Eingeschränkte Krankenversicherungsleistungen bei über 80-Jährigen?

Es geht dort um die australischen “Diatary Guidelines”, die überarbeitet werden sollten. Sein Kommentar dazu ab Minute 20: “I’m unfortunately borderline pessimistic about what the outcome is going to be, there is, however, a glimmer of hope….”

Jetzt müsste man sich mal ansehen, was dabei heraus gekommen ist, denn das Video ist ja schon ein Jahr alt……

Interessanter für uns in Deutschland ist aber natürlich, wie unsere eigenen Ernährungsempfehlungen lauten, die natürlich ebenfalls hierauf beruhen:

Hast die irgendwelche Belege, dass die heutige Ernährungspyramide bei uns auf Korruption beruht?

Unsere “offizielle” Ernähnungspyramide wurde aus den umstrittenen Studien, die auch der Ernährungspyramide in den USA und anderen Ländern zu Grunde liegen, und im verlinkten Video erwähnt werden, übernommen.

Es gibt aber zig andere Ernährungspyramiden, denen man folgen kann. Meiner Ernährungspyramide kommt diese hier ziemlich nah, die wird aber, soweit ich weiß, von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und den Krankenkassen nicht empfohlen.
Warum nicht, weiß ich nicht.

https://www.soulfood-lowcarberia.de/media/pdf/79/9d/b5/SoulfoodLowCarberia_Lebensmittelpyramide.pdf?srsltid=AfmBOoo2A514q97F8t_ZXMd3fBhDaa0nBbvuDW8v9Bqj-7ZoXVH8qcDX

Was in dieser Pyramide übrigens noch fehlt, ist die Unterscheidung zwischen einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (ich esse hauptsächlich einfach ungesättigte Fettsäuren und gesättigte Fettsäuren)

So einfach ist es nicht. Basis bilden nicht andere Pyramiden, sondern die Referenzwerte der DGE: Referenzwerte | DGE.

  • Das wissenschaftliche Konzept der DGE-Leitlinien orientiert sich an dem der evidenzbasierten Medizin (EbM), das auf die Prävention durch Ernährung übertragen wurde.
  • Das definierte Vorgehen basiert auf einer systematischen Auswertung der wissenschaftlichen Literatur und einer kritischen Beurteilung der Ergebnisse nach vorab festgelegten Kriterien durch die Leitlinienkommissionen der DGE.

wo? ich finde es nicht

diese argumentation passt vermutlich auch auf viele gewaltverbrecher.
hormone, triebe, affektstörungen usw.
das ändert aber idR nichts an ihrer verantwortlichkeit (außer in schweren, krankhaften fällen).
alles hat eine ursache und eine erklärung. aber nicht alles hat eine entschuldigung

Das Gekröse.
Gibt es nicht Hormone ab?

Hier: Adipositas: Eine Aufgabe nicht nur für das Gesundheitssystem

Das Thema Adipositas eignet sich nicht für vereinfachende Schuldzuweisungen. Auch “Selbstverantwortung” trifft es nicht, wenn die Zusammenhänge so wenig bekannt sind und so viele Fehlinformationen herumschwirren.

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Warum sollten Menschen die noch nicht 80 sind nicht auch Thema sein denn immerhin haben wir alle vor mal noch mindestens 80 zu werden das heißt es trifft uns alle.

Das finde ich wichtig bei der Betrachtung - natürlich gilt immer noch, dass es keinesfalls damit um Schuldzuweisungen gehen kann!

Es geht also eher darum, Menschen zu unterstützen (auch über das System der solidarischen Krankenkassen!)
Aber auch hier wären wir wieder an einer Stelle, an der man dann die Diskussion aufhängen könnte, ob über 80jährige Adipositas-PatientInnen überhaupt noch Unterstützung bekommen sollen (da sie eine noch geringere „Restlaufzeit“ aufgrund ihrer Erkrankung haben.
Psychologische Betreuung - lohnt nicht mehr.
Magenverkleinerung, Hormontherapie (oder was da noch für unterstützende Leistungen möglich sind - ich bin kein Mediziner) - alles eine viel zu große Belastung für die gesetzlichen KK, wenn wir die Beiträge stabil halten wollen.
Insofern kann man die Diskussion also auch bei Adipositas-PatientInnen führen.
Auch hier bin ich dagegen, nur aufgrund des vorgerückten Alters Leistungen zu streichen.

Übergewichtige sind niemandem eine Entschuldigung schuldig.

Ich wollte damit sagen, dass für manche Menschen Esskontrolle wesentlich schwieriger ist als für andere, und dass man deswegen niemandem wegen mangelnder Esskontrolle mangelnde Disziplin vorwerfen sollte.

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für manche Menschen ist auch aggressionskontrolle schwieriger als für andere. oder die wahrheit sagen. oder viele andere dinge.
ich finde es nicht richtig, persönliche verantwortung da enden zu lassen, wo es mühsam oder schwierig wird.

das hat auch niemand gesagt.
die frage war, ob sie die folgen des übergewichts alleine tragen müssen oder auf die gemeinschaft abwälzen können

Das stimmt sicher. Der Zeitpunkt, wann die Uhr abgelaufen ist, ist jedoch individuell doch sehr unterschiedlich. Manchmal ist das Ende schon mit 50 Jahren nah. Jedenfalls landet man doch sehr schnell bei der Frage: “Lohnt der Aufwand bzw. die Investition dieses Leben zu erhalten überhaupt ? ".
Derlei ökonomische Überlegungen gab es schon einmal. Sie haben schrecklichen Folgen gezeitigt.
Gleichwohl spielen sie auch heute bei vielen Debatten über die Kosten der Gesundheitsversorgung eine große Rolle, obwohl niemand es wagt, offen auszusprechen, dass es im Kern um die ökonomischen Bewertung von Menschenleben geht.

auch deswegen habe ich das Thema hier eröffnet.
wir werden beim thema krankenversicherung zu dieser bewertung gezwungen sein, glaube ich.

aber etwas indirekter findet eine solche bewertung ohnehin ständig statt.
es ist ein Mythos, dass das leben des menschen der höchste wert ist.
wir wägen in vielen fällen mit anderen werten und interessen ab, wenn auch nicht so offensichtlich wie bei der medizinischen versorgung. das ist normal, auch wenn wir es nicht gerne zugeben.
menschen sterben im straßenverkehr, bei gefährlichen sportarten, berufen und hobbies, oder durch alkohol, zigaretten, übergewicht infolge falscher ernährung. vieles davon könnte man verbieten, das tun wir aber nicht.

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Ich sehe das prinzipiell auch so - die Frage ist nun, was es zu ändern gilt?
Die Schwelle 80 ist da etwas willkürlich, da sie genau die ganzen Punkte (darauf hat bereits @Herbert weiter oben hingewiesen), die eigenverantwortlich durch den Patienten zu gestalten sind, nicht berücksichtigt.
Ich finde es nach wie vor richtig, dass die Solidargemeinschaft (möglichst immer) einspringt, wenn es beim Individuum Dinge gibt, die unvorhergesehen und jenseits der Eigenverantwortung bei diesem Individuum „schicksalshaft“ eintreten.
der 80jährige, der ein Auto beim Überqueren übersieht, und daher besagten Bruch erleidet, sollte Unterstützung erhalten - derjenige, der sich notorisch die Vorfahrt erzwingt - nicht.
Was nun theoretisch nett klingt, wird in der Praxis allerdings oft schwer durchführbar.
Der Übergewichtige ist i.d.R. nicht deswegen übergewichtig, weil er als Lebensziel hat, möglichst viele Kilos auf die Waage zu bringen (@Dagmar hatte darauf bereits hingewiesen).
Selbst beim Raucher muss man unterstellen, dass es sich um eine Sucht handelt, die der Betreffende genau deswegen auch nicht wirklich gut im Griff hat.
Wie also kann man die Resilienz und die Eigenverantwortung des einzelnen gesellschaftspolitisch (aber auch konkret durch das solidarische Krankenkassensystem) unterstützen?
Es hat sich da in den letzten Jahren durchaus etwas getan - offenkundig allerdings zu wenig…

Das ist richtig. Aggressivität richtet sich aber direkt gegen andere und muss, ganz unabhängig von moralischen Schuldfragen, eingedämmt werden. Im Extremfall durch therapeutische Maßnahmen oder Sicherungsverwahrung.

Letzteres dürfte selbst bei einer extremen Essstörung nicht notwendig werden. :wink:

Das ist entweder Unkenntnis oder bewusste Lüge, um ein Ziel zu erreichen.

Das ist vollkommen richtig und dagegen habe ich auch nie etwas gesagt.

Die meisten Folgen „trägt“ (auch im Wortsinne) der Betroffene sowieso selber.

Die medizinischen Kosten aus der Versicherung heraus zu nehmen, ist problematisch. Dann müsste man das bei unzähligen anderen, problematischen Verhaltensweisen auch tun. Damit mehr Gerechtigkeit im System zu schaffen zu können, halte ich für eine Illusion.

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Ich auch - aber es geht bei der Fragestellung (leider?!) nicht um Gerechtigkeit - sondern darum, was bezahlbar ist/erscheint.
Eine künstliche Hüfte ist mehr oder weniger ein Unikat, da es passgenau auf den Patienten sein muss.
Andernfalls könnte man überlegen, nach dem Tod des Patienten diese wieder zu entnehmen und „anderweitig zu verbauen“.
Das wäre vielleicht so ein Punkt, den man über Prämien einführen könnte. Es gibt durchaus Geräte und technische Hilfen, vielleicht wiederverwendbar sind. Ich weiß nicht, ob beispielsweise Rollstühle zurückgegeben werden müssen - alle Geräte, die ich nach dem Tod meiner Eltern in deren Wohnungen gefunden habe (ein Rollstuhl war nicht mit dabei), musste ich nirgendwo wieder abgeben - das fand ich schon erstaunlich :thinking:
Ich weiß auch nicht, wie das aktuell rechtlich ist - es hat keiner nachgefragt.
Gefunden habe ich dazu dies.
Da steht aber eher nur, was es für Varianten gibt, und „das es drauf ankommt“.
Wenn man bei allen nicht individuell angepassten technischen Patientenunterstützungen so verfährt, dass diese zurückgegeben werden müssen, könnte das durchaus zu einsparungen führen - oder ist die damit verbundene Bürokratie da wieder zu teuer?

Die hohen Kosten kommen nicht vom Material, sondern durch die OP und anschließende Reha zustande, nehme ich an.

Mein Vater sagte mir als er alt war, früher auf vielen Bauernhöfen hätten die Jungbauern eher den Tierarzt geholt als einen Arzt für die alten Eltern. Er war sehr froh, dass sich die Gesellschaft diesbezüglich weiter entwickelt hatte, fand es aber schlecht, dass man sich nicht für Sterbehilfe entscheiden konnte, wenn man es denn wollte.
Eigentlich läuft es immer wieder auf diese Selbstbestimmung hinaus.

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Gerechtigkeit ist ein völlig überschätzter bzw. verkannter Faktor bei solchen Fragen.
Wie @HarmsCar sagt: das System muss erstmal funktionieren und bezahlbar sein.
Wenn es das ist, kommt die Feinjustierung wegen der Gerechtigkeit.
Und wenn es am Ende für ein paar % der Fälle ungerecht ist, dann müssen wir damit leben.
Was hilft uns ein System, das gerecht, aber unterfinanziert ist?

Mit dem Hinweis auf Ungerechtigkeiten kann man jedes System und vor allem jede Reform töten.
Jedes System mit -zig Millionen Teilnehmern weist Ungerechtigkeiten auf.
Unsere gesamtgesellschaftliche Reformunfähigkeit und das schneckenhafte Veränderungsthema rührt auch daher, dass zuviele Leute die Vorstellung haben, man könne absolut gerechte Lösungen finden. Vor lauter Gerechtigkeitsdiskussionen wird dann vergessen, dass wir vor allem funktionierende und bezahlbare Lösungen brauchen.
Dementsprechend funktioniert vieles bei uns nicht mehr, aber alle sind stolz darauf, dass sie sich lautstark für (ihre subjektiv empfundene) Gerechtigkeit engagieren.