Freilich, ob ich mir den Spezialisten für KnieOP’s, der - unabhängig vom Geld - die tausende von jährlich stattfindenden OP’s eben nicht alle selber machen kann, bedeutet im Umkehrschluss logischerweise, dass jeder, der nicht den Genuss der Spezialisten-Chefarztbehandlung kommen kann, ist einfach logisch. Überdies gibt es bei keinem Arzt oder Apotheker in diesem Land ein “Recht auf Genesung” - so gesehen hast Du (immer schon) recht mit der Aussage.
Die Wahrscheinlichkeit steigt also mit wachsendem Geldbeutel auch, eigene Krankheitsverläufe zu verbessern. Das gilt aber auch für jeden Handwerker, oder wahrscheinlich alle anderen Berufsgruppen.
Die Festlegung auf einen Mindest-)Standard hingegen ist etwas, das etwas mit Statistik zu tun hat. Etwas anderes würde ich vom Gesundheitsystem auch nicht erwarten. Es geht dann bestenfalls um die Frage, welchen Standart man festlegt.
Und da bin ich wieder bei den über 80jährigen. Ich kann mir nicht vorstellen, das man das aktuelle System dadurch langfristig stabilisieren kann (bis sich die Alterspyramide wieder deutlich verändert hat), in dem man “nur” die Standards der 80+x reduziert - dafür ist das System heute schon zu teuer und zu ineffizient. Daher die Idee (sollte man das über die Absenkung von Standards lösen wollen), doch weit mehr Standards nach unten abzulenken als nur die der über80jährigen.
Warum hat das universitäre Establishment die Forschungsergebnisse einiger Außenseiter nicht aufgegriffen und sich selbst intensiv damit beschäftigt? Ich habe mich selbst damit eingehend befasst und festgestellt: Die Sache ist in sich schlüssig. Und es hat mir schließlich geholfen. Es geht bei solchen Forschungen nicht um bestimmte Medikamente, sondern um elementare Grundlagen. Die müssen zum Wohl der Allgemeinheit erkannt, anerkannt und allgemein zugänglich gemacht werden.
Eben dieses Problem bekäme man so in den Griff.
Ich habe wirklich nichts gegen ein gesundes Gewinnstreben. Aber nach dem von mir bereits angeführten Prinzip: “Gutes Geld für gute Leistung und gute Ware”. Wenn solche wichtigen Erkenntnisse unterdrückt werden, damit manche Geschäftemacher ihr Stückwerk weiterhin teuer vermarkten können, ist die Sache oberfaul.
Kommt darauf an, was man unter wohlhabend versteht. Man könnte z. B. auch dem mitversicherten Ehepartner eine (zunächst fiktive) Beitragsbemessungsgrenze zuordnen und zu der bereits vorhandenen addieren (also den doppelten Betrag), so dass auch die höheren Einkommen einen einigermaßen angemessenen Anteil beitragen müssen.
Ich halte das für unrealistisch. Wie definierst du denn überhaupt „bezahlbar“?
Wenn man die Kostensteigerung dämpfen will, gäbe es schon Maßnahmen:
Mehr Vorsorge und gesündere Lebensweise
Bessere Strukturen, die Verschwendung so weit wie möglich verhindern
Mehr Kontroll der Medikamentepreise
Vieles, was zur Zeit diskutiert wird, betrifft reine Kostenverschiebung, weg vom einkommensabhängigen Beitrag, der zur Hälfte vom Arbeitgeber geleistet wird, hin zu mehr Eigenbeteiligungen, bei denen der Arbeitgeber außen vor bleibt.
Das Hauptziel ist nicht Entlastung der Versicherten, sondern Entlastung der Unternehmen.
Hochdosierte Vitamine, wie er vorschlägt, sind keineswegs nebenwirkungsfrei und die Gewinnspanne ist genauso hoch, wie bei Generika-Medikamenten und es handelt sich genauso um Chemie.
Der Vorschlag wird tatsächlich auch schon diskutiert und erscheint mir der sinnvollste.
Das mit “bezahlbar“ ist in der Tat so eine Sache - zunächst sollte es doch so sein, dass die gesetzlichen KK nicht mehr defizitär sind (Entlastung des Bundeshaushalts, der eigentlich mit Krankenversicherung gar nichts am Hut hat) - das System sollte sich also selbst refinanzieren.
Das zweite ist, dass die Splittung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Idee verfolgt, dass der Arbeitgeber (erst recht in Zeiten des sog. Fachkräftemangels) ein Interesse daran hat, dass seine Fachkräfte nicht zu lange krank sind oder zu früh sterben. Das “Argument” der “Bezahlbarkeit” (=Wettbewerbsfähigkeit) kommt daher oft von dieser Seite.
Doch, für die Versicherten, die keine eigenen Beiträge zahlen, sollte der Staat, nicht die anderen Versicherten aufkommen.
Was teilst du nicht? Die Ansicht, dass es sehr stark um Kostenverschiebung geht? Verschiebung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, Versichertengemeinschaft und Staat, gesetzlich und privat Versicherten, Kunden und Anbietern usw
“Union und SPD machen beim geplanten Aus für die beitragsfreie Familienversicherung einen Rückzieher. Nachdem Gewerkschaften und Versicherte Widerstand geleistet hatten, beraten Fachleute beider Parteien nun über Sonderregelungen – vor allem für Eltern und Menschen, die Angehörige pflegen, berichtet der Spiegel. Damit dürfte eine komplette Streichung der kostenlosen Krankenversicherung für Ehepartner ohne eigenes Einkommen nicht mehr zur Debatte stehen.”
Diese Diskussion war an mir vorbei gegangen, deshalb danke für den Beitrag.
Die Idee, die kostenlose Familienversicherung für Ehepartner, die weder Kinder erziehen noch Angehörige pflegen, zu streichen, finde ich gut.
Dass in optimal dosierter Menge verabreichte Vitamine erhebliche Nebenwirkungen aufweisen, halte ich für ein Gerücht. Eine Gewinnspanne wie bei Generika nehme ich gern in Kauf, wenn’s hilft. Und auch wenn es sich um Chemie handelt, so sind diese den natürlichen Substanzen nachempfunden - im Unterschied zu den “richtigen” Medikamenten.
Wer sind im konkreten Fall diese Wikipedia-Mitgestalter? Zur “wirkungslosen Zellularmedizin”? Der alte, aber noch ziemlich rüstige Mann, den ich gelegentlich im Spiegel betrachte: sieht das auf Grund eigener Erfahrungen anders. Ich sehe auch keinen Grund, warum die Verfasser des angeführten Leserbriefes irgendwelche Unsinn verbreiten sollten. Fakt ist, dass der frühere Redaktionskollege, dem ich meine Erfahrungen mitteilte und der sich lieber auf die Schulmedizin verließ, am Lenkrad vom Tod ereilt wurde, was für einen arglosen Fußgänger schlimme Folgen hatte. Man sollte nicht alles unkritisch für bare Münze nehmen - einverstanden. Aber eine gewisse Skepsis ist auch dem medizinischen Establishment gegenüber angebracht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass der Schöpfer oder die Evolution (je nach Überzeugung des geneigten Betrachters) solchen Murks hervorgebracht haben könnte, der nur mit völlig synthetischen Substanzen ohne jeden Bezug zur Natur einigermaßen funktioniert.
Eine Versicherung funktioniert nach dem Prinzip: “Wer einzahlt, bekommt im Schadensfall auch etwas heraus”. Ansonsten eben nicht. Es ist also nur konsequent, wenn der Staat, der für den Lebensunterhalt Erwerbsloser aufkommt, auch deren Krankheitskosten übernimmt. Warum sollen die anderen Versicherten dafür aufkommen?
Das habe ich auch nicht gesagt, ich habe auf dein „hochdosiert“ reagiert. Und das liegt per definitionem eben hoch über der optimalen Menge.
Das ist das Problem aller Verschwörungstheoretiker. Sie können sich nicht vorstellen, dass jemand Unsinn verbreitet, abgesehen von den „Mainstream“-Wissenschaftlern, wie dieser Satz von dir beweist:
Irgendwelchen Leserbriefschreibern gegenüber empfindest du offensichtlich keine Skepsis.
“In der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind aktuell rund 15,79 Millionen Menschen beitragsfrei familienversichert (Stand Dezember 2024).
Quelle: Wikipedia”
(Ich habe ständig Probleme mit dem Zitieren.)
Und wie viele Kinder und Jugendliche, Studierende und Menschen, die derzeit Kinder erziehen und Angehörige pflegen, sind dabei?
KI:
In Deutschland lebten 2024 etwa 10,8 Millionen Kinder unter 14 Jahren. Die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren lag 2022 bei rund 14,3 Millionen, was 16,9 % der Gesamtbevölkerung entsprach.
So ein Pech auch, dass diese noch kein eigenes Einkommen haben.
Wie oben schon erwähnt habe ich nichts dagegen, wenn der Staat diejenigen, die er finanziert (das ist bei seinen Angesetellten das Gehalt und bei seinen Arbeitslosen die Arbeitslosenversicherung - als “quasi-Gehalt” - auch die Krankenkasse übernimmt). Da bin ich schon bei Dir. Ich könnte mir durchaus weiterhin vorstellen, dass Kinder (deren Förderung waren/sind mal ein ein Ziel staatlichen Handelns gewesen) vom Staat direkt (oder indirekt) diesbezüglich gefördert werden. Die Ehe (auch das mal ein Gedanke staatlicher unsterstützung als “Vorstufe” von Kindern) ist da kritischer zu sehen. Wenn wir also den Ü80ern die Leistungen kürzen/streichen - warum dann nicht auch den kinderlosen Ehepartnern, die nicht selbst versichert sind, weil sie arbeiten? Ich will also nicht hier eine Streichorgie initiieren - lediglich den Geanken an sich sauber über alle möglichst widerspruchsfrei gerade zu ziehen.
Ich versuche nur, den Gedanken, der hier aufgeworfen wurde, sauber durchzudeklinieren.
Wenn die Eltern viel Geld haben, haben die Kids meistens eine private Krankenversicherung. Hier geht es aber um die gesetzliche Krankenversicherung, und ich finde es gut, dass Kinder dort kostenlos versichert sind, weil sie es sich nicht aussuchen können, wie viel ihre Eltern für ihre Gesundheit ausgeben können/wollen.