Was haltet Ihr von der teilweisen Legalisierung von Cannabis?

Habt Ihr Euch damit beschäftigt?
Seid Ihr persönlich daran interessiert, einer Anbauvereinigung beizutreten?
Habt Ihr Bedenken wegen Jugendschutz und Gesundheit?
Würde es Euch stören, wenn in Eurer Nachbarschaft so eine Anbauvereinigung wäre?

Ja

Nein. Ich glaube auch nicht dass diese Anbauvereinigungen mit ihrem typisch deutschen Bürokratiewahnsinn durchsetzen werden, zumal ja der Privatanbau auch zulässig ist (und deutlich einfacher).

Nein. Für U18 ändert sich nichts. Die Verfügbarkeit von Cannabis war in meiner Jugend auch schon allgegenwärtig. Ich sehe positiv, dass schädliche Streckmittel wohl weniger werden, wenn Anbau und Besitz legal sind.

Ist mir lieber als ein Schottergarten in der Nachbarschaft.

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Ja, das ist überfällig. Die Kriminalisierung hat mehr Schaden angerichtet als Cannabis selbst das je könnte. Wie viele Cannabistote gab es letztes Jahr in Europa? Sucht mal danach.

Nein, aber ich würde es gern einfach im Laden kaufen. Aber nicht zum Rauchen. Eher Plätzchen oder so. Mein verstorbener Bruder hat früher für den Eigenbedarf selber Pflanzen gehabt, weil Cannabis neben guter Laune auch Appetit anregend wirkt. Habe also nix gegen eine „Anbauvereinigung“

Auf der Suche nach einen Vergleich Alkoholtote vs. Cannabistote bin ich auf das hier gestoßen:

Eine Studie, die 2011 in Denver, Colorado, durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass seit der Umsetzung der medizinischen Legalisierung in verschiedenen US-Bundesstaaten die Zahl der Verkehrstoten um durchschnittlich neun Prozent und der Absatz von Bier, dem beliebtesten alkoholischen Getränk für Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren, um fünf Prozent gesunken ist.

Ich hoffe das Zeug wird bald Europaweit legalisiert.

Gute Fragen…

  1. Ich habe mich damit beschäftigt, aber die Regelungen des Gesetzes kenne ich nur oberflächlich. Es kommt da sehr auf Kleinigkeiten an. Ich befürchte, es wurde/wird im politischen Prozess verschlimmbessert. Es wird in der Praxis ein kontinuierlicher Lernprozess sein, und auch der muss gut organisiert sein. Und auch nicht als Versagen eingeordnet werden.
  2. Einem Anbauverein würde ich nicht beitreten, aber ein paar Pflanzen würde ich gerne ziehen. Ich habe bisher nie gekifft, aber es könnte bei mir eine wichtige medizinische Wirkung haben. Nach einem Rezept habe ich bisher nicht gefragt, da es wohl für meine Diagnosen keine Zulassung gibt bzw Ärzte ungern verschreiben.
  3. Wegen Jugendschutz habe ich Bedenken, aber nicht speziell gegen dieses Gesetz. Eine kontrollierte Freigabe scheint mir nach dem, was ich gelernt habe, sinnvoll. Ist aber nicht einfach: Ich hatte Jugendliche in Behandlung, die nach Cannabiskonsum psychotisch geworden sind bzw ein amotivationales Syndrom entwickelt haben. Die haben zwar deutlich mehr als bloß einmal probiert, aber das ist wirklich ein Thema. Allerdings ist ein komplettes Verbot auch nicht im Sinne des Jugendschutzes. Hier kommt es sehr auf die genaue Regelung an, besonders auch auf die begleitenden Maßnahmen.
    Dazu auch informativ die Sendung Maithink X zum Thema. Es gibt bei der Drogenregulierung eine U-Kurve, die bei kompletter Freigabe und komplettem Verbot besonders viele Probleme zeigt.
    Jugendschutz würde besonders von vielen passenden Freizeitangeboten und niedrigschwelliger Beratung/Therapie profitieren. Die Isländer haben es so gemacht.
    Einige psychische Störungen sind ein Risikofaktor für Drogenmissbrauch (unbehandeltes ADHS, Borderline, Trauma, soziale Angst, vor allem bei Jungen und Männern auch Depression). Der Konsum wird hier als Versuch der Selbstmedikation verstanden.
  4. Wenn es in der Nachbarschaft einen Anbauverein gäbe, würde ich es nicht mitbekommen. Ich habe aber Freunde, die in einer studentisch/ökoalternativ umgebauten Kaserne gewohnt haben, und da gab es immer Anbau. Schien halbwegs zu funktionieren.
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Nur dann würde es mich stören wenn die kifferei mich beeinträchtigen würde, ansosnten ist mir das eigentlich egal..

Es wäre besser auch psycheldelische Drogen zu legalisieren.. denn sie sind relativ wenig gefährlich aber oft mit tödlichen Streckmitteln vergiftet.. (Strychin!)

LSD könnte auch legalsiisert werden..

Da: kaum suchtgefahr, kann sogar antidepressiv wirken, kaum toxität bei richtiger Dosis.. keine Krebsgefahr wie beim Rauchen usw..

Ich bin aber kein Drogenkonsument, ich halte nix davon und vertrage sowas auch gar nicht..

weil auf mich schon gewöhnliche Antidepressiva vom Arzt psycheldelisch wirken, schon in relativ niedriger Dosis.. LSD wäre für mich viel zu stark..
(wobei ich schon ewig keine Psychopillen nicht mehr nehme)

Im Prinzip kann man eigentlich alle Drogen die wenig Suchtgefahr haben legalisieren wenn sie nicht stark toxisch sind..

Die Gruppe der Psycheldelika fällt hauptsächlich darunter.. da diese ähnlich wie Antidepressiva wirken..

vielen Dank an Euch alle.

Ich frage nicht nur aus allg. Interesse, sondern weil ich beruflich jemanden vertrete, der einen Anbauerein aufmachen will und der massiven Gegenwind von der Gemeinde erfährt. Das hat teilweise unsachliche bis groteske Züge angenommen, und auch die Stimmung in der letzten Bürgerversammlung scheint ziemlich aufgeheizt gewesen zu sein. Alle haben angeblich Angst um ihre Kinder, ich halte das zT für vorgeschoben.
Ich selber habe keine Karten in dem Thema, aber der Umgang der Behörden mit dem Mandanten ist von einer Art und Weise, dass ich in unterstützen wollte.

Merkwürdigerweise wird allg. automatisch davon ausgegangen, dass durch das neue Gesetz der Konsum zunimmt. Ich bin da nicht so sicher, verstehe aber von der Sache nichts. Lauterbach will jedenfalls nicht den Konsum ausweiten, sondern die Risoken reduzieren. Ob das Gesetz die Situation insg. verbessern wird, kann ich nicht beurteilen. Der bisherige Umgang mit dem Thema scheint aber auch nicht geholfen zu haben. Es wird angeblich immer mehr gekifft.
Kennt Ihr persönlich jemanden, der kifft?
Ich nicht (oder ich weiß es nur nicht), habe daher keine Erfahrungswerte.

Das ist ausgeschlossen. In den Räumen des Anbauvereins darf nicht konsumiert werden. D.h. die Leute fahren da hin, holen ihr Zeug ab und fahren wieder heim.
Da ist nichts zu sehen oder zu riechen, da findet nichts Gefährliches statt.
Deswegen verstehe ich auch die angebliche Sorge um die Kinder nicht.
Die Leute kiffen jetzt auch, es ändert sich eigentlich nicht viel, nur dass sie jetzt kontrollierte Qualität bekommen.

Dass Cannabis gerade bei Jugendlichen ernsthafte Schäden anrichten kann, ist klar. Die Anbauvereine dürfen nur an Mitglieder ab 21 Jahren abgeben, soviel ich weiß, jedenfalls nicht an Minderjährige.

Gibt es bei Euch in der Gegend Pläne für solche Anbauvereinigungen?
Wie reagiert die Kommune darauf?

Ja, das sit nicht das Problem, aber wie sieht es mit den Nachabarn von kiffern aus die entweder Privat anbauen und das Zeug im eigenen Garten rauchen? Oder auf dem Balkon? wo der Rauch vom Joint in Nachbars Küchenfester ziehen kann?

So wie bei normalen Nachbarn auch die gerne Rauchen?

Insovern hätte ich vielleicht ein paar bedenken.. ich bin auf psyhoaktive sachen extrem empfindlich.. (nicht abhängig, wirkt aber generell sehr stark..)

Ich denke auch dass die meisten Bürger die sich bei deinem Mandanten beschweren eher davor Angst haben..

Denn dazu ist mir keine Regel wie für diese Vereine bekannt wo bew. WIE privat gekifft werden darf.. also wohin mit dem Qualm?

Empfindliche Menschen könnte das in direkter Nachabrschaft vielleicht beeinträchtigen, wie passivrauchen bei gewöhnlichen Tabak auch.

Also passivkiffen könnte ggf. für Nachbarkinder ein Problem sein.

Kindergehirne sind bekanntermaßen auch auf Spuren von Drogen sehr empfindlich..
da gibt es genug Studien dazu..

Das gilt nämlich auch für typische hormonell Wirkene Umweltgifte.. (Weichmacher aus Plastikspielzeug)

In der Blütephase riechen die Pflanzen schon sehr markant. Heute oft durch Geruchsfilter unterdrückt, weil ist ja illegal. Demächst wird man das wohl häufiger riechen.

Soweit ich weiß dürfen sie an 18 bis 21 jährige Mitglieder eine reduzierte Menge abgeben.

Nen Verein gibts schon, Anbaulizenz natürlich noch nicht, der zuständige Gesundheitsdezernent ist auch recht entspannt. Hier ein Interview dazu:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/marihuana-social-club-aachen-100.html

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Bei solch einer aufgeheizten Stimmung ist es schwierig und wird es eine Weile bleiben.

Der Konsum wird schon zunehmen. Meine Vermutung: Vor allem bei Erwachsenen, in geringerem Maße bei Jugendlichen. Es könnte sein, dass der Konsum bei anderen Drogen etwas sinkt. Kann auch sein, daß der Konsum von Cannabis nach der ersten Begeisterung wieder etwas zurück geht.
Der Sinn des Gesetzes ist nicht unbedingt weniger Konsum, sondern weniger Schäden (Gesundheit und Kriminalität).

Der größte Protest wird wohl von Leuten kommen, die selbst wenig Ahnung haben. Aber die Besorgnis dürfte bei den meisten echt sein. Ist das eine eher gewachsene soziale Umgebung? Da fürchten die wohl auch ein verloddern. -Auch eine berechtigte Sorge.

Dein Klient wird viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Ist er dazu in der Lage? Die Vereine müssen ja auch Prävention leisten, und auch das sollte überzeugen. 500 Mitglieder mit 25 kg Produktion ist schon eine Hausnummer. Allerdings dürfte dieser Maximalwert nicht überall erreicht werden. Ich frage mich auch, ob/wie Kriminelle ferngehalten werden können. -Von Anfang an eng mit der Polizei kooperieren.
Vielleicht kann er ja auch jemand mit Ansehen als Jugendbeauftragten gewinnen? Kann er fundierte Information zu Drogen und zum Jugendschutz vermitteln oder hat er jemand dazu?

Ich habe früher einige gekannt, habe auch gelegentlich ein paar Züge getan, hat aber nicht gut gewirkt, da ich als Nichtraucher Schwierigkeiten mit dem Inhalieren hatte und das Nikotin mehr gespürt habe, als das THC.

Ich empfand die Aufregung um Cannabis schon immer als maßlos überzogen, vor allem in einem Freistaat, in dem der Suff im Bierzelt als staatstragend gilt (Gillamoos ist Deutschland). Meinetwegen sollte das Zeug genauso frei erhältlich sein wie Schnaps.

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Reines Cannabis ist eine Droge, genau wie Alkohol und Nikotin, wobei die Gefahr bei Alkohol und Nikotin eigentlich viel höher ist, gerade eine gewisse Abhängigkeit.

Schaut euch mal in den Supermärkten um, da wird einem beim Angebot des Alkohols in den Regalen fast schwindelig und Zigaretten sind auch frei käuflich.

Wie viel Biersorten gibt es inzwischen und auf der ganzen Welt gibt es Weinberge ohne Ende.

Ich habe noch nie gekifft, aber als Schmerzpatientin (Fibromyalgie) mit dadurch entstehenden Schlafstörungen werde ich vielleicht dies vor dem Schlafengehen mal ausprobieren.

Mal sehen.

Söder sieht dies natürlich anders. :grinning_face:

Bier gehört in Bayern zum Grundnahrungsmittel.

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Woher will die Verwaltung die ganzen Mitarbeiter nehmen, um Vereinsgründungen und Anbau zu überwachen? Bei uns haben die nicht mal genug Leute, um zeitnah Personalausweise und Geburtsurkunden auszustellen.
Egal - wird wieder ein typisch deutsches Verwaltungschaos mit unzähligen Formularen.
Immerhin eine Möglichkeit der von Altersarmut betroffenen Rentner in ihrem Schrebergarten etwas Geld zu verdienen. Ich sehe da mit meinem Gewächshaus plötzlich ganz neue Chancen. :stuck_out_tongue_winking_eye:

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na na na!! Zum Eigenverbrauch kannst Du 3 Pflanzen haben, nicht zum Verkauf. Dealen bleibt verboten.

Bist Du für oder gegen die Teil-Legalisierung?
Da wird nicht klar.

Also da das Zeug eh legalisiert ist durch Nichtverfolgung, ist es doch egal, ob wir jetzt ein Legalisierungsgesetz haben.

Ich darf 3 Pflanzen anbauen oder mein kostbares Gewächshaus an einen Kifferverein verpachten. Und da solche Kampfkiffer erfahrungsgemäß nicht mal dazu in der Lage sind, ihren Zimmerkaktus zu gießen, bin ich natürlich auch bereit gegen entsprechende Bezahlung die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen zu übernehmen. Ernten können die dann selber :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Interessantes Modell, aber vorsicht.. was machst du wenn deine Pächter von zu häufigen Kiffen bekloppt werden?

Hauptsache, die zahlen. Aber bitte nicht in Naturalien in Form eines Ernteanteils.

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Zur Info:

München. Die Pläne der Bundesregierung zur Legalisierung von Cannabis verstoßen laut einem neuen Gutachten gegen internationales Recht. „Die von der Bundesregierung geplante Cannabis-Legalisierung widerspricht völker- und europarechtlichen Vorgaben“, heißt es in der 53-seitigen wissenschaftlichen Ausarbeitung, die am Mittwoch in München vorgestellt wurde. Autor Bernhard Wegener, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Europarecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, hatte das Gutachten im Auftrag von Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erstellt.

Dem Gutachten zufolge verstoßen die Ampel-Pläne insbesondere gegen die Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Drogenbekämpfung: „Die UN-Drogenkontrollorgane bewerten eine umfassende Cannabis-Legalisierung der von der Bundesregierung geplanten Art in ständiger Entscheidungspraxis als vertragswidrigen Verstoß gegen die UN-Übereinkommen zur Drogenbekämpfung.“ Mit Blick auf das Europarecht sei zudem insbesondere der geplante staatliche oder staatlich lizenzierte Handel, Anbau und Verkauf von Cannabis zu anderen als wissenschaftlichen oder medizinischen Zwecken „unzulässig“.

Das ist nun wirklich keine „umfassende“ Legalisierung. Und wenn das Gutachten stimmt, verstoßen einige Staaten gegen das UN-Übereinkommen.

So wie ich es lese, stützt sich das Gutachten auf ein Eckpunktepapier aus 2022. Das hat mit dem jetzigen Gesetz wenig zu tun. Gerade die kritische Freigabe des Handels mit Cannabis ist in dem jetzt verabschiedeten Gesetz nicht mehr vorhanden, zumindest sehr stark eingeschränkt.

Wie andere Staaten mit dem UN-Abkommen umgehen und Cannabis (und andere Drogen) trotzdem legalisieren ist hier beschrieben: Kann ein 60 Jahre altes UN-Abkommen die Cannabis-Legalisierung stoppen? (krautinvest.de)