Wer hat diesen Mut?

Mut gehört doch zu jenen „Charaktereigenschaften“, die gemeinhin als vorbildlich gelten, oder täusche ich mich?

Angst ist anderseits zunächst ein emotionaler Zustand, der überlebenscharakter hatte, da die Angst es möglich machte, Kräfte freizusetzen, um entweder zu fliehen oder zu kämpfen oder zumindest vorsorgliche Aktivitäten zu unternehmen.

Dort wo die Angst existenziell berechtigt ist, wäre es dumm, ihr nicht zu folgen. Der Mut, sich aus der Vorgabe der (archaischen) Angst zu lösen, weil man zu der Erkenntnis kommt, sie sei übertrieben oder gar sachlich unbegründet, ist nur dann sinnvoll, wenn dem tatsächlich so ist.

Daher hängt die Beurteilung, ob etwas mutig oder dumm ist, von der Frage ab, ob die Überwindung der Angst überhaupt sinnvoll ist, ab.

Was die AfD angeht, so würde ich zum derzeitigen Zeitpunkt den Mut immer noch haben. Ob ich ihn auch dann noch habe, wenn die AfD wieder Umerziehungslager oder gar Konzentrationlager errichtet - weiß ich nicht.

(Ich würde es mir wünschen).

Und ob ich gar den Mut hätte, für jemand anderes die Bürde eines solchen Wegs aufmachen zu nehmen, erst recht nicht (wobei es spätestens an diesem Punkt viele gibt, die das eher schon als dumm - weil unnötig - bezeichnen würden).

Du hattest diese Frage gestellt:

Nein, das braucht es nicht.
Ich habe mal unser Wahl-Groß-Plakat, das von der Anti-Antifa beschmiert wurden, mit überzähligen Wahl-Kopfplakaten übergetackert, und kam damit namentlich in die Zeitung.

Dabei habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, ob ich jetzt auf der Todesliste der Anti-Anttifa stehe. Ich hoffe, die Anti-Antifa nimmt es mir nicht übel, dass ich ihre „Kunstwerke“ überdeckt habe. :wink:

So etwas würde ich auch wieder tun, aber eben keinen Aufruf zur Gewalt, wie es Danger Dan getan hat.

Es sind aber nicht nur die Rechtsextremen, die ich als bedrohlich empfinde. Auch gegen solche Äußerungen anzuschreiben, erfordert Mut:

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Angst ist oft eher ein psychische Störung (Angsstörung) als ein Hilfsmittel zum Überleben. Du meinst die Furcht.

Es geht nur um Begrifflichkeiten, sie sind aber bei Debatten über Emotionen nicht ganz unwichtig. Das folgende ist KI generiert, es stimmt mit meinem Wissen überein und ich habe es aber anhand der Quellen nochmal verifiziert:

Angst und Furcht sind lebenswichtige Schutz- und Warnreaktionen, die sich in der Psychologie jedoch klar voneinander unterscheiden. [1, 2]

Definition: Furcht

  • Konkrete Bedrohung: Furcht ist eine direkte Reaktion auf eine klare, greifbare und gegenstandsbezogene Gefahr (zum Beispiel ein angreifender Hund oder ein Verfolger). [1, 2]
  • Reaktion: Sie führt zu einer akuten Alarmreaktion und löst evolutionäre Verhaltensweisen wie Flucht, Verteidigung oder Schreckstarre aus. [1, 2]
  • Ursprung: Sie kommt von außen und richtet sich auf ein bestimmtes Objekt oder eine konkrete Situation. [1]

Definition: Angst

  • Unbestimmtes Gefühl: Angst ist ein diffuses, ungerichtetes und oft gegenstandslose Gefühl der Beklemmung.
  • Situation: Sie entsteht in unklaren, mehrdeutigen oder neuen Situationen, in denen eine konkrete Bedrohung nicht genau benannt werden kann (zum Beispiel das ungute Gefühl allein im dunklen Haus).
  • Ursprung: Sie kommt eher „von innen“ und bezieht sich auf zukünftige Ungewissheiten oder Erwartungen. [1, 2, 3, 4, 5]

Gemeinsamkeiten und Alltag

  • Körperliche Reaktion: Beide Emotionen aktivieren das vegetative Nervensystem und führen zu Symptomen wie Herzklopfen, Schwitzen oder Zittern. [1, 2]
  • Alltagssprache: Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe meist synonym verwendet; eine extrem übersteigerte Furcht vor

Das ist einfach falsch.
„Angst ist eine unserer grundlegenden Emotionen, die als Schutzmechanismus einen wichtigen Beitrag zur Evolution des Menschen leistete: Wir verfügen über ein natürliches „Alarmsystem“, das uns dabei hilft, angemessen auf potenziell gefährliche oder bedrohliche Situationen zu reagieren. Gefühle der Angst kennt daher fast jeder. Angst vor realen Gefahren ist demnach auch sinnvoll.“ (Angst — Psychotherapie und Psychosomatik)

Angst ist in der Psychologie immer eine wichtige emotionale Grundfunktion. Nur bei übersteigerter Angst und erheblich irrationaler oder generailsierter Angst spricht man von Angsstörungen. Die Psychologie unterscheidet nicht zwischen Angst und Furcht und damit in gesund und pathologisch. UKB | Angst und Angsterkrankungen

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Das ist nicht falsch, das entspricht dem aktuellen Forschungsstand, den du anscheinend nicht kennst.

Z.B. hier: Wie unterscheidet sich Angst von Furcht? — Universität Bonn

„Furcht entsteht dann, wenn es eine klare Bedrohung gibt – zum Beispiel wenn man von einem Fremden verfolgt wird“, sagt Prof. Dr. Ulrich Ettinger vom Institut für Psychologie der Universität Bonn. Angst trete dagegen in Situationen auf, die nicht eindeutig sind, etwa wenn jemand allein zuhause ist und ein unbekanntes Geräusch hört. In der Alltagssprache wird aber häufig nur das Wort „Angst“ für beide Emotionen verwendet. „Die beiden Gefühle unterscheiden sich jedoch deutlich auf der körperlichen, gedanklichen und hirnphysiologischen Ebene“, sagt Prof. Ettinger. Häufig hängen sie auch mit depressiven Erkrankungen zusammen.

Das stimmt: die Einzelmeinung eines Professors Ettinger, der für eine Studie im Jahr 2015 (?Aktuell?) zu seiner These Probanden sucht, kenne ich nicht. Zumal unklar ist, ob die Studie stattfand und was dabei herausgekommen ist.

Die Begriffe Angst und Furcht werden unterschiedlich gebraucht. Ja, in der Psychologie wird die Unterscheidung oft so gemacht, wie @Kalo sagt, aber ohne dass Angst an sich pathologisch wäre. Eine ungerichtete Angst setzt zb die Reaktionsfähigkeit hoch und bereitet darauf vor, unbestimmten Gefahren zu begegnen.

Angst ist oft schlicht ein allgemeinerer Ausdruck, oft ist Furcht eingeschlossen. Da spielt auch der Gebrauch im englischen eine Rolle. Die neuropsychologische Forschung zu anxiety ist grundlegend für den gesamten Bereich Angst Furcht whatever.

Man kann von bestimmten umrissenen Forschungsfragen, insbesondere im klinischen Kontext, auch nicht auf den allgemeinen Gebrauch schließen.
Das Experiment ist interessant, aber er wird ordentlich Probleme haben, die somatischen Marker auseinanderzudröseln, da die Variabilität zwischen Menschen sehr groß ist.

Manchmal macht es im therapeutischen setting Sinn, die Unterscheidung zu gebrauchen, um Patienten die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle genauer zu benennen.

@Kalo du hast es mal wieder seeehr genau genommen :wink:

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Unsinn. Deine Meinung erscheint mir eher als Einzelmeinung.

Hier noch die Einzelmeinung eines Lexikons der Psychologie

Furcht [engl. fear], [EM], neg. Emotion, die im mimischen Ausdruck (Mimik) kulturübergreifend gezeigt und erkannt wird und die deshalb oft zu den Basisemotionen gezählt wird. Es handelt sich um eine Erwartungsemotion (Erwartung), die entsteht, wenn man erwartet, dass etwas Negatives eintreten wird. Furcht geht mit dem subj. Gefühl des Bedrohtseins sowie mit einer Vielzahl physiol. Reaktionen wie z. B. einem Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks einher. Die physiol. Reaktionen (Physiologie) setzen den Körper in Verhaltensbereitschaft und erleichtern so z. B. Fluchtverhalten oder Abwehrreaktionen. Furcht kann sowohl bei der Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit als auch bei der Bedrohung des Selbstwerts (Selbstwertgefühl) entstehen. Anders als Angst bezieht sich Furcht immer auf konkrete Situationen. In der Motivationsps. (Motivation) ist Furcht mit den Meidenkomponenten (Konflikttheorie) der Motive verbunden: Furcht vor Misserfolg, Furcht vor Zurückweisung, Furcht vor Kontrollverlust.

Angst [engl. anxiety; althd. angust, verwandt mit lat. angustus eng], [EM, PER], emot. Zustand (state), gekennzeichnet durch Anspannung, Besorgtheit, Nervosität, innere Unruhe und Furcht vor zukünftigen Ereignissen. Angst kann «frei flottierend» ohne klaren Bezug auf den Grund der Angst auftreten; bei klarem Bezug auf das Angst auslösende Objekt wird auch von Furcht gesprochen. Physiol. Korrelat der Angst ist eine erhöhte Aktivität des autonomen Nervensystems (Stress). Angst ist eine überlebensnotwendige Reaktion auf gefährliche Situationen, die bspw. als Zeichen normaler Entwicklung im Alter von ca. 8 Monaten fremden Erwachsenen gegenüber gezeigt wird (Fremdenreaktion). Neben solchen universellen Angstauslösern kann Angst klassisch oder operant auf bedingte Reize hin erlernt werden (Konditionierung) oder durch Beobachtungslernen erworben werden, wobei die Schnelligkeit des Erwerbs von Furcht gegenüber best. Situationen oder Obj. genetisch prädisponiert sein kann in Form eines evolvierten psychologischen Mechanismus (EPM) (z. B. gegenüber Schlangen oder ärgerlichen Gesichtern; Öhman & Mineka, 2001).

Nö er lag schlichtweg falsch mit seiner Aussage.

Diese Aussage ist weiterhin falsch:

Es wird zwischen Angst und Furcht unterschieden, aber Angst ist nicht eine psychische Störung sondern psychologisch anerkannt oft ein Mittel des Überlebens.

@Kalo kann es sein, dass du Angst davor hat, einen Fehler zuzugeben? :wink:
Oder ist das bei dir schon Altersstarrsinn? :wink:

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Ok, dieser Satz ist wirklich falsch.
Fragt sich, wie oft ist „oft“.

Angst ist eines der Grundgefühle, durch eigene neuronale Knoten, ein eigenes Erregungsmuster, eigene physiologische Reaktionen bestimmt. Es ist möglicherweise das erste in Tieren entwickelte Reaktionsmuster und auch im Menschen weitgehend unbewusst. Diese Gefühle kommen sehr viel schneller als die konkrete Einschätzung eines Reizes und wirken erstmal autonom. So schnell kann ein Organismus keine Unterscheidung vornehmen.

Angst wird vielfältig und sehr schnell und einfach, meist bereits in der Kindheit, oft durch Beobachtung, konditioniert, so dass die Entfernung von einem konkreten Auslöser in der Regel weit ist.
Dh, in den täglich auftretenden Situationen, in denen Angst auftreten kann, geht es eher um die schnellen, unbewussten, grundlegenden Reaktionen, die Verhalten steuern.
Genau das ist ein Überlebensmechanismus, wie bei allen Tieren. Krankhaft ist das nicht.

Furcht, dh Angst vor etwas Bestimmtem, spielt beim Menschen heute weniger eine Rolle. Meist dürfte die Zuordnung auch schwierig sein. Wo beginnt eine reale Bedrohung, wo die Bewertung als bedrohlich, wo eine erlernte Reaktion?

Eigentlich mag ich das Thema nicht noch weiter ausführen…

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Hab ich auch erst überlegt. Aber wenn ich die Überschrift sehe, denke ich, dass Mut die Fähigkeit ist, die Angst zu überwinden. Insofern passt es schon sehr zum Thema, zunächst über Angst zu sprechen.
Nur wer zu seiner Angst steht, kann mutig sein.

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Dann sind wir uns ja endlich einig.

Das habe ich so apodiktisch auch nicht behauptet.

@ErnstBGi kann es sein, dass du nicht richtig liest?

Auf diese Frage habe ich eine Antwort recherchieren lassen:

Allgemeine Häufigkeit und Zahlen

  • Lebenszeitprävalenz: Etwa 15 bis 20 Prozent aller Menschen erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an einer Angststörung. [1, 2]
  • Jahresprävalenz: In Deutschland berichten etwa 21 von 100 Frauen und 9 von 100 Männern (im Alter von 18 bis 79 Jahren) innerhalb eines Jahres von Symptomen einer Angststörung. [1]

Qualifiziert das „oft“? Oder hat jemand andere Zahlen.

Also frage ich in meinem Altersstarrsinn: ist der Satz wirklich falsch?

Naja, also da du über 20 % Arme in Deutschland auch als irrelevant einstufst, würde ich mal sagen: 15- 20 % Menschen mit einer episodischen Angsstörung im Leben sind noch irrelevanter. Aber Hauptsache du behälst irgendwie recht …

Du gleitest ins Polemische ab. Diskutier mit dir selber.

Interessant, wie sich die Diskussion hier entwickelt hat:

Wortklaubereien um des Kaisers Bart.

Hat niemand außer mir den Mut, sich von Danger Dans Gewaltfantasien zu distanzieren?

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Wenn du zwei unterschiedliche neuro-biologische Mechanismen für Wortklauberei hältst …

Es sind keine unterschiedlichen Mechanismen. Die Angstreaktion ist seit langem gut erforscht. Was der Professor mit seinem Experiment bezweckt, ist, somatische Marker für zwei psychische Angststörungen (!) zu finden. Das ist etwas anderes.
Die Prävalenzen von Angststörungen brauchst du mir nicht vorzuhalten, die kenne ich, samt Fachliteratur.

Mir reicht es jetzt. Sorry, wenn ich deinen Wissensdurst und deine Freude an Differenzierung nicht bedienen kann :wink:

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Anscheinend doch: Forschung: Wie Angst und Furcht im Gehirn beeinflusst werden könnten: Neurologen und Psychiater im Netz.

Furcht ist das Gefühl einer konkret fassbaren Bedrohung, während sich der Begriff Angst auf eine diffuse Bedrohung bezieht.

Besonders interessant war es für die Forscher am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, dass die Effekte von Stress-induzierter Angst und Furcht unterschiedlichen Hirnregionen zugeordnet werden können. Diese Erkenntnis liefert wertvolle Hinweise für eine differenzielle Behandlung von Angst und Furcht.

Noch wichtiger ist das gewonnene Verständnis, dass außer der Hirnregion auch der Typ der Zellen entscheidend ist. Auch das ist für die Behandlung von Angststörungen wichtig, liefert es doch einen Ansatzpunkt, welche Schaltkreise konkret für Angst zuständig sind, wo also medikamentös am besten angesetzt werden sollte.

Warum sträubt ihr euch so gegen die Differenzierung von Angst und Furcht, obwohl sie doch empirisch bestätigt zu sein scheint? Habt ihr aktuelle Studien, die diese Hypothese widerlegen?

Die halte ich dir nicht vor. @ErnstBGi hat sich an dem vagen Begriff „oft“ gestört. Deswegen die Zahlen zur Prävalenz.

Warum diese Schärfe? Ich argumentiere sehr sachlich.