Artikel aus der SZ
Über den folgenden Link kann der Artikel ohne eigenes SZ Plus-Abo gelesen werden:
„Danger Dan und die Bedrohung durch Neonazis: So weit ist es also wieder“
Wer hat den Mut, so zu leben?
Könnte ich das?
Könntet Ihr?
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„Danger Dan und die Bedrohung durch Neonazis: So weit ist es also wieder“
Wer hat den Mut, so zu leben?
Könnte ich das?
Könntet Ihr?
Der Artikel hat mich sehr berührt. Ich kann nachvollziehen, warum er in dieser Situation diese Art von Kunst macht, auch wenn ich ihr inhaltlich nicht zustimme.
Mut kommt, wenn die Situation es erfordert. Hoffentlich.
Vorher weiß man nicht, ob man dazu fähig ist oder nicht.
Kunst kann eine Notwendigkeit sein, weil man es sonst nicht aushält. Man hat kaum die Wahl. Das scheint bei ihm der Fall zu sein.
Ich glaube, die meisten Menschen, die diese Courage aufbringen, entscheiden sich nicht dafür, Mut zu haben, sondern das zu tun, was sie für richtig halten. Sie können nicht wegschauen, sich nicht über ihr Gewissen hinwegsetzen, sich nicht über ihr Mitgefühl hinwegsetzen.
Und viele gehen daran kaputt. Es wird immer wieder erzählt, dass nicht nur die Verfolgten Angst hatten, sondern auch, wie viel Angst ihre Helfer hatten, oft mit dauerhaften psychischen Schäden.
Es ist viel Verzweiflung hinter dem Mut.
Es gibt noch viel zu sagen, wie man sich zusammentun kann und die Bürde gemeinsam trägt. Wie man es aushält, sich stärkt und sich und seine Familie schützt.
Man kann daran wachsen.
Wir hatten so einen prominenten Fall schon einmal mit Salman Rushdie - wenn sowas passiert, ist nicht mehr die Frage, ob man das kann oder nicht - es bleibt gar nichts anderes übrig, um zu überleben …
Die eigentliche Frage ist da noch eher, ob man das Risiko eingeht, durch die eigenen (vorgelagerten) Verhaltensweisen auf dem Index von - egal welchen - Radikalen zu landen. Auch hier habe ich mich eher mit dem Fall Ruschdie beschäftigt, dem es als Künstler „nur“ darum ging, künstlerische Werke zu erstellen im Vertrauen darauf, dass das gesellschaftlich auch als Kunst anerkannt wird - die Kunstfreiheit ist analog zur Meinungsfreiheit (zumindest bei uns) ein sehr hohes Gut.
Wir müss(t)en uns also streng genommen bei all unsere Äußerungen fragen, ob damit nicht ein Risiko verbunden ist - wenn man sich hier einige Statements im Forum ansieht, und sich vorstellt, was passiert, wenn die AfD an die Regierung kommt und sich vielleicht zudem weiter radikalisiert, so könnte jedem Verfasser eines Statements hier im Forum, dass gegen die AfD gerichtet ist, schnell lebensgefährlich werden - hält uns das aktuell davon ab, hier zu schreiben, was wir für richtig halten? Hoffentlich nicht.
Die Frage stellt sich so gesehen also doch nicht. Und zwar nicht deswegen, weil wir auf die freiheitlich demokratische Grundordnung vertrauen (die kann bei einem Wahlerfolg der AfD schnell kippen), sondern weil es
viel zu aufwändig ist, alle eigenen Äußerungen daraufhin zu überprüfen, bevor man sie tätigt, und vor allem
weil wir - hoffentlich - alle uns nicht in vorauseilendem "Gehorsam (sprich: aus Angst), bereit sind, uns zu verbiegen.
Deine Frage nach dem Mut stellt sich daher nur insofern, als jeder von uns sich die Frage stellen muss, ob er nach der ersten Konfrontation einen Rückzieher macht, oder ob trotz dieser Konfrontation und hoher Wahrscheinlichkeit weiterer zukünftiger Eskalationen trotzdem weitermacht.
Bei Rushdie war das noch verhältnismäßig „einfach“, weil auch eine Änderung seines Verhaltens das Todesurteil nicht hätte ändern können - das ist bei Danger Dan vielleicht anders (obwohl ich auch der Rückschau in die Zeit der NS-Diktatur meine feststellen zu können, dass dies auch in seinem Fall nicht mehr hilft, weil das schon zu weit eskaliert ist).
Jeder sollte deswegen auch über den Schlusssatz des Artikels jetzt nachdenken „… Weiterkämpfen also wohl. Wahrscheinlich lohnt es sich ja doch …“.
Es lohnt sich vielleicht sogar dann, wenn man als Individuum dabei auf der Strecke bleibt. Denn wenn man diesen Kampf nicht aufnimmt und durchzieht, bleibt am Ende vielleicht nichts mehr übrig, wofür es sich lohnt, zu kämpfen – nicht nur für sich selbst; sondern für die „gesamte“ Gesellschaft (vielleicht reicht es schon, dabei an die eigenen Kinder und Enkel zu denken ![]()
Gut, dass du das ansprichst. Ich hatte mich vor 2 Jahren mit dem Gründer und ehemaligem Admin @WitzelJo über diese Problematik ausgetauscht (etwas erfolglos).
Daher noch mal mein Appell an alle User hier:
Veröffentlicht in eurem Profil nicht euren Klarnamen und auch nicht euer Foto!
Nicht nur in Bezug auf eine mögliche rechte Machtübernahme, sondern auch für Kriminelle ist diese Information über euch sehr riskant.
Für die Admins ist es gut zu wissen, wer ihr wirklich seid, aber die Welt draußen geht das nichts an.
Ich bin selbst zweimal in meinem Leben Ziel rechter Angriffe gewesen, einmal über das Internet. Das ist sehr beängstigend und unangenehm. Von der Polizei könnt ihr keine Hilfe erwarten. Die nehmen die Anzeige auf und warten, bis Körperverletzung vorliegt. Vorher machen die nichts. Man kriegt irgendwann später einen Brief, dass die Ermittlungen wegen mangelndem öffentlichem Interesse eingestellt wurden.
Vielleicht sollten wir bei der nächsten Mitgliederversammlung im Verein mal überlegen, was wir mit dem Forum und den Inhalten machen, wenn es für die Verfasser gefährlich wird.
Ich kann den geschenkten SZ-Artikel nicht öffnen, aber an den Namen Danger Dan erinnere ich mich im Zusammenhang mit der Ausladung vom ZDF, weil er die Namen der „Hammerbande“ genannt hatte mit dem Zusatz „Ihr wisst, was zu tun ist“.
Er ist also absolut kein Vorbild für mich, das hatten wir hier ja eigentlich schon:
Das ist aber eine andere Fragestellung - man kann die Person an sich oder die Kunst, die er produziert, nicht mögen oder gar scheußlich finden (ich konnte mit den „Satanischen Versen“ auch nichts anfangen).
Aber zum einen gebührt diesen Menschen trotzdem unser Schutz - zum anderen ist es dennoch mutig, sich so zu positionieren, dass man dabei die eigene Unversehrtheit riskiert - das muss man auch den RAF-Terroristen (deren Vorgehen und Ideologie ich ausdrücklich missbillige!) zugestehen. Sie hatten den Mut, sich gegen ein System aufzulehnen, dass sie zutiefst ablehnten, obwohl sie den Kampf wahrscheinlich verlieren würden.
Man könnte ein solches - vielleicht nicht zuletzt auch „etwas“ Ideologie getriebenes - Verhalten, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitert, natürlich auch einfach als „dumm“ bezeichnen
, um eine auch damit verbundene zurückliegende Diskussion wieder neu aufleben zu lassen ![]()
Ob man also so ein Verhalten als „vorbildhaft mutig“ oder als „falsch und dumm“ betrachtet, hängt wohl sehr stark vom Auge des Betrachters ab ![]()
Diese Einstellung „Hauptsache Gewalt“ halte ich tatsachlich für dumm, aber die hat er offensichtlich nicht. Ich lehne den Aufruf zur Gewalt gegen die AFD aber trotzdem ab, und natürlich genau so auch Gewalt gegen Danger Dan.
Aber nur für eine Person.
wirklich?
bitte info, wer den Artikel lesen konnte.
@HarmsCar , Du?
ich dachte, der Link könnte mehrfach geöffnet werden.
Hier Textauszug
Der Musiker Danger Dan muss akribisch verhindern, dass militante Neonazis herausfinden, wo er wohnt, arbeitet, Bier trinkt. Gleichzeitig wird er langsam blind. Seine Antwort: radikal persönliche, vollkommen schutzlose Kunst. Eine Begegnung.
Auch als ihm militante Neonazis in Mails und Briefen noch nicht (oder zumindest seltener, oder weniger glaubwürdig) drohten. Als sie noch nicht ankündigten, seine Konzerte zu besuchen.
Als er noch nicht derart akribisch darauf achtete, dass niemand herausfinden kann, wo er wohnt, arbeitet, Bier trinkt. Als sein PR-Team noch etwas weniger unnachgiebig drängte, das Interview müsse in einem Café stattfinden, das Pongratz sonst nie besucht. Und als sich dann noch nicht beobachten ließ, wie er bei Ankunft an diesem Café in ausreichendem Abstand innehält und scannt, wer dort so sitzt. Und wer drum herum steht. Ob also Gefahr bestehen könnte, dass jemand ihn überfällt. Ein paar Themen, private Themen, schließt er für das Gespräch kategorisch aus. Um geliebte Menschen aus der Öffentlichkeit zu halten. Um sie zu schützen.
Wie hält es dieser im Gespräch durchweg sanfte Mensch aus, stetig sehr öffentlich Ärger zu machen?
Kurzes Zwischenfazit: Antifaschisten, Menschen also, die darum kämpfen, dass Nazis hier nicht noch weiter an Boden gewinnen, fürchten inzwischen wieder sehr glaubwürdig um ihre Gesundheit. Vielleicht auch um ihr Leben. Herzlichen Glückwunsch dazu, Vaterland. Blüh’ im Glanze dieses Glückes.
Das wäre jedenfalls der sogenannte Hintergrund, vor dem der Musiker sich nun an den Tisch setzt und eine schwarze Sporttasche neben sich stellt. Er hat später noch ein Fotoshooting. Pressebilder. Die Vermutung liegt also sehr nahe, dass in der Tasche das schlummert, was ihn in Danger Dan verwandelt.
…
Wie er – der als 17-Jähriger Panikattacken hatte, so schwer, dass er immer wieder fürchtete, zu ersticken – es heute aushält, stetig sehr öffentlich Ärger zu machen. Also Ärger zu bekommen. Im Kampf für die Sache. Und manchmal vielleicht auch als Selbstzweck.Was alles noch etwas erstaunlicher wird, oder – hier passt dieses Wort dann doch mal wirklich – irrer, wenn man dies weiß: Pongratz wird blind. Retinitis pigmentosa, eine erblich bedingte Degeneration der Netzhaut. „Mein Sichtfeld wird immer kleiner und ich stoße mir öfter mal den Kopf“, so beschreibt er das im Gespräch.
Ich finde seinen Mut umso bewunderswerter, als er blind wird.
Eigentlich läge es da nahe, sich um sich selbst zu kümmern und das Leben nicht noch komplizierter zu machen.
Aber ja, vielleicht ist Mut auch nicht das richtige Wort. Eher Verzweiflung oder innerer Zwang?
Aber wiederum andererseits ändert das nicht viel:
jedenfalls ist irgendwas in ihm stärker als die Angst, die er sicher auch hat.
Ich konnte ihn lesen, nachdem ich mich registriert habe.
darum geht es nicht.
Sei doch bitte still, wenn Du den Beitrag nicht lesen kannst und das Thema nicht verstehst.
(obwohl @Dagmar es erklärt hat)
darum geht es nicht, lass Dich bitte nicht auf diese Themaverfehlung ein.
Ich habe nicht von „vorbildhaft mutig“ gesprochen oder von „dumm mutig“.
Einfach mutig. Mut ist, wenn man seine Angst überwindet.
Es geht nicht um eine Bewertung seiner Motive, sondern um die Frage, wer mutig genug wäre, gegen die AfD (oder andere aggressive Parteien) Stellung zu beziehen, auch wenn man Drohbriefe bekommt (oder wenn sie irgendwann mal die Regierung stellt und die Richterposten besetzt).
Für mich ist das ein eher theoretisches Thema, weil bei uns die AfD keine große Rolle spielt.
Aber in LSA sieht das sicher in vielen Gemeinden anders aus.
Würde ich da die Klappe aufmachen?
Oder lieber kopfschüttelnd schweigen?
@Kalo hast Du Dich registriert?
hier nochmal ein neuer Link
jetzt hab ich da ein „L“ stehen ![]()
Ich weiß nicht …
inwiefern?
mich findest Du überall im Netz, mit Kanzleiadresse und anderen Details.
Ich denke, damit muss ich leben, wie jeder Freiberufler oder Selbständige.
Wir müssen ja auch für Mandanten / Kunden auffindbar sein.
ist es dann nicht zu spät?
Ich habe noch ein Account, weil ich die SZ früher abonniert hatte.
Mit dem neuen Link geht es. Vermutlich weil ich der erste bin. Danke.
na dann
hier der nächste
Hat das nicht auch etwas mit Zuversicht zu tun?
Es gibt hier Leute, die schreiben auch mal frei und fröhlich ins Forum, wann sie in den Urlaub fahren …Prima Info für Einbrecher.
Und dann gibt es noch den Identitätsklau
wieso, wenn wir das vorsorglich überlegen?
Da sind wir uns einig ![]()
Um auf irgend welchen „schwarzen Listen“ zu landen, braucht es aber keinen Gewaltaufruf…
Es reicht, sich gegen Leute aber auch Gruppen kritisch zu äußern, oder auch nur, Mitglied einer Partei zu sein. Nach der Machtergreifung der Nazis war es schon mutig, weiterhin Sozialdemokrat (oder, noch schlimmer, bekennender Kommunist) zu sein/zu bleiben. Vgl. das berühmte Zitat von Niemöller.
Die Frage ist also, wer den Mut hat, Dinge zu tun, die er /sie für richtig findet - notfalls auch für den Preis der eigenen Gefährdung…
Ich konnte den Artikel lesen - aber auch nur, weil ich einen Account habe, mit dem ich mich zum Lesen anmelden musste…