Wenn ich so etwas im direkten Dialog sagen würde und damit meinen konkreten Gesprächspartner adressieren wollte, so wäre das in der Tat ein Zeichen unfassbarer Arroganz!
Das muss sich also niemand anhören (auch von mir nicht
- trotzdem wäre als allgemeines politisches Instrument (Bildung) als eines von konstruktiven Änderungsideen in der Breite in Erwägung zu ziehen – wohl wissend, dass Änderungen im Bildungssystem sich erst in 15–20 Jahren auswirken werden.
Ich sehe da kein grundsätzlichen Unterschied, was die strukturellen Mechanismen der Enttäuschung angeht. Man kann nun entweder in der Aggression/Depression (als Emotion) verharren, oder ihnen etwas an die Seite stellen (das muss m.E. übrigens gar nicht mal rein intellektuell geschehen, sondern durchaus auch durch einen sehr bunten Strauß bewusster Emotionen, die mehr auslösen als das Gefühl der reinen Enttäuschung).
Wir haben in der letzten Woche - schön nacheinander, beginnend mit meinem Enkel am letzten Mittwoch, der das aus dem Kindergarten hatte - einen Magen-Darminfekt durchgemacht (daher auch meine verspätete Rückmeldung 
Es war geradezu greifbar, dass die Ungeduld und die Forderung nach umfassender, schneller Lösung aber auch die „ohnmächtige Wut“ über den eigenen desolaten Zustand sehr abhingen von individuellen Geduld, aktuellem Stresslevel, Anspruchsdenken, etc.
Alles Dinge, die vielleicht teilweise Teil des eigenen Charakters sein mögen - die man aber allesamt bewusst wahrnehmen und kritisch hinterfragen kann, um ihnen gegebenenfalls etwas entgegenzusetzen. Das geht auch ganz ohne Arzt oder Apotheker.
Jeder von uns hatte eine Akutphase (ganz ohne Medikamente!) von „nur“ rund 24 Stunden – rein rational: Was sind schon 24 Stunden zumal die Überlebenswahrscheinlichkeit auch noch bei 100 % lag?
Nehmen wir an, wir hätten so was regelmäßig alle Jahre wieder (was in der Kindergartenphase gar nicht sooo unwahrscheinlich ist 
Und die AfD würde nun medizinisches Personal und Medikamentenforschung versprechen, damit sich nach der Wahl daran etwas ändert. Würde ich dann AfD wählen? Einfach, weil ich die Untätigkeit der aktuellen Regierenden in Sachen Fortschritt bei der medizinischen Versorgung, verbunden mit der alljährlichen Kotzerei, nicht länger ertragen kann?
Ich kann zwar verstehen, dass es Menschen gibt, die dazu neigen – der Mechanismus dazu ist aber irrational und zudem völlig fern eines wissenschaftlichen Gedankengangs. Was will man als gemäßigte Partei aber dagegen machen?
Im Gegensatz zur Krankenhausbetreuung lebt ein Kindergarten nicht von Einzelzimmern, sondern ganz im Gegenteil von einer großen Kindergruppe – entsprechend höher ist das Ansteckungsrisiko.
Der Infekt selbst ist „harmlos“ – wenn auch gefühlt ein tagelanger körperlicher KO-Schlag mit psychischen „Nebenwirkungen“.
Wenn nun diese psychischen Nebenwirkungen sich unreflektiert und in der Summe der Wahrnehmungen zu einer Systemkritik oder gar ‑feindlichkeit auswachsen – wer kann dem Einhalt gebieten – und womit?
Der Hinweis von @Biologin mit „besserer Politik“ ist da nicht ganz falsch – aber es ist völlig unklar, was das konkret bedeutet – vor allem, solange die Analyse der möglichen Maßnahmen (z.B. ein besseres Gesundheitssystem, das aber dann vielleicht teurer wird) sich bei den Wählern einer rationalen Analyse entzieht (klar werden mehr Betten frei, wenn nur noch “Bio-Deutsche” ins Krankenhaus gehen dürfen, aber leider geht dann auch die Zahl der Ärzte und Krankenhauspersonal deutlich zurück, ein logischer Zusammenhang, der scheinbar für AfD’ler schon zu kompliziert ist).
Ich kenne sehr viele – gerade in meinem beruflichen Umfeld – die (vielleicht, weil sie gar nicht wissen, was – 80 Jahre nach Holocaust und WK II – existenzielle Sorgen wirklich bedeuten) absehbare Einschnitte – egal, ob nun politische oder persönliche – als tiefe persönliche Enttäuschung (du hast das Kränkung genannt) erleben – zumeist aus einer durch und durch reinen (ohnmächtigen) Opferperspektive. Dabei verkennen Sie, dass sie vielleicht Täuschern nur allzu leicht aufgesessen sind – aber eben auch nichts dagegen getan haben, diese zeitnah zu enttarnen.
Nachdem ich bereits auf der Donnersberger Brücke Platz genommen und mich längere Zeit mit dem “optimalen Aufprallwinkel” beschäftigt hatte, habe ich mich genau aus dieser Überlegung (was für Möglichkeiten einer “aktiven gestalterischen” Rolle habe ich noch?) dazu entschlossen, mich noch mal an meinen behandelnden Chirurgen zu wenden, der das Gesundheitswesen und deren Möglichkeiten für notwendige Schritte sicher besser kannte) - nicht zuletzt auch deswegen, weil er zumindest die Rückmeldung kriegen musste, wie das konkret weitergegangen ist. Der hat mich erst einmal (wegen akuter Selbstgefährdung) wieder aufgenommen (wenn auch auf einer anderen Station
) und mir dann einen Tag später einen Platz in einer Strahlenklinik besorgt. (zugegeben, ein nur kleines aktives Momentum auf meiner Seite - aber aktiver, als von der Brücke zu springen).
Das war dann zwar vielleicht nicht mehr die allererste Top-Adresse (in die erstgenannte Einrichtung hätte ich – damals – nicht mehr gewollt, denn sonst hätten die mich am Ende (Verschwörungstheorie eines damals Schwerkranken …
möglichst zeit- und platzsparend falsch behandelt) – aber es hat dann am Ende doch gerade so gereicht …
Ich habe aber trotzdem nie auch nur in Erwägung gezogen, AfD zu wählen; ich habe auch nicht daran gedacht, Privatpatient zu werden (wobei ich der Ehrlichkeit halber zugeben muss, dass die mich wahrscheinlich nicht mehr genommen oder es quasi unbezahlbar gemacht hätten – aber ich habe auch meine Kinder nicht privat versichert). Ich halte es für falsch, ein System, das ich strukturell ablehne, deswegen durch meine Mitgliedschaft (oder meine Kinder) zu fördern, weil mich die Angst dazu treibt.
Es ist für mich eher Grund mehr, zu fordern, dass die Leute sich vor einer Wahl (ob nun Krankenkasse oder Partei) selbst Gedanken machen müssen, und ihre Wahl (zumindest vor sich selbst) auch rechtfertigen können müssen – idealerweise mit mehr als bloßem „Bauchgefühl“. Die Politik sollte idealerweise die Rahmenbedingungen schaffen, dass möglichst viele diese Fähigkeiten erwerben und auch einsetzen.
Wenn es dafür derzeit gesellschaftlich keine breite Basis gibt, dann ist die AfD vielleicht wirklich nicht zu stoppen – aber dann ist das eben folgerichtig – demokratisch – so.
Unser aktiver Part besteht neben der Aufklärung in der Entwicklung einer Alternative zur Alternative (für Deutschland). Nicht darin, die Wähler in eine andere Richtung zu manipulieren.