Fanale der Klimakrise

ja, das ist wohl so. Ist ja auch allg. Meinung.

die Hälfte ist nicht viel, wenn man sich anschaut, was hier so los ist.

und was erreicht sie damit?
was passiert denn, wenn diese Koalition endet?
wird dann besserer Klimaschutz gemacht?
von wem? von einer AfD-Regierung? Oder einer AfD-CDU-Regierung?
Du argumentierst moralisch, ohne die praktischen Ergebnisse zu bedenken.
Ich verstehe Deine Entrüstung, aber sie führt zu nichts.

OK. Um wieviel Grad würde es in D denn kälter, wenn die CDU morgen anfängt, knallharten Klimaschutz zu betreiben?
und wann würde ein eventueller Effekt einsetzen?

Du forderst wieder moralisch begründete Maßnahmen (was absolut verständlich ist), die aber nahezu keine praktischen Ergebnisse hätten.
Die CDU wird das Klima weder kaputt machen noch retten.
Ebenso wenig wie die Grünen oder sonst eine deutsche Partei.
Wenn Du das anders siehst, erklär mir die Kausalitäten.

Ja, gerne, bin dabei.
Aber das wird am Klima nichts ändern.

Wir müssen doch langsam erkennen, dass wir in D das Klima nicht retten werden.
Wir haben für die Rettung des Klimas kein wirksames realistisches (!) Konzept und gegen die AfD auch nicht. Das ist kein Vorwurf, denn es gibt diese Konzepte einfach nicht.

Diese Machtlosigkeit ist schwer zu ertragen, daher versuchen wir, sie mit moralischen und humanitären Forderungen und Vorwürfen zu überspielen oder zu kompensieren.
Das löst aber die Probleme nicht.
Statt sich gegenseitig Verweigerung, Dummheit oder Traumtänzerei in Bezug auf die Vemeidung der Klimakrise vorzuwerfen, sollten die halbwegs seriösen Parteien gemeinsam überlegen, wie wir am besten mit den Folgen der Klimakrise umgehen. Da scheint mir eine Einigung möglich, denn allen ist es zu heiss, allen fehlt das Wasser.

Die CDU für die Klimakrise verantwortlich zu machen und die SPD zum Koalitionsbruch aufzurufen, macht alles nur schlimmer.
Die nächste Regierung wird schlimmer als die jetzige, es sei denn, die Grünen und die SPD regieren mit. Mit der CDU, mangels rechnerischer Alternative.

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Das ist genau der Punkt. Es liegt nicht in der Macht Deutschlands und seiner Regierung, die Klimaerwärmung zu stoppen. Das ginge theoretisch nur, wenn genügend viele Staaten mitmachen würden. Das ist aber nicht der Fall.

Andererseits liegt es in unserer alleinigen Macht, uns gegen die Folgen der Klimaerwärmung zu wappnen. Es wäre also auf den ersten Blick sehr rational (und auch etwas zynisch), ab sofort keine Anstrengungen mehr in die Vermeidung von CO2 zu investieren und dafür alle Anstrengungen in Dinge wie Klimaanlagen, Wasserversordung usw. zu stecken.

Auf den zweiten Blick würde ich aus geostrategischen Gründen trotzdem für die Fortführung der Energietransformation und die Verminderung der fossilen Abhängigkeiten plädieren.

Wir müssen beides tun. Das erfordert Wirtschaftswachstum. Alternativ oder ergänzend eine entsprechend drastische Reduzierung des Konsums, dafür gibt es aber (noch) keine Bereitschaft in der Bevölkerung. Bzw. jeder kann selber entscheiden, ob er mal ein paar Jahre auf den Urlaub verzichtet und stattdessen eine Klimaanlage einbaut.

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Was ich nicht tue. Konservativ ist nicht das Gleiche wie reaktionär. Konservativ heißt „business as usual“, also weder Fortschritt noch Rückschritt. Reaktionär heißt Rückschritt, im Falle der AfD zurück zur Ära Adenauer, wenn nicht noch weiter. Das will die CDU/CSU gar nicht (mehr). Da sehe ich durchaus noch einen Unterschied. Hedi, ich höre in jedem Deiner Posts in diesem Forum die Unke quaken - stell die doch bitte zurück ins Terrarium! Defätismus ist das Allerletzte, was wir in unserer gegenwärtigen Situation gebrauchen können.

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Doch. International haben Erneuerbare eine erhebliche Dynamik.
Im Moment sieht es so aus, dass die Entwicklung wie eine Bifurkation aussieht: Ein erheblicher Teil der Staaten, darunter China, setzt auf Erneuerbare mit einer hoch elektrifizierten Wirtschaft, die unter anderen Bedingungen (Rohstoffe, Handelswege..) läuft als die Staaten, die weiterhin auf Fossile setzen, wie die USA. Wobei auch dort die Erneuerbaren boomen, aber möglicherweise die Infrastruktur nicht mitwächst.
Deutschland hat in der EU einen erheblichen Einfluss, und die EU kann die Entwicklung weltweit unterstützen.
Leider bremst die Bundesregierung seit Jahren :enraged_face:

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Schlimmstenfalls passiert nichts - da gebe ich Dir recht - bestenfalls birgt es aber die Chance eines Lerneffektes, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte!

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Ja, China tut viel, aber bei weitem nicht genügend

Auch der erhebliche Anteil ist nicht erheblich genug:

Woher nimmst du deinen Optimismus?

Du überschätzst den Einfluss Deutschlands auf die anderen Staaten der EU und den Einfluss der EU auf China, Indien, USA maßlos.

@joerg_rhiemeier ?

Ohne groß zu suchen, zwei Funde:

Ich bin nicht optimistisch, aber ich sehe, dass etwas passiert. Nicht genug: das kann sein. Aber in einer dynamischen Entwicklung kann man durchaus auch Hoffnung sehen. An Wunder glaube ich dagegen nicht: so ein Umbau ist eine riesige Aufgabe.

Ich kenne auch die Klimaprojektionen, und die machen mir natürlich Sorgen. Ich denke aber, Hoffnung ist immer ein guter Ansatz. Trotz allem.

Mauna Loa: du weißt doch auch, dass das Klimasysteme träge ist und wir das genießen dürfen, was vor Jahrzehnten hochgepustet wurde. Das Abflachen wird dann ab der Jahrhundertmitte langsam zu sehen sein.

Maßlosigkeit hat mir lange niemand mehr zugeschrieben :wink:
Wenn ich den Erfolg von Deutschland beim Bremsen in der EU sehe, dann schließe ich auf den möglichen Erfolg beim Beschleunigen. Wenn sie es denn endlich täten.

Der Einfluss der EU in der Welt ist nicht auf allen Achsen gleich. Aber darin, Standards zu setzen, ist sie zb erfolgreich.
Die USA kämpfen nicht umsonst so gegen die Energietransformation der EU: indirekt hat sie einen Einfluss, den wir nicht unterschätzen sollten. Sonst geben wir unseren Einfluss und unsere Spielräume weg.

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Ja, die Verzweiflung lässt einen zur Feder greifen. Gerade stand wieder ein langer Artikel zur Kernenergie, einem der Lieblingsthemen von AfD und Union, in der Zeit.
Die Argumente der Klimawandelleugner werden ein um andere Mal widerlegt - Man versucht zu erklären. Und doch erreicht man nur die, die das alles längst verstanden haben. Die, die man erreichen möchte, hören nicht zu, verstehen nichts, wollen das alles gar nicht zuhören und verstehen; denn ihnen ist der Klimawandel eigentlich völlig „wurscht“. Er ist ja nur der Aufhänger für die große Zerstörung, die sie erreichen, wollen Ihnen vorschwebt. Wenn der Klimawandel nicht der Aufhänger wäre, fänden sie einen anderen. Ja, irgendwann wird wahrscheinlich der Spieß sogar umgedreht und die Folgen des Klimawandels, den man ja bisher als Ankerpunkt für seine Wut verwendet hat, werden selbst zum Aufhänger für die große Wut.
Warum macht die Union das alles ebenfalls mit? Die Union war seit jeher ein Sammelbecken für die Rückwärtsgewandten und für die nicht wenigen, die weiter den Traum von der Volksgemeinschaft weiterträumen. Es gibt ohne Fragen eine so große Schnittmenge zwischen Union und AfD. Ja, die AfD ist quasi Teil der Union - aber eine Art entzündeter Blinddarm, der droht den Wirt umzubringen.
Und seien wir ehrlich: Alle Parteien mit ihrer Korruption und Pöstchenschieberei haben erheblich zum Enstehen der Wut beigetragen.Vertreten sie eigentlich wirklich noch die Interessen der Bürger oder geht es nur noch um die Interessen einer selbstgefälligen Politelite, die Abschöpfen und ihre eigenen Schäfen ins Trockene bringen will ?

Übrigens auch die Grünen sind da keine Ausnahme. Man muss sich nur die endlose Geschichte um den mit seinem Ministerstuhl vernähten NRW-Justizminister Benjamin Limbach anschauen, um die schließlich doch geschasste NRW-Ministerin Josefine Paul und den verzweifelten Schmusekurs den die NRW-Grünen mit Hendrik Wüsts CDU fahren. Da kann einem schon ziemlich schlecht werden.

Da gebe ich dir recht. Der springende Punkt ist aber, dass (noch) bei Weitem nicht genug passiert.

Nein, da muss ich widersprechen. Hoffnung ist dann ein sehr gefährlicher Ansatz, wenn sie Handlung verhindert. Nach dem urbairischen Motto: jetzt tun mer
erstmal gar nichts, dann schaun mer mal und dann sehn wir’s schon.

Das ist eine sehr gewagte Annahme. :wink:

Das sehe ich anders - um in Deinem Bild zu bleiben: die AfD nutzt die gleichen Aufhänger wie die Union. SIe hat aber ganz andere Lösungskonzepte. Die Union weiß (wie die AfD), dass es einen großen Vorbehalt der Mehrheit gegenüber der „Überfremdung“ gibt. Die Konzepte sind aber ganz andere, das zu ändern. Während die Union davon spricht, dass Unintegrierte (aus welchen Grüden auch immer) die Stabilität der Gemeinschaft langfristig überfordern und daher die mit (tauglichen oder auch weniger tauglichen) Methoden versucht, dies zu ändern (wohl wissend, dass wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf Zuwanderung angewiesen sind), verfolgt die AfD einen völkischen Ansatz der „Biodeutschen“ und will alle anderen aus Deutschland „remigrieren“.

Der Aufänger mag der gleiche sein - wir haben aber zwei völlig unterschiedliche Konzepte!

Du tust also der Union unrecht!

Da widerspreche ich nicht - es führt aber zu dem Gedanken, dass das Problem gar nicht die AfD ist - sondern diejenigen, die nicht erkennen, dass der AfD-Ansatz im Kern toxisch (weil rassistisch, weil menschenverachtend) ist.

Auch das stimmt nur bedingt - denn es fehlt lediglich die (Selbst-)Erkenntnis, dass (fast) jeder in vergleichbarer Situation sich in dubio genauso verhält.

Wenn also dieses Faktum Wut auslöst (was vielleicht sogar noch nachvollziehbar ist) - wo ist die Wut auf sich selber, da mit jeder Steuererklärung, mit jeder Geschwindigkeitsübertretung, mit jeder Ausnutzung von Systemschwächen das System zum eigenen (kurzfristigen) Vorteil und zu Lasten der Gemeinschaft verschoben wird - was die Parteien bzw. deren handelnde Akteure leider nicht anders machen.

Wie kann man bei anderen wütend sein auf etwas, was man selbst tut?

Diesen innern Widerspruch der eigenen „Logik“ zu erkennen und aufzulösen, ist wahrscheinlich nicht Aufgabe der Politik…

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Und seien wir ehrlich: das ist nichts neues, so alt wie die Menschheit. Es wird sich nicht ändern, mit der AfD schon gar nicht.

Das ist etwas übertrieben, die Linke und BSW sind auch nicht Teile der SPD. Wahr ist aber, dass große Teile in der Union der Meinung sind, man müssen mehr aus der rechten Mehrheit der Wähler machen und deswegen die Brandmauer entfernen. Eine ähnliche Debatte gab es übrigens vor einigen Jahren in der SPD und den Grünen auf die Linke bezogen.

China baut Erneuerbare Energien massiv aus, aber weniger um das Klima zu schützen, sondern einfach nur, um den Energiehunger seiner Wirtschaft zu stillen. Zugleich baut China meines Wissens immer noch neue Kohlekraftwerke (aber vielleicht bin ich da nicht auf dem neuesten Stand).

sonst jemand?

von wem genau redest Du?

war das früher anders oder besser?
wenn ja: wann genau?

Das Fragen alle, die nichts tun wollen.

Kannst genauso fragen um würde es kälter wenn Italien, UK, Frankreich, Mexico, Texas, Kalifornien, Japan, Großraum Peking, Großraum Shanghai, etc. knallhart Klimaschutz betreiben würde. Bei allen würdest du zum gleichen Ergebnis kommen. Nämlich so gut wie nichts. Also machen alle nichts, weil ja jeweils im Weltmaßstab nicht relevant.

So kommen wir aber nicht weiter.

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Stimmt. Aber sie werden seltener gebraucht:

Wie gesagt, es ist ein Übergang.

Eine Abschätzung der Größenordnung aus dem zwei Prozent deutschen Beitrag zu den Klimagasen:
Es würde nicht kälter, nur um 0,1 Grad weniger heißer. Bemerkbar wäre das in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
Allerdings wäre eine starke deutsche Klimapolitik ein Hebel in Europa, so dass die indirekten Wirkungen größer wären.

Ja, China ist eine Diktatur, in der es den Regierenden nur um Macht und Profit geht, aber sie verstehen viel von Wirtschaft und haben eben erkannt, dass Erneuerbare Energien inzwischen wirtschaftlicher sind als fossile Brennstoffe. Wind- und Solarstrom kann eben mit Kohle- und Gasstrom konkurrieren. Und es gibt eben einen riesigen Weltmarkt für PV-Anlagen und Elektroautos, und die Ökonomen sind sich einig, dass das Wachstumsmärkte sind. Wenn es dem Klima nützt, um so besser!

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Meine Güte, was für ein Tanz.
Natürlich ist es nicht genug. Natürlich soll Hoffnung keine Handlung verhindern. Ist doch selbstverständlich. Natürlich reden sich diejenigen raus, die keine Handlung wollen. Tun sie immer. Die Ausreden sind dabei egal.

Aber: Hoffnung ist für Menschen lebenswichtig. Eigentlich auch selbstverständlich. Hoffnung erlaubt ihnen zu handeln, auch wenn die „objektiv“ eingeschätzte Situation schlecht aussieht.