Gestern war Probealarm, und an mir ist er vorbei gegangen.
Ich habe ein älteres Handy und ein fast neues (etwa 10 Jahre altes Smartphone) mit LTE, aber es kam keine SMS oder Ähnliches.
Abends in der Tagesschau (also erst nach dem Probealarm) sagte ein zuständiger Behördenmitarbeiter, dass man natürlich für Cell Broadcast das aktuelle Betriebssystem haben müsse.
Das habe ich dort zum ersten Mal gehört.
Ich habe dann mit der Suchmaschine im Internet „Cell Broadcast“ und „Betriebssystem“ eingegeben und dort gelesen, dass tatsächlich Android 11 (!) das aktuelle Betriebssystem ist.
Ich kann mein Smartphone (Android 5.5) nicht auf Android 11 aktualisieren, weil es schon an Android 6 gescheitert ist, und ich aus diesem Grund schon mehrere Apps dort nicht installiert habe.
Eine Katastrophenwarnung würd ich im Ernstfall aber schon gern erhalten.
Deshalb nun zwei Fragen:
Habt ihr die Warnung empfangen?
Ist es noch verantwortlich, in der Bildung für nachhaltige Entwicklung den Jugendlichen zu erzählen, sie bräuchten nicht ständig ein neues Handy?
Grundsätzlich sollten auch ältere Mobilfunkgeräte Cellbroadcast empfangen können, aber oftmals nur mit dreistelligen IDs - die vierstelligen wurden erst später im Standard aufgenommen. Die gestrige Warnung wurde wohl nicht in allen Netzen (und von allen Stationen) auch mit einer dreistelligen ID (als backup) versendet. Bis Februar 2023 müssen die Netzbetreiber das nachbessern, im Telekomnetz funktionierte das gestern bereits. Näheres dazu hier.
Außerdem wurden und werden die Warnungen auch weiterhin über die Warnapps NINA und KATWARN (verfügbar ab Android 4) sowie noch vorhandene Sirenen und im Ernstfalls dann auch per Lautsprecher von Polizei/Katastrophenschutz unters Volk gebracht - da sollte hoffentlich für jeden irgendwas dabei sein.
Die habe ich sogar, aber auch da kam nur eine Info, dass derzeit keine Warnmeldungen vorliegen und eine Bitte um mein Feedback, aber dort kann man nichts anklicken, also auch kein Feedback geben.
Ich muss dazu sagen, dass ich das Smartphone um 11 Uhr in einem Spind in einer Umkleidekabine eingeschlossen hatte, aber eine Warnung wäre ja auch nach dem Sport noch interessant.
Wenn der Warngrund nach dem Sport noch besteht, kommt die Meldung in NINA auch noch. Bei DE-Alert (Cell-Broadcast) ist kein Empfang zum Zeitpunkt der Alarmierung = keine Warnung.
Mehr Gedanken als über die technischen Grenzfälle, sollte man sich auch nochmal über die Verwendung der Warndienste machen - zu welchem Anlass, in welchem Bereich und mit welchem Inhalt nutzt man sie. Seitdem ich NINA auf dem Handy habe, hab ich bestimmt gut 20 Warnungen bekommen, von denen keine einzige für mich ernsthafte Relevanz hatte. Einige Städte und Kreise haben nun schon über ein Jahr lang Dauermeldungen zu Corona drin, was offenbar auch nicht der Sinn und Zweck einer Alarmapp sein kann. Ich hoffe, dass der DE-Alert nicht ganz so inflationär benutzt wird.
Ob auch Meldungen bei verzögertem Empfang ankommen, war glaub ich nicht Teil des gestrigen Tests. Aber du könntest das ganz leicht selbst testen: Handy ausschalten, in ein Gebiet mit aktiver Warnung begeben, Handy wieder einschalten. Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Saarland haben flächendeckende Dauermeldungen aktiv.
Kann ich Dir leider nicht sagen, ich hab die Nachricht nicht gelesen, sondern nur weggeklickt.
"### Android und iPhone: Welche Voraussetzungen muss mein Smartphone erfüllen?
Falls Sie über ein Smartphone mit mindestens Android 11 verfügen und alle Updates installiert haben, brauchen Sie nichts zu tun. Das Gerät darf für das Empfangen der Cell-Broadcast-Nachricht nicht im Flugmodus sein. Auch Apple-Geräte erhalten die Profile automatisch vom Apple-Server. Da Cell Broadcast bereits seit Ende der Neunziger Teil des Mobilfunks ist, können auch viele ältere Handys die Nachrichten empfangen.
Allerdings unterstützen sie meist nicht die von EU-Alert vorgeschriebenen vierstelligen IDs, daher wurde nachträglich die dreistellige Message ID 919 für alle kritischen Warnungen hinzugefügt – wie zuvor von der AG Kritis gefordert. Rechtsverbindlich ist die Umsetzung allerdings erst ab Februar 2023. Daher wird zunächst der Provider Telekom den Versand von Nachrichten an die ID 919 testen – Vodafone und Teléfonica (O2) müssen die Umsetzung bis Februar fertigstellen.
Auf Smartphones sind die Einstellungen öfter mal tiefer versteckt und anders benannt: Auf alten Android-Geräten etwa tippen Sie in den Einstellungen auf „Benachrichtigungen“ und dann auf „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“. Anschließend wählen Sie, wie oft Sie Benachrichtigungen erhalten möchten.
Auf Samsung-Geräten finden Sie den „Notfallbenachrichtigungsverlauf“ in den Einstellungen. Bei den weiteren Optionen auf tippen Sie auf „Einstellungen“ und betätigen abschließend den Schieberegler „Notfallbenachrichtigungen zulassen“ – ähnlich verfahren Sie bei Sony und Xiaomi. Gegebenenfalls müssen Sie inaktive Optionen aktivieren.
Funktioniert Cell Broadcast auf älteren Handys?
Bei besonders alten Mobiltelefonen – die lediglich dreistellige Message IDs empfangen können – ist etwas technischer Sachverstand gefragt, um die korrekte Einstellung für Cell Broadcast vorzunehmen. Stichprobenartig konnten Mitglieder der AG KRITIS die Message ID 919 tatsächlich bei drei betagten Mobiltelefonen erfolgreich konfigurieren: Motorola Razr V3 (2004), Motorola C139 (2005) und Nokia XPressMusic 5800 (2008). Den korrekten Empfang auf diesen alten Geräten können aber nur solche Personen prüfen, deren Mobiltelefon heute im Netz von T-Mobile eingebucht ist."
Oder „ihr müsst in dieser Gesellschaft manchmal auch selbst aktiv werden und könnt nicht erwarten, dass euch alles vorgekaut wird“. Mit etwas Aufwand (Konfiguration/Installation) lässt sich bei jedem Handy (jedes das auch SMS empfangen kann) auch Cell-Broadcast nutzen - der Heise Artikel hatte dazu ein paar Beispiele mit Hardware die mittlerweile fast 20 Jahre alt ist und trotzdem funktioniert.
Ist Informatik eigentlich mittlerweile ein Pflichtfach an der Schule?
Du kannst die entsprechenden Curricula im Internet vermutlich einsehen.
Dann musst du unbedingt darauf achten, ob dort auch gelehrt wird, wie 20-Jahre alte Handies so konfiguriert werden, dass sie Cell-Broadcast nutzen können, ohne dass man dafür alles, was sich in den letzten 20 Jahren dort angesammelt hat, löschen muss.
Ansonsten wäre das auch ein toller Kurs für die Volkshochschule, denn einige Menschen haben die Schule ja schon etwas länger hinter sich. Bestimmt stehen die Dozent*innen Schlange, die das unterrichten möchten.
Ich hab keine Warnung bekommen! Ich benutze aber auch ein ZTE Smartphone (Android 9). Da gehen alle Anrufe sowieso erst durch den - Filter. Vielleicht verzögert sich so die Warnung um ein paar Tage.