nein, wir haben die Hälfte der rechten Wähler von 2021 behalten (420 000), während wir bei den Linken nicht nur alle Wähler von 2021 verloren haben, sondern zusätzlich noch weitere 370 000 Wähler zur Linken gewandert sind.
Die Frage ist aber auch, wieviele hätten wir zusätzlich an die Mitte und Rechts verloren, wenn wir mehr linke Politik gemacht hätten? Und wieviel wären auch bei linkerer Grünen Politik trotzdem zu den Linken und BSW gegangen?
Immerhin waren die Grünen die Ampelpartei die am wenigsten verloren hat.
Sie sind sehr oberflächlich, egal was ich erkläre.
Verstehst du Konjunktiv irrealis? Ich hab nichts gefordert, ich habe nur gesagt, dass deine Analyse untauglich ist. Ich werde hier aber nicht über dein Stöckchen springen.
Welche?
Du hast hier suggeriert, wir sollten ein linkere Politik machen, um mehr Wähler zu gewinnen bzw. zu behalten. Deine Argumentation beruhte auf einer simplen Grafik der Wählerwanderung. Diese sehr oberflächliche Argumentation habe ich als vollkommen ungenügend kritisiert, aber diese Kritik verpflichtet mich in keinster Weise selber eine Wahlanalyse zu liefern und ich werde mich von dir auch nicht dazu drängen lassen.
Ist doch völlig spekulativ.
Um das beantworten zu können, müsstest Du in mehreren „Parallelwelten“ unterschiedliche Politikentwürfe laufen lassen, um dann die tatsächlichen Ergebnisse vergleichen zu können.
Fakt ist einfach, wir haben mit der Politik und v.a. mit dem Wahlkampf, den wir real geführt haben, 700.000 Stimmen an die Linke verloren. Und von rechts (besser: rechte Mitte = Union) im Gegenzug nichts hinzugewonnen. Im Gegenteil - noch 400.000 Stimmen dorthin abgegeben.
Jetzt kann man natürlich sagen, wir waren in unseren Aussagen noch immer nicht „unions-nah“ genug. Ob noch mehr Anpassung an die Vorstellungen von Unionswählern tatsächlich nicht nur die Abwanderung gestoppt, sondern sogar noch Wähler von dort hinzugewonnen hätte? Eher sprechen doch die tatsächlichen Wählerwanderungen dafür, dass wir dann noch mehr Wähler/innen an die Linke verloren hätten.
Man kann ja gerne spekulieren (und ein gewisses Maß an Spekulation wird einem bei der Interpretation solcher Zahlen auch kaum erspart bleiben).
Aber von den realen Zahlen völlig losgelöst - das ist keine Spekulation mehr, das ist reines Fabulieren.
Deine gegenteilige Argumentation, die sich noch nicht einmal auf „eine simple Grafik der Wählerwanderung“ stützen kann, dürfte dann ja wohl „noch vollkommen ungenügender“ (falls diese Steigerungsform überhaupt möglich ist) sein.
Aber egal, was stören Dich Fakten - es gibt ja schließlich auch noch alternative Wahrheiten.
eben.
D.h. seit 2021 haben wir im Ergebnis („netto“ sozusagen) von der CDU 460.000 (oder 420?) gewonnen/behalten und an die Linke 370.000 verloren.
Macht eine positive Differenz von 50.000 oder 90.000.
Ich mache gar keine gegenteilige Argumentation, ich sage nur, die Ergebnisse der letzten Wahl, lassen sich nicht alleine mit einer Grafik der Wählerwanderung gegenüber der vorherigen BTW erklären, wie du es hier ständig versuchst. Du ignorierst z.B. die langjährige Entwicklung vollkommen. Was hat uns denn das gute Ergebnis 2021 beschert? Linke Politik? Oder doch Realos wie Habeck?
Vielleicht haben wir 2025 einfach das verloren, was wir 2021 gewonnen hatten. Solche Überlegungen haben in deiner „Analyse“ aber keinen Platz, weil sie deinen Traum von einer linken Politik zerstören würden.
Mich stört deine manipulative Auswahl einzelner Fakten bei vollkommener Ignnoranz gegenüber allen anderen Fakten.
Es ist ja der selbe Fakt, nur eine unterschiedliche Interpretation.
Wobei Wählerwanderung als Fakt zu betrachten auch schon etwas schräg ist, denn es impliziert dass ein Wähler der eine andere Partei gewählt hat sich umentschieden hätte. Wenn aber dem Wähler in erster Linie Inhalte und nicht Farben interessieren, und er zum Beispiel 2021 und 2025 jeweils das Kreuz da gemacht hat wo ihm „keine Waffenexporte in Kriegsgebiete“ versprochen wurde, ist nicht der Wähler gewandert, sondern die Parteien sind in ihren Inhalten gewandert.
Diese Spektrumsverschiebung, die wohl kaum eine Partei so stark mitgemacht hat wie die Grünen in den letzten Jahren, ist das was Jette kritisiert und gerne umkehren würde. Ob sie dazu die richtigen Mittel wählt - fraglich.
das ist auch aus meiner Sicht ein wichtiger Effekt (wobei die Grünen so was unter Fischer in zerfallenden Jugoslawien auch schon mal veranstaltet haben, und dabei nicht sofort so herbe Verluste hatten, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht - hinzu kommt noch, dass sich der Fokus wieder weg von der Ökologie hin zum kurzfristigen ökonomischen Erhalt, der immer zu Lasten der Umwelt geht, verändert hat).
Das ist die Frage - ich glaube, nicht. Nicht nur, weil fraglich ist, ob das ankommt (das ist wieder eine „blöde“ Wirkungsfrage) - sondern vor allem, ob es tatsächlich differenziert genug ausdrückt, worum es in der Kontroverse geht - im Grunde spekulieren wir hier alle, worum es ihr in der Sache tatsächlich geht - der Weg von einem Palestine-Tshirt hin zu „Waffenlieferungen in Kriegsgebieten“ ist zu groß, um das als gesicherten Fakt anzunehmen - oder hat sie das so explizit formuliert?
Das mit den Rüstungsexporten war nur ein Beispiel von mir, weil es ein Thema ist wo die Grünen von 2021 bis 2025 ihren Standpunkt radikal verändert haben, während die Linken zum Beispiel weiterhin für das stehen was sie in dieser Frage auch schon 2021 gefordert haben. Es würde also eine „Wählerwanderung“ von Grün zu Links erklären ohne das sich Überzeugungen dafür geändert haben müssten.
Naja, ein Versprechen zu geben, dass jenseits der eigenen Entscheidungskompetenz liegt, ist unseriös - auch hier wieder: worin unterscheidet sich das Verhalten der Grünen im Jugoslawienkonflikt von dem im Ukrainekonflikt - in beiden Fällen stellte die Mehrheit der Grünen nach einer „Schrecksekunde“ offensichtlich fest, das das Dilemma, wie man der menschenverachtenden Brutalität von gewaltbereiten Strukturen etwas Nachhaltiges entgegensetzen kann, ohne selbst zu Gewalt zu greifen, nicht auflösbar ist.
Daher akzeptieren die meisten Grünen inzwischen auch das grundsätzliche Konstrukt einer wehrhaften Polizei, auch wenn deren Kompetenz immer wieder im Detail neu zu definieren/kontrollieren ist (das ist der Grund, warum nur noch wenige diese Abfälligkeiten in Form von „ACAB“ oder deutlicher ausgeschrieben nicht teilen).
Es müsste also mit ihr mal darüber diskutiert werden, in wieweit diese „Äußerungen“ tatsächlich ihrer festen Überzeugung entsprechen - oder nur zu Schau gestellter „Populismus“ ist.
habe alle dein Beiträge hier im Thread noch mal angesehen. Du hast keine anderen Fakten gepostet, keine anderen Statistiken, keine Links, keine kritischen Artikel zu Wahlanalyse, also keine deiner Positionen mit irgendeinem Beweis belegt.
Oder willst du vielleicht „alternative Fakten“ weil dir die tatsächlichen nicht in den Kram passen?
Das war auch nicht beabsichtigt. Ich habe nur erläutert, warum ich die „Analyse“ von @wolffgil zu dünn finde für die Schlussfolgerungen, die er daraus ableitet. Muss ich deswegen eine eigene Analyse bringen? Nein, natürlich nicht. Es gibt schon genügend tiefgreifende Analysen von Experten.