Englischer Rasen und Schottergärten - Ein Problem für die Biodiversität

@anonymeNutzer

Bezogen auf die Fragestellung, wie eine - theoretische (und sehr wahrscheinlich ziemlich aufwändige) - Regelung aussehen könnte, damit jeder immer noch ein Maximum an individueller Verwirklichung hat, halte ich das für einen guten Ansatz…
so könnte man die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen in einem hochkomplizierten Gesetz nach Schadstoffausstoß, nach Fahrverhalten mit möglichst wenig Beschleunigungsphasen, und sicher noch einigen anderen relevanten Parametern ausgestallten…
Oder man sagt eben einfach, mehr als 130 (oder vielleicht 100) gibt es einfach nicht…
Der Nachteil ist, das die individuelle Ausgestaltung (hier die Geschwindigkeit, da die (Vor)gartengestaltung) natürlich darunter leidet - dafür haben wir als Vorteil einfache, klare Regeln, die zudem idealerweise für genügend Sicherheitsabstand zu möglichen kritischen Szenarien beinhalten (daher eher 100 statt 130), oder analog die Schottergärten generell nicht zuzulassen…
Derzeit - allein, weil viele die Gefahr der immer weiter eskalierenden - gerade ökologischer - Themenkomplexe immer doch dramatisch unterschätzen, liegt der Fokus nach wie vor auf der Ermöglichung möglichst großer individueller Spielräume - ich persönlich würde mir deutlich stringentere Vorgaben mit besagtem „Sicherheitsabstand“ wünschen…

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Das finde ich eigentlich den wichtigsten Punkt im Thema „(Vor-)Gärten“. Die Größe ist gar nicht so entscheidend, viel wichtiger ist die Schaffung von sogenannten Trittsteinbiotopen. Damit werden Ökosysteme vernetzt und der Austausch bleibt erhalten. Sonst sind selbst großflächige Naturschutzgebiete irgendwann nur noch voneinander isolierte Inseln, deren Artenreichtum durch mangelnden Austausch verarmt.

Natürlich ist es kein Problem, wenn es in ländlichem Umfeld mal irgendwo einen Schottergarten gibt. Wenn aber ganze Neubausiedlungen außer Straßen, Parkplätzen und Golfrasen überwiegend geschotterte Vorgärten haben, dann wird es durchaus problematisch. Es geht dabei nicht um 20 cm Kies als Spritzschutz direkt am Haus. Es geht um sowas: https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Journal/Wohnen-Gartenglueck-im-Schottergarten-id55802561.html

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Wenn überhaupt ein Promille. Aber es ist ein schönes, griffiges Thema, bei dem sich jeder ereifern und seine korrekte ökologische Gesinnung beweisen kann. Weil man die großen Probleme nicht lösen kann, verbeißt man sich in die kleinen.

Aber nur zu, macht den Vorschlag für eine bundesweites Verbot von gekiesten Vorgärten. Ich freue mich schon auf die BILD Schlagzeilen und wir werden uns weiter in Richtung 10% bewegen

Aber ich fürchte, das verstehst du nicht..

Genau.
Die Alternative wäre, Ökologen einfach mal zuzuhören und etwas zu lernen.

Das Verbot ist übrigens schon durch.

So etwas hat mir das Bauamt übrigens vor einigen Jahren schon untersagt, mit der Begründung der unnötigen Versiegelung.

Eine BILD-Schlagzeile gab es bei uns nicht, und die Grünen hatten auch nichts damit zu tun.

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Der Umkehrschluss ist übrigens nice.
Um keine Stimmen zu verlieren, befürworten Grüne jetzt die Versiegelung.

Grüne befürworten die Versiegelung in den Städten schon seit einiger Zeit.

Sie nennen es „behutsame Verdichtung“.

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3 Fragestellungen sehe ich zu Schottergärten:

  1. Sind sie schädlich?
  2. Wie ist die gegenwärtige Regelung?
  3. Wie sollte die Regelung sein, dh, ab welchem Ausmaß ist welche Regelung nötig?
    Und eine psychologische Anmerkung zur wachsenden Ausbreitungl.

zu 1: Schädlich? -Das scheint der Fall zu sein. Dazu können unsere Biologinnen mehr sagen (bzw haben bereits gesagt :wink: )
zu 2: Sie scheinen jetzt bereits verboten zu sein, seit vielen Jahren: Sie seien Schwarzbauten: Schottergärten sollen verboten werden - dabei sind sie es jetzt schon. - Wirtschaft - SZ.de. Sie sind in etlichen Bundesländern explizit verboten: Schottergärten verboten: Was Gärtner jetzt wissen müssen - Mein schöner Garten, insbesondere in Ba-Wü: LNV: „Schottergärten sind illegal“ – Landesnaturschutzverband. Das wird im Baurecht geregelt: Schottergarten im Baurecht - NABU, Behörden dürfen den Rückbau anordnen: Die niedersächsischen Bauaufsichtsbehörden können die Beseitigung von Schottergärten anordnen | Nds. Oberverwaltungsgericht und Schottergärten-Verbot: Was ist in den Bundesländern erlaubt? | Immobilien | Haufe, und Architekten wissen das: Verbot von Schottergärten: AKBW Architektenkammer Baden-Württemberg und Urteil gegen Schottergärten: Begrünung statt Kiesbeet | Deutsches Architektenblatt.
Ich habe auch Vorlagen für Gemeinden gefunden, die die Durchsetzung behandeln Wie Kommunen Schottergärten verhindern können.
Insofern scheint sich die rechtliche Situation sich nicht groß von anderen Themen, etwa Höhe, Dachneigung im Baurecht zu unterscheiden.
zu 3.: Wie häufig bzw. schädlich sind sie wirklich? Das kann ich nicht mit Zahlen beantworten. Meine nicht repräsentative Beobachtung sagt, es sind deutlich mehr geworden. Es wäre Aufgabe der lokalen Naturschutzämter und Gemeinden, das festzustellen. Die sind aber überlastet. Dann bleiben nur die Naturschutzverbände, denen Parteilichkeit unterstellt wird.

Ein Punkt zur Ausbreitung: Es ist ein bekannter sozialpsychologischer Effekt, dass Menschen in einem Wohnquartier sich stark nach den Nachbarn richten, in vielen Fragen. Beim Auto ist das ein bekannter Topos in Witzen, bei Solarzellen ist das ein erwünschter Effekt: Wenn in einem Wohnviertel Solarzellen auf einem Haus installiert werden, steigt die Nachfrage in diesem Viertel. Bei Urlaubszielen kann das häufigere Flugreisen bewirken. Und bei Schottergärten scheint das auch ein Mechanismus zu sein. Zudem gibt es dann Gärtnereien, die dies als Spezialität anbieten und bewerben.

Das ist einer der Mechanismen, durch den viele individuelle Einzelentscheidungen zu einem Problem werden können. Das kennen wir auch aus anderen Bereichen, und dem ist nur schwer zu begegnen.
Dann hat man automatisch das Problem: Wenn man zu früh reguliert, beschneidet man unnötig Freiheiten, wenn zu spät, hat das Ding eine Eigendynamik und scheint den Leuten als ein Gewohnheitsrecht, das umso schwerer zurückgenommen werden kann. (Verlustaversion).
Ich höre auch von (älteren) Leuten, dass sie die Gartenarbeit nicht mehr bewältigen können und deshalb Schottergärten anlegen lassen. Die könnten eine machbare Alternative brauchen.

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Hat der einen Namen? Den suche ich schon lange

Du weißt schon, dass wir über Vorgärten gesprochen haben, nicht den gesamten Garten?

Es gibt auch ein Drittes zwischen Verbot und Befürwortung, nennt sich Toleranz. Eignet sich aber nicht so gut zur Polarisierung.

Ja, Schottergärten sind in vielen Bundesländern per Bauordnung verboten, ob sich das auch auf die Vorgärten bezieht, weiß ich nicht.

Was kann man tun, um dir das Problem zu erklären?

Mit Daten kann man nicht verhandeln.

Das hat überhaupt nichts mit Toleranz zu tun.

Wenn es keine Blüten gibt, die anzufliegen sind, dann sind die nicht da. Das ist eigentlich ein ganz kleines digitales Problem.

Blüte = 1
keine Blüte = 0

Ganz simpel heruntergebrochen. Wo wäre da deine Toleranz? Schrödingers Blüte? Keine Blüte da, aber Schödingers Biene ist da tolerant und braucht die dann nicht? Oder schaut sich auf benachbarten Schotterflächen um, bis ihre Energiereserven verbraucht sind?

Oder befindest du dich in dem Irrtum, ich würde hier meine Meinung verbreiten und die sei intolerant? Das würde deine Reaktionen zumindest teilweise erklären.

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Wir haben genau genommen darüber gesprochen, dass Schottergärten lebensfeindlich sind und ein Problem für die Biodiversität darstellen. Egal, ob sie neben oder vor einem Haus sind.

Ja, genau. Und dann kam meine Frage nach der Größe des Problems.

Gibt es eine Studie, die nahelegt, dass geschotterte Vorgärten die Biodiversität in der BRD messbar beeinträchtigen?

Keine Ahnung. Das ist für Aussterbeereignisse irrelevant. Ich wüßte nicht, welcher Ökologe die Flächen danach sortieren würde, ob sie als Vorgärten definiert sind.

In aller Regel werden es ohnehin die Gärten zur Straße hin sein. Eine Hälfte Parkplatz und die andere Hälfte wird gleich mit plattgemacht, damit es einfacher wird.
Hinten vermutlich Terassen, Thuja und ein Trampolin auf Lolium perenne-Rasen.

Ich habe den thread gelesen und fand, dass die links relevant sein und weiterhelfen könnten. Ob der Flächenanteil mit Schotter einen Unterschied macht, kann man sicher irgendwo darin finden (ich hatte es irgendwo darin gelesen, iirc). Vielleicht suche ich bei Gelegenheit, wenn ihr es nicht findet.
edit: Für die Hitzeentwicklung an der Straße und bei Starkregen macht es wahrscheinlich schon einen Unterschied.
@Binnen_un_Buten Einen bestimmten Namen dafür kenne ich gerade nicht. Aber so was wäre relevant: Bezugsgruppe (Soziologie/Sozialpsychologie) – Wikipedia, Bezugsgruppe - Wirtschaftslexikon oder Theorie sozialer Vergleiche | Springer Nature Link. Oder einfach das gute alte Lernen durch Nachahmung (Hey wie praktisch, das mache ich auch". Das mit den Solarzellen müsste ich erst suchen.

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Du brauchst mir gar nichts zu erklären. Lege bitte deine Lehrerinnenattitüde ab.

Du verstehst anscheinend den Unterschied zwischen binär und digital nicht.

Wer kann von sich schon behaupten, er würde nie irren.

das ist dein gutes Recht.

Das habe ich nicht bisher nicht behauptet, aber wenn du mich so direkt fragst …

Ich bin einfach genervt, dass ich über eine Trivialität (< 1 ‰ ) hier so lange diskutiere.

Es gibt Straßenzüge, da sind von zehn Vorgärten sieben geschottert“, sagt Thomas Büchner, Vizepräsident des hessischen Garten- und Landschaftsbauverbands. Es sei, als fahre man durch Steinwüsten. Ob an der Bergstraße, wo Büchner seinen Betrieb hat, oder andernorts im Rhein-Main-Gebiet.

Der Rest ist leider hinter der Schranke. Aber hier kann man doch mal reinzoomen und schauen, wieviel Wildnis da herrscht.