Ja, ja, Hauptsache teuer. Denn das bringt Umsätze und satte Profite. Bei einem Auto, welches öfter in der Werkstatt steht als vor der eigenen Haustür, würde man sich bald für ein anderes Fabrikat entscheiden oder zu dem Schluss kommen, dass man mit Schusters Rappen, dem Drahtesel oder den Öffis besser dran wäre. Wenn es jedoch ums pure Überleben geht, greift man gern nach jedem Strohhalm, obwohl ein solcher keineswegs einen echten Rettungsring ersetzen kann.
Ich kann mich einfach nicht des Eindrucks erwehren, dass die großen Krankheitsgewinnler wie beim Aufenthalt in einem Minenfeld ängstlich alles vermeiden, was tatsächlich hilft und wenig kostet. Vielleicht sogar nur die Mühe, sich danach zu bücken. Denn das wäre das Ende des teuren Stückwerks.
Na ja, irgendwann wird auch ein Herr Streeck hochbetagt bzw. alt und will vielleicht jeden Tag um sein Leben kämpfen.
“Medikamente sollen Menschen heilen oder schlimme Schmerzen lindern.
Aber nicht in jedem Fall ist das sinnvoll, meint CDU-Gesundheitsexperte Streeck. Vor allem bei Hochbetagten sollten besonders teure Medikamente überdacht werden.”
Es gibt bestimmt auch teure Medikamente, die gerade alte Menschen in einen menschenwürdigen Tod begleiten.
Er hat garantiert das nötige Kleingeld, um sich die teuren Medikamente irgendwie zu besorgen.
So ganz am Rande - die ersten in der CDU setzen sich dafür ein - schrecken aber vor der Sterbehilfe ab, die das ganze noch billiger machen würde, und den Menschen die Selbstbestimmtheit bei der Frage, wie es konkret „weitergehen“ - oder besser: enden - sollte, belässt.
Man kann das sicher (s.o.) mit guten Gründen diskutieren (wobei ich nach wie vor das Alter nicht als das entscheidende Kriterium erachte (da willkürlich), sondern eher den Krankheitsgrad - vielleicht in Kombination mit dem Alter).
Denn es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten, deren teure medikamentöse Gabe den Verlauf nur geringfügig verändert.
Wen also die Lebenserwartung (z:b: bei Krebs) um 3 Monate laut Studie verlängert, ist es egal, ob es sich um einen Säugling, einen Jugendlichen, einen Erwachsenen oder einen 80+x’ler handelt. Es „lohnt“ sich nicht.
Ja natürlich. Hast du eine Ahnung, wie teuer die Entwicklung eines neuen Medikaments sein kann?
Meistens sind nicht die Stückkosten das Teure, sondern der Deckungbeitrag zur Entwicklung. Diese Kosten müssen von der Masse der Versicherten so oder so getragen werden, egal ob das Medikament an Alte oder Junge verabreicht wird.
Es ist niemandem verboten, sich zu bücken, ein billiges Medikament zu entwickeln und an den Markt zu bringen.
Das ist mir durchaus bekannt. Denn es geht zumeist um die Entwicklung patentierbarer Substanzen, bei denen man noch ordentlich etwas draufschlagen kann - zusätzlich zu den Entwicklungs- und Herstellungskosten.
Geht es dabei stets mit rechten Dinge zu? Warum gehört Nachstehendes nicht längst zum allgemeinen Standard:
… wie kann man vorbeugen beziehungsweise Arterienverkalkung rückgängig machen? Wie gesagt, alles im Zusammenhang, mit gesunder Lebensweise, durch hohe Dosen Vitamin C, E, Betacarotin und andere Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Bioflavonide und so weiter. Möglichst alle natürlichen Ursprungs …
Wir sind selbst Betroffene. Mein Ehemann war 1996/97 schwer erkrankt. Seitdem nehmen wir hochdosierte Nahrungsergänzungen. Der Gesundheitszustand meines Ehemannes ist wieder sehr gut. aus: Leserbrief vom 29.12.2001; Blickpunkt
U. a. diese Zeilen aus diesem Potsdamer Anzeigenblatt veranlassten mich, es auch damit zu versuchen. Denn meine Pumpe bereitete mir bereits einige Beschwerden, wenngleich ich auch noch nicht kurz vor dem Abnippeln stand. Aber so genau weiß man das in solchen Fällen auch nicht. Es hat mir geholfen. Hatte es schon mal angeführt.
Die Schlussfolgerung der Leserbriefschreiberin:
Warum ist dies nicht bekannt? Wir wollen es Ihnen sagen: die Pharmaindustrie hat kein Interesse daran. Es würde ein Milliardenbringender Markt zusammenbrechen.
So ist das. Mit manch anderen Krankheiten verhält es sich ähnlich. Deshalb versucht man mittels PR und massiver Einflussnahme auf die Entscheidungsträger, dies zu unterdrücken.
Du willst jetzt wirklich eine fachliche Diskussion über den Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln? Du trägst damit das Geld eben zu anderen Konzernen.
Wenn du irgendeinen Leserbrief höher achtest, als die Ergebnisse medizinischer Studien, ist dir und wahrscheinlich auch deinem Herz nicht mehr zu helfen.
Es gibt natürlich ganz billige Möglichkeiten für die Gesundheit, nicht nur der Pumpe, zu sorgen: insgesamt vernünftige Ernährung und ausreichend Schlaf, Bewegung und Sport. Dann braucht man in vielen - leider nicht allen - Fällen weder Medikamente noch teure Ergänzungspräparate.
Du kannst privat auf eigenes Risiko alles privat ausprobieren und direkt eine Kausalität herstellen. Auch wenn das eine Statistik nicht bestätigen würde.
Bei der Entwicklung allgemeingültiger Substanzen muss geschaut werden, welche pharmakokinetischen Wege das Zeug überhaupt beschreitet.
Deshalb verstehe ich die Leute auch nicht, die Allopathie für super überprüfbar halten.
Jeder Blick auf einen Waschzettel zeigt, dass Dutzende von Nebenwirkungen in zahlreichen Wahrscheinlichkeiten auftreten können.
Das sind so viele Möglichkeiten, dass jeder monokausale Doppelblindversuch erbleicht.
Jeder aufgeschlossene Arzt mit langer Berufserfahrung weiß das.
Von X bekommst du Alpträume, aber mir geht’s gut damit. Von Y schwellen deine Gelenke an und meine nicht…
Das muss alles erfasst werden für ein offizielles Medikament. Das kostet.
ja, die Schweine von der Pharmaindustrie wollen tatsächlich nicht nur ihre kosten decken, sondern auch noch gewinn machen !! pfui teufel!!
aber halt: mein Bäcker um die Ecke macht das genauso ?!? da stimmt doch was nicht !
das mag sein. wie groß das ausmaß ist , ist schwer zu sagen.
aber die gestiegene lebenserwartung spricht dafür, dass das system insgesamt vorteile bringt, auch wenn da sicher einsparpotential besteht.
ich möchte jedenfalls bei einer ernsten erkrankung von meinem arzt nicht auf das regal mit den nahrungsergänzungsmitteln beim Rewe verwiesen werden.
ohne die „schulmedizin“ und die produkte der pharmaindustrie wäre ich schon seit mindestens 20 jahren tot.
Wenn es etwas nützt (und aus meiner Sicht den größten Nutzen bringt),muss man es anwenden. Und wenn Big Pharma sich mit den Umsätzen der Hersteller von Vitaminen u. a. begnügen müsste - für die wäre es eine Katastrophe. Wäre mir aber wurscht.
Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs, betätige mich in meinem Garten und lege auch auf die beiden anderen Punkte großen Wert. Und was die Ernährung betrifft, so müssten wir uns vorwiegend von Rohkost ernähren, um unseren Vitaminbedarf ausreichend zu decken.
Dein Bäcker bietet ganz sicher auch gute Qualität, sonst wäre er nicht mehr.
Wer keinen guten Bäcker in der Nähe hat, kauft seine Semmeln eben beim Discounter. Das muss dann auch reichen. Und damit wären wir beim nächsten Aspekt:
Bei einer Besichtigung von Beelitz-Heilstätten erwähnte unser Führungsleiter die Hauptursachen der damals hauptsächlich in Berlin und in den anderen Großstädten grassierenden TB: Die Mangelernährung und die desolaten Wohnverhältnisse. Die TB galt übrigens gemeinhin als typische Arme-Leute-Krankheit. Da hat sich doch vieles gebessert. In meinen 72 Jahren musste keine echte Not erleben, wie sie im 1. WK, der Spätphase der Weimarer Republik und in den Jahren nach dem 2. WK alltäglich war. Die gesundheitliche Versorgung trug sicher auch einen Teil dazu bei. Ich will die Schulmedizin keineswegs pauschal miesmachen. Vieles hat sicher seinen Nutzen. Aber eben nicht alles.
Wie auch immer - das Wissen um die billigen Vitamin-Ergänzungen war für mich mehr wert als ein Sechser im Lotto. Dieser hätte mir vielleicht nur ein feudales Begräbnis beschert.
Bei Nahrungssergänzungsmitteln, die der Körper speichern kann (z.B. Vitamin D) ist es immer auch sinnvoll, zu testen, wie der Gehalt im Blut ist, damit man sie weder über- noch unterdosiert werden. Dies ist übrigens eine Leistung, die die meinsten Krankenversicherungen nicht übernehmen. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, sie zu übernehmen. Insbesondere jetzt, wenn so viele Leute vegan leben, sollten auch Aminosäuren im Blut getestet werden.
Aber das ist wohl mit unserem Gesundheitssystem nicht machbar.
Manche Evolutionbiologen vermuten, dass er erst die „Vorverdauung“ durch das Kochen die Voraussetzung für das menschliche Hirnwachstum mit dessen enormen Energiehunger geschaffen haben. Zudem kommt die Reduzierung des Infektionsrisikos durch das Erhitzen.
Ich bin kein Experte dafür, aber m.W. ist der Blutwert alleine, vor allem wenn er nicht öfter gemessen wird, ohne große Aussagekraft. Auch das führt zu dem Diskurs unter Forschern, was Vitamin D wirklich bringt. Aber ich nehme es im Winter sicherheitshalber auch, außerdem noch Magnesium, wenn ich viel Sport mache und schwitze. Das wars.
Wenn das Zeug tatsächlich gebraucht wird, dann wird es auch jemand produzieren. Der überaus laxe Umgang mit den Antibiotika ist allerdings ein Musterbeispiel für das Versagen dieses Systems. Es ist zwar nachvollziehbar, dass nur hohe Umsätze entsprechende Gewinne bringen, doch das allein kann kein Argument für die exzessive Anwendung dieser Medikamente in der Humanmedizin und in der Tierhaltung sein. Denn das bescherte uns die multiresistenten Höllenkeime, die Jahr für Jahr zahlreiche Opferfordern und an denen noch mehr Menschen leiden.
Stimmt. Grüne Bohnen sollten z. B. ausreichend durchgegart werden. Andererseits ist gerade Vitamin C sehr hitzeempfindlich. Wichtig ist und bleibt eine optimale Versorgung des Körpers mit allem, was er braucht. Da mag man das Vitamin-C-Pülverchen (Kostenpunkt ca. 2 Euro pro 100 g als Notlösung betrachten, aber Hauptsache, es hilft.
Das ist in erster Linie ein Skandal der Tiermedizin in der Viehzucht. Das gehört viel strenger kontrolliert und bekämpft. Das ist aber kein Argument gegen die industrielle Herstellung von Medikamenten (=Pharmaindustrie).
Ich habe nicht behauptet, dass Menschen kränker als früher seien, sondern nur, dass alte Menschen im Vergleich zu jungen Menschen hohe Behandlungskosten verursachen.
Du hast also meine Behauptung falsch wiedergegeben und dann auch noch zu einem „Mythos“ erklärt um sie ins Lächerliche zu ziehen.
Das ist kein Mythos, dazu gibt es Zahlen, auf die du ja so stehst
"Höhere Krankheitskosten bei höherem Lebensalter
Mit fortschreitendem Alter nehmen die Krankheitskosten deutlich zu. Mit 261,8 Milliarden Euro entstanden über die Hälfte (53,2 Prozent) der Gesamtkosten allein bei der Bevölkerung ab 65 Jahren. Dies entsprach Pro-Kopf-Kosten von 14.070 Euro in dieser Altersgruppe.
In folgenden Altersgruppen entstanden Pro-Kopf Kosten von:
15- bis 29-Jährige liegen bei 2.270 Euro,
unter 15-Jährige bei 2.450 Euro,
bei den 30- bis unter 45-Jährigen 2.950 Euro,
45- bis unter 65-Jährigen 5.230 Euro,
65- bis unter 85-Jährigen lagen die Kosten schon bei 11.480 Euro pro Person
für die Hochbetagten (über 85-Jährige) betrugen die Pro-Kopf-Kosten 28.860 Euro."
(Krankheitskosten: 26 Prozent Kreislauf- und Verhaltensstörungen - 2025 - Politik - HCM)
Es ist aber auch so, dass der Anteil der älteren Menschen in Deutschland stetig wächst und diese auch einen immer größeren Teil der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Dadurch entstehen logischerweise auch mehr Krankheitskosten für ältere Menschen.
Und natürlich nehmen die Krankheitskosten im fortgeschrittenen Alter zu, das liegt natürlich auch in der Natur des Menschen.
Aber die Frage, die im Eingangspost gestellt wurde, ist, ob bei über 80-jährigen Personen Leistungskürzungen erfolgen sollen.
Ich habe da bereits darauf geantwortet.
Für mich sind dies auch Einzelfallentscheidungen, die nur die betroffenen Personen, dessen Angehörige und ein Arzt beantworten können.
Der im Eingangspost verlinkte Vorschlag macht ältere Menschen automatisch zu Menschen zweiter Klasse.
Warum soll ein Mensch über 80, der vielleicht noch die Chance hat, 100 Jahre alt zu werden, keine neue Hüftprothese erhalten?
Diese Idee kann nur von einem Arzt kommen, der die entsprechende Altersgruppe noch nicht erreicht hat.
Wenn es um die Frage geht, wann es statistisch am teuersten ist, hält sich hartnäckig „das letzte Jahr“ - das scheint zwar nicht ganz richtig (vgl. Studie letztes Lebensjahr ist nicht das Teuerste )
Daraus kann man entweder den schluss ziehen, dass die Behandlung in den letzen Jahren (der Einfachheit halber gemessen am Durchschnittssterbealter deutlich zurückgefahren werden (z.B. die Hüfte mit 80+x) - die Studie komt aber noch zu einem weiteren möglichen Schluss: Behandlungen, die möglichst wenig Kankenhausaufenthalte nach sich ziehen.
Ich könnte mir vorstellen, das Leute, die keine Hüfte bekommen, und auf den Rollstuhl angewiesen sind, wegen der Herz-Kreislauffolgen deutlich nehr nachgelagerte Behandlung (auch im Krankenhaus) nach sich ziehen als die, die noch eine Hüfte bekommen.
Was ebenfalls völlig unklar ist, wie weit diese Kürzungen ethisch gehen dürfen - der Komapatient, der rel. lange intensivmedizinisch am Leben gehalten werden kann, oder auch nur der schwere ALzheimerpatient, der seir intensive und ebenfalls z.T. sehr lange Unterstützung braucht - was machen wir mit diesen Fällle, wenn wir uns entschließen, die Teuerung durch Kürzungen bei solchen Patienten aufzufangen?
Klar gibt es - theoretisch - die Sachen mit dem „würdevollen Leben“ - ab wann genau wird es „unwürdig“?
Kann es sein, das solche Kürzungen erst einmal eine Flut von Klagen nach sich ziehen werden?