grosse gruppen der freiberufler zahlen in eigene versorgungssysteme ein, zB Anwälte, Steuerberater und ähnliche. und ich glaube die Künstlersozialkassen zahlen auch Rente.
wie ist das bei architekten? keine ahnung.
ich zahle seit 1995 den Höchstbetrag in die Anwaltsversorgung und kriege wahrscheinlich weniger rente als irgendein beamter des mittleren dienstes. aber ist egal, ich bin auf die rente nicht unbedingt angewiesen.
Vor allem ist das Defizit bereits ungerecht, weil irgendjemand „Artfremdes“ (der Steuerzahler) das ausgleichen muss - warum benennt keiner diese „Gerechtigkeitslücke“?
Kinder in die Welt setzen wird behandelt wie eine Einzahlung in die Rentenkasse. Ist es ja auch irgendwie. Eine höhere Einzahlung in die Rentenkasse führt zu höherer Rente(Rentenpunkte). Egal wie die Rente ohne diese Einzahlung gewesenwäre. Da werden alle gleich behandelt. Was auch richtig (gerecht) ist.
Konzeptionell war die Idee der Mütterrente, die Minderung der Erwerbsjahre auszugleichen, die mit der Zeit, in der wegen der Erziehung der Kinder keine oder eine nur sehr eingeschränkte Verdienstmöglichkeit bestand, verloren wurde. Das sollte das Kinder kriegen zumindest finanziell attraktiver machen.
HIer stellen sich 2 Fragen: 1) soll das Kinderkriegen weiterhin attraktiv bleiben (schließlich leben wir immer noch in einem Land, dass zu einem der am dichtesten bevölkertsten der Welt gehört, und es könnte sein, dass - neben dem Rentenproblem - viele Dinge langfristig einfacher werden, wenn sich in Deutschland langfristig weniger Menschen aufhalten würden (Wohnungsnot etc.)
Zweitens ist die Zeit der Erwerbsminderung inzwischen ein klein wenig dadurch abgefedert worden, dass ein Recht auf Kita-Platz besteht, so dass die Erwerbslücke (zumndest theoretisch) deutlich verkleinert wird.
Man könnte also diese beiden Dinge bei der Berechnung von Rentepunkten anders als in der Vergangenheit bewerten.
Theoretisch könnte man natürlich die Kinderanrechnung einer Progression unterwerfen (das ist wohl Dein Vorschlag an der Stelle) - ob das aber eine gute Idee (und verfassungskonform) ist, weiß ich nicht … Da habe ich Zweifel
Allerdings insgesamt höchsten 8 Jahre. D.h. in deinem Beispiel, dass die 8 Jahre vom 16. Geburtstag bis zum Abschluss mit 24 auf die Rente angerechnet werden und damit das früheste Renteneintrittsalter nach 45 Jahren wäre 63 Jahre.
Das ist aber unfair, weil ein Studium auch eine Art Lehre ist, nur dass man kein sozialversicherungspflichtiges Gehalt bekommt, sondern das Studium sogar selber bezahlen muss. Das ist Nachteil genug, weil viele Studenten noch jahrelang von ihrem Gehalt Bafög nachzahlen müssen. Nicht jedes Studium bietet einen gutbezahlten Job!
Mit dem Unterschied, nicht jede/r Student*in erhält Bafög. Bei meiner Tochter hatte ich damals leider lediglich 10 € zuviel verdient.
Soweit ich konnte, habe ich natürlich versucht, sie finanziell zu unterstützen, aber am Ende musste sie einen Studienkredit aufnehmen, den sie nach dem Studium in Raten voll zurückzahlen musste, und sie hat neben ihrem Studium noch gejobbt, um sich einen gewissen Lebensstandard zu erhalten.
Und mit dem Blick auf die Mietpreise für Studenten wird es heute noch schwieriger.
Das ist schon klar. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen bin ich dafür sehr dankbar, obwohl ich noch nicht mal BAFöG bekommen habe.
Das Problem ist, wenn man es nicht vorher weiß, dass es dann doch nicht voll auf die Rente angerechnet wird, dann hätte man sich vielleicht damals anders entschieden (nicht ich, aber viele andere vielleicht).
Diese Unzuverlässigkeit ist es, die zum Politikverdruss führt.
Das kann man leicht dadurch beheben, dass man nur die so behandelt, die neu anfangen wollen.
Da weiß dann jeder vorher was Sache ist. Vielleicht werden dann auch weniger in die Länge gezogen und unnütz studiert. Es ist hoffentlich ein Motivation sich besser zu überlegen ob und was man studiert.
Ja, das wäre aus meiner Sicht okay, aber man spart dann natürlich nicht so viel wie erhofft. Der positive Effekt wäre, dass mehr junge Leute sich für eine Ausbildung entscheiden würden, was ja auch sowieso wünschenswert wäre, aber deren Einzahlungen in die Rentenkasse in den kommenden 5 Jahren würden vermutlich kein gamechanger für die Regierung werden.
Es geht darum, dass die die lange Studieren auch länger arbeiten.
Erstens, weil sie es in ihren Berufen meist auch können und zweitens können sie so auch was an den Staat zurück geben können, der das Studium finanziert hat.
Ja, dir geht es darum, und ich finde das auch richtig.
Für die aktuelle Regierung ist das aber völlig wumpe, weil die dann schon die Radieschen von unten angucken.
Wenn die jetzigen Schulabgänger (nehmen wir sie mal mit 17 Jahren an) 67 Jahre alt sein werden, sind die die derzeitigen Regierungsmitglieder dann im Durchschnitt 103,1 Jahre alt und seit 50 Jahren nicht mehr an der Regierung.
Wie viel Interesse „wir“ an der Zukunft haben möchte ich jetzt nicht weiter ausführen.
Zum einen arbeiten Studenten auch: in Praktika (unbezahlt) und indem sie mit ihren Abschlussarbeiten zur Forschung ihrer Professoren beitragen (ebenfalls kostenlos). Die Bachelor-/Masterarbeiten fließen an Universitäten oft direkt in drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte der Institute ein. Studierende erbringen hierbei wissenschaftliche Eigenleistung (Datenerhebung, Laborversuche) ohne dafür bezahlt zu werden. Sie müssen sogar oft noch einen Kredit für ihren Lebensunterhalt während der Arbeit aufnehmen. Insofern ist Studium auch Arbeit und damit auf die Rente anrechenbar.
Von der kostenlosen Ausbildung zu Akademikern pofitieren die großen Unternehmen, die sich nicht an den Kosten des Studiums beteiligen. Anders als bei einer Lehre.
Sie benötigen die Akademiker für Forschung, Produktentwicklung und Firmenleitung, produzieren aber im außereuropäischen Ausland, wo sie keine/wenig Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen.
Ein Semester Studium pro Student kostet den Staat 11.000 bis 13.000 Euro pro Jahr (Laufende Ausgaben je Studierende - Statistisches Bundesamt) Unternehmen stellen diese hochqualifizierten Akademiker ein, ohne direkte „Ausbildungsgebühren“ an den Staat zurückzahlen zu müssen.
Insofern muss man vielleicht die Unternehmen mehr zu Kasse bitten, als die Lohnsteuerzahler.
Übrigens müssen Langzeitstudenten inzwischen auch Studiengebühren zahlen.
Es gibt in Deutschland inzwischen bereits privat finanzierte Studiengänge, z.B. durch die Ölindustrie. Das würde ich nicht unbedingt weiter ausbauen wollen.
Wenn es die Regierung nicht mehr hinkriegt, die Universitäten selbst zu finanzieren, ist das auch ein Schritt in Richtung Versagen.
Ich selbst hatte für meine Promotion ein Stipendium von einer Stiftung, die einem DAX-Konzern nahe stand. Dafür bin ich sehr dankbar, aber es war mir auch sehr wichtig, dass ich dadurch zu nichts verpflichtet wurde.
Ist schon erstaunlich, welche verdrehten Kreise du hier ziehst.
Wenn schon den ganzen Satz bewerten. Da steht: „und bezahlt Steuern und in die Sozialkassen ein“
Die Firmen bezahlen dem Mitarbeiter ein ihrer Ausbildung entsprechendes Gehalt. Nutznießer der Ausbildung ist also der studierte Mitarbeiter. Die Firmen profitieren also nicht von der kostenlosen Ausbildung, sondern in erster Linie die Studierenden. Als nächstes meinst du vielleicht noch, das die Kunden der Firmen, die eigentlichen Nutznießer der Ausbildung sind. Weil die Profitieren ja von den Produkten und Dienstleistungen die sie von den Firmen beziehen.