Interessante Fragestellung
Hier muss wahrscheinlich - zumindest nach aktuellem technischem Stand - leider wohl ein „Ja“ stehen - denn die Drohneninfrastruktur, die sich in Krankenhäusern und anderen Sozialeirichtungen für Zivilisten befinden, wird es wohl i, Falle eines Angriffs auch weiterhin viele Opfer unter der Zivilbevölkerung fordern - und wie „zivil“ ist der Wartungstechniker einer Militärdrohne noch?
Ds zweite Problem ist der kriegsbedingende Fundamentalismus - der Fundamentalismus unterschied noch nie zwischen Zivilisten und kämpfender Truppe. Die Massaker zwischen Hutu und Tutsies in Afrika (wie auch der Krieg der SS gegen die Juden) sind hier sicher nicht die einzigen Beispiele, die man hier anführen kann.
Das dritte Problem, dass ich spontan identifiziere, sind die Kriege, bei denen es um die Verteilung von Ressourcen geht - wenn das Trinkwasser zum Kriegsgrund wird, dann ist das Ziel des Krieges nicht Geländegewinne an sich, sondern, „Mit-Trinker“
effektiv zu eleminieren, also möglichst viele Tote unter den Konkurrenten zu erzeugen. Nun kann man trefflich darüber streiten, ob diejenigen die als so Kriegs-Vertriebene verdursten, den Kriegstoten zuzurechen sind - meiner Meinung nach schon.
Und wie ist das mit dem Krieg, der nicht nur die aktiv kämpfende Turppe im Visier hat, sondern die „Mittäter“, die das logistisch unterstützen? Das ist ein ähnliches und doch davon verschiedenes Argument zumletzten Satz unter Punkt 1. Denn es macht einen Ingenieur, der eine neue Drohne konstruiert, zu einem „lohnenden Kriegsziel“ von Drohnen - wie effektiv das funktoiniert, hat die USa und Israel bei der gezielten Tötung von formalen Zivilisten unter Beweis gestellt.
Wahrscheinlich also wird der Krieg anders - aber viellecht leider nicht mit weniger Opfern…
Was ebenfalls interessanter ist, ist die Frage, was bei dieser gezielten und zugleich unschlagbar günstigen Kriegsführung noch der Sinn von Massenvernichtungswaffen (z.B.Atomsprengköpfe) ist - hier sehe ich eine echte Chance, diese - auch im Unterhalt sehr, sehr teuren Waffentypen - aus reinen Kosten-/Nutzen-Analyse abgeschafft werden. Das ist hier allerdings schon ein bißchen off topic.
Das wäre dann übrigens auch eine interessante Folgefrage, was dann mit den Vetomächten im Sicherheitsrat wird, wenn es keine Kernwaffen mehr gibt (denn das war mal die ursprüngliche Begründung für das Vetorecht) … Aber das ist schon wieder sehr weit in die Zukunft projeziert…
Das ist hier dann aber definitiv off topic 