Unterstützen wir Wagenknecht, um die AfD zu stoppen?

Wir sind uns einig, dass die Wahrnehmung mangelnder politischer Kompetenz in der Bevölkerung sehr bedenklich ist. „Desastriös“ passt auch in meinen Augen.

Ich frage mich, wie die Ursachen gemischt sind: Objektiv mangelnde Kompetenz der Politiker, pauschalisierende Darstellung in der Presse bzw den sozialen Medien, Erfahrungen vor Ort, objektive Komplexität der Probleme, mangelnde Einflussmöglichkeiten der Politik bei gesellschaftlichen Entwicklungen usw.
Ich finde, vieles wird Politikern angelastet, was sie nur zum Teil zu verantworten haben. Auch die Darstellung von „Unfähigkeit“ ist oft einfach unfair.

Dieses Gemenge macht die Stimmung, Politiker seien unfähig, eher noch gefährlicher.
Sie führt zu einem Gefühl bei vielen „egal was ich wähle, die machen ja doch was sie wollen, die können es einfach nicht, wird eh nicht besser“, und das führt zu Ärger bzw Angst, je nach Persönlichkeit, und Ohnmachtsgefühlen, sobald ein gewisser Leidensdruck dazukommt. Die soziale Umwelt wird als unsicher wahrgenommen. Ohnmacht, Angst, Ärger und Unzufriedenheit wollen sich entladen.
Diese Stimmung gibt es schon eine ganze Weile, und sie scheint sich zu verstärken.

In der politischen Psychologie und Soziologie gibt es Bücher über solche Stimmungen, die sich offenbar sehr gut verkaufen, aber eine wirklich fundierte Herangehensweise habe ich noch nicht gefunden, es hat mich nicht so richtig überzeugt. Vieles ist auch aus dem eigenen Milieu heraus geschrieben. (Angstgesellschaft, Wutgesellschaft etc)
Aber es gibt schon einen Zusammenhang zwischen einer verbreiteten Unsicherheit und der Tendenz zu Autoritarismus. Man sucht sich den Helden, der das schwer zu durchschauende Gewirr einfach zerschlägt. Auch diese Sehnsucht ist eher unbestimmt und oft unbewusst, kann sich aber dann an einer Person festmachen. Sie ist auch in offenen bzw intellektuellen Milieus vorhanden, wie oft in der Presse im Ruf nach „politischer Führung“. Sie wird auch als eine Persönlichkeitseigenschaft aufgefasst.

Andererseits geht es ohne Führung auch nicht. Klare Worte, Tatkraft, Überzeugungsfähigkeit und sachliche Kompetenz wünsche ich mir auch von Politikern. Ich habe den Eindruck, dass der Wunsch nach klarer Führung zu oft zu negativ, als autoritätsgläubig, konnotiert wird. Es kommt auf die Balance an, so dass die Autorität, die in guter Führung steckt, auch kontrolliert wird. Möglicherweise werden „Kompetenz“ und „Führungsqualität“ bei den Befragungsergebnissen vermengt. Die Fragestellung war ja auch: Halten Sie Partei xy für fähig, die Probleme zu lösen. Das kann relativ breit aufgefasst werden.

Ich merke, dass ich während des Schreibens meine Gedanken weiterentwickle :wink:

Und jetzt der Bogen wieder zu den Grünen, AFD und Wagenknecht:
Die Grünen und die FDP gelten als besonders antiautoritär, die AFD zieht autoritäre Sehnsüchte an, aber ohne direkte Führungsfigur, Wagenknecht bietet möglicherweise eine solche an, während Scholz als schwach wahrgenommen wird. Das korrespondiert offenbar mit der Kompetenzzuschreibung.

Ich kann mir vorstellen, dass Kompetenz hier im Forum von vielen eher technisch-sachlich wahrgenommen wird, während sie von einem großen Teil der Bevölkerung eher als Führungsfähigkeit verstanden wird.

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ja. das ist definitiv so.
An Politiker wird ein übermenschlicher Maßstab angelegt.
Die müssen alle denkbaren Eigenschaften in sich vereinen, auch wenn die völlig gegensätzlich sind und sich zT ausschließen.
Volksnah, mit einem Leben wie der „normale Bürger“, aber enorm gebildet oder fast allwissend.
Fleissig Akten lesend und wissenschaftliche Beiträge durchforstend - aber jederzeit für den Wähler und die Medien verfügbar. Ach ja, und ein Familienmensch natürlich!
Führungsstark, wortgewaltig, entschieden - aber einfühlsam, empathisch, rücksichtsvoll.
Und das verlangen Leute, die nicht tiefer denken als ein Schlammloch auf dem Feldweg.

Das ist derselbe Käse.
Führung ist, wenn der Kanzler den anderen was wegnimmt.
Nimmt er mir was weg, ist das übergriffig und autoritär.

Das ist eigentlich die falsche Frage.
Korrekt müsste man fragen: Sind die Wähler fähig, eine Politik zu ertragen, die die Probleme wirklich löst?
Der Ablauf beim GEG hat die Antwort mal wieder gegeben.

ja, das denke ich auch. Wobei man in der Praxis Sachkompetenz eher ersetzen kann als Führungsqualitäten. Einen Berater finde ich immer, aber wenn ich im BTag reden oder eine Fraktion zusammenhalten muss, kommt es auf mich an, das ist nicht ersetzbar.
Die Grünen sind tendenziell zu harmlos und schwach im Auftritt.

Aber -ich wiederhole mich- bei meiner Idee (Unterstützung des BSW) spielt die Kompetenz keine Rolle, auch wenn das hier offembar ums Verrecken kaum einer verstehen kann oder will.

:laughing: :laughing: :laughing:

:clap: :clap: :clap:

Ich verstehe das, aber ich würde lieber verrecken als SW zu unterstützen.

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so ist das! Der Postillon hat´s begriffen!
Kompetenz ist nebensächlich.

Du hast es nicht begriffen, sorry.
Mal ernsthaft:
Ist der Gedanke so schwer zu begreifen, dass ich jemand (den ich nicht mag) rein taktisch unterstütze, weil er meinem Feind schadet?
@Duke hätte jetzt sicher wieder ein Zitat aus Art of War parat, ich leider nicht.
Das ist doch kein übermäßig komplexer Gedanke.
Außer @Dagmar war trotzdem bisher niemand in der Lage, sich nüchtern damit auseinander zu setzen. Alle kriegen den Moralischen und erklären, wie dumm, unfähig, rechtsradikal oder chancenlos Wagenknecht ist.
Wieso könnt Ihr das nicht trennen?
Und wieso antwortet niemand auf die entscheidende Frage?

Zum x-ten mal:

ich akzeptiere ja jedes Ergebnis (was bleibt mir übrig :slight_smile: ), aber eine sachliche Begründung hätte ich gerne, auch unter taktischen Gesichtspunkten.
Gerade von Dir, Du neigst chronisch ja dazu, Fakten als Argumente zu missbrauchen :wink:

Ja, ist es. Weil (so denke ich das zumindest) man damit nicht nur seinen Feind sondern auch sich selbst schwächt!

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, mit allen Mitteln zu versuchen, die Leute im eigenen Umfeld von der Politik der eigenen Partei zu überzeugen, und sich hinter die eigenen Minister*innen zu stellen, zumindest wenn man der grundsätzlichen Linie folgen kann und auch, wenn man nicht jede einzelne Entscheidung gut findet.

Es muss dem teilweise unsäglichen Gekreische in den Medien und sozialen Netzwerken etwas entgegen gesetzt werden. (Und wenn es auf dem Niveau der großen Tageszeitung mit dem B. ist. Das wird anscheinend wenigstens verstanden.)

Unser Wahlkreisabgeordnete bietet regelmäßig online Sprechstunden an und ist auch regelmäßig Gast bei den kreismitgliederversammlungen, da gibt es Gelegenheit, sich die aktuelle Politik erklären zu lassen. Und das ein oder andere erscheint dann schon plausibler. Kritik wird ebenfalls mitgenommen, inwieweit das dann umgesetzt werden kann, ist eine andere Frage.

Das scheint bei mir ein emotionales Problem zu sein. Mir ist diese Person zuwider.

Ob Deine Taktik/Strategie aufgehen würde oder nicht, vermag ich natürlich nicht vorherzusehen. Deshalb kann ich hier nicht mit Fakten auf die Diskussion einschlagen.

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Das Prinzip lautet ja „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Wurde schon sehr häufig angewandt, ist aber auch häufig nach hinten losgegangen.

Ich kann auch überhaupt noch nicht einschätzen, ob, wieviel und von wem BSW Stimmen kriegen wird. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt alles hochspekulativ.

In einem Punkt bin ich mir allerdings sicher: Lass Dein Geld stecken. Wenn sie sich für die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen einsetzen, wird BSW garantiert keine finanziellen Engpässe zu beklagen haben :wink:

Sehr gut möglich. Zumal Spenden an einen Verein „Bündnis Sara Wagenknecht“ nicht veröffentlicht werden müssen. Eine Partei muß über ihre Spenden einen Rechenschaftsbericht abgeben.
Gibt es irgendwo in der Welt eine Partei, die den Namen ihres Gründers trägt? Eine Partei, in der Anstelle eines Programms ein Name Programm ist?
Werbefilm haben sie auch schon: https://www.youtube.com/watch?v=kWpL4qKEQF4
Ist es Zufall, daß sie fast dieselbe Hochsteckfrisur wie Rosa Luxemburg trägt?

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Eines der Tabuthemen der BRD ist immer noch die objektive und realistische Sicht auf den Rechtsextremismus. Es gab allerdings kürzlich eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema, nach der ca. 10 % der Bevölkerung ein gefestigtes rechtsextremes Weltbild haben. Hinzu kommen ca. 20 % aus einer „Grauzone“, bei der anscheinend unklar ist, wie gefestigt das Weltbild ist. Tipp: Einfach mal Googlen.

Für Umfragenfetischisten: Aktuell liefern die Umfragen im Bundesdurchschnitt ca. 20% für die Blaubraunen. Da bleibt relativ wenig AfD-Potential übrig für Wagenknecht und Co..

Team Todenhöfer gab es (oder gibt es immernoch). Auch dort ein prominenter und vermeintlich recht populärer Kopf der seinen Namen zum einzigen Inhalt gemacht hat. Auch da gab es einen gewissen Medienrummel, wenn auch nicht so groß wie bei Wagenknecht. Die Wahlergebnisse waren aber allesamt bedeutungslos.

Ich vermute, dass es mit BSW ähnlich laufen wird. Zu mehr als Protestpartei taugt es nicht und da wird sie sich die Stimmen mit diversen anderen „sonstigen“ teilen.

Ich würde es höchstens der CDU zutrauen, wenn die dazu noch einen guten Schritt nach rechts gehen - auch wenn ich mir das natürlich nicht wünsche. Insofern könnte es auch eine taktische Überlegung sein die CDU zu unterstützen um eine AfD als stärkste Kraft zu verhindern.

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Ich halte Sahra Wagenknecht absolut nicht für dumm und unfähig. Ganz im Gegenteil. Sie ist mir schon seit mehreren Jahrzehnten durch ihre ihre klugen Beiträge aufgefallen.

Leider ist sie aber ein ehemaliges SED-Mitglied Verbindungen nach Russland aus dieser Zeit, mit einem für eine Sozialistin extrem hohem Vermögen und will wieder einen stärkeren Staat.

Ich hätte deshalb große Bedenken, sie bei ihren Vorhaben zu unterstützen.

Würde sie stattdessen uns bei unseren Vorhaben unterstützen, wäre es besser.

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Ich denke nicht, dass die Wagenknecht Partei unter 5 Prozent landet. Die wird sicher von der Linken Stimmen ziehen, als auch von der Afd.

Und Ihre Ideen sind dumm, NATO Austritt, die Ukraine fallen lassen, wieder mit Russland ins Geschäft kommen… ich denke vom gemeinsamen Wählerpool abgesehen werden die sich recht gut mit der AfD vertragen.

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Ist nun wirklich nicht tabu. Habe gestern erst eine Sendung bei der ARD zum NSU gesehen. Und die widersprichst Dir ja selber, wenn Du im nächsten Satz eine Studie zu genau diesem Thema erwähnst.

Was meint die ARD hierzu?

Woher soll ich das wissen. Die ARD hat mir ihre Meinung nicht mitgeteilt, sofern die ARD dazu überhaupt eine Meinung hat.

Und was hat das mit dem Thema zu tun?

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Du hattest geschrieben, die NSU sei kein Tabuthema, weil die ARD eine Sendung dazu gebracht habe. Ich dachte, sie hätte sich mit der „Rache der Rückgratlosen“ (Zitat aus der Zeit zu diesem Thema) dann auch veilleicht auch auseinander gesetzt.
Aber vermutlich nicht, wenn du die Sendung gesehen hast und nichts dazu sagen kannst.

Mit dem Thema „Wagenknecht“ hat es nichts zu tun, aber das ist schon Off-Topic seit Post 54. Sollen die Beiträge ab Post 54 verschoben werden?

Das habe ich nicht geschrieben, ich habe auf diese Bemerkung reagiert:

Und mein Link war nur ein Beispiel, dass die ARD über Rechtsextremismus sehr wohl berichtet.

Wieso verkürzt Du das jetzt auf die NSU? Um die ging es eigentlich gar nicht speziell. Leider pickst Du Dir sehr oft ein eigentlich im Kontext nicht sehr relevantes Wort heraus, um irgend etwas dazu zu äußern. Damit entfernst Du eine sowieso schon etwas abgedriftete Diskussion vollends vom Thema.

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Ich wollte auf das eigehen, was du geschrieben hattest.