"Diesen Krieg kann keiner gewinnen. Kehrt jetzt Vernunft ein?"

Ich hielt es wie Cem am Rednerpult. Ich bin halt ein echter Europäer.

Hier muss Putin zusehen.

Aus ukrainischer Sicht gehe es darum, den Friedensplan, den das Land selbst formuliert hat, in die Tat umzusetzen. Unter anderem sieht er vor, dass Russland seine gesamten Truppen aus der Ukraine abziehen soll.

Ob das alle Staaten, die mutmaßlich an dem Treffen teilnehmen, auch wollen, ist allerdings fraglich: Auf der zweitägigen Konferenz werden viele Staaten erwartet, die sich bisher weder eindeutig Richtung Ukraine oder Russland positioniert haben. Dazu gehört auch Saudi-Arabien.

Einen Vorgeschmack, was von den Gesprächen in Dschidda zu erwarten ist, gab ein Treffen Ende Juni in Kopenhagen: Auch in der dänischen Hauptstadt waren zahlreiche Sicherheitsberater zusammengekommen, um über die Lage in der Ukraine zu diskutieren. Dort blieben konkrete Inhalte oder Abläufe des Treffens zuvor ein großes Geheimnis, eine gemeinsame Abschlusserklärung gab es nicht.

Interessant finde ich, dass widerum kein Vertreter aus Russland zu möglichen Aussprachen eines Friedensprozesses eingeladen wurde.

Es wird ein spannendes Wochenende, oder wieder eins ohne jegliche Ergebnisse.

Vorher sprach mir der Papst aus der Seele:

In einer Ansprache, bei der auch Vertreter der portugiesischen Regierung anwesend waren, mahnte der Papst mehr Handeln an und forderte erneut Friedensbemühungen. Angesichts von Kriegen und Konflikten sowie dem dadurch ausgelösten Leid und der Migration übte der Pontifex Kritik an Europa, das es an Anstrengungen zur Lösung der Probleme der Welt mangeln lasse. „Wohin steuerst du, wenn du der Welt keinen Friedenskurs vorschlägst, kreative Wege, um den Krieg in der Ukraine und den vielen Konflikten, die die Welt mit Blut beflecken?“

Der Papst kritisierte den Umgang mit Migranten an den Außengrenzen Europas und im Mittelmeer, den Geburtenrückgang sowie die Diskussionen über die Sterbehilfe. Zusätzlich scheine es ihm, dass die „weltweiten Ungerechtigkeiten, die Kriege, die Klima- und Migrationskrisen schneller voranschreiten als die Fähigkeit und oft auch der Wille, diesen Herausforderungen gemeinsam entgegenzutreten“, so Franziskus.

Er träume stattdessen von einem „Europa als dem Herzen des Westens, das seinen Einfallsreichtum dafür einsetzt, um Kriegsherde zu löschen und Hoffnungslichter zu entzünden.“ Der Kontinent könne ein Treiber für die weltweite Öffnung sein, die auf der Welt gebraucht werde. Die Welt brauche Europa, „das wahre Europa“, als Brückenbauer und Friedensstifter.

Das ist genau mein Reden.
Friedensstifter und Waffenlieferungen gehen nur einher, wenn die Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung der Ukraine sind.

Quelle: Papst beim Weltjugendtag: Eindringliche Worte an Europa | tagesschau.de

Russland kündigt Truppenverstärkung an „Westgrenzen“ an

  • 14:25 Uhr

Inmitten des Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Russland von einer beabsichtigten Stärkung seiner „Westgrenzen“ gesprochen. Er wolle die „Stärkung der Truppengruppierungen der Armee der Russischen Föderation an unseren Westgrenzen“ erörtern, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Interfax bei einem Treffen mit Kollegen des Ministeriums in Moskau.

Ukraine-Krieg - Moskau

Verteidigungsminister Schoigu (hinten, 3.v.r) leitet die Sitzung, bei der es um die Westgrenze Russlands geht.

© Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Welche Gebiete er genau meinte, sagte der Minister nicht. Russland hat infolge des bereits mehr als 17 Monate andauernden Kriegs mehrere ukrainische Regionen völkerrechtswidrig annektiert. Teile der russischen „Westgrenzen“ verlaufen daher nach Moskauer Logik im angegriffenen Nachbarland. Schoigus Worte könnten also auch bedeuten, dass Russland mehr Truppen ins Kampfgebiet schicken will.

Kremlchef Wladimir Putin hatte im vergangenen Herbst rund 300.000 Rekruten für den Kampfeinsatz einziehen lassen. Seitdem befürchten viele Russen, dass es in Zukunft eine weitere Mobilisierungswelle geben könnte. Kürzlich wurde zudem das Höchstalter für den Einzug von Wehrpflichtigen um drei Jahre angehoben.

Einmal mehr stellte Schoigu zudem Russland als vermeintliches Opfer dar und sprach von einer erhöhten Bedrohungslage im Westen und Norden. Er verwies dabei auch auf die noch recht neue Nato-Mitgliedschaft des nördlichen Nachbarn Finnland. Diese war eine Reaktion auf den Ukraine-Krieg gewesen. (dpa)

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Heftige Explosion auf Fabrikgelände nahe Moskau

  • 12:17 Uhr

Bei einer heftigen Explosion in der Stadt Sergijew Possad rund 70 Kilometer nordöstlich von Moskau hat es offiziellen Angaben zufolge mindestens 45 Verletzte gegeben. Die Explosion habe sich am Mittwochvormittag aus zunächst ungeklärter Ursache auf einem Fabrikgelände ereignet, meldete die staatliche russische Agentur Tass. Beobachter in sozialen Netzwerken vermuteten einen Drohnenangriff. Tass wiederum widersprach dieser Darstellung unter Berufung auf Rettungsdienste.

Die betroffene Fabrik stellt optische Geräte her, Berichten zufolge auch für den militärischen Gebrauch. In sozialen Netzwerken wurden Fotos und Videos veröffentlicht, die eine große Rauchsäule am Himmel zeigen. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, kündigte an, in die auch bei Touristen sehr beliebten Stadt Sergijew Possad zu fahren und sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

Quelle: Krieg in der Ukraine im Live-Ticker: Russland kündigt Truppenverstärkung an „Westgrenzen“ an | WEB.DE

Ich stelle heraus, dass beide Meldungen besorgniserregend sind. Allerdings empfinde ich die Meldung, dass Russland erneut getroffen worden ist besorgniserregender. Egal ob westliche Waffen genutzt werden oder nicht, insgesamt erhöht sich natürlich die Schlagzahl der Ukrainer durch westliche Waffenlieferungen. Diese erhöhte Schlagmöglichkeit sollte aber nach unserer Intention im Westen nicht genutzt werden um russisches Territorium anzugreifen, um vermutlich dort rüstungsnahe Produktionsstätten zu treffen. Dadurch sind wir im Westen an einer Zweigstelle angekommen, ob wir einen Krieg gegen Russland unterstützen oder die Ukraine bei ihrer Verteidigung unterstützen. Letzteres würde Verhandlungen ermöglichen. Beider Entscheidung für Ersteres rücken wir immer Nähe in Richtung Dritter Weltkrieg. Dazu sollten sich unsere führenden Politiker mal langsam melden. Es hieß immer kein Angriff auf russisches Territorium, es sei denn dort wo angegriffen wird, werden unmittelbar Angriffe gegen die Ukraine vorbereitet und selbst dazu hatte sich, unsere Regierung bisher nicht eindeutig positioniert, sondern stand dem ablehnend gegenüber.

Sehr gut, wenn Russland seine Westgrenze verstärkt => weniger Mensch und Material für die Front in der Ukraine.

Du, ich kann den Ukrainern auch nicht verübeln, wenn die auf russisches Territorium schießen (wenn sich herausstellt, dass es sich um einen Angriff gehandelt hatte), die Russen machen das Gleiche. Aber es wird doch Zeit das Gesamte zu sehen.

So ist das nun mal, wenn man einen Krieg beginnt, irgendwann muss man mit Gegenangriffen rechnen.

So traurig das ist.

Ist das wirklich so?
Die UDSSR war eine Räterepublik. Wollte Rußland eine Räterepublik, könnte es erst mal eine im eigenen Land ausrufen. Da dies bis jetzt noch nicht passiert ist, halte ich es für sehr unwahrscheinlich.

Für mich ist dieser Krieg ein Krieg von Oligarchen gegen Oligarchen auf Kosten der Zivilbevölkerung.

Weder war die UdSSR eine echte Räterepublik, noch ist da heutige System eine Oligarchie.
Beides waren bzw. sind bei Licht betrachtet Diktaturen.

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Proving a Genocide: Putin’s Words and Soldiers’ Calls

ist eine aufschlussreiche Dokumentation, was für einen „Frieden“ die ukrainische Bevölkerung erwartet, falls Russland seinen Angriffskrieg nicht verliert, sondern das Besatzungsregime in einem mehr oder weniger großen Teils des Staatsgebiets aufrechterhalten kann.

Ja, klar.

Übrigens: vorgestern hat die Anzahl der getöteten russischen Soldaten die Marke von 250.000 überschritten. Dazu kommen nach einer Faustregel nochmal 2-3mal so viele Verwundete.

Ich habe keine Ahnung, wie Putin das vor dem russischen Volk rechtfertigen will.

die Frage ist, ob er das überhaupt muss

Jetzt noch nicht. Solange der Ukrainekrieg nicht entschieden ist, könnte das ja der Preis für den Sieg sein.

Sobald die Ukrainer aber die Russen aus ihrem Land geworfen haben oder sich Putin aufgrund einer Verhandlungslösung freiwillig zurückzieht, wird es zahlreiche Menschen geben (nicht nur Soldatenmütter), die ihm diese Fragen stellen werden.

Das russische Volk wurde zwar weitestgehend apolitisch gemacht, aber in den Metropolen wie Moskau und St. Petersburg sieht das anders aus. Dort sind die Menschen gebildeter und haben auch Zugang zu westlichen Medien.

Ich poste dieses Mal hier rein, da ich denke, dass zum Thema Streumunition bereits vieles geschrieben wurde und die Diskussion dort in Richtung Atomwaffen abgebogen war und zuletzt um Abwehrschutzschirme sich drehte, die eine Erstschlagfähigkeit mit einer gewissen oder vorzugsweise maximalen Sicherheit verbinden, (mein letzter Beitrag war dann in Richtung Titanic sehr besorgt, ob das immer klappen kann):

Das mit der Fähigkeit des Erstschlages durch Abwehrschirme wird nicht erst zurzeit versucht, sondern ist seit 1950 Thema. Um vor dieser neuen Art der atomaren Eskalation zu schützen wurden die sogenannten ABM Verträge gemacht, die einseitig und zum Verdruss der Russen gekündigt worden sind. Darauf hin wurden die Raketenabwehrsysteme in Osteuropa beschlossen und auch eine Idee, die Ukraine in die Nato aufzunehmen fiel genau in diese Zeit. Amerikanischer Präsident war ein gewisser George W. Bush der Wladimir Putin damals sehr wahrscheinlich damit provozieren wollte (die offizielle Verkündung: diese Stellungen für die Abwehrraketen sollten vor Terrorangriffen aus dem Iran schützen). Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 wurde dieses von ihm angeprangert. Seit dem Zeitpunkt spricht man auch von der Verschlechterung der Verhältnisse zwischen der Nato und Russland.

ABM-Vertrag – Wikipedia

Wir sollten nicht alle bei den Grünen mit der amerikanisch-ukrainischen Brille alles sehen, sondern offen die Verhältnisse betrachten, damit große Lösungen entstehen. Denn mit Klein-Klein wirst Du diesen Konflikt nicht mehr lösen können, und wir machen uns als BRD auf jeden Fall abhängig davon ob es eine Eskalation gibt oder nicht. Wir fallen in Zeiten zurück, die wir im Kalten Krieg erlebt hatten, obwohl der Konflikt heute ungleich gefährlicher ist als er zwischen 1945 und 1991 gewesen war (vielleicht noch die Ausnahme unmittelbar gesehen während der Kuba Krise, aber die potenzielle Gefahr ist heute selber höher als in der Zeit der Kuba-Krise).

Hast Du irgendwelche Belege, dass die offizielle Erklärung falsch war? Und wie kommst Du darauf, dass der gewisse Herr George W. Bush einen gewissen Herrn Wladimir Putin provozieren wollte? Wozu? Hat er das Dir oder jemand anderem gesagt?

Ich habe die Quelle jetzt nicht, um das zu belegen. Aber ich habe es in Erinnerung gelesen zu haben, dass George W. Bush am Ende seiner achtjährigen zwei Amtszeiten, nochmal einen Akzent setzen wollte. Und die amerikanische Außenpolitik der letzten Dekaden (ausgenommen vier Jahre Trump) war konzipiert nach diesem Bild die amerikanische Kontrolle über Eurasien zu haben.

Altes Nato-Motto: ‘Keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down.’

Außerdem hatte Wladimir Putin auf der Sicherheitskonferenz 2007 sich beklagt, dass die Iraner gar nicht über die Reichweite hinsichtlich eigener Waffen verfügen würden, Europa zu bedrohen. Er hatte sehr authentisch gesprochen auch hinsichtlich der Osterweiterungen, dass jedes Land die Freiheit natürlich hat dieses zu entscheiden, in die Nato einzutreten. Aber er wollte halt die militärische Infrastruktur der Nato nicht vor seiner Haustür haben. 2000 wollte er der Nato noch beitreten.

Quelle: A history of NATO: ‚Keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down‘ - New Cold War: Know Better

Quelle: Putin Says ‚Why Not?‘ to Russia Joining NATO - The Washington Post

Das war 1949! Damals sehr berechtigt.

Aha. Einen Akzent setzen kann alles mögliche bedeuten, unter anderem auch Verteidigung gegen Terrorismus.

Wo hast Du das wieder her? Vor 1990 ja, aber danach doch nicht mehr. Obama hat Russland als Regionalmacht gesehen, da brauchte er nichts klein zu halten. (Die Atomwaffen hat er dabei allerdings übersehen)

Anfang der 1990er Jahre begann man im Iran mit nordkoreanischer Hilfe mit der Entwicklung der Shahab-3-Rakete. Der erste Teststart erfolgte am 22. Juli 1998.

Und hör auf zu schreien.

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Gebe ich Dir Recht. Wobei es noch am 10.03.1952 die Stalin Note gab: Ein wiedervereinigtes Deutschland, neutral und demokratisch (freie Wahlen wurden nicht debattiert).

Ich gebe Dir Recht. Der einseitige Austritt aus den ABM Verträgen wurde damals auch nach meiner Erinnerung mit dem Terrorismus begründet (2002). . Putin war mehr provoziert, da er nicht mit eingebunden war. Russland pflegte schon damals Verbindungen zum Iran. Das ist bekanntlich nun verstärkt und könnte in fruchtbaren Verhandlung zum Nutzen Gesamteuropas (Russland gehört dazu) umgewandelt werden. Putin ist ein ehrgeiziger manchmal etwas ungehobelter Mitredner, aber ich glaube er wäre für die Sache Europas zu gewinnen, was nicht gleichbedeutet, dass Russland in die EU aufgenommen werden müsste, aber eine Art Assoziierungsabkommen hinsichtlich Sicherheit und Handelsfragen wäre ein Angebot der EU. Ein Dreieck EU-Ukraine-Russland würde den Konflikt den wir jetzt in Europa haben, aufheben.

Obama finde ich da ziemlich unwichtig. Er mag Russland mit dieser Aussage enttäuscht zu haben. Die Atomwaffen haben auch andere. Richtig ist Dein Einwand, in dem Sinne, dass nur Russland (und Nordkorea) damit zuletzt gedroht haben. Aber das meine ich nicht. Ich habe das auch editiert: Kleinhalten ist falsch. Es gab die Überlegungen von Zbigniew Brzeziński, diese Person war unter anderem Sicherheitsberater unter US-Präsident Jimmy Carter.

Quelle. Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft – Wikipedia

Hier ein Zitat daraus:

Die Ukraine hat eine besondere Bedeutung im Spiel der Kräfte, trägt sie doch nach Brzezinski „durch ihre bloße Existenz“ zur Umwandlung Russlands bei.

> „Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit den aufbegehrenden Staaten Zentralasiens hineingezogen würde, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden.“

Man hatte also eigentlich mit Russland etwas Positives vor. Aber erkennt man nicht auch ein wenig eine Bevormundung, die Russland nicht gefallen könnte?

Ich hatte nur fettgeschrieben, weil ich noch was wichtiges ergänzt hatte. Du siehst Doch, dass ich nicht überall fett schreibe wie zuletzt vor einigen Tagen. Ob der Iran Europa angreifen könnte war auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz umstritten. Interessant für Dich: (15) Wladimir Putin: Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 - YouTube

Ab Minute 33:04 siehst Du kurzzeitig den iranischen Vertreter und zu National Missile Defense – Wikipedia die damalige unterschiedliche Bewertung der Pressekonferenz. Außerdem findest Du Aspekte zur Nato-Osterweiterung eines Fragenden mit Fragen aus den Rängen, die vom russischen Präsidenten beantwortet werden. Alles ab 33:04 kompakt hintereinander. Die lange Rede vorher ist nur phasenweise interessant.

Echt jetzt?

Mag sein, aber das ist unerheblich.

Mag sein, aber die USA wollten es nicht darauf ankommen lassen.

Dafür herzlichen Dank.