Für alle, die mit „Buden machen“ nicht viel anfangen können. Ich glaube, dass dies in gewissen Teilen des Ruhrgebietes zu „Tore schießen“ gesagt wird. Im Stadion: „Ey, der hat die Bude gemacht!“
Zur „Unvernunft Russlands“, vielleicht sollte ich an der Stelle zufügen, dass ich einen toleranten Bezug zu Fehlentscheidungen habe. Eingeflochten hier an der Stelle unser Altkanzler Schröder. Man mag stehen zu ihm wie man will, ich verstehe gar nicht, warum man ihm nicht mal ins Fernsehen einlädt um ihn zu Wladimir Putin und seine Freundschaft zu ihm zu befragen. Vielleicht will er das aber gar nicht.
Aber er, Schröder, hatte ebenfalls von einem Fehler gesprochen, den Wladimir Putin am 24.02.2022 begangen hatte. „Unvernunft Russlands“ sollte an der Stelle keine pauschale Wertung sein, in dem Sinne, dass Russland von Natur aus unvernünftig handeln würde, sondern sollte auf die Völkerrechtsbrüche der jüngeren Zeit bezogen sein. Russland handelte in der politischen Führung durch diese Regierung unvernünftig, in dem sie die grünen Männchen auf der Krim einsetzten und die Krim annektierten. Ebenso handelten sie unvernünftig, als sie am 24.02.2022 den Krieg mit offiziellen Truppen eskalierten und über die ganze Ukraine trugen. An den Punkten fehlt Vernunft. Diese Vernunft sollte man in die Lage hineintragen.
Genau das, wir müssen nicht, aber wir sollten das.
Russland hätte natürlich nach dem Ende der Sowjetunion sich auch um seine Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarn im Baltikum und nach Polen hin mehr kümmern können. Das hätte vieles erleichtert. Zu Finnland hatte man jahrelang ein ganz passables Verhältnis gehabt. Ich glaube, es wäre nur vernünftig wenn der Westen sich mit friedlicher Absicht arrangieren würde. Viele der Staaten, die sich seit dem 24.02.2022 neutral und nur mäßig verurteilend in Richtung Russland gezeigt hatten würden dann vermutlich sich hinter guten politischen Lösungen stellen. Die Ukraine möchte kein Staatsgebiet abgeben. Russland hat annektiert, ich weiß nicht, aber ich glaube bis auf Nordkorea hat noch kein Staat diese Annexionen anerkannt. Entmilitarisiert werden könnte im Rahmen der Nato-Aufnahme der Donbass und die Krim. Sewastopol - dafür könnte man eine Lösung finden. Entnazifizierung der Ukraine, da könnte die Europäische Union eingreifen. Klar ist, dass es rechte Tendenzen in Minderheiten der ukrainischen Bevölkerung gibt. Auch gab es im Jahr 2014 auf dem Maidan Rechtsradikale, die sich unter die Protestler für das EU-Assoziierung-Abkommen mischten. In einem der Kabinette, die 2014 in Kiew gebildet wurden, gab es rechte Parteien, es gibt das Asow-Regiment mit mindestens rechten Wurzeln, es gibt Bandera-Anhänger und Fanatiker der Ukraine SS, die an der Seite der Wehrmacht gegen die rote Armee im 2. Weltkrieg operiert hatte. Aber wie gesagt, das sind Minderheiten. Solche rechten Gruppen gibt es fast in jedem europäischen Staat - leider. Die Ukraine will in die EU - da kann es Lösungen und Gespräche geben.
An der Stelle habe ich eine Ausarbeitung mal eingeführt. Mir brennt dieses Thema seit meiner Jugend (immer war ich tendenziell mehr auf der Punker als auf der Skinheadseite)
Rechtsextremistische und rechtsterroristische Gewalt in Europa | Rechtsextremismus | bpb.de
Mir ist nicht bekannt, dass es eine EU-weite Entgegnung gegen dieses Phänomen gibt. Es wäre cool wenn dies von der BRD mal eingebracht wird, in den Zeiten, wo man die Ukraine aufnehmen möchte und selber eine verdächtige Partei im Parlament hat, mit einem Björn Höcke, der Faschist genannt werden darf. Die derzeitige Ampel-Regierung wäre da genau richtig für. Die Union erscheint mir in der Frage manchmal zu zögerlich und zu verschwommen in der Positionseinnahme.
Da stimme ich Dir weitestgehend zu. Wir hatten uns geschrieben. Bosnien und der Kosovo in den 1990er Jahren belegten das Gegenteil. Ich vertrete jedoch die Auffassung, dass dieses nicht mit der Ukraine in dem Umfang vergleichbar ist, sondern dass es einen klassischen Krieg - leider mit Kriegsverbrechen gibt und die Medien sehr direkt uns die Ereignisse in unsere Wohnzimmer bringen - uns auch die Ukraine, allein schon wegen der Klitschko Brüder hier in der BRD sehr nahe ist und allgemein in der westlichen Welt der Wunsch nach Freiheit, Demokratie und Westbindung der Ukraine honoriert wird.
Ich finde in dem Zusammenhang aber auch, dass das Vorgehen Russlands in Bezug auf den eigenen Volksstamm, der Russen, Schutz der Russen in der Ukraine, unangemessen ist. Dann sind wir wieder bei der Unvernunft und da gehört Vernunft ins Spiel. Politik bringt, wenn sie gut gemacht wird, die Vernunft. Putin ist zwar die mächtigste Figur in Russland, aber er ist weiß Gott nicht alleine. Falls es einen westlichen Vorschlag für eine politische Lösung mit Forderungen an Russland gibt, wird die Antwort von Putin darauf, Reflektion in der russischen Bevölkerung erzeugen. Darauf hat der russische Präsident bei aller Macht auch Rücksicht zu nehmen - wenn der westliche Vorschlag vernünftig ist.

