Schulstreik gegen Wehrpflicht am 5.12.25

Schützengräben sind für alle Armeen ein großes Problem, eigentlich ein Relikt aus dem ersten Weltkrieg. Im modernen Krieg versucht man sie zu vermeiden.

Wenn das nur die Investoren wüsten, die wie verrückt Rheinmetallaktien kaufen.

Es gibt übrigens auch noch andere Rüstungsfirmen in der BRD.

Das ist kein gegenteiliger Widerspruch gegen das was ich geschrieben hatte. Dass der Krieg als Mittel bereits einige Zeit in den Köpfen des russischen Präsidenten ist, bezweifle ich nicht. Das zeigt den Irrwitz, denn Russland hätte das normalerweise nicht nötig. Ich kritisiere, dass wir dieses Mittel übernehmen, anstatt diese Sicherheitsarchitektur für Europa herzurichten, die Frieden bringt und direkt nach der Wende nur unzureichend hergerichtet worden war.

Es geht darüber hinaus um ein probates Mittel, um den veränderten Sicherheitsbedingungen zurzeit und für die nächsten Jahre zu begegnen. Alarmismus ist sicherlich falsch. Auch Aktionismus, um eine unvollkommene Strategie gegen Russland zu etablieren, ist falsch.

Ich hielte den Vorschlag aus dem Verteidigungsministerium, die jungen Leute anzuschreiben und bei den Männern die Rückantwort verpflichtend zu machen, für geeigneter als zukünftige Generationen mit Musterungen hinsichtlich ihrer Zukunft zu verunsichern.

Wir sind nicht mehr im Kalten Krieg, als um einen potenziellen Vormarsch der Roten Armee z.B. durch das Fulda Gap gegangen war. Ein zukünftiger heutiger Krieg mit Russland würde durch beidseitige Eskalation entstehen. Steht die Nato aber geschlossen zusammen, und das heißt militärisch, aber auch politisch und diplomatisch, wird das eigene Territorium für Russland unantastbar und darüber hinaus ließe sich der Krieg in der Ukraine beenden.

Das ist die wirkliche Stärke gegenüber Russland, die z.B. auch @Kalo hier immer gefordert hat und dabei nehmen wir die Ukraine mit ins Boot, wenn wir nicht feige gegenüber Russland sind.

Aber eine Wehrpflicht bedarf das immer noch nicht. Ich schließe nicht aus, dass es die geben wird. Aber diese bereits jetzt mit einer Musterung vorzubereiten ist wie eine Kapitulation des bisherigen ausgewogenen Weges - und in dem Kontext auch eine inkorrekte Zumutung an die neuen 18jährigen, genauso wie wenn die Waffen nicht tauglich genug sind, mit denen sich Wehrpflichtige im Kriegseinsatz verteidigen müssten.

Mit einer Wehrpflicht überzeichnen wir zusätzlich hybride Angriffe Russlands, die früher Sabotage und Spionage hießen. So etwas sollte die BRD und die Nato nicht aus der Ruhe bringen. Wir haben nicht die gleichen falschen Voraussetzungen kriegerischer Art hier, wie z.B. in Russland oder der Ukraine - die nach der Wende einen anderen Weg gegangen waren.

Gegen diese hybriden Angriffe sollten wir aber gezielt ausbilden. Ich halte dieses Krieg herbeireden, was neuerdings auch der neue Generalsekretär der Nato gegenüber dem Alten kann, für eher ein Symptom dessen, dass die Zusammenarbeit mit den USA nicht mehr so ist, wie noch vor Trump. Wir sollten uns nicht verrückt machen lassen.

Vollkommen richtig. Ich finde, in der Diskussion sollte nicht ständig, das herausgestellt werden, was für den Anderen nicht richtig klingt. Diese Zivilschutzleistende könnten in Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst und der Bundeswehr operieren. Die Ausbildungen an Drohnenabwehrsystemen wären auch ein interessantes Angebot der Bundeswehr an die heutigen 18jährigen.

Der Krieg in der Ukraine zeigt ein anderes Bild. Gibt es Scharmützel an der Nato-Ostflanke ist ein Stellungskrieg mit Schützengräben nicht ausgeschlossen. Ich hatte gelesen, dass die Drohnen eine zu große Gefahr für gepanzerte Fahrzeuge darstellen, so dass Ukrainer und Russen mehrheitlich, entweder das Schlachtfeld nur mit Roboterfahrzeugen oder als Infanteristen betreten. Von wo kommen diese dann, vermutlich aus versteckten Schützengräben!

Der ist, bis auf die Drohnen, auch kein moderner Krieg. In der NATO-Strategie wird von einem Bewegungskrieg (Maneuvre Warfare) ausgegangen, eben um den Abnutzungskrieg zu vermeiden und die Soladaten zu schützen (im Gegensatz zu @ErnstBGi Befürchtungen).

Warum das in der Ukraine nicht geklappt hat, wird zu untersuchen sein. Spoiler: die mangelnde, späte Ausrüstung der Ukraine mit Panzern, weitreichenden Waffen und Flugzeugen könnte eine Rolle gespielt.

Die Implikationen des Drohnenkriegs auf diese Strategie wird auch zu untersuchen sein.

Ein Argument gegen den Wehrdienst ist dies alles nicht, dass der Beruf des Soldaten, besonders des russischen, extrem gefährlich ist, ist keine Neuigkeit.

Klar doch, hab ich in SH in den letzten Monate live und in Farbe bei den Drohnen miterlebt. :laughing: Da inzwischen die Zuständigkeit geklärt ist (keine Bundeswehr), informiert man sich jetzt über mögliche Drohnenabwehrsysteme und streitet sich darüber, wer’s bezahlen soll ….. ( Drohnen über SH: Günther fordert Unterstützung von Bundeswehr | ndr.de )

Genau, im klassischen Zweikampf mit einem anderen Panzer. Aber nur eine einzige 500 Euro Drohne lässt die ganze teure Kiste in die Luft fliegen. Kampfpanzer versus Drohne: Ein ungleicher Kampf, den auch der Leopard nicht gewinnen kann | STERN.de

Ja, z.B. das kleine Bayrische Startup in dem Bericht, das Drohnen entwickelt, die alle halbe Jahr den veränderten Bedingungen angepasst werden. Es gibt noch Hoffnung für uns :wink:

Irgendwas positives müssen ukrainische Diplomaten ja sagen, wenn sie Geld von uns wollen. Was die Störungsanfälligkeit betrifft, sind unsere Waffen den russischen Waffensystemen sehr weit überlegen. :wink:

Genau, und zwar schnell.

Wir reden den Krieg nicht herbei, wir haben ihn schon, aber anders als in Schützengräben. Die Russen müssen nur mit zwei havarierten Schiffen den Nord-Ostseekanal lahmlegen, das LNG-Terminal in Brunsbüttel mit Sabotage in die Luft sprengen, unser Handfunknetz stören und die Zahlungssoftware manipulieren und schon läuft hier gar nix mehr.

Da braucht es weder Panzer, noch Schützengräben. Und mit ihren Drohnen waren sie ja schon über dem Nord-Ostseekanal und Brunsbüttel …

Hier eine interessante Dokumentation über Putins Motivation und Kriegsabsichten. Es geht ihn um Häfen, nicht um Eroberung ganzer Staaten:

Es gibt einzelne in unserer Gesellschaft, die den Krieg schon herbeireden, wie z. B. Sönke Neitzel, der vor einiger Zeit von einem letzten Sommer im Frieden gesprochen hatte. Diese Formulierung stimmt überein mit Dokumentationen des Sommers 1939 vor Beginn des 2. Weltkrieges. Gemeint war der Sommer, den wir gerade hinter uns haben. Er hatte das aber später bei Markus Lanz wieder etwas relativiert.

Es gab gestern, wenn Du zugehört hast, die Rede von Mark Rutte:

Nato-Generalsekretär Mark Rutte erwartet, dass es der russische Präsident Wladimir Putin nicht bei dem Krieg gegen die Ukraine belassen will. „Wir sind Russlands nächstes Ziel“, sagte der Niederländer bei einer Veranstaltung der Münchner Sicherheitskonferenz in Berlin. Für die Nato gehe es nun darum, einen Krieg zu stoppen, bevor dieser beginne. „Dafür müssen wir uns über die Bedrohung völlig im Klaren sein“, sagte er. Man sei bereits in Gefahr.

Jetzt könnte man sagen, diese Leute müssen es wissen. Aber sie sind auch Menschen mit Emotionen und stecken im alltäglichen Geschäft. Ich sah gestern wie eine Gruppe von Touristen Merz und Rutte zujubelten, als ob sie prominenten Stars der Musikbranche oder Fußballern unserer Nationalmannschaft zujubelten. Merz jubelte freudig zurück während Rutte neben ihm stand.

Das sind Menschen. Dem Rutte gefallen die Verhaltensweisen der Amerikaner zurzeit bestimmt nicht. Er muss gute Mine zum bösen Spiel machen. Und dann irgendwann lässt er Luft ab und überzeichnet.

Die Korrespondentin der ARD gestern Abend im Moskau erklärte, Russland könne sich in den nächsten Jahren keinen weitern Krieg erlauben, weil einfach das Geld fehlt, einzelne Aggressionen aber schon. Wir sollten Haltung bewahren und nicht in einen Alarmismus verfallen, der die politische Waffe und die diplomatischen Waffen die wir gegenüber Putin haben vergisst. Auch das sind wir den jungen Menschen in der BRD schuldig, die potenziell tatsächlich in eine Lage eines größeren Krieges geraten können, wenn wir nicht jetzt handeln und die politischen und diplomatischen Waffen gebrauchen. Unterlassen wir den Einsatz dieser Möglichkeiten, ist das wie unterlassene Hilfeleistung für eine ganze Generation, was noch nicht einmal im Kalten Krieg passierte. Die Nato ist schon heute ein starkes militärischer Verteidigungsbündnis - sogar ohne die USA. Alleine auf Donald Trump zu schauen ist fatal. Wir sehen, dass er gegenüber der Ukraine mit der Brechstange arbeitet. Das funktioniert wiederum mit Selenskyj nicht - und am Ende dann auch mit Russland nicht. Da sollten die Europäer klüger sein.

Dazu gehört politisch noch viel mehr als „nur“ die hybriden Angriffe verteidigen. Übrigens - ich bin der Überzeugung, diese werden weniger, wenn die Nato-Staaten Europas (die USA gehen zurzeit einen eigenwilligen Weg) Russland politisch auffordern und zwar direkt zu Gesprächen und in Gesprächen. Stelle Dir dazu eine Sackgasse auf, die wir zu Russland hin, übrigens auch zur Ukraine hin sprengen, um Gespräche über die Wiederherstellung des Völkerrechts zu einem Erfolg zu bringen. Gute Geschäftsmänner zeigen ihren Kunden (hier Russland und die Ukraine), wie sie zu einem Erfolg kommen. So müssen das die europäischen Nato-Staaten machen. Das ist unser Kontinent und dann schließen sich auch die USA uns an, denn das wäre im Grunde die Vollendung ihres derzeitigen Kurses. Es geht um eine Lösung innerhalb der völkerrechtlichen Umsetzung, die einen fairen Frieden für Beide, Russland und die Ukraine in den Fokus nimmt. Das ist möglich!

Du brauchst mir von dieser Dokumentation nicht schreiben, ich habe diesen Film gesehen. Ich weiß auch wie brutal Russland Menschen in diesen Krieg wirft. Ich finde, wir dürfen trotzdem nicht alles schwarz und weiß sehen, und wir brauchen einen historischen Background, warum sich Russland anders entwickelt hat, als uns das heute lieb wäre. Diese Dokus haben natürlich auch einen gewissen Unterhaltungswert. Aussagen von Putin werden manchmal aus den Zusammenhängen gerissen und mit anderen Zusammenhängen wieder in Verbindung gebracht, um den Film interessanter wirken zu lassen. Das ist keine Russland-Propaganda von mir. Das war mir im Film objektiv aufgefallen. Schaue Dir das einfach noch mal an.

Wie stellst Du dir das vor? Mal davon ausgegangen, die russische Armee würde Narva besetzen (befindet sich im äußersten Osten Estlands, direkt am Fluss Narva, der die Grenze zu Russland markiert. Auf der anderen Seite liegt die russische Stadt Iwangorod), und die Nato möchte die Stadt zurückerobern? Oder plädierst Du dafür als „Glücksritter, der Gerechtigkeit für die Ukraine bringt“ den Osten der Ukraine per Nato-Bodentruppen-Einsatz von den Russen zurückzuerobern - per Bewegungskrieg?

Eine Zeitlang hatte sich Selenskyj auch zur Krim hin orientiert. Vielleicht war das auch die falsche Strategie, wo doch in anderen Landesteilen im ersten Kriegsjahr Gebiete zurückerobert wurden.

Ich möchte ihm das nicht vorwerfen, das ist spekulativ. Aber klar waren die Ukrainer dort so langsam, weil alles bereits vermint war. Und es gab eine sehr schwierige Situation für die Ukrainische Armee. An sowas sollten wir auch denken, wenn wir uns auf einen Krieg mit Russland fokussieren, anstatt mit dem Feind zu reden, und unsere jungen Leute dafür opfern.

Ganz klar - Putin ist ein Krieger. Wahrscheinlich hätte man ohne viel Wind zu machen, gleich mehr Material loseisen können. Andererseits war die Situation in diesem Krieg für Russland auch speziell. Sie hatten sich in eine Lage gewagt, die aus dem Ruder ging. Damals bereits wäre die Fortsetzung politischer Interventionen ratsam gewesen. Ohne diese, war zeitweise die Eskalation ein hohes Risiko, welches auch nicht die Administration Biden in den USA gehen wollten.

Es geht nicht um den Wehrdienst als solchen, sondern um die Wehrpflicht. In Kriegszeiten ist übrigens keine klare Regelung gegeben, dass wer verweigert hat, nicht eingezogen werden kann. Praktikabel ist das vielleicht nicht, vormalige Verweigerer in Zeiten ohne Krieg, dann in Kriegszeiten einzuziehen, aber möglich erscheint es mir.

Wir sollten also klug bedenken, was wir den neuen Generationen antun, wenn wir jegliche politische und diplomatische Möglichkeiten nicht mehr im Betracht ziehen. Ich sage dann sogar, wir sind schlechter als Russland - mit allem dem was wir Russland auch mal angetan haben. Ich bin Deutscher und weiß darüber Bescheid.

Hab ich nicht.

Mir scheint die Motivation Russlands, die alten Seezugänge der Sowjetunion für den Handel zurückzuerobern, wie in der Arte Dokumentation beschrieben, sehr plausibel. Plausibler als Putins angebliches Großmachtstreben aufgrund irgendwelcher russischer Legenden der alten „Rus“. Putin ist ein rationaler Mensch, anders als Trump. Auch die immer wieder gern bemühte Legende vom Vertrauensbruch wegen der Nato-Osterweiterung ist kein Grund. euvsdisinfo.eu/de/der-mythos-der-nicht-sterben-will-der-nato-die-schuld-fuer-russlands-krieg-geben/

Mit Polen, Litauen, Estland, Lettland und der DDR hat Russland fast alle Ostseehäfen verloren. Daher halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass er sich diese Stück für Stück wiedererobern will. Aus rein wirtschaftlichen Gründen. Mehr Ambitionen in Europa, außer der Herrschaft über die Ostsee, halte ich für ausgeschlossen.

Und da er ständig mit seiner Schattenflotte, Kriegsschiffen und U-Booten in der Ostsee rumkurvt, sehe ich eine reale Gefahr. Gestern ist grad der zweite russische Zerstörer vor Fehmarn eingetroffen (Russische Marine vor Fehmarn: Zweiter Zerstörer in der Ostsee | Politik | BILD.de), einer liegt da schon (Ostsee: Verdächtiges Russen-Kriegsschiff vor Fehmarn aufgetaucht – „Beobachten das genau“). Ich wohne an der Ostsee und kriege das alles mit. Wir reden den Krieg nicht herbei. Der steht schon vor der Tür.

Ich glaube nicht, dass wir Russlands Rückeroberungszug mit gutem diplomatischem Zureden stoppen können. Der einzige Gamechanger wäre eventuell Putins Tod.
Trotzdem bin ich gegen eine Wehrpflicht nach Losverfahren, wenn wir gar keine sinvolle Beschäftigung für die jungen Soldaten haben. Erst die vernünftigen Waffen, Konzepte und Ausrüstung, dann die Soldaten. Und für den Aufbau einer wirksamen Zivilschutzarmee für Drohnenabwehr, Sabotageabwehr, Cyberabwehr und Wiederherstellung der Infrastruktur nach Katastrophen oder Angriffen.

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Die Wehrpflicht nach Losverfahren finde ich sowieso einen Witz, wenn, dann gerecht für alle mit der Möglichkeit des Zivildienstes.

Eigentlich wie früher.

Allerdings reichen vielleicht die 6 Monate Grundausbildung und die Besoldung soll ja endlich erheblich angehoben werden.

Die Kiewer Rus habe ich nur erwähnt, weil es einen Ursprung gab. Vergleiche das mit Affen und Menschen - oder historisch mit dem Reich der Franken.

Die Machtinteressen Russlands an den 5 Meeren fand ich auch plausibel nacherzählt. Ich diskreditiere ja nicht den ganzen Film. Ich hatte auch das Gefühl, dass es gut tut, die Nato als Gegengewicht in der Ostsee zu haben. Es handelte sich bei den Meeren, um Meere, an denen Russland anliegt. Es gab die Erzählung, Russland würde Odessa einnehmen wollen. Es gab Einzelne aus Russland, die damit in der Vergangenheit drohten - Generäle. Es war mir in diesem Moment aber nicht plausibel genug im Film erklärt, warum das bevorstehen sollte.

Richtig, dieses trennt mich auch von der Auffassung des BSW in Bezug auf den Krieg in der Ukraine. Allerdings muss sich das heutige Russland die Frage stellen, warum sich damals die Staaten des Baltikums und Osteuropas, der Nato zugewandt hatten und nicht mit Russland zusammen eine Sicherheitsarchitektur aufbauen wollten. Die Ukraine war außen vor geblieben, weder Fisch noch Fleisch. Kasachstan ist mit Russland in einer Bündnisorganisation. An der Stelle könnten die Staaten Westeuropas mit 80 Jahren Frieden nach langen Jahrhunderten kriegerischer Auseinandersetzungen, Russland auf die Sprünge helfen und genau darüber ließe sich der Frieden anlässlich des Krieges in der Ukraine organisieren und für die Ukraine organisieren.

In Russland lieben die Mütter ihre Kinder genauso wie bei uns. Das kommt nicht von mir, sondern von Gorbatschow. Russland rüstet auf, aber auch die Nato rüstet auf. Es ist ein Zug auf beiden Seiten in Bewegung gebracht worden, der nicht mehr so leicht zu stoppen ist. Die Aufrüstung ist auch ein ökonomischer Bestandteil. Alleine deswegen werden wahrscheinlich Rüstungsunternehmen diesseits und jenseits von dem was uns trennt, weiter ihr Geschäft betreiben wollen. Dafür braucht es Verantwortung. Diese Waffen müssen nicht und sollten niemals in einem heißen Krieg eingesetzt werden, sowie das im Kalten Krieg auch weitestgehend nicht geschah (Ausnahmen Prager Frühling, Afghanistan, Ungarn Aufstand, die Proteste in der DDR am 17.06.1953, Berlin-Blockade (begrenzt), Kuba-Krise).

Die ganzen Kriege die der Westen geführt hatte bis heute nach 1945 zähle ich jetzt nicht auf und auch nicht das, was Russland nach 1990 an Kriegen bereits vor der Ukraine geführt hatte. Im Grunde setzt sich das mit der Ukraine fort - aber die Ukraine ist uns näher als Georgien und Tschetschenien. In Syrien waren sie alle aktiv - wenn auch die Russen besonders brutal.

Es gab 1975 eine Zeitenwende in der Geschichte mit dem Helsinkier Verhandlungen, die zur Helsinki-Schlussakte geführt hatte. In die Richtung müssen die Staaten heute wieder lenken. Dazu braucht es erste Gespräche, die von den Europäern in Gang gebracht werden müssten. Wir benötigen eine neue Friedensarchitektur.

Der Krieg in der Ukraine wäre dann eine lösbare Aufgabe. Ich schreibe politische Waffen und diplomatische Waffen, denn es wird Schmerzen geben, auf beiden Seiten, wenn der Krieg allmählich davon zieht und damit auch nicht mehr alles gedanklich einnehmen kann. Wichtig ist, dass Europa ein Zielfeld bespielt, was beide Staaten in eine bessere Zukunft führt. Europa, das sind ganz schöne viele, wenn wir eine Mannschaft bilden. Die USA wird staunen und mitspielen wollen.

Das alles halten wir unserer jungen Generation vor, denn Russland wird vom eurasischen Kontinent mit seinen Machtinteressen nicht verschwinden. Einen Wehrdienst als Pflicht finde ich falsch. Wer freiwillig die Sicherheit Europas in diesen Zeiten mit garantieren will, hat unseren Respekt und unsere Verantwortung verdient. Das lohnt sich für die BRD, die ihr Glück 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer kaum fassen konnte.

Die waren doch nie in Russland. Okay, die aufgezählten waren in der UdSSR. Außerdem hat Russland noch Ostseehäfen. Ich halte es für weniger wahrscheinlich, dass sie in dieser Größenordnung Nato-Gebiet angreifen wollen. Ich glaube auch, dass die Rede in Russland, der Zusammenfall der UdSSR war die größte Katastrophe, eine nach innen gerichtete ist, denn die Menschen hatten sich mit der UdSSR arrangiert gehabt und suchten danach nach neuer Identität, was das alte Russland erst wieder herstellen zu versuchte. Russland sehnt sich nach einer Großmacht zurück, aber hat schon registriert, dass die Balten sich noch von der UdSSR abgespalten haben und die Nato das Baltikum verteidigen würde, oder auch Polen verteidigen würde.

Als an der Ostsee Lebende kann ich deine Sicht verstehen, aber ich glaube nicht, dass Russland Hafenstädte der Nato in der Ostsee angreifen würde. Es sei denn, wir sind in einer Eskalationsstufe der ganz extremen Version, und davor sollte die Nato uns eigentlich auch schützen, in dem sie nicht eskaliert, wie das z.B. unter Stoltenberg bis vor einem Jahr noch praktiziert worden war.

Reagiert die Nato besonnener, ist der Konflikt in der Ukraine lösbarer. Sogar eine Kontrolle der Westukraine mit Nato-Truppen zum Schutz der Ukraine wäre dann ein denkbareres Szenarium für den Übergang. Danach kam man immer noch beraten, die Ukraine in die Nato zu holen, ich halte Gespräche mit Russland darüber für unausweichlich, auch wenn die sich zurzeit sperren. Das heißt ich würde kein Veto formal akzeptieren, aber im Einvernehmen mit Russland wäre eine Nato-Aufnahme sicherlich etwas, was mir geboten erscheint. Du kannst sagen, es ist naiv. Aber das ist es aus heutiger Sicht noch. Es gilt doch unser Europa von morgen zu formen. Da gehört die Ukraine und Russland zu.

Das ist kein Krieg, wenn Du das mit der Ukraine vergleichst. Russland rasselt mit dem Säbel, weil denen die westliche Unterstützung der Ukraine nicht gefällt und ihnen unsere westlichen militärischen Bemühungen auch nicht gefallen. Ähnlich war es im Kalten Krieg auch, nur war dieser anders, er stand auf einem breiteren Fundament.

Nein, es ginge darum die politische und diplomatische Norm zu setzen und das beharrlich. Hast Du einmal die Füße in der Tür, dann überlegt sich der Kreml zweimal, ob er den Krieg fortsetzt. Ein Rückeroberungsfeldzug der tief in die Nato-Gebiet einfallen würde, den erwarte ich nicht - auch nicht im Kampf um Ostseehäfen. Dass sie in der Ostsee Präsens zeigen und in diesen Zeiten mehr als sonst, das ist normales Verhalten - in diesen Zeiten.

Dagegen wäre ich auch. Ich bin aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gegen eine Wehrpflicht generell. Sollten wir aber die russischen Vorstellungen, sich in der Ukraine räuberisch durchsetzen zu können, nicht stoppen, dann wird es immer schlimmer, weil Putin wird nicht jünger wird und seine Zeit läuft ihm davon. Dann könnte eine Wehrpflicht bei uns notwendig werden. Also lieber jetzt alles auf eine Karte der Vernunft, um die Norm zu setzen, das Völkerrecht hilft dabei.

meinte ich doch.

Russland/Putin wollen nicht verhandeln. Die wollen die Häfen am schwarzen Meer, einen breiten Zufahrtsweg zur Krim und die dort vorhandenen seltenen Erden.

Dann hast du doch schon selbst aufgezählt, worüber die Ukraine mit ihnen „verhandeln“ kann.

Weißt Du, ich glaube wenn Europa nicht verhandeln will, und darauf kommt es an, dann laufen wir eines Tages Gefahr, dass unsere Militärbasen angegriffen werden - nicht nur Ostseehâfen

Es kommt nicht deswegen drauf an, sondern genau weil Putin nicht verhandeln will, deswegen sollten es die europäischen Nato-Staaten zusammen mit der Ukraine wollen und das Russland immer wieder kommunizieren.

Auch das sollte bei der Frage Wehrpflicht ja, oder nein, betrachtet werden.

Irgendwie willst du an das Gute glauben … Russlands Miltär zeigte auch vor der Ukrainischen Grenze Präsens und behauptete, dass dies ein Manöver sei. Und plötzlich fielen sie in die Ukraine ein.
Ich denke nicht, dass sich Rußland an irgendwelche Verträge halten wird.
Lass sie den Friedensvertrag unterschreiben, alles nach Rußlands Bedingungen und Gusto, Putin wird nach einer kleinen Pause, wenn die Ukraine die eigenen Soldaten von der Front abgezogen hat, einfach in der Ukraine einmarschieren.
Und vielleicht etwas später in Litauen.
Putin ist Geheimdienstmann, dem haben sie in jungen Jahren jegliche Skrupel aberzogen. Der nimmt sich, was er kriegen kann.

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ich auch nicht.
Aber ehrlich gesagt kommt es darauf nicht an, ob wir das denken oder glauben oder nicht.
Die Frage ist: verlassen wir uns darauf?
Verlassen wir uns darauf, dass Putin (bzw Russland) einen Friedensvertrag einhält?
Über 1, 2, 5, 10, 20 Jahre?!
Ohne dass wir einen Plan B haben?
Ich würde das niemals tun, egal was ich glaube.
Das ist der Fehler, den wir nach dem Ende der UdSSR gemacht haben.
Und den die Ukraine gemacht hat.
Wir haben „geglaubt“, dass wir keine Armee mehr brauchen.
Bei einer Frage von Leben oder Tod kann man sich aber nicht mit „Glauben“ zufrieden geben.

Das ist wie beim Fallschirmspringen: es reicht nicht, wenn ich „glaube“, dass ich den 2. Schirm eingepackt und richtig zusammengelegt habe. Das sehe ich mir vorher genau an, denn davon hängt mein Leben ab (ich verdanke so einem 2. Fallschirm mein Leben :slight_smile: ).

Genau so muss ein Staat mit der äußeren Sicherheit umgehen:
er muss idealerweise immer in der Lage sein, sich aus eigener Kraft zu verteidigen, unabhägig davon, wie gerade die politische Großwetterlage ist.
Alles andere ist fahrlässig und lebensgefährlich.
Die NATO war lange Zeit eine brauchbare Alternative, aber wie man sieht, ist auch die am Ende eine wackelige Angelegenheit, sobald die USA von der Fahne gehen.

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Dafür gibt es sehr gute Gründe.

Das ist jetzt eine prinzipielle Frage für die Fachleute, ob wir bzw. die Ukraine noch Panzer zur Verteidigung brauchen. Es gibt ja z.B. auch noch den Gepard-Panzer, der m.W. bei der Drohnenabwehr sehr hilfreich ist.

Ich maße mir da aber kein Urteil an. Und du?

Ich habe kein Ahnung, warum du hier in Ironie verfällst. Wenn du das anders siehst, empfehle ich schleunigst Auswanderung in ein Land, das besser aufgestellt oder viel weiter von Russland entfernt ist.

Und wieder spricht der Experte.

Ich wusste gar nicht, dass es in Donezk und Luhansk Häfen gibt.

Nö, aber ne Zufahrt zur Krim und seltene Erden u.a. Lithium.

Ich maße mir den Verdacht an, dass der Einkauf von militärischen Geräten und Bundeswehrzubehör nicht unbedingt nach fachlichen und sachlichen Erwägungen erfolgt, sondern eher nach Lobby-Einflußnahme. "Insgesamt hat die Bundeswehr für Großwaffensysteme in den letzten Jahren zwischen 35 und 54 Prozent zu viel bezahlt. "(Greenpeace) Z.B. frage ich mich, warum 1000 Logistikfahrzeuge für die Bundeswehr 770 Mio Euro kosten. Reichlich viel Geld für ein paar gepanzerte LKWs.
Oder für eine Batterie 3 Euro statt handelsüblicher 27 Cent, oder der 5-fach höheren Kosten für die Unterbringung einer Manschaft einer Fregatte
Jedenfalls scheint die Bundeswehr ziemlich viel Gedl für ziemlich viele unbrauchbare Sachen zu bezahlen, wenn ich den Medienberichten glauben kann.

Neuseeland haben schon die Reichen und Schönen besetzt, kann ich mir nicht leisten. (Superreiche suchen Zuflucht in Neuseeland - DER SPIEGEL)

Immer noch "Expertin"! :wink: @Dorfprojekt-Sarnow wie findest du die Waffen und Ausrüstung der deutschen Bundeswehr?

Bei der Frage von Leben und Tod spielt „Glauben“ eine nicht unerhebliche Rolle. :wink:
Bei der Frage nach Demokratie oder Diktatur dagegen nicht.

ich vergaß, „Glauben“ hat bei Dir eine andere Bedeutung. :slight_smile:
Also gut, dann eben bei Demokratie und Diktatur.

ja, fragen ist nie verkehrt.
Aber der Fehler liegt häufig im antworten, wenn man sich nicht auskennt.
Ich verstehe nix von Rüstung und kann nicht beurteilen, ob die Fahrzeuge ihr Geld wert sind.
Aber vielleicht rufst Du mal bei den Verteidigungsministerin von Großbritannien, Australien, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Österreich, Ungarn, Singapur, Slowenien, Dänemark und der Ukraine an und erkundigst Dich, warum die 15-20.000 dieser Dinger gekauft haben. Alle blöd?

UTF und WLS basieren auf der robusten HX-Fahrzeugfamilie der RMMV. Durch die Konzeption für die militärische Nutzung, sind sie durch hohe Beweglichkeit auch in schwierigem Gelände ausgezeichnet. Die weltweit große Verbreitung der HX-Fahrzeugfamilie bringt gerade im Hinblick auf multinationale Einsätze signifikante Vorteile bei Interoperabilität und Logistik. Aktuell gehören neben Deutschland unter anderem Großbritannien, Australien, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Österreich, Ungarn, Singapur, Slowenien, Dänemark und auch die Ukraine zum Nutzerkreis. Der neue Auftrag belegt die hohe Akzeptanz der bewährten HX-Fahrzeuge. Mehr als 20.000 Fahrzeuge befinden sich bereits weltweit in Nutzung.

siehe
Bundeswehr ruft bei Rheinmetall über 1.000 Logistikfahrzeuge ab | Rheinmetall

Auch hier stellt sich wieder die Frage der Alternative:
Würdest Du den Kauf der 1000 Fahrzeuge gutheißen, wenn sie 25% billiger wären?
Oder andersrum: sollen die Soldaten Fahrrad fahren, wenn die gepanzerten LKWs zu teuer sind?
oder sollen wir nur 300 kaufen, obwohl wir 1000 brauchen?
Oder sollen wir sie in China kaufen, weil sie da so billig sind?
oder in den USA ?? und uns noch abhängiger machen, als wir es eh schon sind?

Der noch so starke Widerwille gegen Kriegsgerät und Aufrüstung macht weder die Selbstverteidigung noch eine entspr. Bewaffnung überflüssig.

Wär schon mal eine Option. Ich vermute, dass die anderen Länder weniger bezahlt haben als Deutschland. Jedenfalls überzeugt mich der Beschaffungsplan der Bundeswehr nicht in Bezug auf die neuen Herausforderungen im Krieg. Drohnen und Drohnenabwehr sind gar nicht vorgesehen. Statt dessen ein neues Kriegsschiff und ein neues Panzermodell, von dem wir wieder nicht wissen, ob es was taugt, zumal der völlig überteuerte Puma-Panzer schon ein Flop auf ganzer Linie war (und trotzdem weiter bestellt wird). Bergepanzer wurde ohne Ausschreibung bei Rheinmetall bestellt, obwohl sie woanders zum halben Preis zu haben sind.

Das Beschaffungssystem der Bundeswehr gilt schon lange als zu teuer und ineffizient (und korrupt)
"Drohnen für die NATO und die Ukraine, produziert in Deutschland - eine Seltenheit. Das Potenzial dafür nutze Deutschland noch viel zu schlecht, meint Rafaela Kraus, Professorin für Unternehmens- und Personalführung an der Universität der Bundeswehr in München. „Wir müssen auch die strukturellen und kulturellen Probleme in der Bundeswehr angehen und in der Verteidigungsinnovation. Sonst versickert vieles in Kanälen, die wir vielleicht gar nicht haben möchten.“ (Tagesschau)
Von den 100 Milliarden Schulden („Sondervermögen“) scheint viel Geld in konventionelle Waffen zu fließen, die wir gar nicht brauchen. (Rüstung: Vorsicht, Panzerblase – kauft die Bundeswehr das Falsche?)

Nein ich bin keine Expertin für Waffen, aber man braucht nur in die Google-Suche „Bundeswehr Beschaffung Kritik“ einzugeben und wird mit Artikeln dazu überschwemmt.

Insofern scheint angesichts des vielen Geldes und der Bedrohung ein blinder Aktivismus ausgebrochen zu sein, inkl. der Wiedereinführung der Wehrpflicht, ohne dass es ein zeitgemäßes Konzept zur Verteidigung und zum Zivilschutz gibt.

Wir setzen unsere Wehrpflichtigen also in Panzer, die nachweislich nix taugen und bilden sie darin aus für Panzer, die noch nicht mal gebaut sind, in einer sich wandelnden Kriegsführung, für die man eigentlich Drohnen und Roboter bräuchte.

Nachweislich?
Weil irgendjemand einen kritischen Bericht schreibt ist es für dich nachgewiesen? Du glaubst offensichtlich jedem solange er sich kritisch äußert.
Ist der Bericht glaubwürdig oder zumindest glaubwürdiger als das Urteil der Leute die sich mit Beschaffung in x Ländern beschäftigen und die Dinger kaufen?

Naja, von einander abschreiben ist leichter als selbst recherchieren. Und wenn irgend jemand angeschlagen ist, stürzen sich eben alle drauf. ob zu recht oder unrecht ist mal dahin gestellt.
Kannst ja mal Habeck und Kritik eingeben. Da wird man auch mit negativen Artikel überschwemmt. Ein Beweis für seine Unfähigkeit?