedene Vorschläge hinsichtlich des Konflikts im Donbass gestellt hatten, er warf damals dem Westen vor, sich zu wenig um die Lösungen des Konflikts zu bemühen und natürlich spielte dabei die Frage des Nato-Beitritts der Ukraine eine Rolle. Mit dieser Hinsicht auf einen möglichen späteren Beitritt der Ukraine in die Nato wollte er aber den Westen aus der Reserve locken. Ich kenne noch ein früheres Interview mit Medwedew vor einigen Jahren, als der Krieg bereits begonnen war, leider ist es online nicht mehr abgreifbar, er sagte der Konflikt würde so lange weitergehen, wie der Westen, die Frage nach einem Nato-Beitritt der Ukraine unbeantwortet lassen würde, ich erinnere er ging sogar soweit zu sagen, die Ukraine nicht in die Nato aufnehmen würde, gleichzeitig wies er damals laut einem damaligen Bericht der Prawda, auf Verhandlungen hin, die ähnlich den Verhandlungen zur Helsinkier Schlussakte 1975, ein Abkommen zwischen den USA, ich meine zu erinnern auch Großbritannien fiel als Name, und Russland, stattfinden sollten, um ein neues Abkommen von größerer Bedeutung zu erlangen. Das war aber noch zu Zeiten von Joe Biden.

Natürlich geht es Russland schon auch darum, dass die Ukraine nicht derart nochmals unter einem westlichen Einfluss fällt, dass eine Auseinandersetzung mit der Ukraine, wir denken das genau seitenverkehrt und sehen Russland als Aggressor, nicht noch mal stattfinden kann. Umso wichtiger ist heute, weil wir Trump als unberechenbar und die aktuelle Regierung der USA als schwierig einordnen sollten, dass die Europäer mit ihren führenden Staaten, Frankreich, BRD, Großbritannien und Polen Verhandlungen an der Seite der Ukraine und mit der Ukraine, immer wieder versuchen einzufädeln, und nicht beim ersten Pokern Putins wieder losschreien und alles unsinnig finden, und auf die USA, respektive Putin wieder zeigen.

Aktuell ist die Lage so, dass Russland erneut vorschlägt in Istanbul zu verhandeln (am Montag) um ein entwickeltes Memorandum für den Frieden vorzutragen, die ukrainische Seite aber erstmal fordert, dass Memorandum unverzüglich ausgehändigt zu bekommen. Ich fände, in dem Fall bezogen auf den ukrainischen Verteidigungsminister, es gebühre das Taktgefühl gegenüber der Ausarbeitung des Papiers in Russland, sich das erstmal in Istanbul anzuhören, was die russische Seite vorzutragen hat, denn darin, dass Russland das der Ukraine vortragen zu beabsichtigt, besteht das Motiv russischer Seite auch, nach Istanbul dafür zu reisen.

Die Verbissenheit, mit der auch die ukrainische Seite bisweilen vorgeht, zeigt, dass es vielleicht für die Ukrainer ein Angebot wäre, auch für Russland, wenn von europäischer Seite, diese Verhandlungen (Außenministerebene) begleitet würden. Für diesen Fall könnte die europäische Seite einstweilen einen dreitägigen Waffenstillstand erwirken, wie es Putin für die Tage um den 09.05.2025 durchgesetzt hatte.

Quelle: Russland angeblich bereit zu Gesprächen mit der Ukraine am Montag in Istanbul

zu JP Morgan Prognose zu Ukraine :

https://ubn.news/de/jpmorganchase-hat-vier-moegliche-szenarien-fuer-das-ende-des-krieges-in-der-ukraine-skizziert/

Müßig ist es doch über Szenarien zu spekulieren, wenn ein Szenarium in Angriff genommen werden könnte. Die genannten Szenarien sind für mich keine, auf die wir uns einrichten sollten.

Man könnte sich von ukrainischer und europäischer Seite erstmal den Vorschlag der Russen ganz gemächlich anhören und dafür im Kreml einen dreitägigen Waffenstillstand erwirken. Damit nimmt man Russland ein wenig den Wind aus den Segeln, den sie wahrscheinlich auf Grund ihrer Vorteile auf dem Feld derzeit sehen, und dreht es in einen Vorteil für die ukrainisch/ europäische Seite um. Wenn sich die europäischen Außenminister, Deutschlands, Frankreichs, Polens und Großbritanniens bereit erklären würden, die Ukraine in Istanbul zu begleiten und im Kreml einen Waffenstillstand für drei Tage erwirken können, wird sehr wahrscheinlich auch Lawrow persönlich das Memorandum für einen Frieden aus russischer Sicht vortragen. Da ist es erstmal unwichtiger, wie unfair es für die Ukraine ist. Das gegenseitige Vertrauen würde mit diesem Treffen insgesamt wachsen.

ich meinte auch nicht, dass wir uns daran richten sollten,
es sind aber die Szenarien, die Spezialisten bei/für JP Morgan erstellt und veröffentlicht haben - zu welchen Zwecken kann man tatsächlich spekulieren :wink: -
es wäre nicht verkehrt, diese Bewertungen mal gesehen zu haben, gehört hier zu den in-topics …

Um Interesse zu wecken.

Sicherlich gehört das zu den in-topics. Was mich stört, dass diese Denkfabrik, denn im Summe kommt diese auf 100 %, demnach alle anderen Szenarien auszuschließen scheint. Das bremst die eigene Kreativität, Variabilität und Flexibilität von Staaten sehr, wenn man sich an negative Szenarien, alle vier Szenarien waren für mich nämlich negative Aussichten für die Ukraine und nicht konform mit der Wiederherstellung des Völkerrechts, orientieren würde.

Ich wäre für das Szenarium, Fall der Berliner Mauer (sinnbildlich) und eine föderale Republik Ukraine, die maximal einige wenige Distrikte an Russland auf Grund von völkerrechtskräftigen Abstimmungen darüber in der Bevölkerung (Beispiel Saarland) abgeben sollte.

Zum Verstehen: Die Republik Ukraine, wird sicher nicht in einer Zentralstaatsform, wie es Frankreich ist, mit dem Mittelpunkt Kiew und einzelnen Departements der Unterschiedlichkeit ihrer Bevölkerung genügen können, an der Stelle ist die BRD als föderale Bundesrepublik sicher das bessere Beispiel. Und anders wie manche sagen, es wird für die Ukraine ähnlich wie es für die BRD nach dem 2. Weltkrieg, in geteilter Form, mit nie aufgegebenem Anspruch auf Wiedervereinigung der Gebiete der DDR gewesen war, sind wir als BRD doch das Beispiel, wie es besser geht und können sogar diesen besseren Weg noch in der Begleitung der Ukraine nochmals verbessern, indem es mehr Klarheit geben wird, wie bei den 2+4 Verträgen, dieses Mal gegenüber Russland.

klar, das sehe ich genau so

in der Ukraine geht es um Gebiete mit teilweise anderer Bevölkerungssprache-Gewichtung, die evtl. damit auch eine andere nationale Identität verbinden könnten…
_ grob gesagt, entweder ukrainisch oder russisch…

es ist also nicht mit den Bedingungen / Voraussetzungen für die Einheit Deutschlands genau vergleichbar, wo (nur / hauptsächlich) die politische Färbung den Unterschied machte, während die Sprache und Kultur praktisch den gleichen Hintergrund aufweisen konnte, als Grundlage für die nationale Einheit

die von dir erwähnte evtl. anzustrebende Wiedervereinigung der verschiedenen Ukrainegebieten nach x-Jahren, hat auch nicht als Hintergrund mehr, als eine kontinuierliche Staatsgeschichte zwischen 1990 und 2025, die eben (wie oben erwähnt) zum Teil, eher ein Zufall der Geschichte (bezogen auf die Einordnung der Krim zu Ukraine bei Chruschtschow) war…

Also einen

könnte es evtl. bezogen auf die heute russisch besetzten Gebiete ohne russischsprachige Bevölkerung in der Mehrheit geben - wozu die Krim nicht zugehört -
aber auch dabei, wäre ein autonomes Territorium erst mal sinnvoller mMn
(das sich in Zukunft evtl. selbst entscheiden kann, wohin es möchte oder nicht), und das könnte auch für die Krim noch gelten

Im Zweifelsfall könnte auch ein freiwilliger Bevölkerungsaustausch individuell, mit finanzieller Entschädigung und Unterstützung für die Betroffenen organisiert werden…

Wichtig wird sein, dass wir, und ich meine damit die Europäer, auf die es nach meinem Dafürhalten noch mehr, als auf Russland und noch mehr als auf die Ukraine zunächst ankommen wird, einen Friedensrahmen schaffen, an Möglichkeiten, Inhalten und zufriedenstellender Zeit für die Umsetzungen, dass verschiedene Lösungsformen möglich bleiben.

Ich hatte jetzt gerade einen Bericht der SZ aufgegriffen, nachdem es widersprüchliche Signale aus Moskau gäbe, weil diese ihr Memorandum vorher nicht offenlegen wollen, wie es der ukrainische Verteidigungsminister möchte. Ich hatte das befürchtet, und ich kann die russische Seite an der Stelle nachvollziehen und auch verstehen.

Quelle: Ukrainekrieg: Widersprüchliche Signale aus Moskau - Politik - SZ.de

Wenn die Europäer die Ukraine nicht diplomatisch auch zu 100 Prozent unterstützen und diese Verhandlungen vermitteln, wird es so schnell überhaupt keinen Frieden in der Ukraine geben. Russland wird an der Stelle genauso wenig von eigenen Zielen zurückweichen, wie die Nato anno 1999 in Serbien, bis es Vermittler, damals war es Russland, geben wird. Man darf nicht vergessen, dass die Nato damals auf Grund des Konfliktes zwischen Serbien und den Kosovo-Albanern, die Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Kosovo-Albanern nach sich zogen, einen Krieg gegen Serbien geführt hatte, der mit Hilfe Russlands zu den Zielen der Nato beendet werden konnte.

Anders als Albanien als Nachbarland Serbiens, die dem Kosovo nahestanden, haben die Gebiete des Donbass, Russland als Nachbarn. Das ist der elementare Unterschied. Eine internationale Eingriffstruppe hatte Putin zwischen 2014 und 2022 gefordert und nicht bekommen. Es tut mir leid, wenn ich an der Stelle die Grünen etwas entgegengesetzt mit meiner Auffassung begegne, aber so war es gewesen, bei allem Dafürhalten meinerseits, dass der Krieg Russlands bereits seit 2014 mehrere Völkerrechtsbrüche beinhaltete.

war das als Forderung glaubwürdig und würde es eine nachhaltige Lösung gewesen sein, dMn?

Diese Information von mir ist eher im Kontext zu verstehen, dass die Kosovo-Albaner eine internationale Eingriffstruppe mit der Nato bekamen. Ich hatte gelesen, dass im Zuge des Konfliktes im Donbass zwischen den Jahren 2014 und 2022, ich meine zu erinnern eher näher an 2014 als 2022, Putin dieses als Lösung vorgeschlagen hatte.

Wie glaubwürdig dieses innerhalb des Gesamtkonfliktes bereits zwischen 2014 und 2022 gewesen war, weiß ich nicht. Ich finde es aber bemerkenswert, auch wenn es nur geringere Bedeutung im zeitlichen Kontext hatte, denn es sind manchmal die kleineren Dinge, die untergehen wenn man sie nicht mehr beachtet (auch z.B. dass Putin in der Zeit, als die Ukraine über die Demonstrationen auf dem Maidan nach Westen sich orientiert hatte, er nach einer Zollunion von Ex-Sowjetstaaten, also ähnlich wie die, des zollfreien Raumes der EU gestrebt hatte.)

Ich habe hier eine Stelle trotzdem aus dem Jahr 2017 recherchieren können:

Am 5. September überraschte Russland die Ukraine und die internationale Gemeinschaft mit einem Resolutionsentwurf für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, der eine UN-Friedensmission im Donbass vorsieht. Die Reaktionen auf diesen Vorschlag waren gemischt, blieben aber meist zögerlich bis kritisch. Unter den westlichen Politikerinnen zeigte sich der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel am gesprächsbereitesten, als er sich entschieden dafür aussprach, auf den russischen Vorschlag aufzubauen. Der US-Sondergesandte in der Ukraine Kurt Volker formulierte seine Reaktion vorsichtiger, signalisierte aber ebenfalls, dass man den Vorschlag erwägen müsse. Das ist in der Tat der richtige Ansatz, auch wenn viele westliche und ukrainische Politikerinnen nach zahlreichen ergebnislosen Versuchen, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinen engsten Beratern zu verhandeln, vorsichtig sind.

Man sollte den russischen Vorschlag aus folgendem Grund ernst nehmen: Friedensprozesse sind „bewegliche Ziele”. Keine Vereinbarung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt im Konfliktzyklus geschlossen wird, kann alle Aspekte eines sich entwickelnden Konfliktes lösen. Das wissen alle Seiten, auch wenn sie weiter auf die vollständige Umsetzung solcher Vereinbarungen bestehen. Für das Minsker Abkommen gilt das genauso wie schon für den Dayton-Vertrag in Bosnien-Herzegowina und viele andere Waffenstillstands- und Friedensabkommen. Was gebraucht wird, ist eine Anpassung der Vereinbarungen im laufenden Friedensprozess. Der russische Vorschlag könnte dafür einen notwendigen Impuls liefern.

Petro Poroschenko und der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin haben bei aller Skepsis gegenüber dem russischen Vorschlag gleichzeitig ihre Bereitschaft signalisiert, die Idee aufzugreifen. Viele andere ukrainische Stimmen haben den Vorschlag indessen als ein zynisches Manöver der russischen Seite verurteilt, das den Druck auf die Ukraine erhöht. Es ist von vornherein klar, dass es unmöglich sein wird, über den russischen Resolutionsentwurf in der jetzigen Form eine Einigung im Sicherheitsrat zu erreichen.

Quelle: Blauhelme für den Donbass?

Nachhaltigkeit: Bewerte selber, ich finde heute, man hätte das damals mehr unterstützen können. Denn zwischen den Konfliktpartnern war es ja bereits damals schon schwierig. :wink:

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Nationalität lässt sich nicht immer mit Sprache gleichsetzen, sonst müsste Österreich wieder angeschlossen werden.

Selenskjys Muttersprache ist übrigens Russisch. Ist er damit ein Russe?

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Vielleicht etwas OT:
Die Freundin meines Stiefsohns ist gebürtige Griechin und ist in Deutschland aufgewachsen, weil ihre Familie damals in den 60er Jahren als Gastarbeiterfamilie eingewandert war und sie hat auch einen deutschen Pass.

Letztens bekam ich eine überraschende Info, dass sie ursprünglich zu der muslimischen Minderheit in Griechenland gehört.

Was mich auch gewundert hatte, sie spricht allerdings kein Wort griechisch, aber fließend türkisch.

Offenbar ist sie inzwischen genau so wenig eine Muslime wie ich eine Katholokin und wir sind voll auf eine Linie.

Also kann man anscheinend nicht immer die Sprache mit der Nationalität gleichsetzen.

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Verstehe ich nicht…
Wenn wieder mal klar wird, dass das völlig inakzeptabel und nur eine Hinhaltetaktik ist - wieso sollte dadurch Vertrauen wachsen?

Es ist auch nur die halbe Wahrheit gewesen. Es gibt unterschiedliche Interessen der russischen Seite und der ukrainischen Seite schon in diesem Kleindetail.

Russland hatte vor Tagen sein Memorandum angekündigt und es nun laut Lawrow fertig, um es den Ukrainern in Istanbul vorzustellen.
Der Moment eines Vortrages ist natürlich spannender und motivierender, wenn der anderen Seite noch nichts vorher verraten wurde.

Andererseits fühlen sich die Ukrainer wie vor einem Diktat Russlands und wollen diesem entgehen, in dem sie sich vorher auf den Vortrag vorbereiten können.

An der Stelle wären die europäischen Außenminister wie ein Puffer. Es wäre Diplomatie die Russen in Ruhe vortragen zu lassen, um sich dann wieder zusammen mit der Ukraine zu beraten. Dafür wäre ein dreitägiger Waffenstillstand, der noch in Verbindung zu dem von Russland aus vorgeschlagenen Waffenstillstand rund um den 9. Mai vor ein paar Wochen gesehen werden kann, von der Ukraine/ den Europäern im Kreml erwirkt ideal, und es gäbe eine Chance diesen Waffenstillstand dann zu verlängern.

Eine Hinhaltetaktik sah ich darin nicht. Die russische Seite wollte vortragen. Der erste Einwand kam von der ukrainischen Seite. Ich verstehe die russische Seite, erzähle mal was Leuten, die alles was kommt schon vorher gelesen haben - die Ukrainer kann man aber auch verstehen. Trotzdem wäre es taktisch für den ganzen fortlaufenden Prozess klug, die Russen vortragen zu lassen, was neu ist. Und des weiteren: Alleine durch das Treffen würde die Chance bestehen, Vertrauen aufzubauen.

Wenn Russland jetzt ein Stopp der Waffenlieferungen an die Ukraine fordert und ein Ende der Mobilmachung der ukrainischen Armee für einen Waffenstillstand, dann braucht die Ukraine nicht zu verzagen. Dahinter verstecken sich ganz natürliche Forderungen für einen Waffenstillstand, und die Europäer sollten nun zusammen mit der Ukraine, die gleichen Bedingungen stellen und noch einen Waffenstillstand von drei Tagen oben drauf, z.B. morgen ab 18:00 Uhr bis Mittwoch 18 Uhr. Diesen Waffenstillstand kann man dann später per Forderung an Russland verlängern, um über die russischen Bedingungen im Rahmen des russischen Memorandum für einen Frieden beraten zu können, weitere drei Tage! Ich würde an Stelle der Ukraine und der Europäer mir nur die Bedingungen innerhalb des ausgearbeiteten russischen Friedenmemorandums, welches bisschen mehr ist als nur Bedingungen, anhören und Unklarheiten über die russischen Positionen per Fragen beseitigen, um dann einige Tage später eigene Vorschläge, Russland zu unterbreiten. Das genau ist Politik von Diplomatie begleitet!

Das Gleichgewicht, da alles wie ein russisches Diktat vorkommt, stellen die Europäer dar, die sich ab jetzt richtig in den Friedensprozess einmischen sollten. Es ist zwar Spekulation, aber ich nehme an, dass Russland seine Forderungen so hoch aufbauscht, um die europäischen Staaten in den Friedensprozess zu bekommen. In Istanbul könnten alle vier Außenminister dabei sein, der BRD, Frankreichs, Polens und Großbritanniens. Falls die Russen dem wirklich nicht zustimmen würden, dann sagen alle Fünf (einschließlich der Ukraine) die Verhandlungen in Istanbul ab. Ich glaube fest daran, dass sich spätestens dann die Russen bewegen werden!

Ich hatte heute gerade ein wenig mit der künstlichen Intelligenz diskutiert. Hier dazu der Link. Ich bekomme unerwartet Zuspruch und anregende weiterführende Fragen.

Interessant für dieses Forum, wo doch allenthalben behauptet wird, Russland verweigert grundsätzlich Gespräche. Russland sieht uns hingegen als Gesprächspartner, wenn auch auf Grund unser nicht neutralen Haltung nicht als Vermittler.

In so einer Weltlage muss gesprochen werden und zwar nicht nur im Hintergrund auf diplomatischen Wegen, sondern auf höchster Staatsebene. Dazu auch mein og. erster Link.

Irgendwie meine ich mich zu erinnern, dass es da so etwas wie EU-Sanktionen gegen Russland gab, die in den letzten Jahren immer weiter verschärft wurden, oder?

Na ja, das hier ist dann wohl irgendwie eine kleine Ausnahme, oder?

Was würde eigentlich passieren, wenn Russland kein Uran liefern würde oder dürfte?

Gingen dann in Frankreich mit seinem total stabilen Atomstrom die Lichter aus?
Das wäre ja dann ein Grund es mit den Sanktionen doch nicht so zu übertreiben, richtig?