Was wäre daran so schlimm?
Bei einer Übergewinnsteuer werden die Gewinne von Unternehmen abschöpft, welche über einen definierten „Normalgewinn“ hinausgehen.
Was als normaler Gewinn gilt, ist von der jeweiligen Ausgestaltung der Steuer abhängig.
Derjenige Teil des Gewinns, der nach der Befriedigung der Renditeforderungen aller Investoren, und damit auch den Eigenkapitalgebern, verbleibt. Übergewinne werden erzielt, wenn eine Gesamtkapitalrendite erwirtschaftet wird, die grösser ist als die gesamten Kapitalkosten der Unternehmung.
Macht ein Unternehmen aufgrund einer Krise besonders hohe Gewinne, soll auf diese „Übergewinne“ eine zusätzliche Steuer erhoben werden. Die Steuer belastet also den Teil des Gewinnes, der über den „Normalgewinn“ hinausgeht – also das, was die Unternehmen ohne die Krise nie einfahren würden.
Der Staat musste schon tief in die Kasse greifen, durch die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro an alle einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen und Heizkostenzuschuss für einkommensschwache Haushalte.
Und nicht vergessen, bei der Rettung des strauchelnden Energieversorgers Uniper.
Wo bleibt das Klimageld?
Während also die Staatsausgaben steigen, profitieren Mineralölkonzerne durch die Energiekrise.
So steigerte etwa das Unternehmen Saudi Aramco seinen Nettogewinn im ersten Quartal dieses Jahres um ca. 82 Prozent.
Saudi-Arabien: Ölkonzern Aramco meldet Rekordgewinn | tagesschau.de.
RWE steigert Gewinn deutlich
Das Ebitda des Unternehmens steigt in den Milliardenbereich. RWE profitiert vor allem durch höhere Erträge der internationalen Stromerzeugung.
Der Energiekonzern RWE hat nach Zuwächsen im ersten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Das bereinigte Ebitda auf Konzernebene sei von Januar bis Ende März nach vorläufigen Zahlen auf 2,8 Milliarden Euro von 613 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte RWE am Donnerstag mit.
https://amp2.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energiekonzern-rwe-steigert-gewinn-deutlich/29119020.html
Gleich mehrere Geschäftsbereiche von RWE verdienen dank der hohen Preise mehr Geld.
Eon freut sich genauso:
Die Unternehmen machen Milliardengewinne und der Endkunde muss draufzahlen.
Wie kann das sein?
Übergewinnsteuer: Robert Habeck zieht magere Bilanz – RWE erzielt Rekordgewinn
Die Regierung wollte mit der Übergewinnsteuer die Bevölkerung vor hohen Energiekosten schützen. Aber erste Zahlen zeigen: RWE und andere Energieriesen bleiben unangetastet.
Energiekonzerne müssen nur einen Bruchteil der Zusatzgewinne abgeben
Doch wer auf eine gerechte Lösung gehofft hat, wird enttäuscht. Wie das Bundeswirtschaftsministerium nun mitteilt, hat der Staat im Zeitraum von Dezember 2022 bis März dieses Jahres 417 Millionen Euro an Steuern auf überschüssige Gewinne von Stromerzeugern erhalten. Dies entspricht nur einem Bruchteil der Gewinne, die die großen Energiekonzerne durch die gestiegenen Energiepreise erzielt haben.
Die Aktionäre freuen sich natürlich.
Dividende
Dividende für das Geschäftsjahr 2022 beschlossen: 0,90 € je Aktie.
Auf der Hauptversammlung am 4. Mai 2023 wurde dem Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat der RWE AG in Höhe von 0,90 € je Aktie mehrheitlich zugestimmt. Die Dividendenauszahlung für 2023 wird voraussichtlich höher ausfallen. Der Vorstand strebt 1,00 € je Aktie an. Das soll auch die neue Untergrenze für kommende Geschäftsjahre sein. Bislang lag diese bei 0,90 € je Aktie.
https://www.rwe.com/investor-relations/rwe-aktie/aktie-im-ueberblick/dividende-und-kennzahlen/#:~:text=Dividende%20für%20das%20Geschäftsjahr%202022,2023%20wird%20voraussichtlich%20höher%20ausfallen.
Die Bonuszahlungen für die Mitarbeiter (Manager) fließen da garantiert entsprechend.
Im Frühjahr fließen in vielen deutschen Firmen Sonderzahlungen für die Beschäftigten. Autohersteller wie Porsche, BMW und VW zahlen besonders viel. Auch BP, Eon, Evonik und RWE belohnen die Mitarbeiter.
https://www.derwesten.de/wirtschaft/welche-praemien-eon-evonik-und-rwe-mitarbeitern-zahlen-id7797404.html
Der bestbezahlte Job bei RWE ist Manager mit einem Jahresgehalt von 94.132 €.
Vergütung des Vorstands RWE:
Maximalvergütung
Die Maximalvergütung wird vom Aufsichtsrat festgelegt und beträgt für den Vorstandsvorsitzenden 9.300.000 €. Ordentliche Vorstandsmitglieder erhalten maximal 4.800.000 €.
Corporate Governance – Vergütungen.
Die aktuell geltenden Vergütungsregelungen für den Aufsichtsrat sind in § 12 der Satzung der RWE AG niedergelegt. Sie wurden von der Hauptversammlung am 28. April 2021 mit einer Mehrheit von 99,65 % beschlossen.
satzung-2021-05-21.pdf (155,1 KB)
Wie erklärt man dies dem Endverbraucher, der die hohen Preise zahlen muss (auch ich), und den Wähler*innen und vor allem, was hat dies mit Populismus zu tun?