zum Thema Armut und grün-linker Populismus ein weiteres Beispiel:
Es wird damit argumentiert, dass ca. 20% der Kinder in D arm sind.
Das sei ein unwürdiger Zustand und müsse beendet werden, deswegen sei die Kindergrundsicherung nötig.
zB hier das Familienministerium
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/die-kindergrundsicherung-die-leistung-fuer-alle-kinder-228230 :
„Jedes fünfte Kind in Deutschland gilt als arm. Eine der dringendsten Aufgaben der Politik ist es deshalb, Armutsrisiken zu verringern und gleiche Entwicklungs- und Teilhabechance für Kinder und Jugendliche zu schaffen.“
Also 20% der Kinder sind arm.
Armut ist dabei relativ definiert.
Als arm gelten alle Menschen mit weniger als 60 Prozent des deutschen Medianeinkommens.
Andere sprechen von 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens.
oder des bedarfsgewichteten mittleren Einkommens
Diese Unterschiede sind hier aber erstmal egal.
Wichtig ist, dass Armut abhängt vom Wohlstandsniveau der Gesellschaft.
Verkürzt gesagt: wer weniger als 60% des Durchschnitts verdient, ist arm.
Armut wird nicht durch einen festen EUR-Betrag definiert, sondern ergibt sich aus dem Vergleich mit dem Einkommen der Bevölkerung.
Das bedeutet, dass rein mathematisch die Armut nie verschwinden kann.
Es wird denklogisch immer Menschen geben, die deutlich weniger als der Durchschnitt haben (es sei denn, man führt ein Einheitsgehalt ein, aber davon redet wohl niemand ernsthaft).
D.h. der „Kampf“ gegen die (Kinder)Armut kann nie „gewonnen“ werden.
Es wird nach der Definition immer (Kinder)Armut geben.
Wenn ich Familien mit Kindern so viel Geld gebe, dass sie aus der Armutsdefinition rausfallen, führt das dazu, dass andere Menscen ohne Kinder plötzlich „arm“ werden.
Das Durchschnittseinkommen ist gestiegen, also fällt der zurück, dessen Einkommen gleich geblieben ist.
Die Empörung darüber, dass 20% der Menschen bei uns in Armut leben, ist also völlig scheinheilig und eine bewusste Täuschung des Pubklikums.
Was nicht heißt, dass es keine Armen gibt, und was auch nicht heißt, dass man denen nicht helfen soll!! Im Gegenteil!
Aber den Eindruck zu erwecken, man könnte diese Form der relativen Armut beseitigen oder die Zahl von 20% auf 5% senken, ist Volksverdummung. Auch von Seiten des Familienministeriums.
Fratzscher (von dem man ansonsten halten kann, was man will) hat ein wirklich schönes Beispiel dafür:
Durch den Zuzug armer Flüchtlinge wurde der Durchschnittswert des Einkommens gesenkt.
Dadurch sind viele deutsche Familien jetzt nicht mehr „arm“, da sie auf einmal über dem Durchschnitt liegen. Aber sie haben keinen EURO mehr als vorher.
„Die Tatsache, dass viele Geflüchtete seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, die noch weniger Einkommen haben als Deutsche, die vor diesem Zeitpunkt als arm galten, bedeutet nicht, dass diese Deutschen heute einen höheren Lebensstandard haben als 2015. Dies heißt lediglich, dass sie in der Einkommensverteilung der Gesellschaft nun nicht mehr ganz unten sind. Wegen der Corona-Pandemie, steigender Mieten und hoher Inflation deutet einiges darauf hin, dass viele der deutschen Familien, die aus statistischen Gründen seit 2015 aus der Armut gekommen sind, ihren Lebensstandard nicht verbessern konnten – und es somit auch kein Grund für Zufriedenheit bei der Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland geben kann.“
Zur Sicherheit nochmal:
ich bestreite nicht, dass es Kinderarmut gibt oder dass die Definition mit den 60% sinnlos ist, und ich halte Investionen insb in Bildung der Kinder für eines der entscheidenden Themen und enorm wichtig.
Aber wie uns das verkauft und wie es statistisch begründet wird (20% sind arm, dagegen muss man was tun), ist falsch und populistisch.