Was ist mit Jette Nietzard

Ich habe den Eindruck als wenn Jette nichts weiter ist als ein Ventil um mal Luft abzulassen über alles was bei den Grünen zurzeit nicht so ganz funktioniert.

Also ja was sie sich geleistet hat war nicht gut aber es hat jetzt den Grünen in den Umfragen nicht wahnsinnig geschadet.

warum googelst du denn nicht und lieferst uns die Beweise. Ich habe schon gegoogelt und nichts anderes gefunden. Also musst du dir schon mal die Mühe machen und dein „Geheimwissen“ mit ein paar Links untermauern. Ich bin anscheinend zu blöd, um die von dir angedeuteten Analysen und Statistiken zu finden.

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Sag mal, verstehst du nicht? Ich will nichts beweisen.

Ich muss gar nichts.

Da widerspreche ich jetzt nicht.

Du kannst nix beweisen! Das ist das Problem. :winking_face_with_tongue:

Du zweifelst die obige Faktenlage der Statistiken an, mit dem Verweis auf „Andere Fakten“ und „genügend tiefgreifenden Analysen von Experten“, deren Inhalte du nicht kennst und deren Verfasser du nicht benennst.
Also nur Meinung und schwarze Rethorik deinerseits, die mich stark an den Diskussionsstil einer anderen Partei erinnert.

Das war mir klar, dass du auf diesen Satz anspringst :slightly_smiling_face:
Natürlich habe ich im Netz ein paar Strohhalme gefunden, an die du dich klammern könntest, wenn du argumentieren wolltest. :shushing_face:
Aber die kannst du selber suchen, falls dir eine Rolle als enstzunehmender Diskussionspartner lieber ist.

Nein, die zweifle ich nicht an.

Nein, ich zweifle nur die weitgehende Interpretation von @wolffgil an. Das ist ein Unterschied. Verstehst du das nicht?

Jetzt wird es unverschämt.

Geht doch.

Mathe :roll_eyes:
Rechnung bezogen auf die Wählerwanderung ohne Stimmen der Erstwähler
wir haben 2021
insgesamt 2.130 000 Stimmen aus anderen Parteien /Nichtwählern gewonnen
verlorene Stimmen: 0
davon gewonnen Stimmen Linke 480 000
davon gewonnene Stimmen CDU 920 000
und 23% der Erstwähler (habe dazu keine absoluten Zahlen)

Wir haben 2025
360 000 Stimmen gewonnen (SPD/Nichtw./ FDP)
1.410 000 Stimmen verloren
davon 700 000 an die Linke und 150 000 ans BSW
460 000 an die Union (und übrigens 100 000 an die AFD, peinlich)
und 10% der Erstwähler

Es gibt meines Wissens keine Analysen über 3 Wahlperioden also z.B. die Wähler befragt werden ob sie 2017 CDU - 2021 Grüne - 2025 CDU gewählt haben und über die Anzahl der Stammwähler. Insofern kann man nur indirekt ableiten.

Vermutlich sind die 920 000 CDU-Wähler von 2021 nicht zu den Linken gewechselt, sondern eher zurück zur CDU und zur AFD. Jedenfalls nicht zur FDP :wink:
Es sind also vermutlich einige von ihnen geblieben.

Dafür sind aber weit mehr Grün-Wähler zu den Linken gewechselt, als wir 2021 gewonnen hatten. Bei 480 000 von links gewonnen Stimmen sind bei der 2025 Wahl 850 000 zu den Linken gewandert. Also wesentlich mehr verloren, als gewonnen.
Das müssten dann auch Stammwähler gewesen sein, oder frühere SPD Wähler. Zuzüglich des Stimmeinbruchs von - 14 % bei den Erstwählern zugunsten von Links oder AFD.

Natürlich kann man sagen, das genügt uns eben, wir kümmern uns trotzdem nicht um soziale Fragen (vergl. wahlentscheidende Themen) und die Erstwähler (Jugendwahlstudie) sind uns auch egal. Dann laufen wir aber Gefahr, dass wir immer mehr Stimmen verlieren, weil die alten grünen Stammwähler auch irgendwann aussterben.
" Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) hatten die Grünen bei ihrer Gründung im Jahr 1980 einen sehr großen Anteil an Wählerinnen und Wählern unter 35 Jahren, damals seien es 80 Prozent gewesen. Die heutige Wählerschaft hat sich aber gewandelt. „Wahlforscher sprechen mit Blick auf diese Entwicklung vom ‚Ergrauen‘ der Grünen”, heißt es bei der BPB." (Correctiv)

Da sich 45 % der Erstwähler für die politischen Extreme Linke (25 %) und AFD (21 %) entschieden haben und ich nicht glaube, dass wir Jugendliche vom rechten Rand abholen können, bleibt uns nur der linke Rand. Daher finde ich eine linke grüne Jugend in den sozialen Medien ganz hilfreich.

Allerdings scheint mir Jette eher eine Tik-Tokerin als Politikerin zu sein, die jetzt ihren Bundestagsausweis nutzt um einen exklusiven Hintergrund für ihre provokanten Auftritte zu haben. Sie hatte vorher auch schon mal ein Video gemacht, ob man Jogginghosen im Bundestag anziehen kann. Es geht ihr wohl mehr um Klicks, als um ernsthafte politische Inhalte.

Ich hoffe, dass sich die grüne Jugend bei der nächsten Wahl eine Vorsitzende mit mehr intellektueller Substanz sucht. Aber links darf sie schon sein.

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ok

Eben

einverstanden.

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Danke, das ist genau das, was ich meine mit tiefergehender Analyse. Wenn es jetzt noch eine Befragung nach den Wechselmotiven gäbe, wäre es noch besser. Wenn ich so etwas finde, werde ich es hier posten.

Warum peinlich?

Das sage ich nicht. Man kann sich auch darum kümmern, ohne gleich den Sozialismus zu fordern. (leichte Übertreibung meinerseits, das tut hier niemand)

Mit Jakob Blasel haben sie schon mal zumindest einen von zwei.
Im Übrigen kann ich Deinem Beitrag nur voll und ganz zustimmen.

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Den kenne ich sogar ein wenig von den Fridays-Demos und den Kieler Grünen. Komme ja aus Kiel.

Na, prima, dann bist Du ja jetzt zufrieden gestellt.
Aber Du siehst ja hoffentlich, dass die Analyse von ErnstBGi auf die gleichen Schlussfolgerungen hinausläuft wie meine „zu dünne“ Analyse oder meine zu

Und den sehr detaillierten und differenzierten Aussagen / Feststellungen der von ErnstBGi hier eingestellten Studie [quote=„ErnstBGi, post:166, topic:5819“]
vergl. wahlentscheidende Themen

  • besten Dank dafür -

kannst Du bei gründlicher Befassung immer wieder entnehmen, dass sich die Wähler/innen der Grünen und der Linken in vielen Bereichen inhaltlich ziemlich nahe stehen. Deutlich näher jedenfalls als die Wählerschaft von Union und Grünen, oft sogar noch näher als SPD- und Grünen-Anhänger.

Das heißt doch, dass wir einerseits gerade im Wählerspektrum der Linken Potential für zukünftige Gewinne finden können, andererseits aber auch anfällig für „Abwanderungsbewegungen“ unserer Wähler/innen dorthin sind.

Unser „wunder Punkt“ ist dabei offenbar das Friedensthema, das auch für unsere Wähler/innen nach wie vor von einiger Bedeutung ist (immerhin noch 9 % unserer Wählerschaft von 2025 nennen dies als das wahlentscheidende Thema für sie - sogar noch etwas mehr als bei der Linken-Wählerschaft, dort nur 8 %, insofern ist die Linke als Partei offenbar „pazifistischer“ als ihre Wähler).
Diese Sorge um den Frieden lässt sich nicht so leicht mit unserer Hinwendung zu einer Politik der militärischen Stärke und der eindeutigen Unterstützung der Ukraine vereinbaren. Zumindest haben wir dort ein nicht unerhebliches Vermittlungsproblem.

Während die Linke sich vermutlich schwer tut mit Aussagen ihrer Wähler/innen wie
"Ich mache mir große Sorgen, dass

  • der Einfluss Russlands auf Europa weiter zunimmt
  • wir Trump und Putin schutzlos ausgeliefert sind"
    Beide Sorgen immerhin von 72 % der Linken-Wählerschaft geteilt.

Das geht schwer zusammen mit der durchgängigen Nachsicht vieler linker Spitzenpoltiker/innen gegenüber Russland und der reflexartigen Abwehrhaltung, wenn es um Stärkung unserer militärischen „Resilienz“ gegen eine russische Bedrohung geht.
Hier, in diese Diskrepanz, könnten wir argumentativ reinstoßen und die Linke „stellen“.

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„Peinlich“ vermutlich insofern, dass wir überhaupt Wähler/innen hatten, die offenbar eine für einen Wechsel hinreichende Nähe zu AfD-Positionen hatten
Die hatten sich offenbar „in der Tür geirrt“. Aber nun haben sie „den richtigen Ausgang“ ja gefunden - und Tschüss …

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Es geht nicht um meine Zufriedenheit, es ging um deine dünne Begründung.

Das sehe ich nicht. Die Zahlen über zwei Wahlperioden sagen:

460.000 von der CDU gewonnen, 220.000 an die Linken verloren.

Die gibt es aber noch mehr mit der Union (bis auf Klima):

Und was folgt jetzt daraus?

Ich denke, wir sollten einfach die Politik machen, die wir für richtig halten und nicht ständig nach Wählerstimmen schielen. So wie bisher auch.

Mathe:
480 000 - 850 000 = - 370 000

2021 hatten die Grünen eine Kindergrundsicherung versprochen und keine Sanktionen mehr bei ALG 2 sowie eine Erhöhung. (was uns wahrscheinlich im sozialen Bereich viele Wählerstimmen eingebracht hat.)

Kindergrundsicherung kam nie.
ALG 2 wurde etwas erhöht und in „Bürgergeld“ umgetauft, und es gab eine Schonfrist von Vermögen und Wohnung von einem Jahr, dafür aber härtere Sanktionen.

Was halten die Grünen inzwischen für richtig?
Im Wahlprogramm für 2025 steht nur noch, dass das Existenzminimum für Kinder erhöht werden soll und Kindergeld mit KIndergeldzuschlag bürokratisch zusammengefasst werden sollen.

Das „Bürgergeld“ soll regelmäßig dem soziokulturellen Existenzminimum angepasst werden. Da waren wir unter Merkel schon weiter, als das Bürgeld einfach der jeweiligen Rentenerhöhung angepasst wurde.
Und ansonsten sollen die Leute eben arbeiten, nur dass der Mindestlohn auf 15 Euro erhöht werden soll, damit man keine ergänzenden Hilfen mehr braucht.
Was mit denen ist, die Kinder betreuen oder Angehörige pflegen und deswegen ergänzend ALG2 bekommen, lässt das Wahlprogramm offen …
(https://cms.gruene.de/uploads/assets/20250318_Regierungsprogramm_DIGITAL_DINA5.pdf)

Das ist sozialpolitisch ein so starker Ruck nach rückwärts, dass die Linke die Forderungen des Wahlprogramms der Grünen von 2021 einer sanktionsfreien Mindestsicherung und einer Grundsicherung für Kinder in ihr Wahlprogramm 2025 aufgenommen hat.

Was wir selbst vor 4 Jahren gefordert haben, ist für die Grünen inzwischen links. Was bleibt denn noch von den Grünen? Klimaschutz und Angst vor den Russen.

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Na ja, und das Klimathema ist ja nun auch wirklich nur ein ganz unwesentlicher Randaspekt unserer Programmatik.

Und die kleine Differenz zwischen unseren Wählern/innen

  • Klimawandel als größte Sorge - 91 %

und den Unionswählern

  • Klimawandel kommt für die unter den ersten fünf Sorgen gar nicht vor

oder auch
für wie viele Prozent spielte das Thema „Klima“ die größte Rolle bei der Wahlentscheidung?

  • Grünen-Wähler/innen 62 %
  • Unions-Wähler/innen 13 %

also diese marginalen Differenzen werden sich doch noch überbrücken lassen, oder?

Vermutlich hast Du auch schon gute Ergebnisse erzielt bei der Mischung von Feuer und Wasser.

Nix Mathe, ich zähle das BSW nicht zu den Linken, es ist noch nicht einmal links.

Also 480.000 -700.000 = -220.000, wie ich schrieb.

Es wird häufig der Fehler gemacht, ein Partei- oder Wahlprogramm mit einem Versprechen gleichzusetzen und falls die Durchsetzung eines Punktes aus dem Programm in einer - verkürzten - Legislatur nicht gelingt dann als moralisch zu verurteilender Bruch eines Versprechens zu beklagen.

Das ist von der Systematik her auch richtig.

Das wäre falsch, weil die Rentenerhöhung an die Entwicklung der Gehälter geknüpft ist. Das wäre für die BG-Empfänger nur dann ein Vorteil, wenn die Gehaltsentwicklung höher als die Inflation ist, was in letzter Zeit nicht der Fall war.

Es ist ja gut und edel, wenn man das Wohlergehen der Ärmsten im Blick hat, ich habe aber das Gefühl, das wird zum allesentscheidenden Kriterium für die Politik gemacht. Ich will keine sozialen Verhältnisse wie in den USA, aber für die BRD würde ich sagen, dass das nicht unser derzeitiges Hauptproblem ist.

Woran machst du das fest?

Klimaschutz, eine realistische Verteidigungspolitik und die Unterstützung der Ukraine.
Diese Kombination macht die Grünen für mich wählbar.
Gesellschafts- und wirtschaftspolitisch finde ich viele Positionen der Grünen zumindest merkwürdig.

Neues von Jette

Bundestagsverwaltung macht Rückzieher: Jette Nietzard darf ihren Hausausweis behalten

Hat hier jemand vielleicht ein Abo und kann mal den Gesamttext rüber kopieren?

Jette Nitzard tritt nicht mehr bei der Wahlen zum Grünen Vorstand im Oktober an. Bleibt aber Mitglied der grünen Jugend und wirft der Grünen Partei vor, zu sehr auf die Stimme rechter Medien
geachtet zu haben. Hier ihr Abschiedsvideo:

und hier noch mal ohne Reklame:

und ich hoffe, dass jetzt kein grüner Spitzenpolitiker laut „Gott sei Dank“ in die Öffentlichkeit schreit, sondern man sich brav bei ihr für ihr Engagement bedankt und dass sie innerhalb der Partei mit ihren Beiträgen kontroverse Diskussionen angeregt habe.
Nette Zeugnissprache bitte, um nicht noch weiter junge Wähler zu verschrecken.

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