Das Thema Wohnen hat die Berliner Wahl bestimmt und zählt heute deutschlandweit, sogar europaweit zu den drängenden Problemen. Die Politik erscheint ziemlich hilflos, hat sich doch die Lage nicht nur in den sehr großen Städten zugespitzt.
Obwohl es erheblichen Leerstand gibt, sind die Mieten massiv gestiegen. Die Mobilität unter den Mietern hat drastisch abgenommen, und sogar die Mittelschicht hat Probleme, das Wohnen zu finanzieren. Die Anzahl an sozial gebundenen Wohnungen hat seit vielen Jahren abgenommen, obwohl sich die Kommunen bemühen, neuen Wohnraum zu schaffen. Die Konkurrenz um den begrenzten städtischen Raum verschärft sich und häufig werden die Kommunen dazwischen zerrieben. Neue Nutzungsformen durch net-Portale zum privaten Vermieten an Touristen verknappen das Angebot für die Bevölkerung zusätzlich. Das Pendeln zur Arbeit wird gerade für Teile der Bevölkerung, die sich kein e-Auto leisten können und für die der ÖPNV nicht verfügbar, zu unzuverlässig oder zu teuer ist, sehr teuer und heizt die Krise der Lebenshaltungskosten zusätzlich an.
Die Wohnungskrise hat zudem negative Auswirkungen auf die Produktivität der Wirtschaft.
Gentrifizierung und soziale Segregation werfen gesellschaftliche Probleme auf, die Entwicklungschancen der Kinder und Jugendlichen werden davon geprägt.
Gleichzeitig verfällt in ländlichen Regionen die Wohnungsstruktur, die restliche Bevölkerung ist überaltert und findet nicht die notwendige Infrastruktur.
Auf der anderen Seite gibt es viele alte und neue Konzepte, die auch teilweise umgesetzt werden. Dort wird gezeigt, wie den Herausforderungen begegnet werden kann. Dazu lohnt auch ein Blick ins Ausland, etwa nach Wien, Paris, Barcelona, Utrecht oder New York, oder auch nach Japan. Aber auch in Deutschland gibt es Projekte, die Hoffnung machen, etwa wenn es um das selbstbestimmte Leben im Alter geht, die Integration von klimafreundlichen Technologien in alte und neue Wohnbestände und ein Anpassen der Infrastruktur.
Neue Wege will mit der Vergesellschaftung von Wohnraum auch die Linke in Berlin gehen. Dieses Projekt wirft viele Fragen auf, von der Verfassungsmäßigkeit und der Höhe der nötigen Entschädigung, die wahrscheinlich von den Gerichten geklärt werden müssen, bis zur Kapazität der Verwaltung, die damit vor große, teilweise um Ressourcen konkurrierende Aufgaben gestellt werden würde.
Das ist erst einmal eine Skizze der weitreichenden Thematik.
Links zu Studien oder Projekten kann ich bei vielem nachliefern, je nachdem was euch interessiert.
Edit: hoffentlich seid ihr einverstanden, dass ich so vorgeprescht bin?