Warum ist die AfD nicht zu stoppen?

ich kann Widerspruch gut ertragen, wenn er bei der Sache bleibt.
Du bist aber einfach unfähig, komplexe Gedankengänge zu erfassen, meinst aber trotzdem, zu allem Deinen unqualifizierten dreizeiligen Unfug beisteuern zu müssen.
Das ist in der Tat schwer zu ertragen.
Wenn Du keine Ahnung hast, einfach mal Fresse halten.

Es geht um die Frage, ob AfD-Wähler aufgrund einer empfundenen Kränkung und Enttäuschung handeln. Sonst nichts.

In diesem Fall bist du das leider selbst.

Dann hast du leider ein sehr schlechtes Beispiel gewählt.

Ansonsten müsste ich wohl schon lange die AFD wählen nach all den Enttäuschungen und Kränkungen, die ich durch dich und andere Grüne erfahren habe.
Das tue ich allerdings nicht. Also vergiss den Quatsch.

Aber das ist doch genau der Grund, warum die Leute AfD wählen, sie verstehen nix und lassen sich von negativen Emotionen leiten.

Deswegen finde ich schon, dass diese Diskussion mit @Biologin wunderbares Anschauungsmaterial liefert, warum die AfD nicht zu stoppen ist:

sic!
Es soll wieder so werden wie früher. Make Deutschland great again.

Ich bin sehr froh über unser Gesundheitssystem und ich denke ganz entschieden, dass nichts vermasselt wurde und mehr richtig als falsch gemacht wurde. Auch deswegen bin ich bei unerfahrenen Parteien sehr vorsichtig. Wir sehen an unserem jetzigen Bundesklanzler, wie viele Fehler man ohne Regierungserfahrung machen kann.

Ab es dir gefällt oder nicht, damit wirbt nun mal die AFD, und es gibt verschiedene Ansätze, damit umzugehen.

  1. Man kann versuchen, MIssstände selbst zu beheben, solange man noch an der Regierung ist. Wenn zum Beispiel jemand sagt, dass die Notaufnahme eines Krankenhauses unterbesetzt ist, ist dies keine gute Antwort für einen Generalsekretär einer Regierungspartei:
  1. Man kann sich die Konzepte der AFD darauf hin ansehen, ob sie schlüssig sind oder nicht. Im Fall mit der Notaufnahme könnte man zum Beispiel darauf hinweisen, dass dort überdurchschnittlich viele Ärzte mit Migartionshintergrund eingesetzt werden, und dass sie noch schlechter funktionieren würde, wenn diese nicht mehr da wären.

Es ist eine seltsame grüne Eigenheit, Probleme zu ignorieren und stattdessen den Kritikern fehlende Bildung oder psychische Probleme zu unterstellen. Damit gewinnt man ganz sicher keine Wähler.

Hier eine Aussage von mir vom Anfang dieser Diskussion, die ich noch mal unterstreichen möchte:

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Zur Individualisierung:

Ich würde an der soziologischen Erkenntnis anknüpfen, dass das soziale Netz, die Einbindung der Menschen in eine Bezugsgruppe, kleiner geworden ist. Das hat zu größeren individuellen Freiheiten geführt, aber auch zu negativen Auswirkungen. Es ist eine Entwicklung der Moderne und hat in den letzten Jahrzehnten nochmal zugenommen. Man wird nicht mehr in eine soziale Gruppe hineingeboren, sondern sucht sie sich zusammen, wenn man kann, und die entsprechenden Gruppen sind kleiner.

Stress jeder Art, ob Lebensereignisse oder daily hassles, wirkt unmittelbarer auf die Menschen, der Schutz einer Gemeinschaft fällt weg. Dadurch können unterliegende Ängste eine größere Macht entfalten. Der Rückgriff auf unreife Bewältigungsmechanismen wird wahrscheinlicher. Ich halte es auch für möglich, dass weniger skills, also Fähigkeiten zum Umgang mit schwierigen Situationen, gelernt werden.

Was mit der Individualisierung auch wegfällt ist die Normgebung der Gemeinschaft, eine moralische Regulierung. Das “sowas tut man nicht” von Gemeinschaften wirkt heute viel indirekter als in einer dörflichen Gemeinschaft, die Normen werden aus allen möglichen Quellen gezogen, und hier hat die Normalisierung der AFD und ihres Menschenbildes einen gehörigen Anteil. Auch aggressive Reaktionen auf Stress werden normalisiert.

Vielen Menschen mit Problemen in ihrer Stressbewältigung, mit Angst vor Statusverlust oder sogar Existenzangst, bietet die AFD eine neue Gemeinschaft, die genau diese Ängste aufgreift. Im letzten Jahrhundert haben Kirchen und Gewerkschaften diese Funktion verloren, und sie haben eine Lücke hinterlassen, in die ua die AFD getreten ist. Auch eine Identität, die das Selbstwertgefühl stabilisiert hat, wurde von Kirchen und Gewerkschaften vermittelt.

Ein weiterer Aspekt ist die Verringerung der Parteienbindung: Auch die Parteien haben im letzten Jahrhundert eine soziale Heimat gegeben, Normen und Sicherheit vor Existenzängsten vermittelt. Wenn die Politik die eigenen Interessen durchgesetzt hat, waren das “die unsrigen”, sonst die anderen. Heute sind es für viele immer “die anderen”.

Das Eingehen auf Partialinteressen mag bei einigen eine Rolle spielen, aber ich sehe es nicht so sehr im Zentrum wie du. Es würde keine Rolle spielen, wenn es außer der AFD ein politisches “wir” gäbe. Ich sehe es eher wie Piketty, der schreibt, die Sozialdemokraten haben keine Antwort auf die Globalisierung gefunden. Statt dessen sind sie auf den Neoliberalismus aufgesprungen. Ich denke, es braucht ein linkes internationales Projekt, das von mir aus auch populistisch sein darf, vielleicht sogar sein muss. Europa kann eine Basis dafür sein, zusammen mit Staaten wie Kanada, Neuseeland, Australien uva. Es sind mehr, als sie es in den Medien zu sein scheinen. Das wäre es eigenes Thema.

Um nochmal auf das Beispiel im Artikel zurückzukommen: Da, wo die Menschen mit “dem Staat” im weitesten Sinne zusammentreffen, sind sie besonders empfindlich. Unterliegende Ängste werden schnell aktiviert. Man ist einfach darauf angewiesen, dass die Dinge funktionieren. Deshalb wirkt die Vernachlässigung der Infrastruktur auch so desaströs. Was das angeht, kann man schon bessere Politik machen. Es dauert halt. Und ob man die Leute, die schon bei der AFD sind, damit zurückholt, ist auch fraglich. Man verhindert neue Anhänger. Auch die Bildung von Gemeinschaften kann man politisch fördern. Es ist erwiesen, dass das die Radikalisierung aufhält.

Soweit erstmal :slightly_smiling_face::sunflower:

Das mag alles richtig, eine Erklärung, wieso gerade rechte Parteien davon profitieren, sehe ich nicht. Ich denke da spielen noch andere Prozesse, neben der Auflösung der mehr oder weniger traditionellen Institutionen (Kirche, Gewerkschaften) ein Rolle.

Plausibler erscheint mit die Unfähigkeit der linken Parteien sich wirklich zu reformieren und Antworten auf Globalisierung und technischen Fortschritt zu finden. Ist es vielleicht einfach so, dass das Pendel, nachdem es in den vergangen 80 Jahren relativ weit nach links ausgeschlagen hat, jetzt wieder nachs rechts ausschlägt? Oder ist das zu simpel gedacht?

Wenn die Menschen sehen, dass auch durch eher linke bzw. woke Politik nicht alle Probleme gelöst werden, und die versprochene Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit bisher auch noch nicht ausgebrochen ist, wenden sie sich wieder dem anderen Ende des politischen Spektrums zu.

Hinzu kommen die Ängste angesichts eines momentan stagnierenden Wohlstand für die meisten (wenn auch für die meisten auf hohem Niveau) und einer befürchteten Überfremdung und damit einem Verlust der Heimat. Dann greift man dann doch lieber zu dem vermeintlich altbewährten Konservatismus, Nationalismus, Patriotismus und Chauvinismus.

Das war der zweite Teil der Antwort auf @lawandorder .

Eindeutig ja: zu simpel :wink:

Es hat in den letzten Jahrzehnten keine linke Politik gegeben. Woke würde ich nicht dafür halten.

Das ist ein bisschen einfaches Bild von “links”. Da ist mehr drin als das alte “Paradies auf Erden”. Wissenschaftliche Erkenntnisse und politische/wirtschaftliche Modelle haben sich sehr weiterentwickelt. Sogar in den Wirtschaftswissenschaften.

Was ich in den zwei posts geschrieben habe, ist ein Versuch der psychologischen und sozialwissenschaftlichen Einordnung, ausgehend von dem Beispiel im Artikel.

Lest das Buch „Zerstörungslust“ von Carolin Amlinger und Olivery Nachwewey und ggf. auch " Gekränkte Freiheit" von den gleichen Autoren.
Da steht alles drin!
So neu sind die Erkenntnisse, die in den Büchern dargestellt werden, freilich gar nicht.
Die Thematik wurde nämlich schon in den 1920iger Jahren ausführlich diskutiert.
Aber es scheint, als habe sich seitdem allenfalls eine sehr eng begrenztes und ausgesprochen elitäres Fachpublikum für all die Studien und soziologischen Untersuchungen interessiert.
Heutige Politiker sind jedenfalls von all dem Wissen völlig unbeleckt zu sein … oder sie wollen das alles gar nicht wissen, weil dieses Wissen nicht zu ihren Plänen passt.

Ja, es gibt sehr viel gute Literatur und Studien zum Thema. Ich hatte ua. Erich Fromm “Furcht vor der Freiheit” im Hinterkopf. Die Erklärungen müssen über die Jahrzehnte angepasst werden, weil auch das Phänomen sich immer wieder anders zeigt. Die Lust an der Zerstörung, Lust an Gewalt ist wohl immer ein zentraler Aspekt. Natascha Strobl schreibt auch darüber.

Dieser Essay hat das Buch “Zerstörungslust” zur Grundlage, ist aber ziemlich zusammengewürfelt: Sehnsucht nach Zerstörung | Blätter für deutsche und internationale Politik.

Um wie er empfiehlt “methodische Empathie” anzuwenden, braucht man doch mehr Psychodynamik. Ich denke, ich werde Erich Fromm wieder ausgraben und wieder lesen :wink: .

Das kommt auf den Standpunkt des Betrachters an.

Welche Pläne?

Hast du schon mal was von Occam’s Razor gehört?

Ja

Und eine Kuh ist kugelförmig und homogen mit Milch gefüllt :wink:

Bei einem gefährlichen Feind ist es wichtig zu wissen, wie er tickt und wie das gespeist wird.

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Das Euter annähernd. Der Rest des Körper ist anderen Funktionen gewidmet.

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Weil man eine nicht so andere Meinung vertritt und von der Politik derjenigen die Zerstörung auf ihre Fahnen geschrieben haben, profitieren zu können! Auch das wurde in den 20/30iger Jahren versucht und hat die bekannten Ergebnisse gezeitigt.

Ich glaube aber, dass hier wohl eher um Nichtwissen und Desinteresse vorliegt. Soziologen gelten in manchen Kreisen ohnehin a notorisch linksversifft und ihre oftmals leider schwerverständlich Schriften sind als Nachtlektüre nach ausgiebigem Bierzeltbesuch wenig geeignet.

Sowohl Politiker auf Podien (Zwei Veranstaltungen in BW) als auch Journalisten verrichten ihren Job nicht.
Beim Triell wurde großartig ein Faktencheck angekündigt.
Was ist passiert?
In beiden Sendungen erzählt Fronmaier fröhlich von einer Gruppenvergewaltigung pro Woche. Wird von Politik und Journaillie kommentarlos geschluckt.
Warum fragt da niemand nach? Wenn ich google, finde ich 2 Gruppenvergewaltigungen pro Tag mit zum weit überwiegenden Teil deutschen Tatverdächtigungen. Bin verwirrt.

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Wenn ich mal dagegenhalten darf:
M.E. greift das zu kurz bzw. verkennt die Kausalitäten.
Das mit dem Bedeutungsverlust von Kirchen, Parteien usw ist natürlich richtig.
Aber was ist denn wiederum die Ursache hierfür?
Ich stelle mal die These auf, dass dahinter eben die zunehmende Betonung der Partikularinteressen steht. Jeder will die eigene Position optimieren.
Weniger Aufwand, mehr Ertrag.
Die Kirche begräbt mich auch, wenn ich keine Kirchensteuer zahle.
Der Tarifvertrag gilt häufig auch dann für mich, wenn ich nicht in der Gewerkschaft bin.
Gemeinschaft heißt Kompromisse machen, mal nachgeben, mal was hergeben.
Das wollen die Leute immer weniger und deshalb verlassen sie die Gemeinschaften.

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Klar sollen alle bessere Politik machen.
Aber kriegst Du damit den Mann in Djir-Sarais Beispiel?
Die menschlichen Bedürfnisse sind tendenziell unendlich.
Wenn die Klinik Personal aufstockt und er muss statt 3 nur noch 1 Stunde warten, ist er immer noch unzufrieden.
Und wenn er sofort drankommt, ist er mit dem Arzt unzufrieden.
Und wenn der OK ist, ist er mit den Kosten und seiner Krankenversicherung unzufrieden.
Wer will, findet immer Gründe, die AfD zu wählen.
Es ist ein emotionaler oder psychologischer Mechanismus, der immer einen Aufhänger findet, wen man will: unreife Persönlichkeit; überhöhte Erwartungen an die Welt, die enttäuscht werden; Kränkung und „Rache“.
Deswegen ist die Diskussion über bessere Klinikausstattung neben der Sache.

Aber OK, bessere Politik ist immer gut, unabhängig von der AfD.
Das ist eine Möglichkeit, der AfD (vielleicht) das Wasser ein wenig abzugraben.
Wobei ich nicht glaube, dass es um objektiv bessere Politik geht, sondern um Politik, die den emotionalen Bedürfnissen vieler Wähler besser entspricht.
Da liegt der Haken. Die AfD will gefühlsmäßig „bessere“ Migrationspolitik, also Grenzen dicht, Ausländer raus.
Objektiv ist das aber keine gute Politik weil wir Zuwanderung brauchen.
Die AfD-Wähler wählen doch weitgehend gegen ihre eigenen Interessen, denen geht es nicht um objektive Vorteile, sondern um die Bestätigung ihrer Gefühle.
In den USA sieht man ja gerade, dass es dort auch so ist. Trump verbessert das Leben der Leute nicht, im Gegenteil.

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das überzeugt mich nicht, finde ich konstruiert.
Ich glaube nicht, dass er die Beschwerde über die Wartezeit und die AfD-Wahl so gestaltet hat, weil er sie Djir-Sarai erzählen wollte und der im Iran geboren wurde.
Das schien mir Zufall zu sein, Djir-Sarai hat m.E. nirgendwo angedeutet, dass das eine Rolle gespielt hat. Ich halte den Aspekt für irrelevant.
Auch aus dem Grund, weil er sich m.E. nicht an einer Person rächen will, sondern am System, am Staat, an der Gesellschaft. Der wählt nicht die AfD, um es einer Person heimzuzahlen, sondern er zeigt Staat und Gesellschaft den Mittelfinger.

Ansonsten wie immer danke für Deine Überlegungen, die helfen wirklich weiter.

Doch, ich schon.
Die rechten Parteien versprechen den radikalen Bruch mit dem System, das die Erwartungen so böse enttäuscht hat. Die reissen alles schlechte raus und bringen die Welt wieder in Ordnung, und versprechen Dir dabei das Blaue vom Himmel herunter.
Make whatever great again.
Und sie sind dabei brutal, unaufhaltsam, an keine Regel gebunden, nur für Dich und Dein Volk da, alles andere muss jetzt zurückstehen, jetzt sind wir mal dran!!
Das ist ein anderer Angang als das linke Gesäusel von Inklusion, Menschenrechten, Anti-Diskriminierung, Gewaltfreiheit usw.
da haben die Leute (zu recht) das Gefühl, dass diese Denke gerade nicht in die Zeit passt und nicht funkntioniert. Der Rest der Welt scheisst auf das alles, da wollen wir nicht die letzten Dummen sein, die sich damit selber das Leben schwer machen.

ja, das gehört auch dazu, siehe oben.

und das gehört auch dazu, wobei es im Prinzip alles dasselbe ist.
Die linke, liberale Denke wurde übertrieben und hat sich überlebt.
es wird erkannbar, dass die Probleme nicht mehr mit den bisherigen Mitteln gelöst werden können. Die UNO ist ein gutes Beispiel dafür: infolge der Vetorechte kriegt die nix gebacken.
Die Idee war gut, aber die Ausführung erweist sich als untauglich.
Daher gilt wieder ganz offen das Recht des Stärkeren.
Wer darauf nur damit reagiert, dass er mantraartig die Menschenrechtscharta zitiert, hat verloren. Aber niemand hat eine gute Alternative.
Es ist ein unlösbares Problem: Macht setzt sich immer durch, wenn es hart auf hart kommt.
Und die Welt ist schlecht. Die ganzen (linken) Träume von einer guten, gerechten, regelbasierten, friedlichen Welt zerplatzen, und jetzt kommt das rechte Alternativprogramm.
Das alles vermutlich nur noch schlimmer macht, aber die Leute ertragen den Ist-Zustand nicht mehr, dafür hat man ihnen zu lange beigebracht, dass die Welt doch eigentlich perfekt sein müsse, und das sie was besseres verdient hätten.

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Das wirst du nur dann heraus finden können, wenn du diesen Mann danach fragst. Kennst du überhaupt jemanden, der die AFD wählt? Wenn nein, versuche, den Kontakt zu bekommen. Dass Grüne mit AFD-Leuten nicht reden dürfen und stattdessen über sie herum philosophieren ist eine der blödesten Strategien, die ich je erlebt habe.

Dies ist zum Beispiel ein gutes Argument, das ein guter Einstieg in ein solches Gespräch sein könnte.

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Wenn ich so etwas im direkten Dialog sagen würde und damit meinen konkreten Gesprächspartner adressieren wollte, so wäre das in der Tat ein Zeichen unfassbarer Arroganz!

Das muss sich also niemand anhören (auch von mir nicht :grinning_face: - trotzdem wäre als allgemeines politisches Instrument (Bildung) als eines von konstruktiven Änderungsideen in der Breite in Erwägung zu ziehen – wohl wissend, dass Änderungen im Bildungssystem sich erst in 15–20 Jahren auswirken werden.

Ich sehe da kein grundsätzlichen Unterschied, was die strukturellen Mechanismen der Enttäuschung angeht. Man kann nun entweder in der Aggression/Depression (als Emotion) verharren, oder ihnen etwas an die Seite stellen (das muss m.E. übrigens gar nicht mal rein intellektuell geschehen, sondern durchaus auch durch einen sehr bunten Strauß bewusster Emotionen, die mehr auslösen als das Gefühl der reinen Enttäuschung).
Wir haben in der letzten Woche - schön nacheinander, beginnend mit meinem Enkel am letzten Mittwoch, der das aus dem Kindergarten hatte - einen Magen-Darminfekt durchgemacht (daher auch meine verspätete Rückmeldung :nauseated_face:
Es war geradezu greifbar, dass die Ungeduld und die Forderung nach umfassender, schneller Lösung aber auch die „ohnmächtige Wut“ über den eigenen desolaten Zustand sehr abhingen von individuellen Geduld, aktuellem Stresslevel, Anspruchsdenken, etc.
Alles Dinge, die vielleicht teilweise Teil des eigenen Charakters sein mögen - die man aber allesamt bewusst wahrnehmen und kritisch hinterfragen kann, um ihnen gegebenenfalls etwas entgegenzusetzen. Das geht auch ganz ohne Arzt oder Apotheker.
Jeder von uns hatte eine Akutphase (ganz ohne Medikamente!) von „nur“ rund 24 Stunden – rein rational: Was sind schon 24 Stunden zumal die Überlebenswahrscheinlichkeit auch noch bei 100 % lag?

Nehmen wir an, wir hätten so was regelmäßig alle Jahre wieder (was in der Kindergartenphase gar nicht sooo unwahrscheinlich ist :thinking:
Und die AfD würde nun medizinisches Personal und Medikamentenforschung versprechen, damit sich nach der Wahl daran etwas ändert. Würde ich dann AfD wählen? Einfach, weil ich die Untätigkeit der aktuellen Regierenden in Sachen Fortschritt bei der medizinischen Versorgung, verbunden mit der alljährlichen Kotzerei, nicht länger ertragen kann?
Ich kann zwar verstehen, dass es Menschen gibt, die dazu neigen – der Mechanismus dazu ist aber irrational und zudem völlig fern eines wissenschaftlichen Gedankengangs. Was will man als gemäßigte Partei aber dagegen machen?

Im Gegensatz zur Krankenhausbetreuung lebt ein Kindergarten nicht von Einzelzimmern, sondern ganz im Gegenteil von einer großen Kindergruppe – entsprechend höher ist das Ansteckungsrisiko.

Der Infekt selbst ist „harmlos“ – wenn auch gefühlt ein tagelanger körperlicher KO-Schlag mit psychischen „Nebenwirkungen“.

Wenn nun diese psychischen Nebenwirkungen sich unreflektiert und in der Summe der Wahrnehmungen zu einer Systemkritik oder gar ‑feindlichkeit auswachsen – wer kann dem Einhalt gebieten – und womit?

Der Hinweis von @Biologin mit „besserer Politik“ ist da nicht ganz falsch – aber es ist völlig unklar, was das konkret bedeutet – vor allem, solange die Analyse der möglichen Maßnahmen (z.B. ein besseres Gesundheitssystem, das aber dann vielleicht teurer wird) sich bei den Wählern einer rationalen Analyse entzieht (klar werden mehr Betten frei, wenn nur noch “Bio-Deutsche” ins Krankenhaus gehen dürfen, aber leider geht dann auch die Zahl der Ärzte und Krankenhauspersonal deutlich zurück, ein logischer Zusammenhang, der scheinbar für AfD’ler schon zu kompliziert ist).

Ich kenne sehr viele – gerade in meinem beruflichen Umfeld – die (vielleicht, weil sie gar nicht wissen, was – 80 Jahre nach Holocaust und WK II – existenzielle Sorgen wirklich bedeuten) absehbare Einschnitte – egal, ob nun politische oder persönliche – als tiefe persönliche Enttäuschung (du hast das Kränkung genannt) erleben – zumeist aus einer durch und durch reinen (ohnmächtigen) Opferperspektive. Dabei verkennen Sie, dass sie vielleicht Täuschern nur allzu leicht aufgesessen sind – aber eben auch nichts dagegen getan haben, diese zeitnah zu enttarnen.

Nachdem ich bereits auf der Donnersberger Brücke Platz genommen und mich längere Zeit mit dem “optimalen Aufprallwinkel” beschäftigt hatte, habe ich mich genau aus dieser Überlegung (was für Möglichkeiten einer “aktiven gestalterischen” Rolle habe ich noch?) dazu entschlossen, mich noch mal an meinen behandelnden Chirurgen zu wenden, der das Gesundheitswesen und deren Möglichkeiten für notwendige Schritte sicher besser kannte) - nicht zuletzt auch deswegen, weil er zumindest die Rückmeldung kriegen musste, wie das konkret weitergegangen ist. Der hat mich erst einmal (wegen akuter Selbstgefährdung) wieder aufgenommen (wenn auch auf einer anderen Station :wink:) und mir dann einen Tag später einen Platz in einer Strahlenklinik besorgt. (zugegeben, ein nur kleines aktives Momentum auf meiner Seite - aber aktiver, als von der Brücke zu springen).

Das war dann zwar vielleicht nicht mehr die allererste Top-Adresse (in die erstgenannte Einrichtung hätte ich – damals – nicht mehr gewollt, denn sonst hätten die mich am Ende (Verschwörungstheorie eines damals Schwerkranken …:wink: möglichst zeit- und platzsparend falsch behandelt) – aber es hat dann am Ende doch gerade so gereicht …

Ich habe aber trotzdem nie auch nur in Erwägung gezogen, AfD zu wählen; ich habe auch nicht daran gedacht, Privatpatient zu werden (wobei ich der Ehrlichkeit halber zugeben muss, dass die mich wahrscheinlich nicht mehr genommen oder es quasi unbezahlbar gemacht hätten – aber ich habe auch meine Kinder nicht privat versichert). Ich halte es für falsch, ein System, das ich strukturell ablehne, deswegen durch meine Mitgliedschaft (oder meine Kinder) zu fördern, weil mich die Angst dazu treibt.

Es ist für mich eher Grund mehr, zu fordern, dass die Leute sich vor einer Wahl (ob nun Krankenkasse oder Partei) selbst Gedanken machen müssen, und ihre Wahl (zumindest vor sich selbst) auch rechtfertigen können müssen – idealerweise mit mehr als bloßem „Bauchgefühl“. Die Politik sollte idealerweise die Rahmenbedingungen schaffen, dass möglichst viele diese Fähigkeiten erwerben und auch einsetzen.

Wenn es dafür derzeit gesellschaftlich keine breite Basis gibt, dann ist die AfD vielleicht wirklich nicht zu stoppen – aber dann ist das eben folgerichtig – demokratisch – so.

Unser aktiver Part besteht neben der Aufklärung in der Entwicklung einer Alternative zur Alternative (für Deutschland). Nicht darin, die Wähler in eine andere Richtung zu manipulieren.

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das ist ja erstmal die Frage:
spielt dieser „Kränkungseffekt“ eine relevante Rolle bei der Entscheidung, AfD zu wählen.
Nächste Frage: wie entsteht er?
dann erst die Frage: kann man was dagegen machen.

Verschiedene Erklärungen für das AfD-Wählen haben sich als weitgehend untauglich herausgestellt:
AfD-Wähler sind nicht alle arm und abgehängt, nicht alle dumm und ungebildet, und auch nicht alle aus dem Osten. Und auch nicht alle primär durch Ausländerfeindlichkeit motiviert.

Meine „Kränkungsthese“ kommt ohne alle diese Aspekte aus, sie setzt an einem Punkt an, der ohne die o.g. Faktoren bestimmt wird.
Diese Kränkung kann jeder erfahren, zB wenn er zu lange in der Notaunahme warten muss.
Deshalb fand ich Djir-Sarais Beispiel so erhellend.

Erst wenn man die Ursache des Problems versteht, kann man herausfinden, was dagegen hilft.
Die Aussage, man solle halt „bessere Politik“ machen, ist unterkomplex und überspringt eben diese Ermittlung der Ursache.

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wilde Geschichte.
Du hast das einzige eingesetzt, was Du hattest: Dein Leben.
Du warst bereit, Dich umzubringen, und das hat den Arzt „aufgeweckt“ und motiviert, Dir zu helfen.
Ich finde, Du hast das gut gelöst, vermutlich in einer Mischung aus Entschlossenheit und Verzweiflung.
Gott sei Dank :slight_smile: