die ist jetzt möglich. Sterbehilfe ist legal und wird praktiziert.
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Zu den zu erwartenden Finanzierungslücken und möglichen Abhilfemaßnahmen:
Zitat:
Die Gründe: Einerseits altert die Bevölkerung, die Zahl der aktiven Arbeitnehmer sinkt. Die Kosten wiederum werden der Studie zufolge nicht nur steigen, weil ältere Menschen häufiger krank sind, sondern auch, weil der medizinische Fortschritt teuer ist und neue Medikamente und Behandlungsmethoden viel Geld verschlingen. Als Beispiele nennen die Gesundheitsfachleute des Unternehmens Gen- und Zelltherapien sowie Medikamente gegen Nervenkrankheiten oder Übergewicht.
Förderung eines gesunden Lebensstils?
Die Autoren bringen eine ganze Reihe möglicher Gegenmaßnahmen ins Gespräch, um die Kostenspirale in den Griff zu bekommen. Dazu zählen neben Sparmaßnahmen und Einnahmeverbesserungen im Gesundheitswesen selbst auch eine höhere Besteuerung ungesunder Lebensmittel, eine höhere Eigenbeteiligung der Bevölkerung an den Gesundheitskosten und Steuervorteile für einen gesunden Lebensstil.
Bei den Steuervorteilen für das gesunde Leben sind wir wieder bei der Frage, wer die Verantwortung für eine ungesunde Lebensweise übernimmt.
Übergewicht ist sicher ein wichtiges Indiz für eine ungesunde Lebensweise, jedoch nicht die alleinige Ursache für Krankheit und vorzeitiges Ableben. Es trifft auch so manche gertenschlanke Mitmenschen. Wichtig ist vielmehr eine insgesamt gesunde Ernährung. Da liegt so manches im Argen. Hörte mal von einem Berliner Lehrer, der eins auf den Deckel bekam, weil er seine Schüler eben dazu ermahnte. Wenn man selbst einen gut gemeinten Rat als unzulässige Einmischung in die freie Willensentscheidung abtut, muss man sich nicht über die Folgen wundern. Eine interessante Möglichkeit wäre ein Wegfall der MWSt. für pflanzliche Nahrungsmittel. Der ermäßigte Steuersatz für tierische Produkte sollte weiterhin nur für Erzeugnisse gelten, die deutlich über das gesetzliche Maß für Tier- und Umweltschutz hinausgehen. Es bedürfte in diesem Sinne auch klarer verschärfter Vorgaben, was natürlich auch zu einem Preisanstieg führen würde. Ich denke da auch an “die stille Pandemie”, also an das massenhafte Auftreten resistenter Keime, welches durch den jahrzehntelangen Missbrauch von Antibiotika in der Tierhaltung verursacht wurde. Schluss damit - diese Mittel sollten nur für wirklich bedrohliche Fälle in der Humanmedizin Anwendung finden!
Hier wird einfach vorausgesetzt, dass es ohne dramatische Kürzungen nicht geht und ein moralisches Dilemma diskutiert, das es so nicht gibt. Andere Länder haben eine funktionierende Gesundheitsversorgung, die mit dem Geld auskommt, auch bei alternder Bevölkerung.
Wer sich für die Reformen interessiert hat, die Karl Lauterbach auf den Weg gebracht hat, mit Unterstützung der Grünen, versteht besser, wie unser Gesundheitssystem auch kosteneffizient funktionieren kann. Da sind tiefreichende Reformen angegangen worden, die jetzt von Frau Warken zurückgedreht oder nicht weitergeführt werden. Stattdessen wird über Zuzahlungen und Leistungseinschränkungen diskutiert. Es ist zutiefst beschämend, was die sich leisten.
Mal ein paar Stichpunkte:
Die Kosten für Krankenhäuser machen ein Drittel aus, ambulante Praxen und Medikamente jeweils die Hälfte. Die Lauterbach-Reformen hätten die Bettenkapazität gezielt abgebaut, gleichzeitig die Qualität der Versorgung verbessert und ortsnahe Grundversorgung sichergestellt. Außerdem hat er die Reform der Zuweisung und Notfallversorgung in Angriff genommen, mit niederschwelligen Ansprechpartnern für Gesundheitsinformationen und Patientenverteilung und verbesserter Notfallspezialisierung. Die Zusammenarbeit zwischen Zuweisern und stationärem Personal sollte verbessert werden, die Digitalisierung weitergetrieben, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden und ein besseres Gesamtbild zu erhalten. Außerdem sollte Prävention grundlegend gestärkt werden und die public health Perspektive aufgebaut werden, die in Deutschland ein Kümmerdasein fristet.
Man kann einzelne Regelungen besser oder schlechter gelungen finden, aber er hat ungeheuer viel in Angriff genommen und umgesetzt, mit enormem Sachverstand. Und jetzt sitzt da eine Fachfremde, die alles im Sand versickern lässt. Das ist die eigentliche Katastrophe für unser Gesundheitssystem.
Die Krankenhausreform sollte durchaus Geld einsparen. In den nächsten Jahren werden viele Häuser dichtmachen, und die Umstellung sollte das steuern. Aber auch inhaltlich, was die übrigen jeweils machen, wird dadurch gesteuert und so ein chaotisches Durcheinander verhindert, bei dem viel Geld verbrannt würde. Auch die Unterteilung in Grundversorgung und Spezialkliniken verhindert Folgekosten. Insgesamt würde das System um einiges effizienter mit weniger direkten Kosten und Folgekosten durch Fehler und unnötige Behandlungen.
Ich halte Effizienz nicht für unwichtig, aber nicht für das primäre Ziel. Sonst dürfte man z.B. keine Intensivplätze für Krisen (Epidemie z.B.) vorhalten. Auch keine Maskenbevorratung.
Natürlich nicht das einzige Ziel. Aber wenn mit weniger Geld die Versorgung besser wird, ist das doch was. Hier im Thema geht es doch um die Bezahlbarkeit und ein moralisches Dilemma, das imo nicht nötig wäre.
Schaun mer mal können wir leider nicht, Warken verfolgt es nicht weiter und macht das Bestehende bereits kaputt.
Es wurde hier schon gesagt: der medizinische Fortschritt führt zu immer mehr Therapien, die z.T. sehr teuer sind, deswegen wird das Dilemma nicht verschwinden. Nimm z.B. Krebstherapien, waren vor 50 Jahren kaum vorhanden waren. Jetzt machen sie ca. 1/5tel der Kosten aus.
Ok, was das angeht, hast du Recht. Dieses Dilemma bleibt wohl, und das gibt es schon lange.
Teilweise werden die Kosten aufgewogen durch eine höhere Produktivität, aber das kann natürlich unterschiedlich ausfallen.
Hier haben uns der Gemeinsame Bundesausschuss, der für die Leistungen zuständig ist, und evtl die Ethikkommission und die Sozialgerichte die Entscheidung abgenommen. Das finde ich auch ok. Bei den Organen gibt es ebenfalls eine Regelung, die Prioritäten setzen muss.
Ich kann mich auch an die Regelung erinnern, dass Frauen jenseits der 60 (meine ich) nach einer Brust-OP keine Wiederherstellung mehr bezahlt wurde. Ist möglicherweise nicht mehr so. Die Fragestellung ist also überhaupt nicht neu.
Ich denke nur, bevor ein Hauen und Stechen losgeht, sollten die Möglichkeiten, das System zu verbessern, genutzt werden, und nicht aus Unwissen und Mangel an Mut eine Zwangslage erzeugt und verschärft werden.
Ja, das habe ich tatsächlich vorausgesetzt.
Aber ich bin kein Gesundheitsexperte, ich verlasse mich insoweit auf das, was ich so lese.
Und da scheint mir die Annahme weiterer Kostensteigerungen doch sehr verbreitet zu sein.
Wenn das nicht stimmt und wir durch Effizienzverbesserungen die Kosten auf dem jetzigen Stand (oder drunter) begrenzen können, umso besser.
So richtig überzeugt davon scheinst Du mir aber auch nicht zu sein
von denen hier ganz zu schweigen
Kostenmäßig fatal ist ja offenbar gerade der medizinische Fortschritt.
Jede teure neue Behandlungsmethode treibt die Kosten nach oben und es stellt sich die Frage „können wir das im bestehenden System bezahlen, wenn das jetzt jeder bekommt?“
Ich sehe nicht, wie dieser Mechanismus abgeschafft werden kann.
Ich kann natürlich nicht voraussagen, wie knapp es in den nächsten Jahren werden wird. Das hängt auch von den politischen Entscheidungen ab, die jetzt gefällt werden.
Mein Eindruck ist, dass neue Behandlungen anfangs besonders teuer sind, und dann gibt sich das. Dann werden diese Behandlungen auch nach und nach von den Gesetzlichen übernommen, nachdem die Privaten Vorreiter waren. Diesen Prozess gab es schon immer.
Die Alterung der Versicherten spielt erst jetzt diese große Rolle. Für ein Jahrzehnt wird es eng, wie mit den Renten, dann wird es sich wieder entspannen. (Leg mich nicht auf ein paar Jahre hin oder her fest.) Wie dieser Berg überwunden werden kann, ist schwierig vorauszusehen.
Was ich aber unhaltbar finde, ist, dass alle möglichen Wege der Leistungskürzungen und Zuzahlungen diskutiert werden, ohne auch nur ansatzweise die nötigen Reformen in Angriff zu nehmen.
Persönlich habe ich Angst vor vielen “Reformen” der jetzigen Regierung, sowohl was die Grundsicherung angeht als auch bezüglich Gesundheitsversorgung und Pflege.
In meiner Lehrzeit (1969 - 1972) beschäftigten wir uns noch ausgiebig mit der Röhrentechnologie und eher am Rande mit den Transistoren. In diesem Fall erwies sich der Fortschritt sowohl für die Hersteller wie auch für die Verbraucher als günstiger. Das, was man uns auf medizinischem Gebiet als Fortschritt verkauft, ist jedoch meistens nur für die Anbieter von Produkten und Leistungen günstiger, weil profitabler. Mit einer echten Heilung bzw. Gesunderhaltung der Patienten ist hingegen kaum ein echtes Geschäft zu machen. Das ist das eigentliche Problem.
Ich denke da an eine Bekannte, die im Laufe ihres Lebens soviel Medikamente gegen ihr Rheuma geschluckt hat ohne dass es ihr wirklich geholfen hätte, dass man damit bei konzentrierter Anwendung ein ganzes Dorf ausrotten könnte. Auch körperliche Fitness schützt nicht vor einem vorzeitigem Ableben. Ich denke da an einen früheren NVA-Vorgesetzten, der die 50-kg-Hantel mit einem Arm hochriss und auch als Modell für ein Heldendenkmal getaugt hätte. Eines Morgens, die Einheit war gerade irgendwo im Gelände - so hörte ich - fiel er tot um. Einfach so. Oder ein früherer Redaktionskollege unserer Arbeitslosenzeitung, die ich initiiert und mitbegründet hatte. Ich erzählte ihm mal von der Behebung meiner Herzprobleme , doch er blieb skeptisch. Irgendwann fuhr sein Wägelchen in einer Kurve weiter geradeaus und verletzte einen Fußgänger schwer. Da war er selbst bereits klinisch tot. “Gekämpft, gehofft und doch verloren”, “Nach langer (manchmal auch nach kurzer) schwerer Krankheit” - wir kennen diese Traueranzeigen. Oder “völlig unerwartet” - wie es in einer Annonce der AOK Brandenburg zu lesen war, als ihr Chef Wolfgang Niebuhr mit 58 Jahren am Ostermontag 2006 aus diesem Leben gerissen wurde.
Man könnte zahllose weitere Beispiele anführen. Auf der anderen Seite die satten Profite der grßen Akteure. Nein, ich will das Streben nach Gewinn keineswegs verteufeln!. Aber jeder Akteur auf dem Gebiet der Wirtschaft muss sich dem harten Wettbewerb stellen. Oft reicht es nicht einmal, gut und clever zu sein. Auf dem Gebiet der Medizin haben sich jedoch so manche Besitzstandswahrer etabliert, die unbarmherzig jeden wegbeißen, der ihre Interessen stören könnte.
Ich will keineswegs die vielen ehrlichen Mediziner, denen ihr Berufsethos noch etwas gilt, miesmachen. Eine Fraktur oder ein verkorkster Blinddarm müssen immer noch auf die übliche Weise behoben werden. Es gibt jedoch auch so manche Gesundheitsprobleme, die man mit neuen Erkenntnissen oder andererseits mit altem Wissen besser und erfolgreicher behandeln könnte. U. a. auch so manche Gelenkprobleme, die nicht nur die Alten, sondern auch Menschen in mittleren oder jungen Jahren betreffen.
Das genau ist aber das Problem bei der Diskussion hier - ich gebe Dir durchaus recht, dass man be manchen therapeutischen Verfahren ein großes Fragezeichen machen muss - auch, dass es mehr mittelmäßige und schlechte Mediziner gibt als gute (das ist in jedem Berufsstand (und übriges auch in der Pharmaindustrie) so.
Aber das Thema hier ist, dass medizinische Verfahren, die - statistisch signifikant - einen "nachgewiesenen Nutzen haben (z.B. die künstliche Hüfte nach einem Oberschenkelhalsbruch) als heilende Behandlungsoption einem Patienten deswegen vorenthalten wir, weil es sich bei den Kosten im Vgl. zur „Restlaufzeit“ nicht mehr lohnt, die Behandlung durchzuführen bzw. es eine „unzumutbare“ Belastung für die Solidargemeinschaft darstellt - dazu gehört - theoretisch - auch Dein Blinddarm.
Soll man bei einem Krebspatienten im Endstadium, der statistisch noch ein halbes Jahr zu leben hat, noch eine BlinddarmOP durchführen? Ist das nicht eine viel zu hohen Belastung der Solidargemeinschaft, nur um das halbe Jahr, dass dem Patienten vielleicht noch bleibt, zu ermöglichen? Das ist doch die Frage, die wir hier erörtern.
Ja, das ist gängige Praxis bei vielen Medikamenten. Die Firmen wollen die hohen Entwicklungskosten amortisieren, bevor es Nachahmer gibt oder der Patentschutz ausläuft.
Das sollte eigentlich für den Patienten egal sein, weil die Kosten über die Versicherungen auf die Allgemeinheit verteilt werden.
Eine geringe “Restlaufzeit” sollte im Falle einer OP für die Solidargemeinschaft durchaus zumutbar sein. Dazu hatte ich mich bereits geäußert. Letztlich geht es aber bei einer medizinischen Behandlung stets um den eigentlichen Zweck. Wenn dieser auf eine schonendere und finanziell günstigere Weise erreicht werden kann, ist es um so besser. Denn schließlich geht es auch um die Akzeptanz des Systems angesichts ständig steigender Kosten. Dass das Sparen durchaus zu Lasten der Menschlichkeit gehen kann.
Julius Hackethal schrieb in einem seiner Bücher, wie er einem Patienten einen kindskopfgroßen Tumor entfernte. Und sich bemühte, dabei möglichst schonend vorzugehen, um dem armen Kerl wenigstens noch ein paar lebenswerte Wochen zu ermöglichen. Er starb denn auch - allerdings erst 21 Jahre später. An einem Herzinfarkt. Das gab ihm doch mächtig zu denken.
Hier im Forum gönnt wohl jeder seinen Mitmenschen das medizinisch Notwendige. Damit ist “die Frage, die wir hier erörtern”, fast geklärt. Bleiben die Kosten, die zu stemmen wir uns eigentlich nicht verweigern sollten, wenn es denn nicht anders ginge. Eben Letzteres sehe ich jedoch nicht. Es kann bei dieser Diskussion nicht nur um die Frage der im Titel angeführten Einschränkungen gehen, sondern auch um die Möglichkeiten ihrer Vermeidung