Verbot des Einsatzes von Glyphosat

Die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung sah ein vollständiges nationales Anwendungsverbot von Glyphosat ab dem 1. Januar 2024 vor. Mit der erneuten Wirkstoffgenehmigung durch die EU-Kommission ist dieses Verbot europarechtswidrig geworden.

Der Wirkstoff Glyphosat wurde auf EU-Ebene im November 2023 für 10 weitere Jahre genehmigt.

Der Wirkstoff Glyphosat ist damit bis zum 15. Dezember 2033 in der EU erneut zugelassen.

Jetzt sind glyphosathaltige Produkte in Deutschland zwar wieder erlaubt, aber es gelten Verbote in verschiedenen Schutzgebieten . Der BUND fordert weiterhin ein nationales Verbot von Glyphosat, denn das Totalherbizid gefärdet die Artenvielfalt, das Ökosystem und unsere Gesundheit.

Was ist Glyphosat?.

Das Unkrautvernichtungsmittel ist hochgradig krebserregend, es ist wasserlöslich und verseucht das Grundwasser und die gesamte Umwelt.

Glyphosat ist ein sogenanntes „Totalherbizid“. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Bekannt ist es vor allem unter dem Markennamen „Roundup“, ein Produkt von Monsanto. Glyphosat ist laut Krebsforschungsagentur der WHO wahrscheinlich krebserregend beim Menschen – und es trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei.

Die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation hat es als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft.

Glyphosat ist ein Gift, das die Darmflora zerstört und dadurch Bakterien begünstigt, die das Gehirn angreifen und schädigen. Studien zeigen eine immens hohe Korrelation von des Anstiegs der Verwendung dieses Pestizids und der ansteigenden Fälle von Autismus.

Auch die WHO zeigt auf, dass Glyphosat nicht nur den Magen entzündet, die Fruchtbarkeit und die Drüsenfunktion beeinträchtigt und die Leber schädigt, sondern auch Krebs erzeugt und mit Autismus in Zusammenhang gebracht werden könnte. Im Jahr 2025 könnte jedes zweite amerikanische Kind autistisch sein, wenn Glyphosat weiterhin massiv auf die Äcker gebracht wird, behauptet Stefanie Seneff, Senior Resaercher am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Glyphosat – Es ist überall. Sprichwörtlich!

Glyphosat zerstört auch die natürliche Planzenflora und nimmt Insekten und Vogeln damit deren Lebensgrundlage.

Deshalb kann ich es nicht nachvollziehen, dass Glyphosat immer noch nicht verboten ist.

Glyphosat ist umstritten, keine Frage. Es greift wie andere Unkrautvernichter massiv in die Bodenbiologie ein und ist auch für Menschen schädlich.
Aber du stellst in deinem Beitrag ein paar steile Thesen auf, die ich doch hinterfragen möchte.

2025, also jetzt, die Hälfte der US Neugeborenen autistisch? -Das ist wohl nicht der Fall.
Es scheint zwar insbesondere in Tierexperimenten, einen Zusammenhang zwischen Glyphosatbelastung während der Tragzeit und Autismus-ähnlichen Störungen der Gehirnfunktionen zu geben, aber die Ursachen für Autismus sind vielfach, mit einem starken genetischen Anteil. Es hat auch früher schon Autismus gegeben. Und Glyphosat ist nicht das einzige Umweltgift, das Einfluss auf die Gehirnentwicklung hat. Außerdem könnte es, wie auch andere Umweltgifte, eher unspezifische Störungen verursachen.

Auch die Verursachung von Krebs: einmal schreibst du „hochgradig krebserregend“, dann „wahrscheinlich krebserregend“.

Es wäre schön, wenn du Quellen verlinken würdest.
Hier eine Suchanfrage in der europäischen Datenbank für Medizinveröffentlichungen zu Glyphosat und Autismus: Europe PMC. Das ist nicht nichts, aber die Ergebnisse zeigen in der ersten Sichtung, dass die vermuteten Zusammenhänge kompliziert sind und keine einfache Ursache-Wirkung Beziehung.

Es wäre für eine Bewertung der Zulassung und die Wirksamkeit von Argumenten besser, sich nah an die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu halten, als einen Rundumschlag zu machen. Da ist genug dabei, was Einschränkungen rechtfertigt.

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Weil dann krassere und schlimmere Sachen entwickelt werden.
Wir haben bereits einen Faden zu diesem Thema.

Stichwort glyphosat

Insbesondere dieses Thema in Parteiinternes: Die Grünen und der Koalitionsvertrag - Scheitern auf ganzer Linie

Das Verbot von Glyphosat stand im Koalitionsvertrag ziemlich eindeutig drin:

Wir nehmen Glyphosat bis Ende 2023 vom Markt.

Ist mir bis heute ein Rätsel.

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Europarecht bricht Bundesrecht.
Das war doch unser eigener Umweltminister aus Bayern?

„Die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung sah ein vollständiges nationales Anwendungsverbot von Glyphosat ab dem 1. Januar 2024 vor. Mit der erneuten Wirkstoffgenehmigung durch die EU-Kommission ist dieses Verbot europarechtswidrig geworden.“

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Denk mal in diese Richtung weiter:

„Deutschland hat sich bei der entscheidenden Abstimmung über die Glyphosat-Wiederzulassung enthalten. Das ist eine Enthaltung gegen den Koalitionsvertrag, gegen die Menschen und gegen die Natur. Es hätte ein klares “Nein” Deutschlands in der Abstimmung gebraucht.“ Quelle: https://www.wwf.de/2023/oktober/deutschland-enthaelt-sich-bei-glyphosat-abstimmung

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Zitat aus dem von Dir verlinkten Artikel:

Außerdem werden übernommen: das Gemüsesaatgutgeschäft, die Forschungsplattform für Weizen-Hybride, eine Reihe von Produkten zur Saatgutbehandlung, bestimmte Glyphosat-basierte Herbizide in Europa, die im Wesentlichen im industriellen Bereich eingesetzt werden, die komplette Digital-Farming-Plattform xarvioTM sowie bestimmte Forschungsvorhaben in den Bereichen nicht-selektiver Herbizide und Nematizide.

Die Enthaltung von Czem Ödemir mit dieser Transaktion zu verknüpfen ist allerdins starker Tobak. Ich bleibe dabei das ich nicht verstehe, warum er sich enthalten hat.

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Ich habe noch mal genauer nachgelesen und verlinke hier auf meinen Beitrag dazu: https://das-gruene-forum.de/t/warum-sind-umwelt-und-naturschutz-wichtig-fuer-menschen/4859/36?u=dagmar.
Untersucht wurden verschiedene Pestizide. Sie erhöhen das Risiko für Autismus.
Das heißt aber nicht, dass plötzlich die Hälfte der Kinder mit Autismus geboren werden. Autismus ist selten, und mit einer nachweisbaren Erhöhung des Risikos bleibt er immer noch selten.
Allerdings reichen die Studien aus, um die Verwendung von Pestiziden deutlich zu reduzieren.

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Natürlich kann er sich auch enthalten haben, weil er einfach keine Ahnung von dem Thema hat. Das will ich nicht ausschließen.

„n Europa konnte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) nicht annähernd eine Mehrheit für ein Verbot organisieren. Selbst in der eigenen Regierung konnte er bei der Abstimmung kein „Nein“ zu Glyphosat erreichen. Nach dem Widerstand der FDP kam es zur deutschen Enthaltung. Auch das bringt Umweltschützer aus mehreren Verbänden auf die Palme.“

Man kann nicht alles, was dumm gelaufen ist, bei der FDP abladen.
Die FDP war am Koalitionsvertrag beteiligt und hatte somit also dem Verbot schon zugestimmt.

Auf die Palme gegen die Grünen (die früher mal der politische Arm der Umweltbewegung waren und es jetzt nicht mehr sind)

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Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen warum man über das Thema noch diskutieren muss, denn für mich gehört es ohne wenn und aber verboten.

Ich habe selber gesehen was durch Glyphosat bei Bauern und der Umgebung angerichtet wird.
Fehlbildung bei Hühnern, Eier in unterschiedlichen Größen Farben und Formen die dann auch überhaupt nicht schmecken.
Nur noch graue Landschaft es wächst nichts mehr.
Die Erträge zwar groß und in großer Masse aber kaum Nährstoffe vorhanden. Dafür aber Schadstoffe.

Vielleicht war das ein Deal wie damals Tempolimit gegen Selbstbestimmungsgesetz?

" Gleichzeitig weist Glyphosat eine sehr gute Umweltbilanz auf: es gestattet eine pfluglose, also schonende Bodenbearbeitung, die den Acker vor Erosion schützt, das Bodenleben schont, den Humusabbau reduziert, die CO2-Speicherkapazität des Bodenreichs erhält und durch den Verzichts auf Diesel mithilft, CO2 einzusparen. Eine neue Studie aus der kanadischen Provinz Saskatchewan zeigt, dass die durch Glyphosat ermöglichte Abschaffung der Bodenbearbeitung und die Minimierung von Bodenstörungen in den letzten 25 Jahren die Menge des durch die Bodenbearbeitung freigesetzten Kohlenstoffs deutlich verringert und dabei die Bindung von Kohlenstoff durch den kontinuierlichen Anbau von Pflanzen erhöht hat. Ausgehend von den Ergebnissen dieser Analyse trägt die durch Glyphosat ermöglichte C-Sequestrierung in den landwirtschaftlichen Böden von Saskatchewan jährlich 2 bis 11 % zu den nationalen Emissionsreduktionen Kanadas bei. Quelle"

https://www.bayer.com/de/de/hsdf-warum-ist-glyphosat-so-wichtig

Ich bin im Thema nicht drin, habe das gerade gegoogelt. Aber der Verzicht auf Pflug scheint mir ein Argument, über das man tatsächlich nachdenken könnte.

Hier ein ganz guter Überblick, warum die Alternativen nicht zwingend besser sind.

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Das ist alles fadenscheinig natürlich wenn keine Unkräuter mehr wachsen ist auch kein Widerstand mehr im Boden großartig vorhanden.

Gleichzeitig sind aber auch keine (tierisch und pflanzlichen) Nähr- und Botenstoffe mehr im Boden drin.

Das kann man nicht so ganz vergleichen, weil das Selbstbestimmungsgesetz im Koa-Vertrag stand, das Tempolimit nicht.

Ich kenne dieses Argument, aber auch ohne Glyphosat ist eine pfluglose Bodenbearbeitung gestattet. Das macht dann nur mehr Arbeit, und man könnte sich dabei die Hände schmutzig machen, was natürlich niemandem zuzumuten ist. :wink:

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Ist das ein Schreibfehler oder glauben die wirklich, daß sei eine positive Eigenschaft?

Hi, Hi, das war ja der Deal. :slight_smile:

Gilt aber nicht für das Glyphpsat: Den entsprechenden Satz im Koalitionsvertrag habe ich ja schon ein paar mal zitiert.

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Das ist gut. Wenn Humus verschwunden, steigt CO2 auf und der Boden wird schlechter.

Ja, die Realität ist manchmal etwas komplizierter als die Glaubenssätze der Grünen. Haben wir ja auch schon beim Veganismus diskutiert.

Das ist so anscheinend nicht richtig:

Da müsste man noch genauer schauen. Soweit ich weiß, werden alle (?) Pflanzen abgetötet, aber für wie lange? Und was geschieht mit den Pflanzenfressern?
Fakt ist, dass ein Aufbrechen der Bodenoberfläche eigentlich immer schlecht ist. Insofern ist die Sache mit weniger Pflügen/Eggen etc gar nicht schlecht
Leiderleider ist es auch hier wie immer nicht so simpel.