Es geht darum, die Stromkosten zu senken, in dem kein erneuerbarer Strom mehr verloren geht. Das hat zunächst Priorität, denn das senkt die Kosten für alle.
Eine weitere Maßnahme wäre das Biogas nicht mehr direkt zu verstromen, sondern zu reinigen und zu speichern.
Die Anzahl der Biogasanlagen ist in Deutschland auf mittlerweile über 9.000 Anlagen gestiegen, mehr als 200 davon produzieren Biomethan. Allerdings ist die Aufbereitung des Biogases zu Methan mit technischem und energetischem Aufwand verbunden.
Aber wir kommen vom Thema ab. Ich werde unter Energie > Gas ein neues Thema dazu aufmachen.
Hier geht es mir um die Ignoranz der Politik gegenüber aktuell kleinen Risiken, welche aber gigantische Auswirkungen haben würden.
Jede Risikoanalyse in meiner Branche beurteilt Risiken nach Wahrscheinlichkeit des Eintretens multipliziert mit Schadenswirkung. Aber in der Politik lautet die Formel anders:
Wahrscheinlichkeit des Eintretens vor der nächsten Wahl * Risiko für meine Wiederwahl.
Es ging um die Gaskraftwerke und warum wir sie brauchen. Da geht es nicht um Stromkosten, sondern um Versorgungssicherheit. Das ist bei EE ein erhebliches Risiko mit erheblicher Schadenswirkung.
Jeder von Euch beiden hat auf seine Weise Recht. Vor dem Investieren muss jedoch stets das sorgfältige Kalkulieren stehen. Zu den einzelnen Aspekten:
Batteriespeicher. Im Unterschied zu dem mobilen Einsatz ist für stationäre Anlagen kein besonders günstiges Masse-Kapazität-Verhältnis erforderlich. Übrigens soll auch statt des knappen Lithiums das reichlich vorkommende Natrium für Batterien geeignet sein und fast so gute Speichereigenschaften aufweisen.
Gas. Ist im Unterschied zu den Primärenergien Sonne und Wind speicherbar. Zudem lassen sich Gaskraftwerke schnell an- und wieder herunterfahren. Möglich ist die Erzeugung von Wasserstoff durch überschüssigen Solar- und Windstrom, die Nutzung von Erdgas, welches immerhin weniger klimaschädlich ist als Kohle und von Biogas, welches schon aus diesem Grund nicht lediglich als Grundlastenergie, sondern im Zusammenhang mit den bereits genannten beiden Erneuerbaren eingesetzt werden sollte.
Wasserkraft. Kann bei Stauwerken ebenfalls bedarfsabhängig genutzt werden. Zudem lassen sich auch solche beim Vorhandensein eines unteren Sammelbeckens teilweise auch als Pumpspeicherwerke nutzen. Die Möglichkeiten dazu sind besonders im nördlichen Deutschland allerdings begrenzt.
Versorgungssicherheit. Ist in unserer hochtechnisierten Welt unverzichtbar. Damit steht und fällt gerade in einem demokratischen System die Akzeptanz der Energiepolitik. Und letztlich auch der jeweiligen Regierung.
Wie auch immer - ohne ein sorgfältig kalkuliertes Maßnahmepaket lässt sich der CO2-Ausstoß nicht senken. Und wenn andere Akteure in dieser globalisierten Welt weiterhin massenhaft Kohle verfeuern oder Urwälder niederbrennen und abholzen, können wir uns ohnehin abstrampeln wie wir wollen.
Wo ich jetzt mit etwas Abstand das Thema nochmal gelesen habe, finde ich deine Reaktion auf meinen Eingangsbeitrag eigentlich sehr treffend: Es zeigt ganz hervorragend, welche Mechanismen unsere Diskussionen bestimmen. Denn von dem von mir als Beispiel für die Größenordnung von Problemen gedachten Hinweis auf Russland, wir nur der Teil über Russland angenommen. Das Gleiche wäre vermutlich auch mit „Israel“ passiert oder mit Wirtschaftskrise oder Arbeitslosigkeit oder mit Sozialstaat.
Es scheint mir, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die bzgl. der Größenordnung verschiedenerer menschlicher Probleme mit mir einer Meinung sind. So handeln ja auch alle unsere Politiker. Und ich sage „handeln“ nicht „reden“.
Das „alles weitere“ hat sich auf den Klimawandel bezogen.
Bei Dir klang es aber so (auch durch deine weiteren Einlassungen bestätigt), als sollten wir uns nicht mehr um den Krieg in der Ukraine kümmern, sondern nur noch um den Klimawandel.
Wenn das
deine Einschätzung ist, bin ich nicht deiner Meinung.
Eine ähnliche Diskussion hatte ich mal vor über 40 Jahren als es um die Wasserqualität des Sees in unserer Stadt ging. Jemand meinte, wen würde das noch interessieren, wenn erst mal eine Atombombe dort rein gefallen wäre?
Was soll man dazu noch sagen?
Am besten einfach immer schön beim Thema bleiben, und die anderen Themen haben dann eigene threads.
Wenn der Golfstrom stoppt, wird es wohl kälter.
Aber dem steht die Klimaerwärmung gegenüber.
Was am Ende wieviel stärker ist, ist, glaube ich unklar.
Bei Lesch (wenn ich mich recht erinnere) hieß es, das die Klimaerwärmung stärker sei.
Nun, hoffentlich müssen wir das nicht heraus finden.
Nur die all zu große Panik würde ich nicht machen.
Es wird nicht alles, was nördlich der Mittelgebirge liegt einfrieren.
Geht das etwas präziser? Meine Aussage bezieht sich auf den Fall, dass der Teil des Golfstroms, der Europa mit Wärme versorgt, zusammenbrechen sollte. Dies ist zumindest nicht vollkommen ausgeschlossen, nach allem was wir wissen und berechnen.
Also, was willst du mit „nicht deiner Meinung“ aussagen? Ich möchte es wirklich verstehen, ok?
Ich war damals auch überrascht von den Studienergebnissen, da es unseren Erwartungen wirklich zuwiderläuft. Ich zitiere nochmal aus dem damaligen Artikel (Die Studie selbst habe ich nicht gelesen):
Was würde das bedeuten? Auch damit hat sich das Team beschäftigt.
In Nordamerika und besonders in Europa würde der Zusammenbruch der Strömung einen enormen Temperatursturz auslösen. Einige Gebiete in Nordeuropa würden sich mit einer Rate von drei Grad pro Dekade abkühlen. Zum Vergleich: Aktuell führt der Klimawandel zu einer Erwärmung von 0,2 Grad in zehn Jahren.
Damit würden gegenwärtige Anpassungsmaßnahmen, wie die Ansiedlung von hitzeresistenten Baumarten in den europäischen Wäldern, in die völlig falsche Richtung gehen. „Es gibt keine realistischen Anpassungsmaßnahmen, die mit den schnellen Temperaturänderungen bei einem Zusammenbruch der Atlantischen Umwälzzirkulation umgehen können“, heißt es in der Studie.
Die Folgen des Zusammenbruchs fallen stärker aus als in früheren Studien, in denen Rückkopplungseffekte zwischen dem Klima und der Ausbreitung des Meereises häufig ignoriert wurden. Die Modellergebnisse der neuen Studie zeigen, dass sich bei Überschreitung des Kipppunktes die arktische Meereisdecke bis zum 50. nördlichen Breitengrad ausdehnen würde. Dieser Breitengrad geht in Europa durch den Ärmelkanal.
Auch wenn der Golfstrom zusammenbricht, wird das nicht unbedingt das komplette Ende der Zivilisation in Europa sein. Alle diesbezüglichen Vorhersagen sind mit großen Unsicherheiten behaftet.
Ja, was denn jetzt?
Beziehen sich die von Dir (sozusagen zur Beruhigung) in Anspruch genommenen “großen Unsicherheiten” nun auf die Folgen der rapiden Absenkung der Temperaturen in Nordwesteuropa beim Zusammenbruch des Golfstromes?
Diese Folgen sind eigentlich mit Blick auf klimatisch vergleichbare Breitengrade heute in anderen Weltgegenden relativ präzise vorhersagbar.
Oder willst Du nur Deine selbst gesetzte Ausgangsbedingung
hintenrum doch wieder in Zweifel ziehen?
Irgendwie klingt das sehr nach “weil nicht sein kann, was nicht sein darf”.
Die Krux ist halt, dass es beim Abreißen des Golfstromes regional -Nordwesteuropa, einschließlich Teilen von Norddeutschland - ziemlich schnell deutlich kälter werden kann (Temperaturen und Wetterverhältnisse wie heute im Norden Kanadas), auch wenn es global zu weiteren Erwärmungen kommt.
Ob und wie sich das dann in ein paar hundert Jahren irgendwie ausgleicht, steht erstens “in den Sternen” und könnte zweitens für das menschliche Leben in Nordwesteuropa im Ergebnis irrelevant sein, da wir uns so schnellen, rapiden Veränderungen nicht hinreichend anpassen können.
Der Golfstrom reißt ggf. ab weil es in der Arktis zu warm wird und dort das Eis schmilzt und das Salzwasser verdünnt..
Wenn es nun durch abreißen des Golfstroms dort so viel kälter wird, gibt es dort wieder mehr Eis und der Salzgehalt steigt.
Springt dann der Golfstrom ggf. wieder an?
Oder vielleicht tritt der Effekt auch schon früher ein und der Golfstrom reißt nicht komplett ab.