Naja, es hat sich bei uns in der WEG noch keiner geoutet…
Ich habe an diversen Infoständen schon mit AfD-Wählern Kontakt gehabt, und mit diesen auch schon diskutiert. Und wen sich die Gelegenheit ergibt, dass sich Leute bei irgend einem Anlass outen (am Rande von Konzerten, auf Flohmärkten oder ähnlichem), dann ergreife ich natürlich die Gelegenheit, darauf einzusteigen - nicht in dem Glauben, ernsthaft an deren Glaubenssystem zu rütteln - sondern, um bei einer im öffentlichen Raum geäußerten derartigen Meinung etwas öffentlich entgegenzusetzen.
Allerdings habe ich mich bislang nicht dabei einem Vorschlag von @lawandorder folgend, mich deren FAlschaussgentricks oder dem Populismus bedient, sondern eher auf der Sachebene etwas engegen gesetzt.
Meine Beobachtung dabei: i.d.R. kann man bei diesen Leuten selbst nicht viel erreichen - aber man kann sie evtl. in dem Moment in der Öffentlichkeit entschärfen, will sagen, sie können ihren Einflussbereich nicht weiter ausbauen …
nicht dass ich wüsste, aber man sieht es ja auch nicht jedem gleich an
Ich habe mal den nächsten OV der AfD gefragt, ob ich mal vorbeikomme könnte, so als Grüner, zum Diskutieren und Informieren, aber die hatten keine Lust
Jo mei … bin ja froh, dass es bei uns im Ort noch keinen OV von denen gibt
Ich habe Kontakt zu einigen Personen, von denen ich vermute, dass sie zumindest mit der AfD sympathisieren. Einer, Ossi, ist ein totaler Unsympath, die andere eine ältere Dame, sehr nett eigentlich, die vor ein paar Jahren das Internet entdeckt hat und alles glaubt, was da steht und sie glauben will. Hat bei Pyramidensystemen schon einiges an Geld verloren.
Der Gegenüber, der zum Glück vor zwei Monaten ausgezogen ist, hat mir bei jeder Begegnung im Treppenhaus seinen Ausländerhass ins Ohr geschwurbelt, wenn ich mich bei Stadtteilfesten an einen Tisch setze, erstirbt entweder das Gespräch (über Ausländer), weil „die Grüne“ mit am Tisch sitzt, oder einige besonders Mutige bringen Hasstiraden über Robert Habeck, um zu gucken, was ich sage.
(Nur der evangelische Pastor mag mich )
Im Reihenhaus schräg gegenüber hat ein Mittelständler mit seiner Frau eine ehrenamtliche Obdachlosenspeisung gegründet, weil man endlich auch mal den Deutschen helfen muss und nicht immer nur den Ausländern. Die verteilen ihr rechtes Gift mit der Suppe und an alle Gastronomen und Einzelhändler, die spenden.
Heute war ich froh, das die Bild Julia Klöckner und Jörg Pilawa titelte, hat die Bande hier endlich mal ein anderes Thema. Jedenfalls interessanter als Trump und Putin in Alaska, das irgendwo am Nordpol liegt …
Die Denke ist so einfach gelagert, wie der Schullabschluss es zulässt:
Wenn die Ausländer und der Ukrainekrieg nicht wären, wäre die Rente höher. Und Habeck will, dass wir alle nue Heizungen kaufen (auch in Mietwohnungen )
Meist bin ich nur dabei, die Fehlinformationen der AFD zu korrigieren.
Hoffentlich führt Merz demnächst seine Ehefrau mit einem gewagten Abendkleid aus, damit die Leute hier auf andere Gedanken kommen und die AFD vergessen.
Wenn man kurz vor der Wahl verbreiten würde, dass die AFD die Hundesteuer erhöhen will, wären das gleich 50% weniger AFD Wähler in meinem Stadtteil.
Ich glaube, ihr müsst euch mal dringend unters gemeine Volk mischen, um zu begreifen, wie die AFD Wähler ticken.
Nicht mit Waffengewalt. Märtyrer schaffen ist der schlechteste Weg.
Aber mit gezielten Fehlinformationen, so wie es die AFD ständig macht.
z.B.: AFD will, dass Kranke mehr Kassenbeitrag zahlen Aus dem Programm: Ein mehrstufiges Bonussystem für Beitragszahler, das notwendige Arztkontakte nicht verhindert, aber von leichtfertigen Besuchen abhält, wird eingeführt.afd wahlprogramm
Enkel darf Oma nicht mehr besuchen: AFD will Krankenhausbesucher stark einschränken Aus dem Programm: verbindlicher Besuchszeiten und Abklatschabstriche in Kliniken, afd wahlprogramm
ja, das wäre interessant (und vermutlich erschreckend).
ich habs versucht, aber die Offiziellen wollten nicht.
wo finde ich das Fußvolk? in Kiel?? das ist mir zu weit.
Wir leben hier bei München scheinbar auf einer Insel der Glückseligen.
Hier wirst Du nirgendwo ungefragt mit AfD-Müll zugeschüttet (ich jedenfalls noch nicht. vielleicht kenne ich die „falschen“ Leute oder ich wohne in der falschen Straße?).
Im Netz habe ich ein wenig mit solchen Typen diskutiert und ich lese immer mal wieder solche YT-Kanäle, das hat mir eigentlich schon gereicht.
In Gegenden wo in Mietwohnungen Frisörinnen, LKW Fahrer, Schuhfachverkäufer, Aldi Kassiererinnen, Altenpfleger , also Menschen mit niedrigem Gehalt, niedriger Bildung und niedrigen Renten wohnen. Außerdem in Gegenden mit hohem Ausländeranteil, bzw. in deren Randgebieten.
In Bayern vielleicht auf Volksfesten in Bierzelten.
Mein Krankengymnast war … Coronaleugner, Gelbweste, vermutlich Reichsbürger. Da kamen so Sachen wie „Die Erde ist eine Scheibe“, „Niemand hat das Masernvirus je gesehen“, „Die WHO ist deep state“, der hatte anscheinend so eine App, die jede Woche eine neue Lüge mit Wahrheitsanker raushaute.
Da der hier den halben Stadtteil massiert und seine Weltanschauung verbreitet …
Sicher gibt es auch kluge AFDler, die sich nicht so schnell zu erkennen geben.
Aber die Dummen kann man mit Falschmeldungen ganz gut manipulieren.
Der Krankengymnast war ein gutes Training für Gegenargumente
Ich glaube, das ist eine allzu romantische Verklärung der “Weltstadt mit Herz”
Ich habe hier in München durchaus schon mit AfD-Anhängern (die z.T. nur Ärger machen wollten) diskutiert.
Und ein “Ausländer raus” habe ich ebenfalls immer wieder mal gehört - manchmal, mit und manchmal ohne dass ich mich dann eingemischt habe.
Auch gibt es in Wahlkampfzeiten immer wieder auch Stände der AfD, wo man mit ihnen ins Gespräch kommen kann - ich stelle mich dann immer völlig doof, und tue so, als hätten sie eine Chance, mich zu überzeugen - das ist manchmal erheiternd - aber oft sehr erschreckend …
Vielleicht sollten wir bei der nächsten Wahl mal zusammen an so einen Infostand gehen - mal sehen, wer es länger durchhält, nicht enttarnt zu werden
Dies Klischee teile ich aus meinen oben beschriebenen Erfahrungen nicht. Als bei Siemens die Stellen im Bereich Festnetz rigeros gestrichen wurden, gab es da durchaus einige Ingenieure, die - auch wenn es damals die AfD in der heutigen Form noch gar nicht gab, begeisterte Anhänger von Parolen, wie man sie aus der heutigen AfD hört, waren.
Im Übrigen ist das ein Statement für deutlich bessere Bildung - wie viel Steuern oder Spenden an Schule planst Du persönlich für die nächsten Jahre ob dieser Erkenntnis konkret ein?
Gar nicht viel, da das Problem in dem fehlenden Bildungsbewußtsein der Eltern liegt. Es macht einen Unterschied, ob ich mein Kind am Wochenende vor die Glotze setze oder mit ihm zum Kindertag im Freilichtmuseum gehe, ob ich ihm riesige Plastik-Wassergewehre kaufe oder Lego, ihm ein Bilderbuch vorlese oder vor ein Hörspiel setze.
Daher würde ich in kostenlose Elternbildung investieren, freien Eintritt für Kinder in alle Museen, Eltern-Kind Freizeiten in den Ferien, kostenlose Eltern-Kind-Kurse und im Rahmen der Nachmittagsbetreuung an Schulen Nachhilfe und mehr qualitativ hochwertige Wissenschaftsprojekte.
Meine Kinder haben in diesem bildungsfernen Stadtteil ein sehr gutes Abi gemacht. Am Werdegang ihrer Kindergarten- und Schulfreunde konnte ich gut beobachten, wie sich die Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern entwickeln und dass dies nicht nur an den Schulen liegt.
Mein Beitrag zum Bildungswesen lag in kostenloser Nachhilfe an meinem Küchentisch für diese Kinder, Mitnahme zu gemeinsamen Ausflügen und Buchspenden für die Schulbibliothek Abteilung Regionalgeschichte, indem ich sehr seltene Bücher auf Bazaren und Flohmärkten ergatterte.
Ich halte es für falsch, Bildung ausschließlich in den Bereich Schule zu abzugeben, so wie es eben die bildungsfernen Eltern machen. Die dann das Thema Bildung auch mit dem Schulabschluss für abgeschlossen halten und die Idee des lebenslangen Lernens gar nicht kennen.
Und dann, um wieder auf das Thema zurückzukommen, nicht in der Lage sind, den Wahrheitsgehalt von AFD Parolen zu hinterfragen und zu überprüfen.
(Oder anders: Alle Freunde meiner Tochter hatten einen Fernseher im Kinderzimmer, nur meine nicht. Meine Begründung war, zugegeben nicht so ganz korrekt: Wir sind arm und arme Kinder können sich keinen Fernseher leisten, die müssen statt dessen Bücher lesen. Mit 12 Jahren zählte sie den Wert ihrer Büchersammlung zusammen, kam auf ca. 800 Euro und sagte vorwurfsvoll: Mama, für das Geld hätten wir zwei Fernseher kaufen können- du bist so gemein. )
Vorbildfunktion Eltern Lesekompetenz.
Kinder lernen in erster Linie durch Vorbilder. D.h. wenn eine spannende Geschichte live vorgelesen wird, entsteht das Interesse, auch diese seltsamen Buchstaben zu lernen, damit man auch lesen kann (wie Mama oder ein anderes Vorbild)
Das entfällt bei Hörspielen aus dem Automaten (Tonis heißen die inzwischen).
(Schwierig wird es, wenn die Eltern selbst kaum lesen können, wie es in meinem Stadtteil auch vorkommt. Deswegen plappern die dann auch die Bild- Schlagzeilen nach, zu mehr Text reicht es nicht)
So sehr ich Dir da theoretisch Recht gebe - aber was machst Du mit Kindern, die in einem solchen Elternhaus leben, und “Pech” gehabt haben - die Lösung ist entweder eine große Investition in die Erwachsenenbildung, wobei das nicht sehr effektiv sein dürfte, da Du damit die jetzige bildungsferne Elterngeneration nur sehr unzureichend adressieren können wirst.
Die andere Möglichkeit wäre eine Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen, denn damit erreichen wir sehr viel effektiver die aktuellen Kinder, bevor das Problem sich mitzunehmendem Alter verfestigt.
Was nicht bedeutet, auch Bildungsangebote für Erwachsene parallel anzubieten - das ist wieder mal kein entweder - oder!
Es wird auf jeden Fall richtig teuer!
Variante 1: wir investieren gar nicht in Bildung → es wird zunehmen schwieriger, und deswegen teurer, weil die politischen wie arbeitstechnischen Ausfälle immer gravierender werden.
Variante 2: keine Verwahranstalten mehr, die einen so miesen Betreuungsschlüssel haben, dass eine Unterstützung jenseits der Paukerei gar nicht möglich ist → Richtig teuer, da mehr Schulen, mehr Lehrer, weitere Kompetenz (und damit Fortbildung) für diese Lehrer
Variante 3: Investition in Variante 2+zusätzliche Angebote auch für die Elterngeneration - das wird rein mathematisch schon noch teuer…
Nun such Dir eine raus, und überlege, wie viel Du davon zusätzlich finanzieren willst?
es geht bei Eternbildung nicht um die Nachholung von Schulbildung, sondern um Erziehungskurse.
Dass es z.B. sinnvoller ist mit Kindern in der Küche echte Kekse zu backen (Mathematik), als viel Geld in eine Plastik-Spielküche zu investieren oder ein Familienausflug in einen Freizeitpark zwar spaßig und teuer ist, aber das nahegelegene kostenlose Tiergehege (Biologie) auch ein Ziel sein könnte.
Kommt von mir kein Widerspruch - aber es kostet Geld - und wir brauchen einen Aufhänger, der die Leute zu der Einsicht kommen lässt, dass es sinnvoll ist, so was zu machen, statt nach der Arbeit den Fernseher einzuschalten, und Sportschau zu gucken (nichts gegen die Sportschau an sich
Du hast natürlich Recht, die Eltern tragen viel zur Bildung ihrer Kinder bei (oder eben nicht).
Aber irgendwo muss man anfangen.
Die Frage ist, ob das Geld effektiver wirkt, wenn es in Erwachsenenbildung oder in schulischer Bildung eingesetzt wird.
Ich vermute letzteres.
Die jetzigen Eltern von Schulkindern (Alter 30-50) kann man vermutlich nicht mehr „erziehen“.
es fängt m.E. noch sehr weit „drunter“ an.
wie rede ich mit meinem Kind über die Welt?
(rede ich überhaupt mit ihm?)
wie erkläre ich ihm Konflikte und Probleme? wie löse ich sie?
sind immer die anderen Schuld? oder differenziere ich?
begründe ich meine Auffassung? oder ist es eben einfach so, fertig!?
gehe ich auf Argumente des Kindes ein? oder wische ich sie einfach weg?
usw usw
Kurz und klein: wenn ich verkürzt und undifferenziert denke, wird mein Kind das häufig übernehmen, ob ich will oder nicht. Freilichtmuseum hin oder her.
Aber: Leute, die ins Freilichtmuseum gehen, denken vielleicht idR etwas differenzierter als die Phantasialand-Besucher.
Insofern hast Du schon recht.
ich bin nicht so sicher …
vielleicht ist die fehlende Bildung der Kern des Problems.
oder sagen wir:
die fehlende Bereitschaft und Fähigkeit, sich mit der Welt rational auseinanderzusetzen.
Und m.E. auch die Überbetonung der eigenen Interessen, der eigenen Wünsche,
die Subjektivierung des ganzen Lebens.
„bei“, nicht „in“.
ich wohne ja aufm Dorf, hier ist wirklich wenig los, was das angeht.
Am Wahlkampfstand fährt mal ein getunter BMW hupend vorbei, aber das wars auch schon.
Wobei ich nicht weiß, was hier im Bierzelt geredet wird, da bin ich nicht dabei.
In München wird es anders sein, das glaube ich sofort.