Überwachungsgesamtrechnung, EU-Medienfreiheitsgesetz nach Pegasus-U.A.-Ergebnis

Vorbemerkung

Kann ich vielleicht hier im Forum die Kategorie „Überwachungsgesamtrechnung“ bekommen?

Wenn es darum geht, Journalisten und ihre Quellen davor zu schützen, was Polizei und Geheim(!)dienste mit Staatstrojanern tun ( NSA Untersuchungsausschussergebnisse nach der Meldung von Edward Snowden | „Landesverrat“ gegen netzpolitik org | Archivpflicht der Geheimdienste abgeschafft, Einsatz geheimer Staatstrojaner legalisiert | … | Pressetelefon der Letzten Generation abgehört | … ),
sind die Kategorien „Demokratie“ und „Medien und Internet“ zwar irgendwie betroffen.
Aber dass es um das fairplay (Verfassungsrecht als Lehre aus unserer gruseligen Geschichte) geht, legislativ den technisch möglichen smart-grid-Überwachungsstaat zu verhindern, das könnte man aus den vorhandenen beiden Kategorien schwer ableiten, ich starte daher unkategorisiert.

Aktuell geht es um:

  1. EU: Pegasus-Untersuchungsausschuss-Ergebnis = Medienfreiheitsgesetz (bitte ohne „nationale Sicherheits“-Einschränkung, die das Medienfreiheitsgesetz so wirkungslos machen würde, wie es dem EU-Whistleblowerschutz ja gerade schon ergangen ist: Snowden verzweifelt in Moskau, während Marco Buschmann den Fritz-Bauer-Preis an Dr. Robert Brockhaus verleiht für dessen Dissertation darüber, dass Edward Snowden Whistleblowerschutz hätte bekommen müssen).
    siehe: „staatstrojaner-blankoscheck-fuer-geheimdienst-ueberwachung-der-presse" bei netzpolitik org.
    Und es gab einen interessanten Panel-Termin dazu am 6. Juli in der Heinrich-Böll-Stiftung hier in Berlin mit Hannah Neumann aus dem EU-Parlament.

  2. DE: Über den Staatstrojaner-Einsatz und über den Unabhängigen Kontroll-Rat (richterliche Prüfung des BND) bestehen bereits gerade Vorschläge zur Änderung. Obwohl zumindest ich noch kein Ergebnis kenne zur versprochenen Gesamtüberwachungsrechnung (meines Wissens nach noch in Arbeit?)
    siehe: „gesetzentwurf-polizei-soll-staatstrojaner-etwas-seltener-nutzen-duerfen“ bei netzpolitik org.
    siehe: „bnd-kontrollrat-bundesregierung“ bei der Sueddeutschen Zeitung

  3. Karlsruhe: insgesamt 7 Verfassungsbeschwerden stehen zur Entscheidung in diesem Jahr an laut Jahresvorausschau des Bundesverfassungsgerichts (erster Senat: 5, 6, 7, 14, 15, 17, und zweiter Senat: 15 )
    siehe: " Verfahren, Jahresvorausschau, 2023" beim Bundesverfassungsgericht

  4. Bundesland-Ebene: (nicht nur) in Berlin hat die Datenschutzbeauftragte nicht die ihr laut EU-Recht zustehenden Durchsetzungsmöglichkeiten gegenüber Sicherheitsbehörden (Klage der EU gegen DE deswegen läuft offenbar?)
    siehe: „eklatant-rechtswidrig-doppelte-ruege-der-datenschutzbeauftragten-fuer-die-berliner-polizei“ bei netzpolitik org aus dem Vorjahr

  5. Sonstiges: wir sind leider nur Platz 21 in der Rangliste der Pressefreiheit, und das liegt auch daran, dass bei der Gesetzgebung hier bei uns, nicht auf Reporter-ohne-Grenzen gehört wird – für mich persönlich ist das vollkommen unverständlich, meiner Ansicht nach sollten wir uns glücklich schätzen, dass es diese Organisation gibt, => und wir sollten uns von ihr wirksam helfen lassen, Gesetze zu verbessern für die Pressefreiheit.


Konkrete zu diskutierende Verbesserungsvorschläge (Sammlungs-Start):

  • Beweislastumkehr vor Gericht, wenn Geheimdienste & Sicherheitsbehörden angeklagt sind, IT-Lab für forensische Spurensicherung (Trojaner-Einsatz) dem EUGH zur Verfügung stellen, Whistleblowerschutz (tatsächlichen! – also messbar an Edward Snowden, unbeschwert in Berlin) erarbeiten.

  • Überwachungsgesamtrechnung auswerten => Gesetze wie „Datenhehlerei“, Vorratsdatenspeicherung, BND-Gesetz ( geheime Trojaner! ), UKR-Gesetz, …, und das Archivgesetz (Geheimdienste zu Logfiles verpflichten!) entsprechend korrigieren.

  • Konstitutionelle Grundrechte in der Legislative von Beginn an mitdenken => „nationale Sicherheit“ nicht mehr als Argument gelten lassen, dass Sicherheitsbehörden sich nicht an die Verfassung zu halten hätten.

  • die laufenden Themen, wie z.B. das Medienfreiheitsgesetz auf EU-Ebene, „lauter“ kommunizieren, weil die Berichterstattung dazu in ARD, ZDF, Phoenix, SZ … zu oft fehlt bisher!

3 „Gefällt mir“

Das Verfahren hier bei uns läuft so:
Du kannst sofort selbst ein neues Schlagwort einrichten. Wenn es irgendwann eine hinreichende Anzahl von threads mit diesem Schlagwort gibt, spendieren wir auch eine eigene (Unter-)Kategorie.

1 „Gefällt mir“

Danke schön! Ich habe nur Ändern der Schlagworte (aus der Liste der schon vorhandenen Begriffe) geschafft. Ein neues Wort zu ergänzen in der Schlagwort-Liste ist mir nicht gelungen. - Aber die ziemlich verwegene Mischung aus Glaubwürdigkeit für unsere Menschenrechte in der Gesetzgebung zum BND hinsichtlich DSGVO gefällt mir jetzt auch irgendwie schon ganz gut
: )

Ich wusste gar nicht das es diesen Untersuchungsausschuss gibt. Was war der Auftrag und wo finde ich die Ergebnisse?

Auf der Seite des EU-Parlaments, unter Ausschüsse („committees“): PEGA

ENTWURF EINER EMPFEHLUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS AN DEN RAT UND DIE KOMMISSION nach der Prüfung von behaupteten Verstößen gegen das Unionsrecht und Missständen bei der Anwendung desselben im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pegasus und ähnlicher Überwachungs- und Spähsoftware


Es gibt auch eine Pressemitteilung von MEP Hannah Neumann dazu vom 15.06.2023:
" Die breite Mehrheit der Mitglieder des Europäischen Parlaments hat heute (Donnerstag, 15. Juni) die Schlussfolgerungen des Pegasus-Untersuchungsausschusses (PEGA) angenommen und fordern ein Ende des Ausspionierens durch die EU-Mitgliedstaaten. Der Untersuchungsausschuss wurde in Reaktion auf die Enthüllungen über den Missbrauch von Spähsoftware innerhalb und außerhalb der EU zur Überwachung von Journalistinnen und Journalisten, Aktivisten und Aktivistinnen und Politikerinnen und Politikern eingesetzt. Ausgespäht wurden auch die Mitglieder der Grünen/EFA-Fraktion Diana i Riba und Jordi Sole. Der Bericht enthält klare Empfehlungen an die EU und die Mitgliedstaaten zur engen Kontrolle des Einsatzes von Spähsoftware und fordert ein sofortiges Ende des Einsatzes bis zum Ende des Jahres, sofern nicht eine Reihe grundlegender Bedingungen erfüllt werden."

2 „Gefällt mir“

Es gibt heute 18.08.2023 im CCC-Camp, unter „Bits&Bäume“ zwei Vorträge zum Thema:
um 16 Uhr vom Lab bei Reporter-ohne-Grenzen (Viktor und Janik Besendorf) und um 18 Uhr von Constanze Kurz zu Staatstrojanern -
Livestream dazu findet man mit Link: https://streaming.media.ccc.de/camp2023/bits
Um es später anzuhören, findet man das Vortragsarchiv mit: https://media.ccc.de/ .

3 „Gefällt mir“

Gestern war ich beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung,

habe Nancy Faeser gefragt, wann denn nun das Ergebnis der Überwachungsgesamtrechnung kommt, - bevor wieder neue Überwachung in unseren Gesetzen oben d’rauf gelegt wird, obwohl es ja schon geheime Staatstrojaner - ohne Archivpflicht - gibt?
Antwort: „in Arbeit“ … ,

habe Claudia Roth gefragt, ob sie das Medienfreiheitsgesetz ohne ‚nationale Sicherheit‘ als Ausnahme ( = dann sinnlos insgesamt) schafft?
Antwort: „nein, war gegen Frankreich nicht durchsetzbar, es war nur erreichbar, dass es wenigstens keine Verschlechterungen zu den nationalen Status quo gibt“ …,

habe Dr. Bruno Kahl, BND-Präsident gefragt, ob er das unabhängige Richterkontrollgremium als Erleichterung ansieht, ihm bei schwierigen Entscheidungen zu helfen?
Antwort: „nein“ (er hat es anders und ausführlicher beantwortet, aber es lief auf ein nein hinaus),
ob er die Archivpflicht der Geheimdienste ( = Verantwortung für das eigene Tun übernehmen, da in 5-10 Jahren dann offengelegt) akzeptiert, also den Vorschlag des BundesDatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber?
Antwort: „wir geben doch Unterlagen an das Archiv?“
ich: aber nur die, die Sie möchten, keine Pflicht = keine Verantwortung!
Antwort: „das Thema kenne ich gar nicht?
ob er inzwischen nach all den eindeutigen Parlaments- und Justiz-Meldungen (EUGH, EMGR, …) pro Edward Snowden auch auf der Seite von Edward Snowden steht?
Antwort: „habe nichts gegen Fehlermeldungen, aber dabei darf kein Recht gebrochen werden, Snowden hätte intern melden müssen
ich: das hatte er ja zuerst. Ergebnislos!
Antwort: „Aber Recht darf nicht gebrochen werden
ich: einen RubiksCube mit SD am Pförtner vorbei schmuggeln: = Petitesse // die Verfassung der USA zu retten versuchen, indem man Hilfe holt, obwohl es einen die gesamte Zukunft kosten kann und wird: = gigantische Zivilcourage … => Verhältnismäßigkeit???
Antwort: " "

Ich fand keinen dieser Befragten unsympathisch, oder ich hatte auch nicht den Eindruck, dass da jemand überfordert wäre mit seiner sicherlich nicht einfachen Aufgabe, - aber: wissen die alle Freiheit und Rechtsstaatlichkeit nicht ausreichend zu schätzen in diesem Zeitalter, in dem uns die Technologie des Netzes, in das wir uns tiefer und tiefer verstricken, am Ende all das Spannende, Mutige, Unbeschwerte, - eben unsere Freiheit - abwürgen kann?
Es ist alles sinnlos, nicht wahr, wir werden unsere unüberwachte Entfaltung verlieren an die, die Netzmacht zu nutzen wissen (man kann sich das ja schon fertig anschauen, in China).

Während ich das schreibe, sitze ich bei kulturvielfältiger schöner Radiomusik, den Sommer genießend (nicht allein), auf das Frauen-Fussball-WM Finale Spanien : England wartend zuhause, und habe alles, was ich für ein glückliches Leben brauche: - verdammt, wir haben soooo viel zu verlieren!
Und so wie ich es sehe, kann ich wohl nichts tun, um den Überwachungsstaat abzuwenden. Seit 10 Jahren sitzt Edward Snowden in Putins Russland fest, weil wir seinen Zeugenschutz verweigerten, und danach dann noch den EU- Whistleblowerschutz so in unsere Gesetze übernahmen, dass man diesen wegen der Ausnahme „nationale Sicherheit“ auch gleich in den Müll ablegen kann.

Ich habe schon so viel versucht. Und alles war immer vergebens.

4 „Gefällt mir“

P.S. … ich schaue mir jetzt aber nicht nur den dystopischen „Arcadia“ SciFi (europ.) auf One an, und gebe auf.
Dass es alles vergebens ist - leider - , hält mich nicht wirklich davon ab, weiterhin Petitionen an den Bundestag einzureichen (=> Umsetzung der § genauen Vorschläge, die Dr. Robert Brockhaus in seinem gerade vom BMJ mit Fritz-Bauer-Preis gekrönten Buch „Geheimschutz und Transparenz, Whistleblowing im Widerstreit strafrechtlicher Schweigepflichten und demokratischer Publizität“ erarbeitet hat, Pet. Aktenzeichen 021765, online Eingabe 155382),
oder an ARD und ZDF zu schreiben, wenn sie nun also ihre politischen Talkshows reformieren müssen, dort einfach endlich mehr EU und mehr netzpolitik zu integrieren: Hannah Neumann einzuladen zum Thema Pegasus => Medienfreiheitsgesetzentwurf.


Aufgeben ist keine Option : )

3 „Gefällt mir“

Ich finde deine Aktionen sehr gut. Als ich vor ca. 10 Jahren oder so auf der OOP in München zum ersten mal eine Vortrag über die Verfolgung und Aufzeichnung unserer Internetaktivitäten mit Hilfe von Tracking-Cookies gehört habe, bin ich beinahe vom Stuhl gefallen.

Aber bei den Grünen jemanden zu finden, der begreift das partei-poltische Facebookseiten von großem übel sind? Mein Antrag dagegen ist bei der letzten BDK in der Vorabstimmung der Sonstigen Anträge auf dem vorletzten Platz gelandet. :roll_eyes:

4 „Gefällt mir“

24 Stunden? ließ das Kanzleramt Reporter ohne Grenzen und der Gesellschaft für Freiheitsrechte Zeit, den Referentenentwurf zu kommentieren zum nächsten verfassungswidrigen BND-Gesetz (2017: Klage v. Reporter ohne Grenzen, 2020: BVerfG bestätigt => BND-Gesetz verfassungswirdig, 2021: neues BND-Gesetz der großen Koalition ohne auf Reporter ohne Grenzen einzugehen, 2022 neue Klage von Reporter ohne Grenzen, …).
Und die 24 Stunden haben schon gereicht, um zu erkennen, dass dieser neue Entwurf wieder gegen Urteile des BVerfG verstößt !?!


https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Digital/2023-08-22_Stellungnahme-BNDG_GFF-RSF-Digital.pdf

3 „Gefällt mir“

Ich entnehme einem Artikel im Tagesspiegel, dass es noch ein 2. Problem beim Medienfreiheitsgesetz gibt
(das 1. Problem war: " So lehnt der Rechtsausschuss des Parlaments den von den EU-Regierungen geplanten Einsatz von Überwachungssoftware gegen Journalisten bei Gefahr „für die nationale Sicherheit“ rundheraus ab.")
Das 2. Problem ist nun: "Auch den Artikel, der die Medieneigentümer verpflichtet „die redaktionelle Freiheit“ zu respektieren, wollen die Mitgliedsstaaten stark abschwächen, indem sie – auf Druck der deutschen Regierung – diese Freiheit nur „innerhalb der redaktionellen Linie“ zugestehen, die der Eigentümer festlegen darf. " ???

Aber wir haben doch die Regierung gewechselt, oder ? Es ist doch Claudia Roth jetzt unsere Medien-Staatssekrtärin? Oder hatte ich das nur geträumt ?


bei heise news, und netzpolitik.org, kann man derzeit lesen,

dass unser Gesundheitsminister den Bundesdatenschutzbeauftragten ignoriert
Gesetzentwurf: Gesundheitsministerium will Daten 100 Jahre zentral speichern | heise online
dass trotz BVerfG-Urteil die Profildatensammlung auf der Steuer-Id der Bürger beginnt
Registermodernisierung: Jetzt sollen die Daten laufen, nicht mehr die Bürger | heise online
dass das böse Spiel weitergeht, immer neu verfassungswidrige BND-Gesetz-Entwürfe zu starten, statt abschließend ein verfassungstreues Gesetz - hatten wir ja schon, s.o.,
dass Politiker, die in ihrer Oppositionszeit noch klar gegen geheime Staatstrojaner (Bruch Trennungsgebot) waren, nun beginnen, für diese Argumente zu finden
Staatstrojaner: Marco Buschmann und das staatliche Hacken - netzpolitik.org
und dass in der EU eine „Chatkontrolle“ diskutiert wird, von der alle wissen, dass der EUGH diese ablehnen wird
FDP-Politiker: "In Europa drohen chinesische Verhältnisse" | WEB.DE
… (Liste ist fortführbar mit älteren Themen: - Datenhehlerei&Vorratsdatenspeicherung, fehlender Whistleblowerschutz, biometrische retrogade Daten-Erfassung/Auswertung, usw.).

Was ist los ? Das Thema „Datenschutz“ ist verloren gegangen, aber die Überwachungsgesamtrechnung, - wenn diese jemals fertig wird - muss im Ergebnis inzwischen ausgesprochen schrecklich aussehen!
Ich habe heute noch eine Petition nachgeschoben für die Wiederherstellung der Archivpflicht bei den Geheimdiensten (Prüfung der Verantwortung: Trojaner nur als „read-only“ wg. Trennungsgebot, und nur dort, wo das Unabhängige Richter Gremium es zuließ) - … die wird nun bestimmt wieder in irgendeinem Regal verschwinden und verstauben. (Ich habe da so ein Bild aus einem Indiana Jones Film im Kopf).


Hat noch irgendjemand eine Idee, wie wir Datenschutz bei Bündnis90/Grünen wieder in’s Leben zurückholen können?

Nein, durchaus nicht. Nur die DSGVO mit ihren teils lächerlichen Auswüchsen wird in riesigen Teilen der Bevölkerung als völlig überzogen wahrgenommen.

Ja. Indem wir ihn auf ein vernünftiges Maß reduzieren und nicht zum ideologischen Prinzip erheben.
(Anm.: Ich bin ein gestandener IT-Profi).

Dummerweise ist aber die Bevölkerung bei Daten naiv, ambivalent und widersprüchlich. Nach dem Motto:
„Wir brauchen mehr Datenschutz! Besucht meine Auftritte auf FB, Insta und WA!“

1 „Gefällt mir“

Als ich gestern die Petition gemacht habe, und geschaut, was ich in den10 Jahren Snowden schon alles vorgeschlagen hatte ( ich dachte, ich hätte schon mal Archivpflicht vorgeschlagen, bevor ich nun Ulrich Kelber auf meiner Seite dazu bekam - hatte ich aber noch nicht ), da habe ich Themen gesehen, die von der Politik durchaus aufgegriffen wurden - nur sie wurden nicht so umgesetzt, dass sie die gewünschte Wirkung erzielen: den Whistleblowerschutz und den Journalistenschutz z.Bsp. - das diskutieren wir ja oben schon - so helfen die Gesetze einfach nicht!


Es gibt gelungene Umsetzungen, dazu würde ich das unabhängige Richterkontrollgremium zählen (da hatte ich angefordert, sich an den Niederlanden zu orientieren, bei denen die Kontrollierenden direkten Lesezugriff bei den Diensten haben).


Aber von naiv zu sprechen, wenn eine Minderheit bei uns nach aufrichtigem Datenschutz ruft, eben WEIL sie den NSA-Untersuchungsausschuss verfolgt haben, und den Pegasus-Untersuchungsausschuss der EU, eben weil sie gesehen haben, dass die Meldungen von Edward Snowden als Handbuch verwendet wurden, was man noch schlimmer machen könnte (Archivpflicht ging verloren, geheime Staatstrojaner wurden eingeführt, die Dienste bekammen mehr Geld, mehr Personal und mehr Rechte) - das kann ich so gar nicht nachvollziehen, naiv im Sinne von unwissend, unbemerkt scheinen mir da genau die anderen zu sein.


Ich lese ja nur netzpolitik org und heise news, WEIL ich das mit Edward Snowdens verweigertem Zeugenschutz in meinem (!) Land, also „in meinem Namen“ NIE werde ertragen können.
Bis 2013 war ich unpolitisch. Dann geschah das mit Snowden.
Nach dem Gespräch mit Bündnis90/Grüne beim Tag der Ein- und Ausblicke habe ich es zusammengefasst mit " all die Millionen Worte über Zivilcourage und Grundrechtsverteidigung, seit ich denken kann,
… und dann beim Handeln: das glatte Gegenteil, - ich komme damit nicht klar."

Falls das „naiv ambivalent“ nicht gegen mich gemeint war, - obwohl ich hier tatsächlich für Datenschutz auf einer Netzplattform meine Meinungen verbreite : )
berichte ich noch von dem SPD-Gespräch beim Tag der offenen Tür im Parlament:
Ein sehr netter, sehr gut informierter Verhandler für die Karl Lauterbach Themen, war der Ansicht, dass meine Gesundheitsdaten zu speichern, obwohl ich dem widersprochen habe, kein Vertrag zu Lasten Dritter sei, und dass man mit Ulrich Kelber (als dem Verteidiger meiner Grundrechte gegen das, was Lauterbach plant) nur „eine Kompromisslösung“ finden müsse.
Die Kritik mit dem „ideologischen Überhöhen“ von Datenschutz trifft mich zurecht:
ich bin nicht der Ansicht, dass man Kompromisse machen kann, wenn unser BfDI klar sagt, was gegen die Regeln verstößt…

Was ist das?

„Die Kontrolleure haben weitreichende Befugnisse: Sie dürfen Akten oder Dateien des BND einsehen, haben jederzeit Zutritt zu den Dienststellen und Zugang zu den Computern und Servern des Geheimdienstes, dürfen Mitarbeiter befragen oder schriftliche Auskünfte einholen - und entscheiden darüber, ob eine Überwachungsmaßnahme stattfinden kann oder nicht.“ <= das ist ein Fortschritt in der Geheimdienstkontrolle, das Zitat stammt aus diesem Tagesschau Artikel: Investigativ Berichterstattung und Reportagen | tagesschau.de


Helfen tut das aber nur vorab (wann werden Trojaner-Einsätze abgelehnt), nicht nachdem erlaubt wurde (wenn Trojaner erst einmal genehmigt sind, dann hilft nur eine Logfile-Archivierungspflicht, um prüfen zu können, ob wirklich read-only statt fand im genehmigten Rahmen)
https://www.heise.de/hintergrund/Missing-Link-Staatstrojaner-der-Demokratie-Killer-der-fast-keinen-juckt-9298012.html?seite=all
Oder Beweislastumkehr / Forensik s.o. - Zitat aus dem heise-Artikel: „Die EU-Parlamentarierin Hannah Neumann von den Grünen, die dem Ausschuss angehörte, sieht es als Erfolg, dass „wir deutlich weiter gekommen sind als alle nationalen Aufarbeitungsversuche“. Um die Mauern bei den EU-Ländern zu brechen, hätten die Ausschussmitglieder die Logik umgedreht: „Beweist uns das Gegenteil“, lautete der Appell der Abgeordneten zufolge, oder man sehe die aufgedeckten Fälle als Faktenlage an. Die aktuelle Streitlinie verlaufe entlang der harten Debatte: „Wo hören Grundrechte auf, wo fängt die nationale Sicherheit an.““
„Am Herzen liegt Neumann ferner die Einrichtung eines EU Tech Labs. Dabei soll es sich um ein unabhängiges Forschungsinstitut nach dem Vorbild des Citizen Lab an der Uni Toronto mit der Befugnis handeln, Verdachtsfälle zu untersuchen sowie rechtliche und technologische Unterstützung zu leisten einschließlich der Überprüfung von Geräten. Eine solche forensische Untersuchung wäre dann auch gerichtsfest, betont die Abgeordnete: Übergriffige Sicherheitsbehörden sollten wissen, dass sie damit „nicht mehr durchkommen“.“

1 „Gefällt mir“

Wenn wir doch endlich den Schritt schaffen könnten in der EU von der Erkenntnis zur KORREKTUR …

Dass eine Senats-Sonderkommission in Polen die Erkenntnisse so klar offenlegt, ist ja Hoffnung. Aber helfen wird es eben erst, wenn wir alle in der EU auch wirklich Fehler zu korrigieren lernen, die wir entdeckt haben.

1 „Gefällt mir“

Deshalb brauchen wir Beweislastumkehr und Geheimdienst-Archivpflicht:
( GCHQ hat wohl das Security Lab von amnesty international, den berühmten IT-Sicherheitsforscher Claudio Guarnieri, ausgespäht, also die Journalisten-Helfer, die Pegasus entlarvten ) :
https://www.heise.de/news/Menschengerichtshof-Staaten-duerfen-Auslaender-nicht-einfach-digital-ausspaehen-9304433.html

1 „Gefällt mir“

Im EU-Wahlprogramm-Entwurf habe ich den Satz gefunden " Die Verwendung von Spyware, zum Beispiel zur Überwachung von Journalistinnen oder Staatsanwältinnen, lehnen wir ab " … ob das reichen wird ???

https://www.heise.de/news/Sherlock-Spyware-Wenn-der-Staatstrojaner-per-Online-Werbung-kommt-9308891.html

1 „Gefällt mir“