„Andere Parteien müssten das Vertrauen in ihre Kompetenzen wieder stärken…“
Wie soll das konkret gehen, wenn die Wähler nicht mehr nach der Kompetenz der (Sach-)Entscheidung fragen, sondern „nur“ noch der direkten Verbesserung ihrer unmittelbaren persönlichen Lebensumstände?
Der Tankrabatt ist hierfür ein gutes Beispiel - es löst nicht das Problem - es reduziert vorübergehend den Druck auf das betroffene Individuum. Noch dazu nicht punktgenau sondern nach Gießkanne.
Das müsste man also eigentlich also „kompetenten Lösungsansatz für die Gesellschaft“ negativ verbuchen - es kommt aber beim Wähler gut an… Würden hier kompetentere Lösungen angestrebt und umgesetzt werden, die aber nicht dazu führen, dass das Tanken für jeden wieder unmittelbar billiger wird, wird das seitens der Wählerschaft erstmal nicht honoriert.
Ich bin da skeptisch. Wir haben in weiten Teilen im Osten eine AfD, die weit über den 28% liegt und vielerorts sogar absolute Mehrheiten jenseits der 50% erreicht. In meinen Augen gibt es keinen Grund anzunehmen, dass dies ein ostdeutsch. Problem bleiben wird.
Einzig, wenn es gelingt, auch im Osten die AfD wieder kleiner zu bekommen, wird das „Übergreifen“ auf die „alten“ Bundesländer ausbleiben.
Das Problem ist ja, dass solche Wahlerfolge, wie im September drohen, eine „normale“ Parteipolitik zunichte machen, weil nur noch gegen die AfD regiert wird oder sogar „versteckt“ mit ihr, wenn sie die Sperrminorität im Landtag bekommt.
Will sagen - ALLE Parteien sollten das mit dem Kulturkampf sein lassen und sich auf die absolut reine Sachebene zurückziehen. Wenn man sich aber die Wahlkämpfenden in MVP/SAnh/Berlin so ansieht, schwant einem Böses.
Ich teile zwar, was Du sagst - es könnte aber sein, dass die derzeit doch recht komplizierte Sachlage, und eine darauf fein abgestimmte Sachpolitik für den Wähler nicht mehr attraktiv genug ist, weil er/sie die Sachlage nicht mehr durchdringt und das Vertrauen, dass - auch ohne dass man es selbser durchdringt -, die handelnden Politiker mittelfristig das richtige tun…
Bei mir ist es durchaus so, dass ich auch zu dennen gehöre, die vieles nicht (mehr?!) wirklich durchdringen - die aber noch Vertrauen in die etablierten Parteien haben bzw. zumindest noch mehr Vertrauen haben als in eine sog. Alternative, die zwar demokratisch gesehen (als in Teilen gesichert rechstradikal) eine Alternative (zur Demokratie) anbietet, aber im Grunde gar keine akzeptable Alternative ist.
Gegebenenfalls kommt also ein Mehrheitsvotum derer heraus, die eben weder verstehen noch vertrauen (in die etablierten Parteien) haben, und die das Land dann lieber den Rechten/Rechtsradikalen übergeben.
Der Rückzug auf die Sachpolitik ist also nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen, so lange das nicht (mehr) mehrheitsfähig ist.
vielleicht ist die Rentenreform ein Lehrstück, wie es geht.
Wenn (wenn!) sie so umgesetzt wird wie jetzt geplant, sind alle unzufrieden, aber die Reform verändert wirklich was (soweit ich das verstehe) und verdient den Namen Reform.
Wir können nur darauf setzen, dass die Mehrheit der Wähler das als Erfolg und große politische Leistung begreift und wieder Vertrauen in die Parteien und das „System“ gewinnt.
Wenn die Wähler das nicht verstehen, ist es aus.
Dann verstehen sie es erst, wenn die AfD das Land 10 Jahre lang kaputtregiert hat (wie in den USA).
Doch, warum nicht? Wachteln habe ich schon gegessen. Auch Kaninchen.
Im Ernst, wenn jemand gefragt wird, ob er sich grundsätzlich vorstellen könnte, SPD zu wählen, sagt er vielleicht ja, auch wenn er sie nie wählen wird.
ja, aber das ist banal, das ist wörtliche der Sinn der Positivaussage zur SPD.
Wichtiger ist aber die Negativaussage betr. die AfD.
Wenn 28% sich die Wahl der AfD vorstellen können,
können 72 % es sich nicht vorstellen.
Das ist die interessante Zahl (wenn sie denn stimmt …).
Denn sie würde bedeuten, dass das Wachstum der AfD bundesweit nicht so weitergeht wie in LSA oder MeckPomm.
Die Positivaussagen zu den anderen Parteien zeigen m.E. darüber hinaus, dass die große Mehrheit der Wähler weiß, dass die AfD keine Lösung ist oder bietet, und dass die Wähler bereit sind, die „Kartellparteien“ (hüstel) wieder verstärkt zu wählen, wenn sie reale Erfolge erzielen.
Das ist mehr, als ich erwartet hätte. Viel mehr.
Ich hätte erwartet, dass 50% sich vorstellen können, auch mal die AfD zu wählen.
Ja momentan, deswegen meine Frage, wie das vor z.B. 10 Jahren ausgesehen hat.
Ich habe die Frage Gemini gestellt:
Das sogenannte negative Wählerpotenzial (also die explizite Ablehnung) lässt sich in drei Phasen unterteilen:
Die Gründungs- und Konsolidierungsphase (bis ca. 2021): In diesem Zeitraum war die Ablehnung der AfD im Vergleich zu allen anderen Parteien mit Abstand am höchsten. In regelmäßigen Umfragen (z. B. dem ARD-Deutschlandtrend oder von Forsa) gaben konstant 70 bis 75 Prozent der Befragten an, die AfD auf gar keinen Fall zu wählen.
Die Phase der Normalisierung und Krisen (2022 bis 2024): Mit der Energiekrise, der anhaltenden Debatte um Migration und wachsender Unzufriedenheit mit der damaligen Bundesregierung schrumpfte diese Brandmauer in den Köpfen der Wähler etwas. Das harte Ablehnungsverhältnis sank in Umfragen zeitweise auf knapp über 60 Prozent. Das bedeutete im Umkehrschluss, dass das theoretische Wählerpotenzial der AfD (inklusive derer, die sie zwar nicht fest wählen, es aber nicht mehr kategorisch ausschließen) auf fast 40 Prozent anwuchs.
Aktuelle Situation (2025/2026): Die Ablehnung hat sich seither auf einem stabilen Niveau eingependelt. Je nach Institut und Region liegt der Anteil derer, für die die AfD völlig unwählbar ist, bundesweit bei ca. 60 bis 65 Prozent. Das deckt sich mit aktuellen Daten, in denen die AfD in der Sonntagsfrage bundesweit starke Werte um die 27 Prozent einfährt und ein gewisser Anteil an Unentschlossenen verbleibt.
Die Antworten habe ich nicht komplett verifiziert, auf Nachfrage hat mir Gemini u.a. diesen Link gegeben:
Dieser relative aktuelle Artikel hat eine Infratest Dimap Umfrage in der BILD als Grundlage.
jetzt können wir Strohhälmchen ziehen, welcher Umfrage man glauben darf.
Keine Ahnung.
Meine Grundaussage war ja nicht ohne Grund von Anfang an entsprechend konditioniert:
OB das stimmt … ?
Mir geht es nur darum, den Gedanken mal im Kopf zu behalten, vielleicht ergeben sich bei den Landtagswahlen neue Erkenntnisse dazu.
Offenbar sorgt Russland mit einer Operation „Marioscka“ auf eine Spaltung in Deutschland, indem sie Fake-Titelseiten von Bild, Tagesspiegel und Spiegel in den Sozialen Netzwerken verbreitet.
Das ist aber auch die einzig gute Nachricht bei der Umfrage. Die Afd bei 41 % ? Hammer.
Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit meiner Nachbarin, die ich eigentlich sehr nett finde und so Richtung Grün- oder Linke-Wählerin eingeschätzt hatte.
Völlg verschätzt- sie wählt AFD. Begründung:
„Was die Rot-Grünen machen ist einfach nur noch Chaos“.
Ich: „Die CDU ist an der Regierung.“
Sie (kurze Denkpause): „Ja, aber was sie hier in Schleswig Holstein machen, ist unmöglich.“
Ich: „In SH ist auch die CDU an der Regierung.“
Sie (wieder gurze Denkpause): „Ja aber mit den Grünen.“
Ich: „Das ist aber schwarz-grün und nicht Rot-Grün“
Sie: „Und in Kiel sind sie an der Regierung- jedenfalls ist, das, was sie machen, Mist.
Die AFD soll mal richtig aufräumen!“
Tja ---- wir haben das Gespräch nicht weiter fortgesetzt.
Was soll ich dazu auch noch sagen …
erst mal abwarten, wie das tatsächlich Ergebnis dann aussieht - die letzten Umfragen bei Wahlen wiesen alle deutliche Unterschiede zu den späteren Ergebnissen auf. Aber die 41% wären in der Tat - wenn sie denn so kämen - recht besorgniserregend…
Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass es künftig eine AfD-Landesregierung gibt, dann können sie vieles von ihrem (vorweg genommenen) Scheitern auf die Bundespolitik (und juristische Fehlurteile) schieben, die dann vielleicht noch mehr Menschen dazu inspirieren, diese vermeintlichen „Bremsklötze“ zu beseitigen, in dem sie auch im Bund die AfD wählen. Aber das ist zugegeben alles erst einmal (noch) Spekulation…
Ich spekuliere mal weiter:
Sie fallen in einen Siegestaumel.
Dann gibt es bereits bei der Postenverteilung erste interne Streitereien. Anstatt Ministerien abzuschaffen, kommen neue hinzu, damit jeder seinen Posten kriegt.
Dann lösen sie ein paar Wahlversprechen ein. Nehmen alle „Gefährder“ in Haft oder schieben Migranten ab oder entziehen allen Umwelt- und Demokratie- und LGQTP- Organisationen staatliche Gelder, verschärfen die Lebensbedingungen in Asylheimen, indem sie 8-Bettzimmer mit Erbsensuppeverpflegung einrichten. Führt zu Entlassungen des Personals und Klagen vor Gericht.
Dann weisen sie der Polizei mehr Kontrollaufgaben zu- führt bei der Polizei zu noch höherer Belastung und zu Protesten.
Dann fällt ein erster Minister wegen Vetternwirtschaft auf.
Dann streiten sie wieder untereinander um Posten.
Dann verlieren sie erste Klagen.
Dann versuchen sie private Krankenhäuser in kommunale Krankenhäuser umzuwandeln, indem sie diese zu völlig überhöhten Preisen kaufen. Weil sie kein Geld für den Betrieb der Krankenhäuser haben, fallen diese wegen schlechter medizinischer Versorgung auf.
Dann gibt es wieder Skandale, weil die Minister die Posten ihrer Ministerien mit völlig unfähigen Familienmitgliedern besetzt haben.
Dann spaltet sich die AFD intern.
…
Alle rechten Parteien in der Bundesrepublik sind bisher an ihrer Gier und internen Streitereinen gescheitert. Warum sollte es bei der AFD anders sein?
Es gibt da noch das worst case Szenario, dass Höcke und Weidel den Laden zusammen halten, und das Resultat dann ein anderes ist …
Der, der aus dem 10ten Stock eines Hochhauses springt, und - im ersten Stock angekommen - feststellt, dass bis dahin alles gut gegangen ist, könnte sich - mit Verweis auf die Vergangenheit - auch irren.
So sehr ich also dazu sagen kann: „Dein Wort in Gottes (also meinem - vgl. Erich Fromm - Ohr“ - so sehr mag ich nicht darauf vertrauen, auch wenn mir der (Wunsch-)Gedanke nicht ganz fremd ist…
Es geschieht wohl gleichzeitig, dass das Regierungshandwerk miserabel, korrupt und chaotisch wird, und dass Institutionen umgebaut, Rechtsstaat und Demokratie abgebaut werden. In den USA jedenfalls läuft es so.
Wenn das Trump’sche Regierungshandwerk nicht so miserabel, korrupt und chaotisch wäre, würde die Institutionen noch schneller umgebaut, Rechtsstaat und Demokratie noch viel schneller abgebaut werden. Das ist keine unbeabsichtigte Nebenwirkung, sondern Ziel.
Natürlich ist der Umbau der Institutionen das Ziel, vielmehr eines der Ziele. Die Korruption ist auch sehr gewollt und typisch für origarchische Systeme.
Das Chaos wirkt aber auch als Tarnung für den Umbau.
Ich denke, die Gewichtung ist unterschiedlich bei den Mitgliedern der Führungsriege. Trump steht für Korruption, Miller für den Umbau.