Die Recycling-Lüge

Ha, der Witz ist aber das in Niedersachsen Milch aus Bayer zu trinken generell Unsinn ist. Es sei denn es gibt in Niedersachsen keine Kühe.

Was ich meine ist: Pfandsysteme stützen auch lokale Produzenten! Wenn alles was wir im Supermarkt an Getränken kaufen in Pfandflaschen sein müsste, hätten lokale Produzenten klar eine Preisvorteil.

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Das Leergut Problem gleicht sich bei Normflaschen in etwa aus, da (zumindest Bier) in alle Richtungen transportiert wird. Bei uns in München bekommt man Flensburger genauso wie man in Flensburg Paulaner bekommt.
Wenn man die Logistik entsprechend gestaltet (z. B. Bahn statt LKW) ist das Mehrgewicht der Glasflasche auch kein großes Problem.
5% weniger Öl verbrennen ist ja auch schon was :wink:

Bzgl. Recycling geht es doch darum: Wenn wir unsere Zivilisation auch in 300 Jahren noch am laufen halten wollen, müssen wir unser gesamtes System in eine Kreislaufwirtschaft überführen.

Als Beispiel möchte ich die Baubranche nehmen: In Bad Homburg wird gerade ein Krankenhaus abgerissen. Wenn man da zuschaut wie sorgfältig die Gebäude nach und nach in ihre Bestandteile zerlegt werden, dann bekommt man das Gefühl, das zumindest in diesem Sektor große Fortschritte gemacht worden sind. Da bleibt kaum „Müll“ übrig.

Warum können wir das z.B. bei unserem Getränkesystem nicht auch schaffen? Aus meiner Sicht könnte man alle Einweg- und Mehrweggetränkeflaschen, die nicht wirklich in einer Kreislaufwirtschaft landen, verbieten. Es würde keinesfalls die Welt untergehen. Und ein Teil unseres Plastik-Problems wäre schon mal gelöst.

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Kommt darauf an, was dann mit den verschiedenen Fraktionen passiert.

Besser die Leute kaufen sie einfach nicht mehr.
Aber das ist wohl zu viel verlangt.
Viele Leute haben noch immer nicht begriffen, dass Pfand nicht gleichbedeutend mit Mehrweg ist.
Verbote sind immer kritisch. Verbotspartei und so.
Eine Steuer auf Einwegverpackung wäre da schon hilfreich.

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Hier die Antwort des Öko-Instituts auf meine Anfrage von oben:

Lieber Herr Witzel,
vielen Dank für Ihre Anfrage an das Öko-Institut.

Die Studie „Ökobilanz zu den Leistungen der dualen Systeme im Bereich des Verpackungsrecyclings“ können Sie hier lesen.

Die von Ihnen genannten Recyclingquoten, die in der Pressemitteilung zitiert werden, scheinen sich laut Studie auf die dualen Systeme zurückzuführen. Im Kapitel Fazit und Empfehlungen finden sich die genauen Zahlen, die in der Studie berechnet und dargestellt werden.

Ich hoffe, das hilft Ihnen so weiter.
Mit besten Grüßen aus dem Öko-Institut
Clara Wisotzky

Öffentlichkeit & Kommunikation
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Borkumstraße 2, 13189 Berlin
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Ich bin gerade dabei die Studie zu scannen um eine Aussage bzgl.

„Von den an den dualen Systemen beteiligten Kunststoffverpackungen wurden 65,5 Prozent werkstofflich verwertet – sieben Prozentpunkte mehr als der Gesetzgeber fordert.

zu finden. Ich habe jedenfalls schon mal gelernt, was „EBS-Verwertung“ ist. :slight_smile:

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Und hier die Antwort vom Grünen Punkt:

Lieber Herr Witzel,
Vielen herzlichen Dank für Ihre Anfrage die zuerst an meinen Kollegen Norbert Völl aus der Presseabteilung weitergeleitet wurde. Da sich Herr Völl für die nächsten drei Wochen im Urlaub befindet erlauben Sie mir dass ich Ihnen heute entsprechend antworte.

Die erwähnten 65,5 Prozent beziehen sich auf die sogenannte „lizensierte Menge“, sprich die Menge an Kunststoffverpackungen die von den Unternehmen bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister angemeldet wurde. Diese Menge an Kunststoffverpackungen deckt sich (leider) nicht komplett mit der tatsächlich eingesammelten Menge an Kunststoffverpackungen da es immer noch (zu viele) Fälle von falscher Sortierung gibt.

Was den Film „Die Recyclinglüge“ angeht hat mein Kollege Andreas Kappel in der letzten Folge des Podcasts „Verpackt und Zugeklebt“ dazu Stellung bezogen: Sie können die Folge „Recycling im Fokus: Macht das duale System wirklich einen Unterschied?“ unter anderem auf Spotify hören, den Link habe ich Ihnen entsprechend hinterlegt. Leider hält der Film den Fokus auf die negativen Beispiele und Vorfälle und stellt keine „Best-Practice“ Beispiele gegenüber.

Herr Kappel, den Sie auch im Podcast hören, stellt sich gerne für ein weiterführendes Gespräch mit Ihnen zur Verfügung sollten Sie daran Interesse haben. Geben Sie mir eine kurze Rückmeldung sollte dies der Fall sein und ich stelle gerne den Kontakt her.

Zur weiteren „Lektüre“ (Sie erwähnten in Ihrer E-Mail dass Sie ein interessierter Endkunde sind :wink:) kann ich Ihnen noch die zwei Kurzfilme zu den Werken in Eisfeld und Hörstel empfehlen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und bitte geben Sie mir nochmals Bescheid wenn ich den Kontakt zu Herrn Kappel für Sie herstellen kann.

Beste Grüße,
Rebecca Zistel

Green Dot Consulting BV​
​Leonardo Da Vinci Laan 19
​1813 Diegem ​Belgium
​Web: www.gruener-punkt.de

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Oh mann, haben die dir die Studie als Brief zugesandt? Also in Papierform? Oh wie altmodisch..

Ach so, die veröffentlichten Beispiele wären „zu negativ“ aha.. interessante Meinung von den Zuständigen Firmen.

‚Scannen‘ bedeutet unter IT-lern auch 'durchsuchen.

beeindruckend. Die geben sich Mühe, dafür, dass das eine x-beliebige Anfrage eines x-beliebigen „Endkunden“ ist. Hätte ich nicht erwartet. Hut ab.

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Die haben eine PR-Abteilung für solche Anfragen.
Da kommen sicher mehrere, so dass sich das lohnt.

Sie stehen ja von Anfang an massiv in der Kritik:

„Die Kritiker bemängelten, dass Verbraucher durch den Grünen Punkt nicht wirklich ermuntert werden weniger Verpackungen zu gebrauchen. Eher das Gegenteil könnte der Fall sein. Denn durch die Trennung würden die Verbraucher nur »ihr Gewissen beruhigen und weiter bedenkenlos Einwegverpackungen konsumieren«. Außerdem befürchteten Umweltschützer, dass die privatwirtschaftlichen Träger des Dualen Abfallwirtschaftssystems, den größten Teil der Verpackungsabfälle aus Kostengründen einfach verbrennen würden. Alles ganz schön kompliziert. Aber so ist es eben wenn verschiedene Interessen aufeinander treffen und Geld eine Rolle spielt.“
https://www.wohindamit.de/warum-gibt-es-das-duale-system/

Meine Antwort:

Sehr geehrte Frau Zistel,
vielen Dank für ihre ausführliche Antwort auf meine Anfrage. Es freut mich zu sehen das beim grünen Punkt auch auf Bürgeranfragen eingegangen wird.

Bzgl. meiner Kernfrage liegt aber wohl ein Missverständnis vor: Sie beschreiben, von auf welche Grundmenge sich die Verwertungsquote bezieht.
Doch meine Frage ziehlt auf die Art der „wertstofflichen Verwertung ab“. Ich habe mir mittlerweile auch die auf ihre Webseite erwähnte Studie des Ökoinstituts „Ökobilanz zu den Leistungen der dualen Systeme im Bereich des Verpackungsrecyclings“ besorgt und konnte dort bisher keine Belege für die Aussage „Von den an den dualen Systemen beteiligten Kunststoffverpackungen wurden 65,5 Prozent werkstofflich verwertet“ finden.

Ich fände es wirklich interessant vielleicht direkt mit Herrn Kappel zu sprechen, um diese zentrale Frage zu klären.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Witzel

Verein das Demokratische Forum (i.G.)
https://das-gruene-forum.de/

Das ist schon richtig, doch die Antwort sieht mir nicht nach Textbausteinen aus. Mal sehen wie das weitergeht. :slight_smile:

Bestände Interesse an einer Video-Konferenz, falls der Herr Kappel zu so etwas bereit wäre?

  • Ja
  • Nein
0 Teilnehmer

Besser als ein Gespräch mit ihm wäre aus meiner Sicht, wenn er einfach schriftlich den Beleg dafür liefern würde, den du nicht gefunden hast.

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Wer sich Herr Kappel mal anhören möchte: Spotify – Web Player

Er klingt eigentlich ziemlich vernünftig. Also ein reiner PR-Mensch ist er nicht :slight_smile:

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bei ca. 10:00 wird das Thema behandelt, auch der Film über die „Recycling-Lüge“
Er sagt letztlich: wenn der GGeber strengere Anforderungen stellt, werden wir die auch erfüllen.
Man muss sehen, dass das DSD nicht bestimmt, wieviel Plastik hergestellt und wie es verwendet wird, und auch nicht darauf, welche Anforderungen der GGeber an das Recycling stellt.

Hier Infos dazu, warum trotz Recycling der Plastikverpackungsmüll mehr wird

Auf der Seite des UBA gibt es sehr viele Infos zum Thema Verpackungen und Recycling.

Wichtig: die 65% beziehen sich auf alle Verpackungen! nicht nur Plastik/Kunststoff! Dort sind es 50%

„Bis zum 31.12.2025 müssen mindestens 65 % aller Verpackungsabfälle recycelt werden.
Folgende Recyclingquoten müssen dabei für die einzelnen Materialien erzielt werden:
Von Holz müssen 25 %, von Kunststoffen und Aluminium jeweils 50 %, von eisenhaltigen Metallen und Glas jeweils 70 %, und von Papier, Pappe und Karton müssen 75 % recycelt werden.“

Jörg, schreib doch mal das UBA an, ob die die Verwertungsquote prüfen oder nur die Zahlen wiedergeben, die sie vom DSD bekommen.
Letztlich ist doch die Frage, ob Kunststoffabfall aus D nach Malaysia oder wohin-auch-immer verbracht wird mit der Zusage, dass er recyclet wird, und ob das dann auch tatsächlich passiert, und ob das jemand prüft.
Das DSD, Herr Kappel, sollte erklären, was werkstoffliche Verwertung genau bedeutet, wo es stattfindet und wer das wie prüft.

Das Zitat gibt die Kritik Stand 1990 wieder, wie aus der verlinkten Seite hervorgeht.
Damals wurde wahrscheinlich das meiste einfach verbrannt (das ist aber eine Vermutung, ich weiß es nicht sicher).

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beides!
Wenn er mir einen Vertrag mit einer Firma in Malaysia vorlegt, wonach das Zeug da verwertet wird, ist das zwar schriftlich, überzeugt mich aber nicht so richtig. Papier ist geduldig.
Wichtig ist, ob das nachgewiesen oder geprüft wird.
Ich vermute, damit kann man ihn mündlich besser quälen als schriftlich.

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Du kannst das ja gern mal versuchen.
Dann trifft deine Quälerei endlich mal den Richtigen, nicht immer mich. :pray:

Es geht mir im wesentlichen erst mal um folgenden Gegensatz:

  • Der Film sagt mehr oder weniger: Kunstoffverpackungen aus der Sammlung des DSD in den Haushalten werden zum Großteil nicht recycelt sondern verbrannt, ins Ausland verschifft und dort verbrannt oder ins Ausland verschifft und dort illegal „entsorgt“.
  • Das DSD sagt: „Von den an den dualen Systemen beteiligten Kunststoffverpackungen wurden 65,5 Prozent werkstofflich verwertet

Selbst wenn bei den 65% eine Menge Downcycling dabei ist, passen diese beiden Aussagen nicht zusammen. Meine aktuelle Vermutung ist, das die Statistik des DSD durch sortenreine Kunststoffabfälle aus der Industrieabfälle geschönt ist.

Kann schon zusammen passen.

Der Satz lautete:

(Hervorhebung von mir)
Das kann schon einen Unterschied machen.

Wenn die Verbraucher sich schlau machen würden und disziplinierter mit dem Thema umgehen würden, wäre schon viel geholfen.
Schau dir mal an was alles in der gelben Tonne landet. Speziell in großen Wohnblocks. Bei der Biotonne ist auch ein Drama.

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Werkstoffliche Verwertung

Bei der werkstofflichen Verwertung handelt es sich um klassisches Recycling: Altkunststoffe werden zu neuen Rohstoffen oder neuen Formteilen verarbeitet. Diese Form des Recyclings eignet sich allerdings nur für so genannte Thermoplaste.

Was bedeutet Rohstoffliche Verwertung?

Bei der rohstofflichen Verwertung (Pyrolyse) werden die Polymerketten der Kunststoffe aufgespalten. Die Kunststoffe werden dabei in ihre Einzelteile zerlegt. Diese Einzelteile dienen als Ersatz für fossile Brennstoffe.