Die Recycling-Lüge

Was ist dann der Unterschied dazu, sie direkt in der Müllverbrennungsanlage zu verheizen? Weniger Schadstoffemissionen?

Das stimmt nicht. Die ESB sind zerkleinert und getrocknet aber nicht pyrolysiert. Das wird ja auch im Film, der den Titel dieses Themas gibt beschrieben.

meine Vermutung ist eher, dass die das Zeug an Entsorger in Malaysia (oder wo auch immer) geben, die per Vertrag zur werkstofflichen Verwertung verpflichtet sind, die aber das Zeugs verbrennen oder irgendwo deponieren und fertig. DSD zeigt dann den Vertrag und sagt „verwertet!! 65% erreicht“.
Die Realität ist aber vielleicht eine andere, und das hat der Film vielleicht aufgedeckt.
Der Nachweis der Verwertung ist der Knackpunkt.
Das UBA und andere Behörden können das m.E. nicht prüfen, jedenfalls nicht in Malaysia usw.
Und wer weiß, ob man in solchen Staaten nicht auch eine amtliche Bescheinigung für alles mögliche bekommt, wenn man gute connections und eine dicke Brieftasche hat (ich hoffe, ich tue Malaysia jetzt nicht Unrecht).

Schön dass es dieses Thema schon gibt und das es schon hier diskutiert wurde ich würde es gerne wieder auffrischen da anscheinend das Thema niemand lösen möchte.

Da der entsprechende Film im Ersten in der Mediathek zur Zeit nicht abrufbar ist jedenfalls funktioniert der obige Link nicht möchte ich hier euch einen neuen Link geben falls ihr das Video noch nicht gesehen habt.

Um auf das Thema selber einzugehen für mich gibt es eigentlich nur eine deutsche Lösung und zwar das allgemeine Verbot von Exporten von Müll genauso wie der Import von Müll wir müssen unsere Müllprobleme selber lösen bei uns im Land, wenn nicht wir wer dann?

2 „Gefällt mir“

Es muss ja nicht gleich ein vollständiges Exportverbot sein. Das unterbindet die Zusammenarbeit von Staaten beim Recycling. Aber die verbleibenden Exporte müssen dann wesentlich genauer kontrolliert werden.

Aber sicher, wir sind doch die Verbotspartei :wink:

Aber von wem?

Kluge Frage :slight_smile:
Natürlich nicht jede Fuhre Müll an der Grenze prüfen. Das ist nicht leistbar.

Was funktionieren könnte: Exporte nur dann zulassen, wenn der Empfänger ein zertifiziertes (durch TÜV? Wirtschaftsprüfer?) Recyclingunternehmen ist. Das kann der Zoll problemlos anhand der Frachtpapiere ganz locker nebenbei prüfen.

Beispiel:
Es gibt derzeit in D einfach nicht genug Auto-Akkus, um einen Recyclingbetrieb in einer vernünftigen Größe auszulasten. Die Verfahren gibt es alle längst. Würde man alle kaputten/ausgedienten Auto-Akkus Europas zu einem Betrieb in der logistischen Mitte Europas bringen, könnte es jetzt schon reichen. Zumindest irgendwann demnächst. Das spricht ganz klar gegen ein totales Exportverbot.

Wesentlich schwieriger ist es mit den zu Ballen gepressten Altkleidern in Afrika. Die werden tatsächlich alle zu einem Teil recycelt. Das Problem ist, dass die unbrauchbaren Reste nicht fachgerecht entsorgt werden (können) und letztlich in den Flüssen landen. So wie der Handel mit den Ballen dort läuft, gibt es dort aber kein Unternehmen, dem wir eine Müllverbrennungsanlage spenden könnten.

Wir müssen denen keine Müllverbrennungsanlage spenden die können selber eine Bauen. Wenn nicht mussen wir uns selber um unserem Müll kümmern.

Grundsätzlich gibt es auch einfach zu viel Müll. Wo bleibt die Müllvermeidung?

Grundsätzlich gibt es besonders bei uns zu viel Verpackungsmüll.

Das kann so nicht weiter gehen. meisten Verpackungen ließen sich vermeiden .Zum Beispiel kann mal Fleisch auch auf Vakuumfolie gezogen verkaufen. Das macht viel weniger Müll als diese riesigen dicken Einwegschalen im Supermarkt. Da sist mehr Plastik als eine dünne Folie und nimmt auch noch unnötig vie lPlatz weg. Die Tonne ist mit dem lästigen Zeug schnell voll.. Dazu noch der ganze to go Becher und Mc Donalds Müll ..

Aber keiner macht was dagegen, Eher entsteht noch mehr Müll. Etwa Bananen i n Plastik verkaufen. völlif unnötig..

Es braucht ein anderes Verpackugnsgesetz das wirklich zur Müllvermeidung beiträgt.

Und die Müllttrennung is zu kompliziert geworden für die meisten Leute. Weil die Gelbe Tonne Unsinn ist. Was da reinkommt wird zu wenig wiederverwertet. vieles wird verbrannt.

1 „Gefällt mir“

In der DDR gab es ein gutes Recyclingsystem. Das Zauberwort heißt „Kanppheit“.

Das Recyclingsystem brach zusammen als es nach der Wiedervereinigung mit Müll aus dem Westen überschüttet wurde.

Das ist doch gerade das Problem. Wir schaffen dadurch neue Bürokratie, vergleichbar mit dem Lieferkettengesetz.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin absolut gegen Ausbeutung durch Kinderarbeit, ich bin auch gegen Plastikmüll im Meer. Ich glaube nur nicht, dass Deutschland die Welt retten kann. Wenn wir bei uns ein vernünftiges Re/Downcycling-System etablieren, können wir vielleicht verhindern, dass wir zum Plastikmüll in den Ozeanen beitragen.

Mehr werden wir höchstens dadurch schaffen, dass wir in internationalen Organisationen auf eine globale Lösung dringen.

Es muss nicht alles knapp sein damit nicht so viel Müll entsteht. Es muss nur endlich dafür gesorgt werden, dass der Verpackungswahnsinn beendet werden und dass zum Beispiel der To go Wahnsinn beendet wird. das macht extrem viel Müll.

Und bevor jemand jetzt sagt: „Ja, aber die Leute kaufen das Zeug in Plastik ja das im Gemüseregal liegt.“

Das stimmt, ist aber zu kurz gedacht. Leider ist es so, dass das lose Verkaufte Gemüse immer noch deutlich teurer ist als dasselbe Gemüse aus der Standartisierten Plastikpackung.
Ärmere können sich das lose Gemüse gar nicht kaufen, es ist zu teuer.

Die Gesellschaft besteht aber zum Größten Teil nicht aus reichen Leuten. Also wird das Gemüse in Plastik gekauft.. oder gar keines ..

Praktisches Beispiel:

500g Trauben kosten im Aldi etwa 1,70 Euro aus der Plastikschale. Lose Trauben kosten etwas über 3,80 pro kg von der selben Sorte! das sind dann knapp 2 Euro für 500 g. Das ist bei anderen Gemüsen ein ähnliches Verhältnis. Das heißt, das lose Gemüse kostet das 1,5 bis 2 Fache wie das aus der eigentlich unnötigen Plastikschale. Lose Erdbeeren kosten fast überall das doppelte egal ob Deutsche oder die billigeren aus Spanien.

Das heißt ich bezahle das doppelte für das gleiche Lebensmittel wenn ich den Müll einsparen will. Das ist für viele einfach zu teuer.

Also ist es bei dem extremen Preisunterschied billiger die Sachen in Plastik kzu kaufen und das Plastik zu entsorgen als das lose Gemüse zu kaufen und den Müll zu vermeiden.

Was lernen wir daraus:

Wenn die Grünen wollen, dass mehr Regionale Produkte gekauft werden müssen die bezahlbar werden. Für Ärmere ist das zu teuer. Die können nicht einfach doppelt so viel für Lebensmittel ausgeben.

Das Müllproblem hängt also auch mit der Extremen ungleichheit in dieser Gesellscht zusammen.

Das gleiche gilt für Reparaturen von Geräten. Ersatzteile sind oft unverschämt teuer.

Defekte Geräte wegwerfen ist leider billiger.

Reparieren und Müll sparen muss man sich leisten können… :unamused:

Ja, aber gar nicht soo viel (verglichen mit dem Rest unsere Bürokratie).

Die Klassiker wie Glas Papier, Eisen, Alu Kupfer etc. werden nicht exportiert. Das machen wir jetzt schon im Land.

Dann sind da die Spezialunternehmen wie für die o.g. Auto-Akkus. Das schätze ich für ganz Europa auf weniger als 1000, wobei mehrere Betriebe häufig noch der gleichen Firma gehören werden.

Problematisch sind eigentlich nur die Müllsorten, wo etwas von Hand sortiert werden muss, insbes. Haushalts- und Verpackungsmüll.

Vielleicht, aber die Summe der vielen Gesetze mit „ist ja nicht so viel Bürokratie“ macht es. Natürlich, man kann immer noch eins drauf packen? Wird es den Plastikmüll im Meer reduzieren? Vermutlich nicht messbar.

Nein. TheOceanCleanup hat das ja untersucht. Länder mit einer funktionierenden Müllabfuhr tragen nur unwesentlich dazu bei. Der GPGP speist sich hauptsächlich aus Indonesien, China und den Phillipinen. Dort haben die Menschen häufig keine andere Wahl, als den Müll auf eine ‚wilde‘ Deponie zu kippen. Beim nächsten Monsun landet ein Teil davon dann im nächsten Fluss …

Ein gewichtsmäßig sehr großer Teil (40%?) geht auch auf das Konto der Fischerei!

Woran macht man denn sowas fest ab wann genug da ist und ab wann sich so einen Betrieb lohnen würde?
Als Beispiel gibt es bereits ein kleines Netzwerk in Deutschland von Leuten die genau den Job der im großen gemacht werden müsste bereits machen sie kaufen schon für ihre Verhältnisse im großen Stil die gebrauchten Akkus auf und führen Sie einen neuen Zweck zu das ganze hat zwar in gewisser Weise noch Hobby Charakter aber daraus mit ein bisschen Förderung kann schnell mehr werden.
Und trotz dessen gibt es doch schon die ersten Firmen die sich gründen die sich auf gebrauchte Akkus stürzen es ist ein regelrechter Konkurrenzkampf entstanden die besten Akkus zu bekommen.

‚Lohnen‘ tut es sich, wenn der Betrieb einen brauchbaren Gewinn machen kann.
Das wird umso leichter, je größer der Betrieb ist (economy of scale senkt die Betriebskosten).
Dann muss man aber die Rohstoffe von immer weiter weg heranschaffen, was die Logistikkosten erhöht.
Optimal wird das Ganze, wenn die Summe von Betriebs- und Logistikkosten ein Minimum erreicht.
(stark vereinfacht. Sonstige Standortaspekte weggelassen)

Beispiel: Ein Hochofen wird mit 3 Teilen Kohle und einem Teil Erz befüllt. Deshalb stehen die Dinger in den Kohlerevieren, nicht bei den Erzminen.

Ein ausgelutschter, aber noch funktionierender Akku kann noch viele Jahre als stationärer Speicher verwendet werden (ist aber komplizierter, als es sich anhört). Da sind pfiffige Lösungen, Handarbeit und folglich wesentlich größere Gewinnspannen angesagt als im reinen Rohstoffmarkt.

Am Ende seines Lebens als stationärer Speicher muss er aber letzlich dann stofflich recycelt werden. Glücklicherweise sind die derzeitigen Inhaltsstoffe der Akkus relativ teuer und ein Akku enthält eine höhere Konzentration von halbwegs wertvollen Stoffen als jedes natürlich vorkommendes Erz. Da brauchen wir uns über die Wirtschaftlichkeit vorerst keine Gedanken zu machen.

Ganz anders beim Verpackungsmüll. Da sind die Inhaltsstoffe so billig, dass man richtig geniale Verfahren benötigt, um das Zeug wirtschaftlich zu recyceln.

Wäre es dann nicht sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoller, das Zeug zu Verbrennen (um Strom und Wärme zu erzeugen), solange wir sowieso noch fossile Verbrennung brauchen.

Das Erdöl würde dann vor der sowieso anstehenden thermischen Verwertung noch eine Zeit lang als Plastik nützlich sein.

Am Besten bezüglich Energie- und Wasserverbrauch ist immer noch, Wergwerfware gar nicht erst herzustellen.

„Für die Herstellung von Plastik benötigt man ziemlich viel Wasser - für ein Kilo des Kunststoffes Polyethylen (HDPE) sind es 10 Liter.Die Plastikproduktion verbraucht zudem relativ viel Energie. In ein Kilo Polyethylen (HDPE) fließen 81 Megajoule.“ Quelle: Plastik - Von Herstellung bis Entsorgung ein Problem für Mensch und Natur - lernen mit Serlo!

Ansonsten ist Verbrennen vermutlich besser (sofern dabei keine Schadstoffe frei gesetzt werden, also nur in modernen Anlagen) als Deponieren oder das Plastik mit samt dem nicht verkauften Gemüse zu schreddern und in die Biogasanlage zu geben.

Andererseits schützt das Plastik empfindliches Obst und Gemüse und verhindert Verkeimung bei Transport und Handel. Ohne Plastikverpackung müssten wir vielleicht noch mehr davon wegwerfen.

Ist es natürlich keine Frage, dass viel Verpackung auch überflüssig ist und Verbundverpackungen durch besser recyclebare Verpackungen ersetzt werden sollten.

1 „Gefällt mir“