Ich habe mittlerweile von ihm eine Gegendarstellung und die mit einem Herz versehen. Es liegt auch in der Natur von Thesen, diese von zwei Seiten zu betrachten. Wenn ich ihm das unterstelle, ist das kein Böswillen, ich glaube anderseits, dass alles von zwei Seiten gesehen werden kann, wie man es dreht. Es ist nur entscheidend welche Sichtweise näher zu einem beabsichtigen Vorteil führen kann. Da gab es und gibt es unter uns zwei unterschiedliche Meinungen. Viele Berichte sind von mir auch lang, so dass einzelne Sätze gut sich eignen, Gegendarstellungen zu liefern.
Aggressive Politik ist relativ. Es gibt sehr aggressive Politik, extrem aggressive Politik und weniger aggressive Politik. Vielleicht ist es sogar gut, ich kenne Annalenas Strategie nicht, dass ihr Vorgehen Russland gegenüber aggressiver ist, weil es angebracht ist.
Mir liegt es daran, aus der Emotionalität heraus, Fehler unserer Sichtweisen oder Chancen, (das Wort „Chancen“ ist an der Stelle nicht als falsch zu erkennen), auch Fehler in der Denkweise Putins, der die Ukraine anscheinend ein wenig auch als „Kolonie Russlands“, falsch versteht, zu erkennen.
Seinen vorheriger Ansatz für eine gelenkte Demokratie wurde in einer Sendung (er mit russischen Jugendlichen, etwa 2017/2018), die sich für mehr Freiheiten aussprachen, von ihm verteidigt. Ähnliches stellt er sich im Großen vor mit der Ukraine und da muss man ihn wohl belehren, dass es besser ist, wenn die Ukraine ihr eigenes Ding macht.
So wie Russland in gewisser Weise auch souverän nach dem Ende der Sowjetunion geworden war und sich immer noch auf der Suche nach einer neuen Identität und Einordnung im Konzert der Staaten auf dieser Erde bewegt.
Zu den Menschenrechtsverbrechen: Mir reicht es aus, dass wir uns in der BRD an den Holocaust erinnern, und daraus aktuelle Tagespolitik gestalten, in dem Bewusstsein, einer Konsequenz aus dem tiefgreifendem, extrem abgründigem Menschheitsverbrechen, und der heutigen weit aus positiveren Lage der BRD.
Ich hielt es für falsch jetzt daraus folgernd andere für ihre Menschenrechtsverbrechen zu verurteilen oder gar eine Erinnerungskultur woanders anzumahnen. Es gehe viel mehr darum in der Welt Gutes zu tun und voranzubringen. In eine gewisse Demut sollte sich die BRD immer wieder versetzen, damit dieses Gute auch in den nachfolgenden Generationen aus der BRD kommen kann und mit anderem Guten aus anderen Staaten sich vereinen kann.