Was wenn der Golfstrom wirklich kollabiert?

Wenn ich Nachrichten über unserer aktuellen Regierung lesen, kann ich es einfach nicht begreifen.

Studien wie diese beweisen nicht, dass es so kommen wird. Aber was bedeutet es, wenn es doch passiert?
https://www.klimareporter.de/erdsystem/studie-die-atlantikstroemung-wankt-kippt-und-kollabiert

Es gibt aktuell Aussagen, dass Russland irgendwann in den nächsten Jahren die Nato angreifen könnte. Die ganze EU investiert hunderte Milliarden in Aufrüstung, um dieser Gefahr zu begegnen.

Ein Zusammenbruch des Golfstroms wäre unvergleichbar schlimmer.

In einer niederländischen Studie aus dem vergangenen Jahr heißt es mit Blick auf Europa: „Es gibt keine realistischen Anpassungsmaßnahmen, die mit den schnellen Temperaturänderungen bei einem Zusammenbruch der Atlantischen Umwälzzirkulation umgehen können.“

Liegt es daran, dass ein Angriff Russland innerhalb der nächsten 10 Jahre befürchtet wird und die andere Gefahr Europa erst in 100 Jahren zerstören würde?

Aber wie kann man nur so kurzsichtig sein. Europa hat mehrere Tausend Jahre Zivilisation hinter sich und dann könnte in hundert oder zweihundert Jahren damit komplett Schluss sein? Und wenn diese wissenschaftlichen Berechnungen bestätigt werden, dann ist die Entwicklung irgendwann in den nächsten Jahrzehnten irreversibel.

(Siehe auch Kipppunkt des Golfstroms => Nordpoleis bis zum Ärmelkanal?

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Wenn Russland eine gewisse Vorherrschaft in Europa gewinnen würde, könnten wir den Klimaschutz eh vergessen. Deshalb müssen wir das unbedingt vermeiden. Das hat Europa in der Hand.

Wie weit der Klimawandel geht und ob dadurch der Golfstrom zusammenbricht, hat Europa nicht alleine in der Hand. Da muss der Rest der Welt mitmachen.

Die Vermeidung einer russischen Vorherrschaft ist also eine notwendige Voraussetzung für alles weitere.

Sehe ich nicht so: Würde Russland Europa komplett erobern, gäbe es hier immer noch eine Zivilisation!

Andererseits: Russland ist von einem Zusammenbruch des Golfstroms genauso existentiell bedroht wie Europa. Dann ist es vollkommen egal, wer den Kontinent beherrscht.

Das ist die Größenordnung der Veränderungen, über die wir hier reden. Und ein Angriff von Russland auf die EU ist von den Absichten von ein paar Menschen in Russland abhängig. Kann kommen, kann auch nicht kommen.

Das andere sind physikalische Systeme. Und wenn 90% unserer Modelle voraussagen, dass es so kommt (das ist noch nicht der Fall), dann kann man damit nicht „verhandeln“ und „einen Kompromiss aushandeln“ wie mit dem verrückten Möchtegerndespoten in den USA.

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Aber es gäbe keinen Klimaschutz und der Golfstrom würde dann eben unter russischer Herrschaft kollabieren, aber er würde kollabieren. Dann hätte Russland ein weiteres Sibirien.

Da möchte ich aber auf lieber auf Nummer sicher gehen und alles tun, damit es nicht kommt. Prinzip Sicherheitsgurt.

ganz aktuell: Klimawandel: Weniger Wärme für Nordwesteuropa | tagesschau.de

Mir völlig unverständlich, warum die Menschheit wenig bis nix unternimmt. Die Frage ist eben nicht OB es passiert, sondern wann, bzw. wie schnell.

Ist ja auch nicht so, dass am 11. Mai 2107 um 16:38 der Meeresspiegel um 2,74 m ansteigt. Die ersten Springfluten, Wetteranomalien wie Hurrikane, Trockenheiten, usw. werden über die Jahrzehnte vorher einsetzen. Wer jetzt eine Villa auf Sylt hat, sollte diese schnell abwohnen, die wird bald wertlos.

Ob unser Grundstück dann immer noch in Familienbesitz ist oder der Russe es sich einverleibt hat, ist eigtl. egal. Lebenswert wird es hier am Niederrhein nicht mehr sein, weil wir nicht mehr über ein paar hunderttausend Flüchtlinge reden, sondern über Milliarden. Alle (!) Küsten werden unbewohnbar und während es hier noch “überlebbare” Temperaturen geben wird, sieht das in der Äquatorregion anders aus. Nahrung und Süsswasser wird das Gold des nächsten Jahrhunderts.

“Was wenn der Golfstrom wirklich kollabiert?” ist irreführend. Falls wir nicht umgehend mit unseren Ressourcen und Gewohnheiten anders umgehen, WIRD er kollabieren. Und ich erkenne kein Anderstun oder Gegensteuern, was dieser Bedeutung entspräche. Und somit sind wir iwie auch in dem anderen Thread über Schwarmintelligenz.

Passt ganz gut:

Aus dem gleichen Grund, warum Menschen rauchen, saufen, fressen, sich nicht bewegen oder mir 200 über die Autobahn fahren: wird schon irgendwie nicht so schlimm werden.

Also das die Menschheit nichts gegen den Klimawandel unternimmt ist in der Absolutheit nicht richtig. Es unternehmen leider nicht alle etwas, und vor allem nicht genug.
Man kann auch beide Probleme (Klima/Russland) mit der einen oder anderen Maßnahme gemeinsam angehen. Weniger ÖL, Kohle und Gas verbrauchen z. B. hilft dem Klima und entzieht Russland Mittel für den Krieg.

Wenig Trost ist dann, dass bei einem Ausfall der Golfstroms die Vergrößerung der Gletscher auf der Nordhalbkugel ( wenn es so kommt) dem Meeresspiegelanstieg wahrscheinlich entgegen wirkt.
Ohne Golfstrom haben wir dann ggf. ein Klima wie in Kanada. Ist dann hier nicht mehr so gemütlich wie heute, aber in Kanada leben auch Leute (und das vielfach gar nicht so schlecht).
Und der Klimawandel hat es bis dahin auch schon weiter geschafft :frowning:

Ich gebe @Kalo recht.
Wenn Putin hier das sagen hätte, wird es mit dem Klimaschutz bestimmt nicht besser. Also verteidigen wir auch unseren Klimaschutz gegen Russland (und seine Sympathisanten wie die AFD).

ja.
und man kann auch beides parallel/getrennt machen.
Ich sehe das nicht als Alternative,
Derzeit passiert beides aber zu langsam.

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In dem wir kein Tempolimit auf den Autobahnen vereinbaren?
In dem wir die Energiewende im Gebäudesektor hinauszögern?
In dem wir mehr neue Gaskraftwerke bauen als wir brauchen?
Und demnächst werden die Ausbauziele für erneuerbare Energien vermutlich gesenkt.

Aber ihr lenkt mit eurem Putin-Kram vom Thema ab.

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Was glaubst du, was von alle dem unter Putin übrig wäre?
Zumindest darf man das alles hier fordern, diskutieren und machen ohne in Gefängnis zu kommen.
Ob wir die Gaskraftwerke nicht brauchen oder doch, ist umstritten. Selbst Habeck hatte in etwa mit dieser Größenordnung gerechnet.

Nee, das hast du hier ganz am Anfang rein gebracht

War das ein Freudscher Verschreiber :wink:

Ob wir wirklich mehr Kapazitäten als nötig planen, weiß ich nicht. Aber das ist aus zwei Gründen nicht klimarelevant:

  • erstens werden die nur die Strommenge produzieren, die bei den EE fehlt und
  • zweitens werden sie dann mit grünem Wasserstoff betrieben ( so ist das Konzept)
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zu 1.) Die aktuelle Un-Regierung schraubt allerdings EE gerade massiv zurück und blockiert Innovationen in die Richtung. Freiwerdende Gelder sollen in Gas und Bestandsnetz fliessen. Logische Folge ist, dass dann auch mehr Gas für die nicht kleiner werdende Lücke zu EE verbrannt wird.

zu 2.) Das das Konzept unrentabel ist, belegen alle wissenschaftlich neutralen Untersuchungen. Wasserstoff macht nur Sinn, wo es an Alternativen mangelt oder dieser als “Abfallprodukt”, eben grün, anfällt. Für ein deutsches Gaskraftwerk, zur Versorgung einer Stadt (also nicht ein Industriekomplex, der seinen Wasserstoff selbst erzeugt und verstromt), gibt es gar nicht die Mengen die nötig wären. Und mit Energie Wasserstoff erzeugen um ihn dann im Gaskraftwerk zu verstromen ist total gaga (unwissenschaftlich auf den Punkt gebracht). Speicher sind die echte Alternative.

Nur ist die Energie- und Gaslobby eben sehr stark und unsere Politik sehr empfänglich dafür.

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Es geht nicht um Rentabilität nach heutigem Stand, hier geht es um Backup-Kraftwerke. Wasserstoff ist, wieder nach heutigem Stand, die beste Methode, um EE für und über einen längeren Zeitraum zu speichern (Elektrolyse). Außerdem eröffnet die Speicherform einen Migrationspfad, um die heute noch notwendigen Gaskraftwerke auch in Zukunft klimaneutral nutzen zu können.

Wenn man das alles in die Rechnung mit einbezieht, kann es durchaus rentabel werden.

Das ist leider richtig, macht aber das Konzept, Gaskraftwerke jetzt zu bauen und als Brückentechnologie zu nutzen nicht falsch.

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Doch. Die Kraftwerke kosten ja Geld. Geld, das z.B. viel besser in Batteriespeicher neben jedem Umspannwerk investiert würde. Denn die Vergeudung von erneuerbare Kapazität wird gewaltig zunehmen und Batteriespeicher können viel davon abfangen.

Die Gaskraftwerke - selbst wenn sie „Wasserstoff ready“ gebaut würden - sind stranded assests.

Aber ich bleibe dabei: Selbst wenn die ganze EU unter die Herrschaft Russlands fallen würde, wäre das im Vergleich zum Zusammenbruch des Golfstroms ein kleines kurzfristiges Problem, welches auch weniger Todesopfer fordern würde. Auch wenn ein Krieg große Teile Europas zerstören würde, wäre das noch die bessere Option. Nach ein paar hundert Jahren hätte sich Europa davon erholt.

Aber diese Dimensionen von Problemen sind natürlich der aktuellen Politikergeneration - nicht nur in Deutschland - nicht zu vermitteln.

Rechne es durch, mit Batterien können wir die EE bei einer Dunkelflaute vielleicht 1 Stunde ausgleichen, dann sind die leer.

Nein, das können sie nicht. Jedenfalls nicht zu bezahlbaren Preisen.

Eine GW Gaskraftwerk kostet ca. 1 Mrd und kann im Prinzip unbegrenzt Energie liefern. Nehmen wir an, es überbrückt eine Woche Dunkelflaute, dann wären das 168 GWh.

Ein vergleichbare Batteriekapazität wären bei 300 Euro pro kWh 300 * 1.000.000 *168 = 50,4 Milliarden Euro.

Wir haben aber nicht die Alternative russische Übermacht oder Klimakatastrophe sondern russische Übermacht und erst recht Klimakatastrophe

Also du meinst, bevor das Klima Europa zerstört (falls das überhaupt zutrifft), zerstören wir es lieber selber.

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Haben wir auch schon an anderen Stellen mehrfach vorgerechnet das Batterien zur Abdeckung von Dunkelflauten bzw. von Zeiten mit anhaltendem Defizit auf absehbare Zeit nicht bezahlbar sind. Aber es wird ignoriert.

Das ist hier die Krux, man schreibt sich die Finger wund und 2 Wochen später kommen wieder die gleichen Argumente. :face_with_symbols_on_mouth:

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Die gleichen widerlegten Argumente