Merz: Wir leben über unsere Verhältnisse

nun, bei Reformen und Einsparungen muss eben alles auf den Prüfstand….

Auch Verträge aus den 70ern, die mittlerweile ganz schön ausufern…

Ein Bekannter, der in dieser Materie unterwegs war, nannte mir mal Zahlen für die Krankenkassen in Höhe von 1,7 Milliarden €.

Bei einer vernünftigen Digitalisierung sehe ich noch größere Einsparpotentiale. Ein Bewilligungsbescheid hat in der Regel mindestens 15 Seiten. Rechne Papier, Aufwand, Porto und Druckkosten auf ein Jahr hoch, wenn alle 6 Monate neu bewilligt werden muss.

ein passender Artikel, wie die Regierung Geld einnehmen könnte aus der Frankfurter Rundschau:

Staat verfolgt Milliarden-Steuerbetrug nicht – und lässt sich das Doppelte der Bürgergeld-Kosten entgehen

Ja und Nein - natürlich ist die Motivation des AfD’lers eine andere als die der KI - die KI stellt auf eine syntaktische Frage eine Antwort zusammen, die sich einerseits auf die ***sprachlichen!*** Infos stützt, mit denen die KI trainiert/gefüttert wurde (bzw. vielleicht auch solche, die sie selbst unter Verwendung eines Suchalgorithmus zusammengestellt hat). Sie kann aber als Sprachmodell nicht die Sinnhaftigkeit der Quelle überprüfen, sondern folgt lediglich statistischen Betrachtungen, wie die zur Frage passenden Sätze zu gestalten sind. Die Antwort kann zufällig (je nach Trainings- und zusammengeklaubten Daten präzise bis völlig schwachsinnig sein.

Der AfD’ler hat natürlich andere Trainingsdaten - im Gegensatz zur KI hat er sehr wohl Parameter, nach dem er die Informationen auf Sinnhaftigkeit (wenn auch nur im Rahmen seines AfD-”Trainingsprogramms) überprüfen kann - auch hier kann diese Mischung durchaus zwischen präzise und schwachsinnig skalieren - wenn auch aus anderen Motiven.

Das Resultat ist aber in beiden Fällen da gleiche - man bekommt keine Antwort, auf die man weiter aufbauen kann, ohne nicht selbst eigene recherchierte Daten der so gelieferten Information (egal ob aus KI oder aus AfD-Mund) gegenüberzustellen.

Die Info allein („seht mal, was die KI dazu sagt“) ist also ohne zusätzliche eigene Recherche völlig sinnlos.

Ich habe das mal ausprobiert bei der Frage, ob die KI der Meinung ist, die Nato sollte aktiv auf Seiten der Ukraine in den Krieg eintreten - das Ergebnis war - so wie Dein KI-Ergebnis - nicht zu gebrauchen.

Sie lügt nicht, das würde Absicht voraussetzen, sie phantasiert.

Die heutige KI hat keine Meinung, sie durchforstet Daten ohne ihre Wahrheit beurteilen zu können, zumindest bist jetzt, und formuliert aus all diesen Daten irgendeine Antwort. Man sollte zur Zeit von ihr nichts anderes erwarten.

Das ist bei Menschen, dazu gehören gerade auch AfD-Anhänger, allerdings oft auch nicht anders.

Das hast Du natürlich besser formuliert als ich :slight_smile: Es bleibt aber bei unser gemeinamen Auffassung, dass das Ergebnis der KI erst einmal keinen Anspruch auf irgend einem wie auch immer gearteten Wahrheitsgehalt erwarten lässt.

Das geht auch indirekt, an Stellen, wo man es zunächst nicht vermutet.

Zufallsfund von heute

Die Einbürgerung mit gefälschten Sprachzertifikaten und anderen Dokumenten scheint mittlerweile recht häufig vorzukommen, zT auch mit dem Versuch, dieselbe Person unter verschiedenen Identitäten anzumelden.
Dadurch gelingt es auch, Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen.
Der deutsche Staat ist da merkwürdig vertrauensselig, so ein Zertifikat kann offenbar auch von irgendeiner VHS erteilt werden und ist daher nicht so schwer zu fälschen.

Genau wie bei der nachlässigen Steuererhebung könnte hier durch bessere staatliche Kontrolle (auch) Geld gespart werden.

Habe ich vor zwei Tagen auch schon im Fernsehen gesehen aber ich denke nicht dass das ein Punkt ist wo man ansetzen kann.

Also so wie ich es in dem Beitrag gehört habe liegt das Problem an dieser Stelle ganz anders und zwar dass die Behörden die Fälschungen nicht erkennen können da sie darin nicht geschult sind (bei zu viele Quereinsteiger nicht genügend ausgebildet etc) die Anträge abarbeiten sollen.

Ausgabe der Zertifikate durch staatl. Stellen in Abstimmung mit den Sprachschulen.
Oder Führung eines staatlichen Registers der Zertifikate und ihrer Inhaber.

Frankreich ist übrigens ein schönes Beispiel dafür, wohin es führt, wenn keiner bereit ist, etwas abzugeben.
Das Parlament steckt den Kopf in den Sand und lässt lieber die Regierung platzen und LePen künftig regieren, als einer Sparmaßnahme zuzustimmen (u.a. Abschaffung zweier Feiertage). Dabei wird eine Staatskrise, der eigene wirtschaftliche Abstieg und auch die nächste Euro-Krise in Kauf genommen.
Und die Bevölkerung tickt genauso.

Die Stärke einer Gesellschaft in der Krise ist direkt proportional zu ihrer Fähigkeit, Opfer zu bringen.
Deshalb sind die Russland, China, Nordkorea, Israel und auch die USA stark und die Europäer so elend schwach.

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Freilichen müssen Defekte behoben werden aber wo ist hier der einspareffekt denn wir reden hier von einer noch noch kleineren Gruppe.

Zwar kannst du viele Kleinpositionen zusammensammeln aber ist dann der Aufwand nicht einfach viel zu groß.

Hier muss ein größerer Wurf her.

Die Situation in Frankreich die du beschreibst das ist eher ein Symptom aber nicht die Ursache.
Wir sehen global gesehen ja sogar bis hin zu USA eine tiefe Spaltung der Gesellschaft.
Diese Situation fanden wir und finden wir zurzeit in vielen Staaten Österreich Frankreich Deutschland Griechenland Italien und so weiter.
Die bürgerlichen Mitte löst sich quasi auf. Man spricht auch von der Schere die zwischen Reichtum und Armut immer größer wird und da sind es die Symptome die sich zeigen die Armen wollen nicht noch ärmer werden und die Reichen wollen nichts zum Reichtum abgeben.
Der Wohlstand einer Gesellschaft zeigt sich aber nicht an den Reichen der Gesellschaft sondern an den Armen der Gesellschaft.
Darum ist es immer wichtig den Lebensstandard der ärmeren einer Gesellschaft möglichst zu bewahren ergo die Schere zwischen Arm und Reich nicht zu groß werden zu lassen.

Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Genau wie die Migration und vor ein paar Jahren Covid-Impfungen, früher mal die Juden und Zigeuner, sind das nur Vorwände, um die Spaltung zu forcieren. Wer von der Spaltung profitiert ist ja klar.

Das würde auch nicht helfen, genau die der Rückgang der Migration nicht hilft.

wie sieht der aus?

Rein mathematisch stimmt das nicht, und auch volkswirtschaftlich nicht.
Es ist ein Glaubenssatz bzw eine politische Position oder Parole.
Ist Katar ein armes Land, weil es dort einige hunderttausend Quasi-Sklaven aus Asien gibt?
Natürlich nicht.
Ist Deutschland ein armes Land, weil es Menschen gibt, die obdachlos sind? Natürlich nicht.
Rein mathematisch gesehen ist der Zusammenhang m.E. genau umgekehrt:
Am vermögendsten sind Gesellschaften, in denen es große wirtschaftliche Ungleichheit gibt.
siehe zB die USA. Da gibt es einen kausalen Zusammenhang, behaupte ich.

Wenn es um die Höhe der Verschuldung geht, ist zuerst wichtig, dass und wie man sie gering halten kann. Sollte das nur durch Vergößerung der Schere gehen, muss man auch das erwägen.
Das mit der Schere ist kein Finanzierungsproblem, sondern ggf. eine Frage der politischen Stabilität, der Moral, der Gerechtigkeit usw.
Es ist wie so häufig: Moralfragen werden an die 1. Stelle gesetzt, ob es funktioniert, ist offenbar nachrangig.

Eine wohlhabende Gesellschaft besteht nicht allein aus dem Reichen sondern aus Allen und dann muss ich auch wirklich alle einbeziehen selbst die Armen die im Wellblechhütten wohnen und da kann man wirklich nicht von Wohlstand sprechen wenn es Menschen gibt die vom Müll der anderen leben, daher sind eure Ausführungen komplett falsch.
Eine Gesellschaft ist nicht reich nur weil es ein paar wenige Millionäre oder Milliardäre gibt eine Gesellschaft ist reich wenn alle davon profitieren können.

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Das ist wahrscheinlich richtig - anderseits schreibst Du

Politische Stabilität ist aber erst einmal kein (rein) moralisches Konstrukt. Eine Gesellschaft, die entweder ihre Ordnung verliert und/oder in den Radikalismus abgleitet, weil die (gefühlte?!) Perspektivlosigkeit zu groß wird, hat ein Problem mit der Stabilität - ob die daraus sich evtl. entwickelnden Bürgerkriege/bürgerkriegsähnlichen Zustände gleichzusetzen sind, sei dahin gestellt.

Natürlich sind wir in Deutschland und auch i Europa davon noch ein großes Stück entfernt - aber es zeigt zumindest, dass politische Stabilität nicht nur eine moralische Fragestellung ist.

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Politische Instabilität und (gefühlte) Ungerechtigkeit führt auch zu höheren Kosten für Sicherheitsdienste, gepanzerte Fahrzeuge, vergitterte Terrassen, Videoüberwachung und gated communities.
Abgesehen von den Kosten geht damit auch eine Verminderung der Lebensqualität für alle einher, wie man es in einigen Ländern sehen kann.

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dann sind die USA und Katar also arme (oder: „keine reichen“) Gesellschaften?
Willst Du das ernsthaft sagen?

Du erschaffst eine eigene Definition von Reichtum, die sich nicht an Logik, Mathematik oder VWL orientiert und fällst anhand dieser Definition Dein Urteil.
Kann man machen, aber es ist ein reines Begriffsspiel ohne Erkenntniswert.
Besser, weil ehrlicher und logischer, wäre es, anzuerkennen, dass zB die USA ein sehr reiches Land sind, dass der Reichtum aber sehr ungleich verteilt ist.

Die Umdefinition des Reichtumsbegriffs verunklart das nur, und sie hat rein moralischen, keinen empirischen Charakter, sie ist eine bloße Behauptung, die nicht bewiesen werden kann.
Es ist eine politische Parole oder Forderung.

Aber das ist alles nicht so aufregend, finde ich. Wir wissen alle, welche Vermögensverteilung in den USA besteht.

Die eigentlich spannende Frage ist doch die hier:

Ist Ungleichheit Voraussetzung für gesellschaftlichen Reichtum?
Oder besteht zumindest eine Korrelation zwischen Reichtum und Ungleichheit?
Gibt es reiche Gesellschaften, in denen weitgehende Gleichheit herrscht?

Das kommt wahrscheinlich darauf an, in welchem Stadtteil man wohnt.

In den USA gab es, als ich dort war, Gebiete, die man als Touri meiden sollte, in denen die Fenster der Schule mit Brettern vernagelt waren, die Einschusslöcher hatten, und in denen man Lehrern das doppelte Gehalt bot aber trotzdem kaum welche fand.

In anderen Neighborhoods dagegen war man als Richie eingesperrt und sollte möglichst nicht zu Fuß herum laufen, deshalb gab es dort schon mal gar keine Bürgersteige.

Ich hatte großes Glück, in einer Gegend zu wohnen, die man weitestgehend mit Deutschland vergleichen konnte.

Aus den verschiedenen Büchern zum Thema: Kleine Ungleichheit spornt an, große Ungleichheit ist ungünstig für die wirtschaftliche Entwicklung. Vermittelnde Faktoren sind ua Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung und der Bildung, was die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer einschränkt. Außerdem ist iA. die Korruption größer, auch die schwächt die Wirtschaft.

Norwegen ist reich und relativ egalitär.

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Katar ist ein Land ohne Menschenrechte und mit einem großen Anteil der Bevölkerung das sehr arm ist, dort haben nur wenige Reichtum und auch nur wenige können von diesem Reichtum profitieren.
Die USA da hat sogar volker Pispers gesagt dass wenn Amerikaner sich für ein Leben in der damaligen DDR entscheiden könnten, ein großer Teil der Armen sich dafür entscheiden würde, da sie dort gesundheitliche Vorsorge hätten einen Job hätten und vieles mehr.

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