Thema des Monats Oktober: Wohnen. Knappheit, Kosten, Infrastruktur, Klima uvm

Ki ist sehr praktisch:
Das Schonvermögen (der Freibetrag für Ersparnisse und Vermögen) liegt nach § 90 SGB XII aktuell bei 10.000 Euro für eine alleinstehende Person. [1, 2]

Wichtige Freibeträge und Regeln

  • Ehe- oder Lebenspartner: Für den Partner oder die Partnerin gibt es einen zusätzlichen Freibetrag von weiteren 10.000 Euro. [1, 2]
  • Grundfreibetrag: Angesammeltes Bargeld, Bankguthaben, Aktien oder Bausparverträge bleiben bis zu dieser Grenze unberücksichtigt. [1]
  • Selbst genutztes Wohneigentum: Eine angemessene eigene Immobilie ist geschützt, solange Sie oder nahe Angehörige (wie der Partner) darin wohnen. [1]
  • Besondere Härtefälle: Vermögen muss nicht eingesetzt werden, wenn die Verwertung eine unbillige Härte bedeuten würde (zum Beispiel bei einer kleinen Immobilie, die dem Zweck der Altersvorsorge dient oder pflegegerecht ist). [1]

Wobei das mit der „angemessenen Immobilie“ für den Ehepartner so eine Sache ist:

Die Angemessenheit bemisst sich nach einer Gesamtabwägung von Wohnbedarf, Personenzahl und regionalen Verhältnissen. Richtwerte orientieren sich an den früheren Obergrenzen des sozialen Wohnungsbaus: [1, 2]

  • Wohnung (Eigentumswohnung): ca. 80 qm für 1 bis 2 Personen.
  • Haus (Einfamilienhaus): ca. 90 qm für 1 bis 2 Personen.
  • Zusätzlicher Bedarf: Erhöhung um je ca. 20 qm ab der 3. Person im Haushalt.
  • Hinweis: Geringfügige Überschreitungen (z. B. ein Haus mit 100–110 qm) werden oft noch als angemessen anerkannt, wenn der Wert oder die Lebensumstände (Alter, Behinderung, familiäre Struktur) es rechtfertigen. Bei extrem großen Anwesen oder Luxusobjekten kann jedoch eine Verwertung oder Teilverwertung gefordert werden.

Und weiterhin können für Kosten im Pflegefall auch noch die Kinder herangezogen werden. Zum Glück erst ab 100 000 Euro Jahreseinkommen seit 2020. Früher war das viel weniger und viele alte Menschen verzichteten auf Sozialleistungen, weil ihre Kinder sonst Kontaktabbruch androhten, wenn das „Amt“ von ihnen Geld einforderte.

England ist sozusagen Luxus- kein Vorbild. Dort zahlt niemand in die Pflegeversicherung ein- es gibt keine - und der Staat übernimmt die Kosten, wenn kein Vermögen eingesetzt werden kann.

In Deutschland zahlt man lebenslang in die Pflegeversicherung ein und muss zusätzlich noch sein Vermögen einsetzen. Mehr geht doch gar nicht.

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Kann man eventuell so sehen. Denk aber mal an den vergangenen Sommer zurück. Und auch der vorige hatte es in sich. Bebaute Areale heizen sich wesentlich stärker auf als Grünflächen. Der Unterschied ist bereits bei einer abendlichen Fahrt ins benachbarte Teltow spürbar. Oder auf den Rückweg. Berlin leistet sich zudem zahlreiche Parks und den Grunewald an seinem westlichen Rand. Letzterer trägt auch erheblich zu meiner Frischluftversorgung bei. Ein eher etwas rechts stehender Zeitgenosse setzte sich kritisch mit der laut gewordenen Forderung nach mehr Klimaanlagen auseinander. Denn diese lassen ja die Wärme nicht einfach verschwinden, sondern leiten sie nach draußen in die Umgebung. Hinzu kommt die aufgewandte Betriebsenergie. Und irgendwo muss der Strom herkommen. Man könnte ja den Grunewald dezimieren, um dort Windräder aufzustellen. Welch ein Irrsinn! Auch wenn das Tempelhofer Feld - der einstige Berliner Flughafen - ökologisch nicht besonders wertvoll sein mag, so wirkt es sich doch günstig auf des Stadtklima aus.

Selbst wenn alles Grün zubaute, es würde nie reichen. Der weltweite Trend zu immer größeren Monsterstädten ist nicht gottgegeben, sondern bedingt durch menschengemachte Mechanismen. Und eine kluge menschliche Politik kann dem entgegenwirken.

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Nein- in England gibt es keine Pflegeversicherung. Ergo zahlt auch keiner ein. Ergo gibt es auch keinen vermögensunabhängigen Festbetrag.
Sondern der Staat zahlt immer alles, wenn kein Vermögen da ist.

In Deutschland zahlt man ein und bei geringem Pflegebedarf kriegt man eine sehr geringe Pauschale. Ab Pflegestufe 4 spätestens ab 5 reichen in der Regel Rente und Pflegegeld nicht mehr zur Kostendeckung und dann kommt der Vermögenseinsatz - das Häuschen ist also auch weg. Und das Vermögen des Ehepartners.

Nur wenn der Millionär vorher in die Pflegeversicherung eingezahlt hat - sonst nicht.

Übrigens betrug das Schonvermögen bis vor einigen Jahren nur 3600 Euro - die 10 000 sind schon richtig kulant.

Damit wir wieder beim Thema Wohnen sind, hier eine besonders miese Betrugsmache bei Berufsbetreuern:

"In der Praxis nutzen kriminelle (Berufs-)Betreuer oder vermeintlich fürsorgliche Personen gezielt rechtliche Vollmachten aus, um sich am Vermögen wehrloser Senioren zu bereichern. (MDR Ausgeliefert: Wenn Berufsbetreuer ihre Verantwortung missbrauchen)

Das typische Muster dieser Betrugsmasche

  1. Isolation und Verlegung: Der Betreuer erwirkt (oft unter dem Vorwand akuter Pflegebedürftigkeit) die Unterbringung in einem teuren, oft weit entfernten Pflegeheim. Dadurch wird der Senior aus seinem gewohnten Umfeld gerissen und von Familie oder aufmerksamen Nachbarn isoliert. [1, 2]
  2. Künstlicher Schuldendruck: Die extrem hohen Heimkosten zehren das Barvermögen des Seniors in kürzester Zeit auf. Der Betreuer argumentiert nun, dass die laufenden Kosten nicht mehr gedeckt sind. [1, 2]
  3. Der Immobilienverkauf unter Wert: Um die Heimkosten angeblich zu begleichen, veranlasst der Betreuer den schnellen Verkauf des Hauses oder der Eigentumswohnung. Dies geschieht oft weit unter dem eigentlichen Marktwert an Komplizen, Strohmänner oder dubiose Immobilieninvestoren. [1]
  4. Die Bereicherung: Die Käufer sanieren das Objekt oder verkaufen es direkt zum echten Marktwert weiter, um enorme Gewinne einzustreichen. Oft fließen dabei auch verdeckte Rückzahlungen (Kick-backs) direkt an den korrupten Betreuer.

Ja, so ist es. Die Grünflächen in den Städten sind unbedingt Erhaltenswert sowohl für die Lebensqualität als auch für die Klimaanpassung.

Echtes Interesse oder eine schnippische Bemerkung?

wie?

das ist immer so: es gibt für alles eine Begründung.
Die Freifläche in Tempelhof hat einen Nutzen als Freifläche.
Aber auch als Bauland.
Welchen Tod wollen wir sterben?
Standardantwort: keinen !!
Aber was dann?

ja, auch wieder wahr.

Nicht alles, was wahr ist, hat mit Wohnen zu tun

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die Süddeutsche berichtet über die geplanten Änderungen:

„Weniger gut: Eigenheimbesitzer bekommen Zuschüsse für den Platz im Pflegeheim, obwohl sie ihr Haus verkaufen könnten. Die Solidargemeinschaft muss ihnen Zuschüsse zahlen, damit das Erbe von Wohlhabenden geschützt wird. Das ist nicht gerecht.“

nachts ist es kälter als draußen, meinst du ?!

@lawandorder für dich erkläre ich es noch mal. Es ist gut, dass du immer dann, wenn du etwas nicht verstehst, ein Fragezeichen dran machst, und wir wollen ja alle mitnehmen.

Dieser thread ist eigentlich schon wieder voll am Thema „Wohnen“ vorbei. Das wollte ich ausdrücken.

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Bezahlsperre bei der SZ

Wie du eben vielleicht oben gelesen hast, ist der Einsatz des Vermögens für die Pflege, insbs. eines eigenen Hauses sehr schwierig, wenn der ges. Betreuer ein Betrüger ist.
Die Nummer, dass diese Leute ihre „Schützlinge“ bewußt in ein überteuertes Heim setzen, damit sie deren Immobilien unter Marktwert an ihre Kumpanen verkaufen können, ist sehr häufig und kann kaum juristisch verfolgt werden. Insofern müsste man beim Einsatz des Wohneigentums im Betreuungsgesetz dringend eine Schranke setzen, nach der nur nach einer Kontrolle durch Außenstehende ein gesl. Betreuer Häuser verkaufen kann.

Auch hyperaktive Sozialamtsmitarbeiter können den Ehepartner eines Pflegefalls obdachlos machen. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem das Sozialamt den unbewohnbaren Dachboden eines Reihenhauses in die Wohnfläche einrechnete und somit das Haus für die Ehefrau als zu groß und damit verkaufbar erklärte. Begründung: Der Dachboden könne ja theoretisch ausgebaut werden und dann hätte man 16 qm mehr Wohnfläche und damit zu viel.

@Biologin hat schon recht, dass wir etwas ab vom Thema sind.
Trotzdem stehen Sozialleistungen und Wohnen in einem direkten Zusammenhang.

Durch unkonkrete Gesetze bei Beginn von Hartz4 mussten viele Menschen ihr kleines Reihenhäusle aufgeben oder aus ihrer Wohnung in kleinere- aber nicht billigere Wohnungen umziehen. Das hat vielen Menschen ihr Wohneigentum als Alterssicherung unter dem Arsch weggezogen. Jetzt leben diese Menschen in Vonovia Wohnungen und der Sozialstaat finanziert die teuren Mieten.
Da ist damals sehr viel Mist gelaufen, der uns jetzt auf die Füße fällt.

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ja, blöd.
aber solche Gesetzesverstöße durch Einzelpersonen in Einzelfällen lassen sich selten durch noch mehr gesetze verhindern.
denn gegen die kann auch verstoßen werden.
Es hat sicher auf umgekehrte Gesetzesverstöße gegeben, in denen ein Haus „kleingerechnet“ wurde, zB von Leuten wie Dir :slight_smile:

dann ist alles problematisch.
das ist immer so. wenn der Polizist ein Betrüger ist, wenn der Metzger ein Betrüger ist, wenn der Arbeitgeber ein Betrüger ist.

wirklich? wieviele Betreuer sind Betrüger?
Ich würde annehmen unter 5%.

und wenn der außenstehende Kontrolleur ein Betrüger ist?

Der Versuch, ein wasserdichtes bzw betrugsfestes System zu schaffen, ist immer zum Scheitern verurteilt, solange Menschen daran beteiligt sind.
Ein Null-Fehler-Ziel ist kein sinnvoller Maßstab für die Gestaltung eines komplexen Systems.

Wenn dir kein Argument einfällt, relativierst du unangemessen, oder du übertreibst:

oder du weichst auf den berühmten „Einzelfall“ aus.

Fakt ist, dass gesetzliche Betreuer nicht kontrolliert werden. Ich fordere, dass bei großen Transaktionen z.B. Hausverkauf, mal eine zweite Person sachlich überprüft, ob dies notwendig ist und wenn ja, ob der Verkaufspreis sich am Markt orientiert. Das ist keine 100 % Kontrolle - aber ein erster Schritt, den viele andere auch einfordern. Jede Aldi-Kassiererin wird mehr kontrolliert, als ein gesetzlicher Betreuer.

Fast alle Berufsbetreuer betrügen. Entweder, indem sie sehr viele Betreuungen annehmen und sich nicht drum kümmern, oder indem sie sich mit Tricks aus dem Barvermögen bedienen. Beruflich hatte ich sehr viel mit Betreuern zu tun- das ist aber ein anderes Thema.
Hier geht es ja ums Wohnen.

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ich fasse mal die bisherigen Punkte der Diskussion zusammen:

Problemstellung

  • massiver Mietenanstieg insbs. bei Neuvermietung
  • zu wenig Sozialwohnungen
  • Zweckentfremdung von Wohnungen als private Ferienwohnungen oder zur Vermietung (hier an der Ostseeküste ein riesiges Problem!)
  • Leerstand von Büroflächen
  • Geldinvestionen am Finanzmarkt statt in Immobilien, weil lukrativer
  • Leerstand von Wohnraum als Spekulationsobjekt
  • Wohnen im Alter

Folgen:

  • Verfall von Wohnraum auf dem Land
  • Verarmung des Mittelstandes durch hohe Mieten und steigende Kosten für den Arbeitsweg (Benzinpreise)
    • Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

bisherige und vorgeschlagene Problemlösungen:

  • Mietpreisbreme
  • Vergesellschaftung
  • neue Wohnprojekte
  • Baukostensenkung durch Strohballenbauweise
  • Umwandlung von Kleingartenflächen in Bauland
  • Verkauf von Eigenheimen zur Finanzierung der eigenen Pflege anstelle von Pflegegeld durch die Pflegeversicherung

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Jetzt komme ich mal mit was ganz anderem:

Mehr Wohneigentum!

Im internationalen und europäischen Vergleich hat Deutschland mit über 50 % Mietwohnungen den höchsten Anteil an Mietern. In vielen anderen Ländern ist mehr Eigentum üblich.
Das hat einmal seinen Grund in den Folgen des 2. Weltkrieges. Zerstörung, Vertreibung und Enteignung in der DDR, damit ausfallende Erbschaften von Wohneigentum und Grundstücken.

Aber auch das kostenintensive Bauen mit Unterkellerung und Steinen/ Beton macht Eigentum in Deutschland für viele unbezahlbar. In Skandinavien sind z.B. viel billigere Holzhäuser ohne Keller üblich.

Möglich wäre auch der Eigentumserwerb einer Wohnung über die Mietzahlung, also Mietkauf oder Optionskauf.

Mehr Eigentum zu persönlichen Wohnzwecken würde die Macht der „Heuschrecken“ wie Vonovia und damit die Mietsteigerungen erheblich bremsen. Setzt aber voraus, dass der Staat bei sozialen Notlagen wie Arbeitslosigkeit oder Pflegebedürftigkeit nicht gleich wieder das Wohneigentum „einkassiert“.

Das ist nicht ganz richtig, denn eigentlich werden die Betreuer durch die Betreuungsgerichte kontrolliert, da die Betreuer*innen regelmäßig dem Betreuungsgericht berichten müssen.

Allerdings weiß ich nicht, inwieweit der/die zuständigen Betreuungsrechtspfleger*innen in der Lage sind, einen manipulierten Bericht nebst Belegen zu kontrollieren.

Zumindest wäre es vielleicht tatsächlich sinnvoll, wenn es bei den betreuten Personen mit hohem Vermögen eine zweite Person zur Kontrolle bestellt wird. Allerdings könnten diese natürlich auch gemeinsame Sache betreiben.

Mir ist zumindest ein Fall bekannt, bei dem eine zuständige Betreuungsrechtspflegerin einen Betrug aufgedeckt hat.

Aber ich würde auch aufpassen und nicht alle Betreuer*innen über einen Kamm scheren.

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Bei uns in Deutschland mieten sich die Leute gern größere Wohnungen als sie sich bei gleicher monatlicher Belastung kaufen könnten.
Das ist aber ein Tabu-Thema, das ist mir schon aufgefallen.

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:blush:
mir geht es darum, dass Du eine chronisch verengte perspektive hast.
du siehst die opfergruppen, die dir am herzen liegen, und sobald die ein problem haben, muss die ganze welt umorganisiert werden, um das zu beheben.
das mitgefühl ehrt dich, aber die perspektive und die prioritäten sind zu verengt.
und es ist für dich keine lösung ausreichend, wenn die probleme deiner zielgruppen nicht völlig beseitigt werden. d.h. du wirst nie mit irgendwas zufrieden sein.

Bist Du Dir da sicher?

Als wir damals vor der Entscheidung standen, war das in etwa gleich - langfristig war es genauso teuer in eine gleich große Wohnung zu ziehen. Das eigentliche Problem waren eher 2 Punkte:

  1. wie hoch sind die Zinsen+Tilgung, die bei einem Hauskauf anfallen (die meisten sind auf einen Kredit angewiesen, um sich ein Haus/Wohnung zu kaufen), bzw., ist der monatliche Input + Eigenkapital groß genug, um einen Kredit überhaupt dafür zu bekommen.

  2. Man muss in den meisten Fällen bereit sein, sich die nächsten10-20 Jahre „etwas“ einzuschränken, um die „anfängliche Belastung“ tragen zu können (So ist es beispielsweise sinnvoll, die Urlaubsreisen zu streichen und die Gelder in den ersten paar Jahren in die Sondertilgung zu stecken). Es gibt viele, die darauf keine Lust haben… Der Vorteil (eine entsprechende Bausubstanz vorausgesetzt) ist aber, dass man den „Mietwahnsinn“ dann nie mehr mitmachen muss, und die Kosten nach Tilgung der Schulden (zumindest in München) dramatisch sinken (verhältnismäßig günstige Rücklagenbildung für Reparaturen/Sanierungen statt steigender Mieten).

Zugegeben, ich leite das nur aus der eigenen Erfahrung (Standort: München) und aus viele Gesprächen meiner Miteigentümer (natürlich ebenfalls München) ab - daraus Schlüsse für ganz Deutschland herzuleiten ist vielleicht gewagt… :thinking:

Auch vorher schon, um das Eigenkapital anzusparen.

Wir sind zum Beispiel nach dem Studium als Paar in eine WG gezogen, obwohl mein Mann schon einen richtigen Arbeitsplatz hatte. Sein Chef hat ihn dann gefragt, ob uns das nicht stören würde, wenn „fremde Leute mit im Wohnzimmer sitzen“. Das fanden wir sehr lustig.

Das ist aber auch so ein Ding - ich habe über 10 Jahre in einer WG gewohnt - das ist ein wenig wie „Familie“ - aber es benötigt eiben auch (ähnlich wie Familie) Bereitschaft für Kompromisse - ich kann mich auch noch an die Erzählungen der Gegerationen vro mir erinnern, die nach dem Krieg wegen der flächendeckenden Wohnraumzerstörung und etwas später dann durch die hinzu kommenden Flüchtlinge und Vertriebenen in Wohnsituationen landeten, die noch vielmehr als eine „freiwillige“ WG auf Toleranz und Kompromise gebaut war, erinnern.

Das sind Wohnsituationen, die für viele heute „undenkbar“ erscheinen. Warum eigentlich?

Im Krankenhaus tele ich i.d.R. (wenn man nicht gerede Privatversichert oder eine Zusatzversicherung hat) das Zimmer auch mit ein bis 3 Leuten … Auch dann, wenn es sich um einen „etwas“ längeren Aufendthalt dort handelt …

Es könnte sein, das ein Teil des Wohnraumproblems sich dadurch lösen ließe, in dem man wieder mehr in WG’s denkt. Das Problem könnte natürlich - neben der eigenen Toleranz/Kompromissbereitschaft sein, wie man Leute findet, die sich gegenseitig ergänzen statt zu spalten… Schwieriges Problem, das mindestens so gravierend ist wie das der Mietfinanzierung.