90% lehnen Zwangsmobilisierung ab
72% wollen Verhandlungen mit Russland
16% stehen noch hinter Selenskij
aber noch immer 60% glauben an einen militärischen Sieg der Ukraine
Vielleicht braucht es nur etwas mehr Propaganda um die Vaterlandshelden für ihren Einsatz zu begeistern. Solche Beiträge sind da natürlich eher nicht so förderlich für die patriotische Moral: USA wollen nicht, dass Ukraine gewinnt! (youtube.com)
Da es sich ja hier um sehr viele „Einzelne“ handelt, scheint sich die Unterstützung des Kriegs durch die ukrainische Bevölkerung in Grenzen zu halten, was ich grundsätzlich unterstützen möchte.
Die Frage, die sie die Leute ernsthaft stellen müssen, ist, ob sie bereit wären, Gebiete, in denen überwiegend Russen wohnen, an Russland abzutreten und sich die Verluste untereinander gerecht aufzuteilen.
Ich finde aber auch die Vorstellung befremdlich, dass man im Krieg monatlich eine Umfrage macht, ob man weiterkämpfen oder kapitulieren soll.
Ist das eine Frage, die jeder einzelne wirklich beurteilen kann?
Oder muss man dazu nicht militärisches und sonstiges Wissen haben, das notgedrungen nur eine kleine Zahl von Menschen haben wird und haben darf?
Krieg ist keine basisdemokratische Veranstaltung.
Der youtube-Beitrag, den du hier verlinkt hast, entspricht auch so in etwa meiner Einschätzung, obwohl ich noch nie im Kriegsgebiet war.
Besonders das Szenario Nr. 2 mit dem Zerfall Russlands wird für meinen Geschmack in unseren Diskussionen immer viel zu positiv angenommen. Man hat es ja z.B. in Libyen beobachten können, was passieren kann wenn der Herrscher von Außenstehenden getötet wird.
Was mich am Meisten aufregt, ist, dass den Menschen in der Ukraine zu Beginn nie transparent gemacht wurde, dass der Krieg lange dauern würde und nicht zu gewinnen ist. Dann hätten Viele für sich persönlich vermutlich anders entschieden als an die Front zu gehen.
Es muss schon eine gemeinsame Entscheidung sein, und niemand darf dazu gezwungen werden.
Meiner Meinung nach sollten wehrfähige Ukrainer zurückgeschickt werden. Auslieferung würde ich das nicht nennen.
Momentan hört man ja immer wieder, daß die ukrainische Front wegen Mangel an Soldaten und Munition am zusammenbrechen ist. Mehrere 100.000 Soldaten könnten da schon was bewirken.
Ansonsten müssen wir damit rechnen, daß die Ukraine bedingungslos kapitulieren muss.
Hat aber dann auch den Vorteil, daß wir nichts für den Aufbau der Ukraine bezahlen müssen, da es das Land dann nicht mehr gibt.
und den nachteil dass wir dann noch mehr in die rüstung und verteidigung investieren müssen. und dass uns nie mehr ein staat auf der welt unsere versprechen glaubt. das ist womöglich das schlimmste.
diese Kleingeistigkeit und Kurzsichtigkeit finde ich erschütternd.
als ob es im krieg um selbstbestimmung des einzelnen ginge …
Was mich am Meisten aufregt, ist, dass wir die Ukraine nicht ausreichend unterstützt haben und immer noch nicht ausreichend unterstützen. Ohne unsere Waffen ist der Krieg nicht zu gewinnen.
Wir haben nicht über die Ukrainer zu entscheiden, oder eine Entscheidung durch unsere Nichtverlängerung der Aufenthaltspapiere stillschweigend herbeizuführen.
Das ist ein Verstoß gegen Artikel 1 unseres Grundgesetzes
Der 1. Weltkrieg endete im Kontext mit Meuterei gegen die Befehlshaber. Die Meuterer fühlten sich selbst bestimmend. Sie lösten eine Stimmung aus, die zur Republik führte.
Die Bevölkerung spürt die Auswirkungen des Krieges. Es ist gut, dass es solche Umfragen gibt.
Hätte man die Deutschen in der Phase der Bombardierungen der Städte während des 2. Weltkrieges nach einer ehrlichen Antwort fragen dürfen, wären bestimmt viele für ein Ende des Krieges gewesen. Graf von Stauffenberg hatte es
als Motiv, der Krieg war 1944 seiner Auffassung nicht mehr zu gewinnen, leider schlug sein Anschlag auf Hitler fehl.
ja, und hätte man die Engländer 1941 gefragt, wären sie wegen der Bombardierung Londons vielleicht auch für einen faulen Frieden mit Hitler gewesen und wir würden uns heute noch mit „Heil Hitler“ begrüßen.
doch, das haben wir. Das ist unser Staat, es sind unsere Gesetze und daher unsere Entscheidung, wie wir mit Flüchtlingen und Deserteuren umgehen.
Unsinn. Nicht alles, was Dir gegen die Meinung geht, verstößt gegen die Menschenwürde.
Es war nur ein Denkanstoß, Kämpfen kann richtig sein und falsch. Und sollte daher gut überlegt sein.
Artikel 1 gilt. Sollten andere Gesetze, wie diese des subsidiären Schutzes, Lücken aufweisen, welches würdiges Handeln, eben des Ausstellens neuer Papiere nicht begünstigt, sind diese anzupassen. Auch für den Papa, der keinen Krieg mehr kämpfen will, aber sein Land ihn dazu zwingen würde, sollten wir den Familienvätern und allen Anderen die Würde lassen, diese Entscheidung selber zu tragen.
Wenn auch die Gesetzeslage Interpretationen zulässt, Deine Angaben " Flüchtlinge und Deserteure" zeugt hier von einer kleinen Intoleranz, wir sollten in der Sache keine „kleinen Arschlöcher“ sein.
So, jetzt beim richtigen Thema. Das hat sich ja nicht erledigt, wenn sagen wir mal 650.000 prinzipell wehrtüchtige Männer die Ukraine verlassen haben.
Und was das mit dem 2. Weltkrieg, Herzenskälte und Dekadenz zu tun habenn soll, erschließt sich mir nicht.
Topf: 650.000, die nicht kämpfen wollen, suchen unseren Schutz, die Ukraine hat keine Regelung zur Kriegsdienstverweigerung, deshalb gehen diese auch. Es ist ein Problem der Ukraine. Wir sollten die Gefahr im diesem Krieg sein Leben zu lassen, die besonders hoch an den Fronten ist, verstehen.
Topf: Herzenskälte und Dekadenz bei uns haben nichts mit 650.000 Mann zu tun, die der Ukraine fehlen, sondern mit der fehlenden Einsicht, dass wir als BRD zusammen mit unseren Bündnispartnern in der Lage wären, Russland Schritt für Schritt zu einem für Beide, fairen Ende des Krieges zu führen und anstatt dessen, potenziell 650.000 dem Risiko aussetzen wollen, an der Front zu sterben.
Ein Land was 6 Millionen und mehr auf dem Gewissen hat, sollte das nicht - keineswegs länger tun
Es ist (mir) bis heute unklar, woher diese Einsicht überhaupt kommen soll, die da angeblich fehlt.
Die Hypothese, es würde wieder alles friedlich, wenn sich Russland nur die ukrainischen Gebiete, auf die es aktuell Appetit hat, unter den Nagel reißt, oder man könne über Verhandlungen eine neue, europäische Sicherheitsarchitektur konstruieren, bei der die Ukraine völkerrechtlich (inkl. Krim) als eingeständiger Staat weiterexistiert (wie es völkerrechtlich eigentlich verpflichtend wäre), ist m.E. eine bislang nach wie vor unbelegte Hypothese.
Was hat das mit ukrainischen Kriegsdienstverweigeren zu tun?
Das direkte Ziel muss aber doch sein, als Nato den Anspruch zu haben, den Krieg dort mittels völkerrechtlichen Lösungen zu beenden, und dies auf dem Wege von Bestimmtheit in den Dialogen.
Der Weg des Krieges gegen Russlands Appetit wäre ein gemeinsames Menü des Krieges mit Russland und weniger zielführend für die Ukraine, für Europa, für die Nato, die UN, als völkerrechtlich die Rücknahme der Annexionen immer wieder anstelle des Krieges für eine Lösung für die Gebiete zu fordern, die in erster Linie ukrainisch, aber auch von russischer Prägung nach dem Ende der Sowjetunion geworden sind - genauso wie für den neuen Nationalstaat Ukraine, ukrainisch, der sich nach der Wende formiert hat.
Der Krieg erschwert die Lösungen, aber genau deswegen ist dieser zu beenden. Mit einer Hypothese, man könne den Krieg beenden oder nicht beenden, brauchst Du mir nicht zu kommen, deutsche Außenpolitik sollte stets das Ziel haben, Kriege zu beenden. Waffenlieferungen sind dabei eine größere Herausforderung als nur das Kriegsgeschehen an sich dabei beeinflussen zu können.
Wenn Ukrainer, egal ob jung, alt, kriegsfähig, Mann oder Frau zu uns flüchten, können wir diese nicht wieder in den Krieg aussenden, es sei denn wir kämpfen als Bundeswehr Seite an Seite mit ihnen und wir sind auf diese Männer angewiesen.
Rücknahme aller russischen Annexionen, mehrere Referenden in den einzelnen russisch besetzten Gebieten und denen, die angeblich zu Russland möchten, in 18 Monaten - bis dahin Wiederaufnahme der KSZE-Gespräche (heute OSZE) Formierung eines Nato-Ukraine-Russlands-Rat und Hinarbeiten, dass eine Resolution des UN-Sicherheitsrates die Regelungen von gegenseitigen Sicherheitsgarantien, Kriegsverbrechen, eines einstweiligen, wie auch dauerhaften Waffenstillstandes und der Referenden regelt.