Wie geht es in der Ukraine weiter bzw. Fortsetzung von "Diesen Krieg kann keiner..."

da merkt man, dass du nie in einem Kampfgebiet warst. Der schwächste Mann in einer Einheit bringt die anderen in Schwierigkeiten. Wenn denen vorne die Munition ausgeht und der Hasenfuß zitternd mit der Munition sich in einem Loch verkriecht, dann hat die best-ausgebildete Einheit schon verloren.

auch hier wieder Unkenntnis. Bestimmte militärische Lackierungen verwischen die Wärmesignatur. Moskau hätte sicherlich gerne einige Proben davon…

Du kannst als deutsches Unternehmen nicht die Überprüfung eines Ukrainers gewährleisten, ob er in seinem Kopf pro oder contra Russland ist. Ich denke, dass mit den Flüchtlingen auch einige Schläfer mit rüber kamen.
Sorry, als alter Komisskopp bin ich da ein wenig paranoid veranlagt.

1 „Gefällt mir“

Die Alternative wäre die Zielvorstellung. Um ein Ziel zu erreichen muss begonnen werden, müssen Verhandlungen eines anderen Formats, wie kürzlich in Istanbul begonnen werden. Die Rüstung steht auf einem anderen Blatt. Beides beeinflusst sich jedoch gegenseitig. Gäbe es in Sachen Ukraine und Nato gegen Russland rüsten, sowie andersherum, eine alternative Lösung, würde das wiederum die Rüstung beeinflussen.

So ein Format, wie ich es vorschlage, wurde ihm doch bisher gar nicht angeboten. Und er hat bereits auf den Druck der Vier reagiert, als es nur um die reine Forderung nach einem Waffenstillstand ging, obwohl die Bedingungen eines Waffenstillstandes und was in der Zeit des Waffenstillstandes verhandelt werden könnte, sehr dürftig formuliert worden waren.

Nein, das Problem ist, dass man in der Phase, die vom Krieg in Verhandlungen um eines Endes des Krieges führen kann, die Ukraine gegenüber dem russischen Machthaber nicht ausreichend genug politisch unterstützt.

Sagt das @harmscar oder was veranlasst Dich dazu, zu dieser vermeintlichen Weisheit zu kommen?

Da dokterten wir bereits seit 2022 dran herum. Warum nicht eine bessere Gesamtstrategie überlegen?

Dagegen habe ich nichts einzuwenden, aber erst recht müssen dann Verhandlungen geführt werden, bei denen wir der Ukraine, und auch Litauen und Polen übrigens, die sich bedroht fühlen, beistehen.

Klar ist der Anteil der Aufträge im Ausland wahrscheinlich höher, aber auch die einheimische Sparte verdient doch. Schaue Dir doch den Aktienindex für die Rheimetallaktie derzeit an.

Wenn es eine echte Dialogbereitschaft auf beiden Seiten gäbe, würde es auch - vielleicht unterstützt von einem von beiden akzeptierten Vermittler - Gespräche geben - die Statements der russischen Führung auf die jüngsten Gesprächsinitiativen zeigt, dass man an ernsthaften Gesprächen derzeit offenkundig kein wirkliches Interesse hat. Russland hat nun oft genug geäußert, dass an den Zielen des Krieges (der Spezialoperation) festgehalten wird. Wann nehmen wir das endlich ernst?

Politisch haben wir oft genug beteuert, wie unverrückbar wir an der Seite der Ukraine stehen - hat das auf russischer Seite irgend einen friedenschancenschafenden Einfluss gehabt?

Theoretisch könnte es natürlich sein, dass längst Geheimverhandungen kurz vor dem Durchbruch stehen - offiziell hat sich seit der Krim-Annexion nichts am Kern des Konflikts geändert - der feste Glaube an so einen Durchbruch ist ohne handfeste indikatoren so viel wert wie Verschwörungserzählungen. Wer ist hier also in der Belegpflicht?

Da stellst Du die zweite Frage vor der ersten - die erste Frage ist, ob es überhaupt eine bessere Strategie gibt - hier divergieren wir bereits - erst, wenn man das bejaht, kann man die Frage stellen, wie dies im Detail aussehen könnte - wir haben es bislang nicht geschafft, auf der Sonne zu landen - müssen wir deswegen unsere Strategie überdenken - oder akzeptieren wir, dass dass mit derzeitigen Mitteln gar nicht zu machen ist.
Natürlich kann ich falsch liegen mit meiner Einschätzung - genauso wie Du mit Deiner.
In dubio würde ich mich da eher auf die betroffenen Akteure verlassen - und beide wollen derzeit eher mehr Nachdruck auf dem militärischen Gebiet denn auf der diplomatischen Ebene - auch hier, sind die jüngsten Gespächsversuche ein gutes Beispiel - Selenkiy wäre zumindest zu einem Treffen bereit gewesen - im Gegensatz zu Putin, der nur stoisch seine Maximalforderungen bekräftigt hat.
Wenn es von beiden Seiten etwas zu bereden gäbe, würden sie sich auch auf ein Format einigen (s. o.)

Ich habe von Armee geschrieben.
Die sind auch nicht alle im Kampfgebiet sondern unterstützend im Hinterland tätig.
Was würdest du schätzen wieviel Prozent einer Armee wirklich im aktuellen Kampfgebiet eingesetzt sind?

Ja, bestimmte. Und die vielen anderen sind wohl eher unproblematisch.
Abgesehen davon, dass Moskau bestimmt die Proben durch erbeutetes Equipment und Blindgänger schon hat.

Kannst du das bei Deutschen oder anderen?
Vielleicht hilft ja auch der ukrainische Geheimdienst :wink:

Auch bei Rüstungsbetrieben gibt es bestimmt Bereiche und Tätigkeiten die unkritisch und gut kontrollierbar sind.

Kann schon sein.

in einer normalen Armee sind etwa 75 bis 80% in der Etappe eingesetzt.
Bei den Ukrainern sind es deutlich weniger, zumal durch Drohnen fast alle militärischen Ziele, auch die in der Etappe, bedroht sind.
Die Ukrainer haben drei sehr gut ausgebildete Einheiten: die Fallschirmjäger, die Marineinfanterie und das Asow Regiment. Wo die auftauchen, haben die Russen enorme Probleme.
Die mechanisierten Brigaden und andere Einheiten, wie die Grenzschutzabteilung der Polizei bilden die Feuerwehr, wenn ein Durchbruch droht. Die vielen Heimatschutzbrigaden sind schlecht ausgebildet und ausgerüstet, gleichen den Mangel aber durch sehr gute Ortskenntnisse und junge Drohnenpiloten aus. Deshalb verpuffen die Sturmangriffe der Russen immer wieder.
Hätten die Ukrainer mehr Quantität in der Ausbildung mit guter Qualität, dann könnten sie die fast 1800 km lange Front besser verteidigen.
Kombinierte Angriffe mit Luftunterstützung, gepanzerten Einheiten und hoch mobilen Infanterieeinheiten, so wie in der Nato-Doktrin gelehrt, bringen auch wenig, da die Front intensiv vermint wurde.
Derzeit gehen die Ukrainer gegen die massiven Fleischwolf-Angriffe mit Stacheldraht (S-Draht) vor, indem sie auch Anti-Personen-Minen verwenden.
Meines Erachtens wird dieser Krieg den WWI zeitmäßig überdauern.
So genannte Game-Changer, also neue Waffensysteme bringen nur punktuelle Geländegewinne. Es ist also die Frage, wem gehen zuerst die Waffen und/oder das Personal aus.
Dahingehend kann man für die Ukraine die üblichen Maßstäbe moderner Kriegsführung nicht ansetzen.
Bricht man das auf die kleinste Einheit aber runter, bei uns war das ein Half-Platoon mit 7 Mann, muss nur einer als Hasenfuß versagen und die gesamte Einheit wird eliminiert. Bei der dünnen Besetzung der Front hat das fatale Folgen in Form von Durchbrüchen der Russen. Und jede Einheit ist nur so gut, wie der Anführer ausgebildet ist.

Es reicht erstmal, wenn wir die für dieses Format, die Unterstützung der Führung der Ukraine, Selenskyjs hätten.

Das Interesse der anderen Seite kann doch erzeugt werden, wenn es noch nicht da ist!

Das ist eine rhetorische Frage, die auf mich auch, eventuell sogar verdeckt, ganz auf mich, abgezielt werden sollte. Ich nehme das sehr ernst. Russland hat solange Interesse an den Zielen des Krieges, wenn es keine Alternative geliefert bekommt, die, entschuldige wenn ich an der Stelle Narrative des Kremls verwende, an den Ursachen anschließt die zu der speziellen Militäroperation Russlands geführt haben. Wir sollten darauf Stellung beziehen, auch wenn es uns nervt und wir das zurecht als einen Bruch des Völkerrechts werten, denn genau dieser Bruch ist bildsprachlich ausgedrückt zu heilen.

Das hatte keinen Einlfuss gehabt, weil es einerseits warme Worte an die Ukraine waren, die Russland schon genauso auch versteht, Druck ohne Nachdruck wie Druck und Nachdruck kürzlich nötig gewesen wäre, als Merz einen Waffenstillstand von 30 Tagen, zusammen mit Starmer, Tusk und Macron forderte, aber nicht beschrieb wie dieser zustande kommen sollte, geschweige denn welchen Friedensplan die Vier verfolgen würden.

Hier an der Stelle meine Diskussion mit @kalo:

Du redest (schreibst) Dich heraus! Es ging darum, inwieweit Deine Einschätzung zustande kommt, das Völkerrecht werde in der Folge dieses Krieges nicht mehr Geltung erlangen?

Warum? Gilt für Russland das Völkerrecht aus unserer Sicht nicht mehr? Klar ich verstehe Dich doch, für Verhandlungen benötig es einen Verhandlungspartner. Hier eine Quelle:

Das Gespräch habe kurz nach dem Telefonat des US-Präsidenten mit dem Kremlchef stattgefunden.

Im Anschluss an das Telefonat der beiden Staatschefs teilte der Kreml mit, der russische Präsident befürworte eine „friedliche Lösung der Ukraine-Krise“ und sei bereit, mit Kiew an einem Memorandum für künftige Friedensgespräche zu arbeiten. Russland und die Ukraine müssten sich aber auf „für beide Seiten passende Kompromisse“ einigen, bevor eine Waffenruhe erreicht werden könne, hieß es. „Die Bedingungen dafür werden zwischen beiden Parteien ausgehandelt, was nur möglich ist, da sie Details der Verhandlungen kennen, die sonst niemand kennt“, fügte Trump hinzu.

Lawrow: Russland lehnt dauerhafte Waffenruhe mit der Ukraine ab - „Wir wollen das nicht mehr“

Anders wie an einem Memorandum, sollte der Westen bereits einen Schritt weiter gehen und aus einem Memorandum, einen Plan entwickelt haben, der Russland vorgelegt werden würde, und gewiss an einigen Stellen ergänzt und gemeinsam korrigiert werden kann. Zusammen mit dem, wie ein Waffenstillstand normaler Weise zustande kommen sollte, (weiter oben) ist der heutigen Auffassung des Kremls zu widersprechen. Sinnvolle Verhandlungen, die einen Weg zum Frieden beschreiten, können natürlich während des Krieges nicht geführt werden. In Istanbul kürzlich hätte es eine Chance gegeben, die Machart eines Waffenstillstandes festzulegen, doch einerseits die russische Delegation als auch die ukrainische Delegation hatten sich wohl im Hass zueinander stehend aufgerieben. Gerade deswegen müssen die westlichen Führungschefs wie (bildhaft) frühere Bergarbeiter des Ruhrgebiets ran, um Stein um Stein, den Weg zu einem Waffenstillstand, hin zu einem mit der Ukraine und Russland zu überarbeitendem Friedensplan, freizulegen!

Der Ansatz der Europäer, hier Macron, dass ein Waffenstillstand ab dem ersten Tage der Gespräche darüber gelten soll, war ja genau richtig! Hier braucht es jedoch den maximalen Druck auf Putin, indem die Europäer diese Gespräche, unter Mitwirken Selenskyjs gemeinsam mit Putin und Lawrow führen wollen!

Der Vergleich steht doch überhaupt keine Relation dar, die der Frage, ob Verhandlungen mit der Ukraine und Russland eingestielt werden könnten, gerecht werden würde. Ich stelle die Frage an der Stelle, ob Du den Kampf gegen Antisemitismus für richtig findest, wenn es immer wieder Straftaten gegen jüdische Mitbürger gibt?

Wer Waffen und Geld liefert und die militärische Ausbildung von Ukrainern betreibt, sollte ein Wörtchen mitreden, ob der Krieg noch weitergeführt werden sollte, zumal es um Todesopfer und Opfer geht und auch die oftmals von dir erklärten Menschenrechte - natürlich im Laufe eines Krieges, eher zunehmen, anstatt abnehmen - und mehr die unter der Zivilbevölkerung, als in Folge von Erschießungskommandos an Soldaten, sind an der Stelle von mir gemeint, obwohl Beides verkehrt ist.

Beide verfolgten unterschiedliche Ziele für Formate der Verhandlungen. So einfach ist das. Der Westen, ohne die USA dieses Mal, hatte sich solange nicht weitgehend genug eingemischt, bis man die Verhandlungen für gescheitert erklärt hatte. Mir war schnell klar gewesen, dass Putin pokern zu begann, aber da hätten die Europäer mit voller Breitseite gegen auftreten müssen. Aber weil Trump, auf den die Europäer immer wieder neu setzen, schnell hinsichtlich der Verhandlungen in Istanbul involviert war, hatte man erstmal die Entwicklungen wahrscheinlich abwarten wollen, die parallel zu einem Gipfel in Albanien stattfanden, zu dem Selenskyj dann auch schnell aus der Türkei hingeflogen war.

Das Ergebnis, ja, war Mist, aber es war weil die Ukrainer alleine waren und Trump sich dabei gewünscht hätten, die Forderung der Ukrainer war, dass Selenskyj direkt mit Putin spreche wolle und hinterließ verdrießliche Russen in der Delegation, die aus Russland losgeschickt waren. Dass dabei nichts als Maximalforderungen bei herumkommen würde, zeichnete sich für mich schnell ab, zumal alles ohne roten Faden, sondern improvisiert gewirkt hatte. Zumindest gab es, (vielleicht symbolisch) den größten Gefangenenaustausch ab Beginn des Krieges.

Beide stehen im Krieg zueinander, da braucht es Vermittler, die ein Format begleiten!

Wer immer noch glaubt, die Einmischug der USA in der Ukraine wäre kein strategisches Vorgehen zur Osterweiterung der NATO gewesen sei nachfolgendes Interview empfohlen:

2 „Gefällt mir“

Ich glaube die Frage wurde in der Vergangenheit oft sogar anders gestellt, und zwar, was wäre gewesen, wenn die Ukraine bereits zu einem früheren Zeitpunkt in die Nato aufgenommen worden wäre. Die Einen sagen, dann hätte es den Krieg heute nicht gegeben, die Anderen sagen, dann hätte es den Krieg von heute, viel eher gegeben. Dass die USA die Ukraine in die Nato holen wollten und damit die Osterweiterung der NATO faktisch noch weiter östlich ausgedehnt hätten, ist meines Erachtens unbestritten. Ich hatte heute jemanden gesehen, der eine Zeitschrift in der Hand hatte, was wäre wenn die Geschichte an verschiedenen Zeitpunkten anders gelaufen wäre, als die Geschichte dann gelaufen ist. Was wäre wohl gewesen, hätte die Nato das Abwägen der Russen 2000 in die Nato eintreten zu wollen, aufgegriffen und Russland wäre damals Nato-Mitglied geworden. Dann wäre wohl auch ein nachfolgender Beitritt der Ukraine folgerichtig und weniger problematisch geworden.

Ja sicher, dann hätte es auch den Krieg jetzt nicht gegeben. Aber was wäre dann der Sinn der Nato.
? Sie wäre jedenfalls dann als Instrument der amerikanischen Interessen entfallen und ein wirkliches Feindbild hätte es dann damals auch nicht gegeben. Insoweit mag es diese Überlegung ja gegeben haben, aber wir reden dann tatsächlich über andere Situationen, die wir heute kaum beurteilen können. Warum ich die historische Frage der Rolle der USA überhaupt nochmal thematisiert habe, ist zu zeigen, dass die USA hier auch eine historische Verantwortung hat und zu diesem Konflikt beigetragen hat. Damit ist sie eben nicht nur Vermittler, wie Trump behauptet, sondern Teil der Konfliktparteien. Das bestätigt auch die besondere strategische Situation der Ukraine und damit ist einerseits die Aufrüstung der NATO weder Lösung noch erforderlich ( eine europäisches Militärbündnis ist natürlich schon wegen der Unzuverlässigkeit der USA erforderlich), anderseits gibt es für die Ukraine ohne die USA keine Lösung. Welche Lösung überhaupt denkbar ist, ist mir zu spekulativ.

Erzähl das mal Trump, wo doch die ganze Welt die lieben, Bibel treuen USA nur über den Nippel ziehen…
In den 248 Jahren der USA hat sie über 219 Kriege geführt.
Frieden kennen die Amerikaner eigentlich nicht.
Deshalb nehmen sie sich, was sie glauben, ihnen zu gehören.
Und mit einem dummen und dementen Präsidenten wie Trump wird das umso gefährlicher. Ich denke, dass er mit seinem Sponsor Putin längst abgekaspert hat: du nimmst dir die Ukraine, ich mir Grönland…
Die Nato kann sich theoretisch auflösen, da dies nur noch ein rein europäischer Verein ist. Und nach der Ankündigung von Kanzler März, die Bundeswehr unbegrenzt finanziell zur stärksten Militärmacht Europas zu puschen…
Wird verdammt teuer.
Doch dann müssen wir wieder einen gewissen Militarismus einführen, am besten ab dem Kindergarten, so wie es Putin macht.
Aber auch hier wiederholt sich die Geschichte… früher HJ, dann FDJ… mal sehen, welchen Namen das Kind in der Bundesrepublik bekommen wird.

1 „Gefällt mir“

Der Unterschied zwischen der Osterweiterung der Nato durch Mitgliedschaft der Ukraine und der russischen Westerweiterung durch eine gewaltsame (Teil-)Annektion ist, dass in einen Fall (erst einmal) keine Menschen gestorben wären - im anderen Fall sind es inzwischen Hunderttausende.
Mag also sein, dass es sich bei der Osterweiterung der Nato ebenfalls um eine „aggressive“ Interventionspolitik gehandelt hätte - aber es wären keine Menschen gestorben.
Wie kann man also die eine mit der anderen Form der Aggressivität auch nur annähernd vergleichen?

1 „Gefällt mir“

interessante Überlegung…

wenn man aber das Beispiel der Türkei nimmt, die in der Nato ist und gleichzeitig illegale Besatzungsmacht in Nordzypern 50 Jahre lang schon, ähnlich wie die Israelis in Palästina,
kann man sich vorstellen, wie eine Atommacht wie Russland, mit ihren Nachbarn umgegangen wäre…

Andererseits, ich glaube es wird generell nicht begriffen (bzw. als Verschwörungstheorie abgetan), dass Machtblocks auf Waffenproduktion und entsprechenden auch sonstigen wirtschaftlichen MIK-Lobby-Interessen überall basieren, weshalb sie auch grundsätzlich unabhängig voneinander existieren wollen

Ich glaube, der Weg nach vorne (Annäherung der Nato / der EU an Russland) hätte damals praktisch ein eurasiatisches Bündnis gegen die Interessen der USA ergeben, weshalb diese es ja nicht haben wollten - so simpel ist das

Wo wurde das verglichen? Tatsächlich kann man das überhaupt nicht vergleichen, nicht nur wegen deinem Argument, sondern auch aufgrund der historischen Zusammenhänge. Die Ukraine war Teil der Sowjetunion und damit schon im Teil des früheren Warschauer Pakts. Das rechtfertigt natürlich nicht das Vorgehen der Russen, aber für das Machtverständnis der früheren Weltmächte schon wichtig. Und eine aggressive Expansionspolitik kommt grundsätzlich an Grenzen, wenn sie dem vermeintlichen Gegner zu bedrohlich wird und damit kommt der Konflikt, der durchaus Menschen kosten kann.

Vielleicht zu einfach, immerhin gab es zu Gorbatschows Zeiten auch konkrete Abrüstungsvereinbarungen zwischen den USA und der Sowjetunion, also kamen sich auch die beiden Supermächte näher. Das hat leider nicht gehalten, da wurde eine grosse Chance vertan.
Das ein Zusammenrücken von Russland und der Eu natürlich nicht im Interesse der USA war ist davon natütlich unbenommen.

(Hervorhebung von mir)

Wenn wir das nicht miteinander vergleichen/in Verbindung bringen wollen, gibt es an dieser Stelle kein „…aber…“.

Die Ukraine war historisch Teil des Warschauer Paktes - nun ist sie eigenständig Punkt
Ab sofort gibt es 2 Staaten, die gleichberechtigt in ihrer Existenz gemäß dem Völkerrecht sind. Punkt

Das ist so, wie wenn ich verheiratet war und mich habe scheiden lassen - da sagt auch keiner, dass meine Ex dann im Prinzip wieder völlig eigenständig ist, aber … leider sagt mein Machtverständnis immer noch etwas anderes - kein Gericht würde mir dazu Zugeständnisse machen - vor allem gibt es auch keinen gemeinsamen Wohnungsschlüssel mehr.
(Zugegeben, es gibt einige - in erster Linie Männer - deren Machtverständnis auch im Falle einer Scheidung so ähnlich gestrickt ist, wie das der russischen Führung).
Trotzdem gibt es für die Uneinsichtigen keine Schonung. Weder bei einer rechstkräftigen Scheidung zweier Eheleute vor Gericht noch bei der (völker)rechtskräftigen Scheidung zweier Länder.

Die Frage ist, worin die Bedrohung Russlands denn genau besteht?
Sowohl die NATO also auch Russland sind hochgerüstet genug, um auch bei einem NATO-Beitritt der gesamten Ukraine noch genug Verteidigungspotential gegen einen kriegerischen Angriff des jeweils anderen zu haben. Es geht also nicht primär um militärische Bedrohung (die ist völlig unabhängig von der Frage, was aus der Ukraine wird) - es geht um den Einflussbereich jenseits von Krieg und Frieden - und hier gibt es kein Recht auf Macht (und damit Einfluss) - s.o.

Das ist so einfach, dass ich das meinem Enkel erklären kann, wenn er in 4 1/2 Jahren 5 Jahre alt wird …

Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, es ginge Russland (oder wem auch immer) primär um die Angst vor einer militärischen Bedrohung oder gar Auseinandersetzung - dafür sind die "Macht-"Blöcke viel zu hochgerüstet (schon vergessen: wir sind trotz diverser Abrüstungsbemühungen immer noch beim x-fachen Overkill).

Die Bedrohung besteht also im Verlust von Einfluss und Deutungshoheit.
Und hier sollte unbedingt gelten: „bevor es für Menschen existenziell gefährlich wird: leider verloren!“
Sonst mündet das - wie jetzt im Falle Russlands - in einer völlig menschenverachtenden und menschenvernichtenden Reaktion der Russen (OK - der russischen Führung), gegen die jeder sich so gut es möglich ist, zur Wehr setzen muss.

2 „Gefällt mir“

Die Nato hätte als einer der verlängerten Arme der UN Eingriffstruppen bereit stellen können , wenn es irgendwo notwendig geworden wäre (passierte auch, nur hier und da ohne UN-Mandat) und hätte Terror und Naturkatastrophen bekämpfen können.

Ich weiß nicht wann Du geboren wurdest. Das was Du beschreibst wurde direkt nach der Wende wirklich überlegt. Das alte Feindbild, USA gegen die Sowjetunion, des Kalten Krieges, hatte sich ja erledigt gehabt. Es gab dann aber eine schnelle Entwicklung, dass nicht Russland selber, sondern Staaten, die an Russland grenzten, die Nato unter Druck setzten, sie aufzunehmen. Diese waren einer Aufnahme von Russland, der Natur nach entgegengestellt und die Aufnahme von Russland wurde verworfen.

Ja, es ist heute eine andere Situation. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass die historischen Wendepunkte betrachtet werden sollten, auch den, wie massiv Reagan, die damalige Regierung in Moskau vor Gorbatschow unter Andropow über den Tisch gezogen hatte, dass damals fast der Atom-Krieg ausbrach, denn diese historischen Wendepunkte würden (bei der USA halte ich es unter Trump für schwierig zu beurteilen, wie die auf historische Wendepunkte überhaupt schauen würden) Europa und Russland zusammenführen. Der Kalte Krieg hatte der Welt viel Unheil gebracht, die ganzen Stellvertreterkriege mit eingebunden.

Aber die verfahren doch derzeit nach dem Muster: America First. Verantwortung nur im Rahmen, dass sich Trump rausputzen kann.

Ich glaube an der Stelle wird von Dir die Bedeutung der USA überbewertet. Sie hatten eine geostrategische Position zur Ukraine, der sie nachgegangen waren und die durch Russlands Vorgehen, von Trump für mehr oder weniger gescheitert erklärt wird. Das wahre Problem ist der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland untereinander.

Ich halte nicht viel davon, dass es zwei militärische Verteidigungsbündnisse nebeneinander gibt. Meiner Meinung nach sollte die Nato als Institution in der Lage sein, die Verteidigung dort zu verstärken, wo sie notwendig ist. Die USA haben bei vielen Systemen die militärisch führende Rolle, es gäbe für sie die Möglichkeit den Europäern auszuhelfen oder diese Systeme für eine potenzielle Verteidigung gegen Russland an die Briten, Franzosen, Deutsche oder andere zu überstellen. Der Nato-Haushalt sollte das regeln können.

Was die strategische Lage der Ukraine betrifft, ist diese sicher für Russland noch bedeutsamer als für den Westen. Das ist ein Problem. Der Westen scheint mir die Ukraine eher als einen Staat zu betrachten der in Europas Namen die freie Welt vor den russischen Aggressoren verteidigt, anstatt sich der Ukraine wirklich anzunehmen.

Eine spekulative Lösung zum Frieden hin, nämlich die, dass die Ukraine in die Europäische Union eingebunden wird, und Teile der Ukraine einen anderen Status bekommen als bis vor dem Krieg, weil sie neu unter völkerrechtskräftigen Bedingungen so gewählt hatten oder eine Teilautonomie gewählt haben, oder, bzw. zudem das Staatsbürgerschaftsrecht der Ukraine mit der Möglichkeit der zusätzlichen russische Staatsbürgerschaft, als doppelte Staatsbürgerschaft gestaltet wird, ist besser als gar keine Lösung.

Ich würde gar nicht so weit gehen, die Wehrpflicht wird erstmal wieder eingeführt.

Du brauchst doch die Osterweiterung der Nato nicht gegenüber dem Angriffskrieg, oder der Krimbesetzung, oder der klammheimlichen Unterstützung von Russland im Russisch-Ukrainischen Krieg zwischen 2014 und 2022, der im Donbass bereits phasenweise getobt hatte, verteidigen. Die Nato hat sich vergleichsweise an der Stelle nichts, oder nur marginal etwas vorzuwerfen.

Auf einem anderen Blatt stehen die Kriege der Nato, die man kritisch sehen kann. Aber die Nato-Osterweiterung steht doch für sich. Mit den Plänen, die Ukraine aufzunehmen, war man dann allerdings zu nahe an den Vorstellungen, die Russland darüber hatte, herangerückt, ohne mit Russland zu reden. Das war bis vor einigen Jahren ein Kinderspiel der Nato gewesen, bis Putin es umdrehte, und einen grausamen Krieg begann, der die Gründe im bilateralen Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland hat.

Ganz anders als damals, als Thatcher von Gorbatschow für den „Erfolg“ der 2+4 Verträge, für den Thatcher nur sehr zurückhaltend etwas tat, Nato-Manöver auf DDR-Gebiet forderte. Denn die DDR als Gebiet sollte aus damaligen Überlegungen nicht Teil der Nato werden. Die sowjetische Seite war erbost und Genscher musste die Wogen glätten - was ihm dann allerdings gelang, um die Verträge zu retten.

Heute sollte man sich mit Russland ins Benehmen setzen, da festgestellt werden muss, dass man es nicht frühzeitig genug getan hatte, und da wir die Ukraine in die EU holen wollen.

Es geht doch nicht um einen direkten Vergleich. Du arbeitest glaube ich viel mit Vergleichen? Es geht darum, dass die Ukraine geostrategisch eine Last über die Jahre bekam, die immer ungeklärt blieb.

Um nun auch einen Vergleich zu nehmen, diese Last für die Ukraine hatte man den baltischen Staaten mit der Nato-Aufnahme/ EU Aufnahme schnell abgenommen. Das zu erkennen, würde Europa, als derzeit zuverlässigster Vertreter des sogenannten Westens, wenn sie denn, den antagonistischen Kurs gegenüber dem Kreml ablegen würden, zu einer Lösung für die Ukraine mit Russland bringen, so unterschiedlich wie wir auch gegenüber dem Regime im Kreml aufgestellt sind.

An der Stelle veranschaulicht die UN-Charta, vor welch einer großen, sowie großartigen Aufgabe, die Ukraine steht, denn der Artikel sagt, sie müssen verhandeln und auf Grund Russland sich verteidigen:

Artikel 51

Diese Charta beeinträchtigt im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen ein Mitglied der Vereinten Nationen keineswegs das naturgegebene Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung, bis der Sicherheitsrat die zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen getroffen hat. Maßnahmen, die ein Mitglied in Ausübung dieses Selbstverteidigungsrechts trifft, sind dem Sicherheitsrat sofort anzuzeigen; sie berühren in keiner Weise dessen auf dieser Charta beruhende Befugnis und Pflicht, jederzeit die Maßnahmen zu treffen, die er zur Wahrung oder Wiederherstellung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit für erforderlich hält.

Dieser Artikel 51 gilt für die Ukraine, und die können sich nicht darauf berufen, dass Russland nicht interessiert ist, und das ist keine Täter-Oper-Umkehr!

Deswegen sollte man Merz:

Gesprächsangebote an Russlands Präsidenten Wladimir Putin andererseits würden das gewünschte Ergebnis derzeit verfehlen, sagte Merz auf der re:publica. „Offensichtlich versteht Putin Gesprächsangebote als Schwäche.“ Wenn selbst ein Angebot, sich im Vatikan zu treffen, bei der russischen Führung „nicht auf Zustimmung stößt, dann müssen wir uns wohl darauf einrichten, dass dieser Krieg länger dauert als wir uns alle wünschen oder vorstellen können“.

Den Vorwurf, die Bundesregierung habe nicht alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft, „kann uns niemand ernsthaft mehr machen“, betonte Merz. Die Bundesregierung werde nun „alles tun, was in unseren Kräften steht, um die Ukraine auch militärisch weiter zu unterstützen“. Dies sei auch der Grund gewesen, warum er am ersten Wochenende seiner Amtszeit mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk nach Kiew gereist sei.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommt einem Bericht zufolge an diesem Mittwoch nach Berlin. Wie der „Spiegel“ schreibt, will Bundeskanzler Friedrich Merz bei dem Treffen mögliche Schritte hin zu weiteren „technischen“ Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland beraten. Das Bundespresseamt bestätigte den Bericht bisher nicht.

an der Stelle hart widersprechen und ihn auffordern, dass er diese Gespräche mit Selenskyj führt und eine diplomatische Lösung für die Ukraine mit Russland nach vorne bringt, bei der man die Ukraine gegenüber so weit wie notwendig gegenüber Russland unterstützt, für eine Lösung nach dem Krieg, so ähnlich wie ich mir dieses hier in einigen Beiträgen erdacht habe.

Quellen:

Thema: Sanktionen und Waffenruhe: Bericht: Selenskyj und Merz treffen sich am Mittwoch in Berlin - n-tv.de

Jedes zweite, dritte Wort sei „great“: Merz plaudert über Telefonate mit US-Präsident Trump – und imitiert ihn

Daran hatte ich in der Tat auch gedacht. ich glaube aber, um zu gestehen, ich weiß nicht wie auf Zypern die Verhältnisse sind und waren, in der Ukraine eine Chance besteht, dass der russische Einfluss in der Bevölkerung in der Vergangenheit, bis auf wenige Gebiete im Westen der Ukraine, vorhanden war und es weniger eine Blockbildung gegeben hätte, wie auf Zypern. Wir hatten innerhalb der UdSSR ja auch in den späteren Jahren nach Stalin ein Beispiel, dass beide Bevölkerungsgruppen, Ukrainer und Russen ineinander geflossen waren.

Ich finde das an der Stelle bedeutend, denn der Niedergang des Kommunismus hat ja nicht nur in der Ukraine alte Wunden aufgerissen gehabt. Im ehemaligen Jugoslawien gab es Krieg, Tschechen und Slowaken sind auseinander gegangen und Identitätsbewegungen nationalistischer Art sieht man in Polen und ganz krass in Ungarn und in der heutigen Slowakei.

Der Niedergang des Kommunismus und der damit verbundene Drang nach Westen, trotz eigener Bildungen von nationalen Identitäten, war die größte Aufgabe für die EU gewesen, und der heutige Konflikt zwischen Russland und der Ukraine schließt daran an. Die EU sollte nicht davon überhöht reden, dass die eigene Sicherheitsstruktur nach Ende des 2. Weltkrieges zerstört ist, sondern sie auf die Ukraine ausweiten. Täte man das, wären Gespräche mit Russland ohne eine Ausweitung des Krieges auf ganz Europa wohl unvermeidlich und sogar sehr der EU anzuraten.

Was die Frage nach den Atom-Streitkräften betrifft, hätte es sowohl eine Mitgliedschaft Russlands in der Nato, wie auch der Ukraine gleichzeitig gegeben, wäre wahrscheinlich das Budapester Memorandum anders abgefasst worden.

Ich glaube, das bestreitet noch nicht einmal @kalo. Die Frage ist, wie das politische Grenzen bekommen kann. Schon heute kann für die Ukraine vorproduziert werden, denn diese verlangen Sicherheitsgarantien für nach dem Krieg. Die Waffen, die die Ukraine erhält, müssen von Zeit zu Zeit durch moderne ersetzt werden, das wäre auch ein Angebot an die Rüstungsindustrie, es hätte aber schon mal Grenzen, was erstmal nur die Ukraine betreffen würde.

Die USA waren es damals nicht, die dagegen waren, die waren nach der Wende zunächst auf Aussöhnung mit dem neuen Russland bedacht gewesen. Es waren osteuropäische Staaten. An der Stelle würde ich gerne ergänzen, dass mit einem aktiveren Russland in einer neuen Weltordnung heute, der Einfluss der USA nur geringfügig sich verändern würde.

Mir fällt an der Stelle die junge Frau einige Wochen nach Kriegsbeginn, mit russischen Wurzeln, in Odessa ein. Die war ethnisch Russin, aber ukrainische Staatsbürgerin, und zertrümmerte heulend und wütend auf Russland und Putin die Musik CD´s ihrer russischen Musikstars.

Ich hätte die am liebsten in die Arme genommen.

1 „Gefällt mir“

da ging es hauptsächlich um Atomwaffen, die im Endeffekt die MIKs, profitmäßig, zweitrangig interessieren

ja, „Punkt“ im Sinne des Völkerrechts, nachvoolziehbar,
nicht aber im Denken der Verteidigungsdogmas eines jeglichen Staates (bzw. nur ausnahmensweise) - da ist kein „Punkt“, sondern eine grundsätzliche immerwährende geopolitische Gesamt-Betrachtung, mit jeweils offenen Fragen, Gefahren und Möglichkeiten…

ich glaube das ist eine zu konstruirte Sichtweise, soweit zwar richtig und nachvollziehbar,
aber, wenn dabei die Realität völlig ausser Acht bleibt, erlebt man dann die Überraschungen :wink:
Bei Scheidungen können auch Fehler passieren - das ist was ich schon mal erwähnt habe, bezüglich der Ukraine-Eigenständigkeit in der Akzeptanz Russlands…
Es war ein Fehler, entweder ein absichtlicher, oder ein tatsächlicher, weil nicht nachhaltlig gedacht

Ein anderes Beispiel ist evtl. der 2.WK…
es wird spekuliert, dass es den nicht gegeben hätte, wären die Konsequenzen für Deutschland aus dem 1.WK, nicht so nachteilig gewesen…
und was dann eben nach dem 2.WK besser funktioniert hat, in Form des Marshall-Plans …
zumindest über eine gewisse Zeit hinweg, bis heute :wink:

Krim als russischsprachige Gebiet könnte evtl. als verzichtbar angesehen werden, aber auch noch als Basis der russischen Flotte nicht unter Kontrolle zu existieren, ist schon eine …halbe Rechnung - zumindest für eine Großmacht

ich denke für eine Großmacht geht es um beides,
denn in Friedenszeiten (angenommen ein eurasisches Friedensterritorium wäre enstanden) sind Großmächte ohne die entsprechende militärische Kontrolle, viel anfälliger für interne Transformationsentwicklungen, als ohne - weshalb MIKs keine Lust drauf haben - verlieren sie dann womöglich schnell an Einfluß (= Macht und Profite usw.)

willst du einer Großmacht erzählen, sie hätte keine Recht auf Macht? ist das nicht reichlich realitätsfern?

ich denke beide Ebenen spielen parallel weiter mit, denn die letzte Karte von Großmächten, sind die Waffen (nicht nur die Nuklearwaffen…)

Verständnisfrage: was meinst du mit diesem Satz?

xxxxxxxxxxxxxxxxxxx

die nicht unter dem Einfluss des Westens waren??

(Hervorhebung von mir)
Du magst recht haben, dass wir hier noch in sehr archaischen Dekschemata unterwegs sind.
Aber sind diese „…jeweils offenen Fragen, Gefahren und Möglichkeiten…“ nicht genau in dem „Groß-Kapitalismus“ begründet, den insbesondere Du immer wieder kritisierst? Gerade Du müsstest also sehr dafür plädieren, aus genantem „…aber“ einen „Punkt“ zu machen/zu fordern?

Was bedeutet das in der Konsequenz Deiner Meinung nach?

Natürlich muss meine Ex damit rechnen, dass ich sie stalke und einen Nachschlüssen für die gemeinsame Wohnung noch in der Tasche habe (wobei das „ich“ bitte nicht wörtlich gemeit ist - streng genommen habe ich noch keine Trennung hinter mir, so dass ich das nicht 100%ig ausschließen kann - auch wenn ich es innerlich dennoch tue :thinking:
Aber für so was kann man dann in einem Rechststaat etwas tun.
Nun ist die Völkergemeinschaft und deren Regeln (Menschenrechte/Völkerrecht) kein sooo bindendes Konstrukt wie das in unserem Rechststaat der Fall ist - aber wenn das die Richtlinie unserer Außenpolitik ist, dann ist die (logische?!) Konsequenz daraus, der „gestalkten“ und in die Wohnung eingebrochene Ukraine mit allem zu helfen, das notwendig ist, um den Einbruch wieder rückgängig zu machen - und wenn sie, die Ukraine, dies durch militärische Verteidgung machen will, soll sie bekommen, was sie dafür braucht, um dieses Verbrechen seitens der Russen bestmöglichst wieder rückgängig zu machen.

Wenn man mit dem Auto fährt, wird man sich (so steht es in der Straßenverkersordnung) die Vorfahrt nicht erzwingen - warum? Weil man damit Menschenleben gefährdet.
Wenn mein Umsatz in Gefahr ist, werde ich die Kunden nicht mit vorgehaltener Waffe dazu zwingen, bei mir einzukaufen.
Und wenn mein Einflussbereich droht, kleiner zu werden, werde ich nicht andere Staaten überfallen und Hunderttausende ermorden, bevor ich mir das Territorium einverleibe - das sind im Grunde Mafiamethoden, um Macht und Einfuss zu erhalten.
So gesehen ist Putin ein Obermafiosi, der mit genau solchen Methoden versucht, dem schwindenden Einfluss Einhalt zu gebieten - was macht man mit einem Mafiosi - man versucht, entweder ihm das Handwerk zu legen - oder zumindest so weit es geht seinen Einfluss zu schmälern.
Auch heir wieder befinden wir uns auf einer sehr archaischen und gleichzeitig (oder gerade deswegen) großkapitalistischen Ebene, die Du bei jeder Gelegenheit anklagst!