Genau das ist das Problem (was sich übrigens jeder, der auf Demos geht, fragen muss).
Ist das Ziel, das eine Kundgebung (oder eine Partei
aufgreift, eine haltlose Projektion von innerem “Wünsch-Dir-was”, oder realistisch.
Wenn also jemand bei einer solchen Demo das Konterfei des Sohnes eines Diktators zeigen, dann muss er/sie sich die Frage stellen, wie wahrscheinlich es ist, ein grauenvolles abzulösen, um ein anderes, diktatorisches (also grauenvolles andere Regime) an seine Stelle zu setzen.
Nun könnte man vielleicht sogar intellektuell akzeptieren, dass die aktuellen Opfer des derzeitigen Regimes allein deswegen einen Vorteil hätten, weil sie als Rückkehrer dann zu Tätern des neuen Schah-Regimes würden, der sie zu “Gewinnern” eines Systemwechsels macht.
Das ist aber deswegen (moralisch) höchst fragwürdig, weil der Vorteil nicht in der Verbesserung der Lebensumstände des iranischen Volkes in der Breite bestünde, sondern allein im egoistisch/egozentrischen Eigennutz bestünde.
Ist derjenige, der dafür demonstriert, also wirklich jemand, der an der Änderung des Systems per se einen Vorteil sieht?
Genauso könnte man sagen, das der sog. autonome schwarze Block gegen Atomkraft war, weil er für die Mitgleider einen (persönlichen) Vorteil versprach - den der persönlichen Randale, der aber am eigentlichen Ziel der Kundgebung völlig vorbei ging.
Damit will ich nicht per se jendem, dersich an diesen Kundgebungen beteiligt, gleich so etwas automatisch unterstellen.
Insofern hast Du sicher Recht, das es auch viel gibt, die sich damit für eine konstruktive Änderung im Iran auf diese Weise stark machen wollen. aber dann sicher ohne das Konterfei des Schah-Sohnes.